{"id":76096,"date":"2025-06-29T13:57:27","date_gmt":"2025-06-29T10:57:27","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=76096"},"modified":"2025-06-29T13:58:18","modified_gmt":"2025-06-29T10:58:18","slug":"ccee-beim-papst-leo-xiv-zu-cop-eingeladen-positiver-ueber-europa-reden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/ccee-beim-papst-leo-xiv-zu-cop-eingeladen-positiver-ueber-europa-reden\/","title":{"rendered":"CCEE beim Papst Leo XIV.: Zu COP eingeladen, positiver \u00fcber Europa reden"},"content":{"rendered":"<div class=\"article__subTitle\">Diesen Samstagvormittag hat Papst Leo XIV. erstmals seit seiner Wahl im Mai das Pr\u00e4sidium des Rates der Europ\u00e4ischen Bischofskonferenzen (CCEE) in Audienz empfangen. Kardinal Ladislav N\u00e9met S.V.D., Erzbischof von Belgrad, war als CCEE-Vize Teil der 4-k\u00f6pfigen Gruppe. Nach der 32-min\u00fctigen Audienz kam er zu Radio Vatikan. Im Interview mit Stefanie Stahlhofen berichtet er.<\/div>\n<div>\n<p><b>Radio Vatikan:\u00a0Kardinal Ladislav N\u00e9met, Sie sind Erzbischof von Belgrad und Vizepr\u00e4sident des Rates der Europ\u00e4ischen Bischofskonferenzen (CCEE). Diesen Samstagvormittag haben Sie in dieser Funktion Papst Leo getroffen. Wie war es?<\/b><br \/>\n<b>Kardinal Ladislav N\u00e9met, Erzbischof von Belgrad und Vizepr\u00e4sident des Rates der Europ\u00e4ischen Bischofskonferenzen (CCEE): <\/b>Wir haben uns sehr gefreut, dass er in seinem sehr dichtem Kalender Zeit f\u00fcr uns gefunden hat. E s war das erste Mal, dass wir als Pr\u00e4sidium ihn als neuen Papst getroffen haben.\u00a0\u00a0Er war fr\u00fcher verantwortlich f\u00fcr den Rat, als Pr\u00e4fekt des Bischofs-Dikasteriums. Also\u00a0\u00a0kennt er unsere Organisation und er war voriges Jahr auch in Belgrad f\u00fcr die Vollversammlung, drei Tage.\u00a0\u00a0So hat er auch meine Di\u00f6zese kennengelernt, aber noch mehr: Er wei\u00df, was f\u00fcr den Rat der Europ\u00e4ischen Bischofskonferenzen wichtig ist, welche Aufgaben wir haben. Es war\u00a0\u00a0ein sehr gutes Gespr\u00e4ch.\u00a0\u00a0Sicherlich, seine Hintergrundinformationen, die er schon fr\u00fcher gehabt hat, haben es\u00a0ihm leichter gemacht, \u00fcber die gemeinsamen Themen zu reden, die wir gefunden haben.\u00a0\u00a0Wir haben einige aufgebracht und dann hat er in seiner Antwort ganz klar einige Richtlinien f\u00fcr uns &#8211; nicht vorgeschrieben- sondern gegeben.<\/p>\n<p><b>Radio Vatikan: Wie lange hat denn das Gespr\u00e4ch gedauert und k\u00f6nnen Sie ein bisschen konkreter etwas sagen, auch inhaltlich?<\/b><br \/>\n<b>Kardinal N\u00e9met:<\/b> Das Gespr\u00e4ch war, wenn ich das ganz genau sage, 32 Minuten, was auch gut ist.\u00a0\u00a0Es waren so viele G\u00e4ste, so viele andere, die noch auf ein Gespr\u00e4ch gewartet haben. W\u00a0ir haben urspr\u00fcnglich einen Termin um 9:00 Uhr gehabt. Dieser Termin wurde verschoben, weil e\u00a0ine hochrangige Delegation aus Konstantinopel da ist:\u00a0\u00a0Die orthodoxe Kirche, die morgen mit uns gemeinsam das Fest des Heiligen Petrus und Paulus feiern m\u00f6chte. Unsere Verschiebung war okay. A\u00a0uf jeden Fall: 32 Minuten mit dem Papst f\u00fcr das erste Mal &#8211; das ist s\u00a0ehr gut in dieser Form.\u00a0\u00a0Und ganz genau ging es darum, dass wir mutiger evangelisieren sollen, dass wir auch die positiven Zeichen in Europa wahrnehmen sollen.<br \/>\nZum Beispiel, dass das Christentum in verschiedenen L\u00e4ndern &#8211; nicht in ganz Europa, sondern in verschiedenen L\u00e4ndern &#8211; viel st\u00e4rker geworden ist in den letzten Jahren und besonders, wenn wir an die orthodoxe Kirche denken und die jungen Katholiken und Christen und Christinnen, die sich in letzter Zeit an die Kirche gewendet haben und um die Taufe gebeten haben.<br \/>\nWir wissen, das sind relativ kleine Zahlen: 50.000 in Frankreich, 20.000 in London, Tausende auch in Belgien. Da s ist f\u00fcr mich ein klares Zeichen, dass da, nach einer Welle von wenig christlichen Ideen und Werten, das Christentum wiederum etwas Gutes anzubieten hat.\u00a0\u00a0Und das ist wichtig, dass wir das wahrnehmen.\u00a0\u00a0Es ist wichtig, dass wir die \u00f6kumenische Zusammenarbeit st\u00e4rken. D ie orthodoxen Gemeinden, die auch in Westeuropa leben, bringen viel Neues in das Leben der Kirchen. Dann m\u00fcssen wir auch wahrnehmen, dass so viele Migranten kommen mit katholischem Hintergrund.\u00a0\u00a0Schauen Sie, ich komme aus Serbien, aber ich habe viele philippinische Christen, die in die Kommunit\u00e4t kommen.\u00a0\u00a0Ich habe afrikanische, fast 3.000 in Belgrad und in der Umgebung.\u00a0\u00a0Und ich habe jetzt zwei Priester aus Ghana eingeladen.\u00a0\u00a0\u00a0Wir wissen, wie viele S\u00fcdamerikaner in Spanien sind, Portugiesen \u00fcberall, die Italiener, die Kroaten &#8211; die st\u00e4rkste Gemeinde und die meistbesuchte Messe in Wien zum Beispiel, das ist die kroatische Kirche Am Hof, die kroatische katholische Gemeinde.\u00a0\u00a0Da sind 1.000 Menschen, viermal, jeden Sonntag. W as f\u00fcr eine Menge!\u00a0\u00a0Das hei\u00dft, wir haben gute Zeichen. Wir sind ein bisschen pessimistisch,\u00a0 &#8211;\u00a0\u00a0Europa alt und m\u00fcde &#8211;\u00a0\u00a0das ist wahr f\u00fcr einige L\u00e4nder, aber nicht f\u00fcr ganz Europa.\u00a0\u00a0Europa ist noch immer der st\u00e4rkste christliche Kontinent.\u00a0\u00a0Vielleicht nicht in absoluten Zahlen.\u00a0\u00a0S\u00fcdamerika hat mehr Christen.\u00a0\u00a0Aber dazu kommt, die Universit\u00e4ten, die Fakult\u00e4ten, die ausgebildeten Theologen, Laien und Priester oder Kleriker, dann die finanziellen M\u00f6glichkeiten&#8230;\u00a0\u00a0Europa ist noch immer top und das m\u00fcssen wir, das sollten wir nicht vergessen.\u00a0\u00a0Und wir sollen nicht so dem\u00fctig sein und dar\u00fcber nicht zu reden.\u00a0\u00a0Wir m\u00fcssen auch positiv \u00fcber Europa reden, weil Europa irrsinnig viel noch heute f\u00fcr die globale Kirche macht.<\/p>\n<p><b>Radio Vatikan: Papst Leo hat Ihnen aber trotzdem gesagt, Sie sollen noch mehr evangelisieren.<\/b><br \/>\n<b>Kardinal N\u00e9met:\u00a0<\/b>Ja, nat\u00fcrlich.\u00a0\u00a0Das hei\u00dft, ich habe auch nichts anderes erwartet.\u00a0Ich sage ehrlich, als Missionar (Leo war vor seiner Wahl zum Papst Missionar in Peru, Anm.d.Red.) denkt er daran, was Jesus uns aufgegeben hat:\u00a0\u00a0Diesen Befehl: \u201eSo\u00a0geht\u00a0los und macht\u00a0alle V\u00f6lker\u00a0zu meinen Sch\u00fclern&#8220;. D\u00a0ieses alle macht manchmal so ein bisschen Stress, wie wir das machen.<br \/>\nAuf anderer Seite wissen wir, dass der liebe Gott seine eigene Wege hat und er wird schon Menschen finden, wie er will.\u00a0\u00a0Und er m\u00f6chte jeden Menschen retten.\u00a0\u00a0Und er hat seine Methode daf\u00fcr.<\/p>\n<p><b>Radio Vatikan:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/papst\/news\/2025-05\/papst-leo-xiv-comece-eu-bischoefe-audienz-kozon-itv-crociata.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Papst Leo hat zuvor schon die COMECE, die Kommission der Bischofskonferenzen der Europ\u00e4ischen Union, getroffen<\/a>.\u00a0\u00a0Europa ist nat\u00fcrlich nicht nur die EU.\u00a0\u00a0Wie sehen Sie die Zukunft der Aufgaben Ihres\u00a0Rates der Europ\u00e4ischen Bischofskonferenzen (CCEE)?<\/b><br \/>\n<b>Kardinal N\u00e9met:\u00a0<\/b>Ich bin sicher, dass es eine Konzentrierung der Arbeiten geben muss i\u00a0n der n\u00e4chsten Zukunft.\u00a0\u00a0Wir haben schon mit Papst Franziskus, mit dem Staatssekretariat, dar\u00fcber einige Male geredet.\u00a0\u00a0Und einige Schritte sind schon gemacht worden:\u00a0\u00a0Wir vermeiden Doppelarbeiten bei COMECE und CCEE.\u00a0\u00a0Aber ganz klar: Der Wunsch vom Heiligen Stuhl, aus dem Vatikan ist, dass wir noch enger zusammenarbeiten.\u00a0\u00a0\u00a0Und ich k\u00f6nnte mir das vorstellen.\u00a0\u00a0Nat\u00fcrlich m\u00a0uss das ein Prozess sein.\u00a0\u00a0Wir k\u00f6nnen nicht einfach sagen: \u201eAb morgen gibt es CCEE nicht oder COMECE nicht mehr.\u00a0\u00a0CCEE umfasst ganz Europa.\u00a0\u00a0Das sind 39 Bischofskonferenzen plus Liechtenstein. Und COMECE\u00a0\u00a0\u00a0hat nur 27 Mitglieder und das ist schon ein gro\u00dfer Unterschied.<br \/>\nUnd wenn wir \u00fcber die Kirche in Europa reden, dann m\u00f6chten wir ganz Europa einschlie\u00dfen.\u00a0\u00a0Jeder von uns hat seine eigenen Ideen.<br \/>\nIch als Steyler Missionar habe ganz Europa besucht und in vielen Provinzen gearbeitet. Und ich sehe, dass eine tiefe Sehnsucht nach einem ruhigen Zusammenleben da ist. Ich bin schon alt genug, um zu sagen, dass Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre die beste Zeit war. Nach dem Mauerfall war es ganz einfach eine sehr optimistische Situation in ganz Europa &#8211; nat\u00fcrlich, mein Vaterland war damals im Jugoslawien-Krieg zerfallen. Und das ist schrecklich, was dort passiert ist. Aber der Rest Europas hat in Frieden die Ver\u00e4nderungen geschafft. Und das war wahnsinnig! Und wir wissen, dass es m\u00f6glich ist. Deswegen bin ich sehr, sehr traurig, dass dieser Krieg in der Ukraine so geht. Das ist zwischen zwei br\u00fcderlichen V\u00f6lkern. Beide orthodox.<br \/>\nDas hei\u00dft, der Glaube sollte ein bisschen positiv dabei mitwirken und das tut er nicht.\u00a0Leider.\u00a0Und es w\u00e4re wichtig, in Frieden zu leben.<\/p>\n<p><b>Radio Vatikan: Sie sagen es, jetzt haben wir einen Krieg in Europa, d\u00a0er Ukraine. Ging es darum auch im Gespr\u00e4ch mit Papst Leo?<\/b><br \/>\n<b>Kardinal N\u00e9met: <\/b>Nicht der Krieg, sondern die M\u00f6glichkeit tieferer Zusammenarbeit mit den Orthodoxen war Thema.\u00a0\u00a0Das haben wir auch ganz klar ausgesprochen, dass wir das brauchen, auch wenn jetzt die Atmosph\u00e4re nicht so gut ist. Aber wir brauchen diese Entwicklung. Und ein letztes Thema, das ich pers\u00f6nlich eingebracht habe, ist\u00a0die Weltklimakonferenz (COP30) in (Brasilien) vom 10.-21.\u00a0\u00a0November. Beim\u00a0\u00a0COP 30\u00a0\u00a0geht es um die Umwelt und den Klima-Wandel und darum, was die Kirche dort machen kann. Bel\u00e9m ist in der Amazonasregion,\u00a0dort m\u00fcndet der Amazonas in das Meer. Und\u00a0Pr\u00e4sident Lula von Brasilien hat schon die Staatschefs eingeladen zum Gespr\u00e4ch mit anderen Pr\u00e4sidenten und Vertretern von verschiedenen kontinentalen Institutionen. Ich habe auch den Wunsch ge\u00e4u\u00dfert, dass der Papst vielleicht nach Brasilien gehen sollte, mindestens f\u00fcr zwei Tage, um die Klimakonferenz dort hochrangig sozusagen zu adressieren.<\/p>\n<p><b>Radio Vatikan: Was hat er gesagt?<\/b><br \/>\n<b>Kardinal N\u00e9met:\u00a0<\/b>Er hat gesagt: \u201eNaja, wir arbeiten daran.&#8220; Das ist eine allgemeine Antwort, aber schon etwas Positives. Er\u00a0wei\u00df, was es bedeutet, die Natur zu zerst\u00f6ren, die Umwelt.<br \/>\nUnd deswegen ist es irrsinnig wichtig, dass wir, besonders in dieser Situation, wo wir einige Politiker haben, die es nicht so wahrnehmen wollen und die verschiedene Sachen, die schon gemacht worden sind, zerst\u00f6ren.\u00a0Wir brauchen eine Stimme. Und der Papst &#8211; das hat jetzt auch das Konklave gezeigt &#8211; der Papst ist noch wahrscheinlich die letzte klare ethische Stimme in dieser Welt, der man zuh\u00f6rt und ich glaube wirklich, dass wir das gut n\u00fctzen sollten.<\/p>\n<p><i>Das Interview f\u00fchrte Stefanie Stahlhofen<\/i><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/welt\/news\/2025-06\/ccee-europa-bischoefe-audienz-papst-leo-xiv-interview-nemet-cop.html\">www.vaticannews.va\/de<\/a><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diesen Samstagvormittag hat Papst Leo XIV. erstmals seit seiner Wahl im Mai das Pr\u00e4sidium des Rates der Europ\u00e4ischen Bischofskonferenzen (CCEE) in Audienz empfangen. Kardinal Ladislav N\u00e9met S.V.D., Erzbischof von Belgrad, war als CCEE-Vize Teil der 4-k\u00f6pfigen Gruppe. Nach der 32-min\u00fctigen Audienz kam er zu Radio Vatikan. Im Interview mit Stefanie Stahlhofen berichtet er. 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