{"id":76406,"date":"2025-07-10T16:05:03","date_gmt":"2025-07-10T13:05:03","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=76406"},"modified":"2025-07-10T17:14:57","modified_gmt":"2025-07-10T14:14:57","slug":"ich-habe-es-dreimal-geschafft-am-2-august-jeweils-in-maria-radna-zu-sein-das-werde-ich-nicht-vergessen-interview-mit-regina-lochner-scheidende-konsulin-der-bundesrepu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/ich-habe-es-dreimal-geschafft-am-2-august-jeweils-in-maria-radna-zu-sein-das-werde-ich-nicht-vergessen-interview-mit-regina-lochner-scheidende-konsulin-der-bundesrepu\/","title":{"rendered":"\u201eIch habe es dreimal geschafft, am 2. August jeweils in Maria Radna zu sein &#8211; das werde ich nicht vergessen!\u201c \u2013 Interview mit Regina Lochner, scheidende Konsulin der Bundesrepublik Deutschland in Temeswar"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>\u201eWir sind f\u00fcr Sie da! Auch der Westen Rum\u00e4niens ist f\u00fcr die intensiven Deutsch-Rum\u00e4nischen Beziehungen von besonderer Bedeutung. Das Konsulat Temeswar wird weiterhin den Austausch zwischen unseren beiden L\u00e4ndern f\u00f6rdern.\u201c &#8211; <\/em><\/strong><strong>Dies ist der Willkommensgru\u00df auf der offiziellen Website der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Rum\u00e4nien. \u201eWir sind f\u00fcr Sie da!\u201c \u2013 <\/strong><strong>Im Laufe der Jahre haben wahrscheinlich viele Menschen die wahre Bedeutung dieser Worte erfahren, als sie die Dienste der Konsulin und der Mitarbeiter des Konsulats in Anspruch genommen haben. W\u00e4hrend ihrer vierj\u00e4hrigen Amtszeit (2021-2025) hat Regina Lochner jedoch neben ihrer diplomatischen auch eine andere \u201eMission\u201c erf\u00fcllt, indem sie bei den verschiedenen liturgischen Feiern in den r\u00f6misch-katholischen Kirchen nicht nur als Gast, sondern auch als praktizierendes Mitglied, als Lektorin anwesend war. Im Rahmen des Pontifikalamtes, am Ende der Heimattage der Banater Deutschen (15. Juni 2025), verlieh S.E. Josef Csaba P<\/strong><strong>\u00e1l, Regina Lochner die Gerhardsmedaille der Di\u00f6zese Temeswar und w\u00fcrdigte die unerm\u00fcdliche T<\/strong><strong>\u00e4tigkeit der Diplomatin. Einige Wochen vor dem Ende ihrer Amtszeit f\u00fchrte die Pressestelle der Di\u00f6zese Temeswar ein Interview mit ihr.<\/strong><\/p>\n<p><strong><em><a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/1.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload size-large wp-image-76389 alignright\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/1-546x1024.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/1-546x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"546\" height=\"1024\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27546%27%20height%3D%271024%27%20viewBox%3D%270%200%20546%201024%27%3E%3Crect%20width%3D%27546%27%20height%3D%271024%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/1-160x300.jpg 160w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/1-200x375.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/1-400x750.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/1-546x1024.jpg 546w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/1-600x1125.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/1-768x1440.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/1-800x1500.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/1-819x1536.jpg 819w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/1.jpg 1025w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 546px) 100vw, 546px\" \/><\/a>&#8211; Sehr geehrte Frau Regina Lochner, in den Jahren Ihrer Amtszeit in Temeswar haben Sie eine reiche T\u00e4tig<\/em><em>keit ausge\u00fcbt, Sie haben eine sehr aktive Pr\u00e4senz und Beteiligung am Leben der Gemeinde gezeigt. Und innerhalb der deutschsprachigen katholischen Gemeinde, aber nicht nur, waren Sie jeden Sonntag bei der hl. Messe anwesend, entweder im Dom, unserer Kathedrale, oder in Maria-Radna oder in anderen Kirchen. Als praktizierende Katholikin, haben Sie nicht nur unterschiedliche Veranstaltungen in der Stadt und in der Region besucht, sondern auch jeden Sonntag die hl. Messe in der Kirche. Woher kommen diese Fr\u00f6mmigkeit, dieses Engagement und die Treue zur Kirche?<\/em><\/strong><br \/>\n&#8211; Ich bin katholisch getauft und in einer weitestgehend katholisch gepr\u00e4gten Familie aufgewachsen. F\u00fcr uns ist der Messbesuch eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit und ich sah jetzt keinen Anlass, es hier anders zu machen als an anderen Orten, an denen ich gewesen bin. Ich muss noch hinzuf\u00fcgen, dass ich es hier sehr genossen habe, tats\u00e4chlich jeden Sonntag einen deutschsprachigen Gottesdienst besuchen zu k\u00f6nnen, denn an vielen Orten, an denen ich gewesen bin und auch an dem Ort, an den ich gehen werde, ist das bei Leibe keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit. Schon ein katholischer Gottesdienst ist keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit, ein deutschsprachiger katholischer Gottesdienst noch viel weniger. Von daher habe ich es auch ein wenig genossen, dass ich das hier so selbstverst\u00e4ndlich aus\u00fcben konnte.<\/p>\n<p><strong><em>&#8211; Wie viele Jahre haben Sie im deutschen diplomatischen Dienst gearbeitet? Wo waren Sie t\u00e4tig, bevor Sie nach Temeswar kamen?<\/em><\/strong><br \/>\n&#8211; Ich bin in den Ausw\u00e4rtigen Dienst im Jahre 1982 eingetreten, das hei\u00dft wir sind jetzt im 43. Jahr meiner T\u00e4tigkeit. Ganz kurz die Abfolge der Posten: Lille in Nordfrankreich, Ankara in der T\u00fcrkei, Bonn, dann Moskau, Chi\u0219in\u0103u, Sarajevo, Palma de Mallorca, Berlin, Br\u00fcssel und Temeswar.<\/p>\n<p><strong><em>&#8211; Was wussten Sie \u00fcber Temeswar und \u00fcber das Banat, bevor Sie hierherkamen?<\/em><\/strong><br \/>\n&#8211; Es muss 2005 oder 2006 gewesen sein, dass ich von Chi\u0219in\u0103u \u00fcber Temeswar nach Deutschland geflogen bin und in Temeswar ging mein Koffer verloren. Das war meine erste \u201eBegegnung\u201c mit Temeswar. Aber das war vielleicht nur eine Basis, damit alles Weitere umso besser werden k\u00f6nnte. Es ist tats\u00e4chlich so, dass ein ganz guter Bekannter und Kollege von mir hier mal Konsul war: Klaus Olasz. Er hat mir einiges erz\u00e4hlt, \u00fcber die Gesellschaft, die Problemstellungen hier und ich fand das interessant. Als ich in Br\u00fcssel war und meine Versetzung f\u00fcr das n\u00e4chste Jahr anstand, habe ich dann mit gro\u00dfem Interesse gesehen, dass auf der Liste der zur Verf\u00fcgung stehenden Dienstposten die Konsulsstelle in Temeswar ausgeschrieben war. So habe ich mich gleich daf\u00fcr beworben und offensichtlich wollte man mir etwas Gutes tun. So bin ich dann im Jahre 2021 hierher gekommen. Es war eine schwierige Zeit mit Pandemie usw. und hoffentlich kommt sowas nicht wieder.<\/p>\n<p><strong><em>&#8211; Was war Ihr erster Eindruck von unserer Stadt und der Region Banat? Und jetzt, am Ende Ihrer Amtszeit?<\/em><\/strong><br \/>\n&#8211; Ich bin dann wirklich zum ersten Mal in die Stadt gekommen, als wir eine Wohnung gesucht haben, also fr\u00fch im Jahre 2021. Auch das war wieder schwierig wegen der Pandemie: Ich glaube, ich habe drei Flugtickets gekauft und bin erst beim vierten Mal geflogen, weil alles irgendwie wieder abgesagt wurde. Das war ein schwieriges Jahr. Und als ich dann endlich hier war, war das Wetter so, als ob es Werbung f\u00fcr Temeswar machen wollte: Es waren angenehme Temperaturen, die Sonne schien auf dem Domplatz, auch vor der Oper, Menschen fast freizeitlich gekleidet, alles sehr entspannt, man konnte sitzen und einen Kaffee trinken und ich dachte: <em>Hier kann man bleiben!<\/em> Und wenn jetzt auch sich nicht alles so entspannt entwickelt hat, ist es doch eigentlich eine sch\u00f6ne Sache, dass Temeswar in seinem Aussehen eine sehr gute Entwicklung genommen hat. Es sind so viele Dinge renoviert worden, nicht zuletzt der Dom, auch das ist ein Schmuckst\u00fcck geworden und die H\u00e4user drumherum, anderswo auch, man sieht, dass ganz, ganz viel gemacht wird. Und nat\u00fcrlich kann man sagen, das sei alles \u00e4u\u00dferlich nur, aber es ist eben doch auch ein sch\u00f6nes Zeichen daf\u00fcr, wie sehr sich Menschen auch ihrer Stadt verbunden f\u00fchlen, dass sie daf\u00fcr sorgen, dass H\u00e4user und \u00f6ffentliche Geb\u00e4ude ordentlich, repr\u00e4sentativ sch\u00f6n aussehen. Und das ist sicherlich eine Sache, die mir sehr, sehr gut gefallen hat hier, dass das einfach eine sehr angenehm anzusehende Stadt ist.<br \/>\nVon meiner Arbeit her habe ich hier vier unglaublich reiche Jahre erlebt, mit ganz vielen Dingen, die ich machen durfte. Davon werde ich bis ans Ende meiner Tage zehren. Der Besuch des Bundespr\u00e4sidenten Frank-Walter Steinmaier, zum Beispiel, das ist so etwas, das hat nicht jeder! Sehen Sie das Erinnerungsbild am Regal, ein Portr\u00e4t, was er mir hier sehr freundlich gewidmet hat, mit seiner Unterschrift versah und schenkte! Das war auch ein unglaublicher Besuch, auch da war das Wetter so wie bestellt, ganz auf den Punkt. Und es war wirklich so, es gab keine Probleme. Man hat sich gefreut, dass er kam, er hat sich selber sehr gefreut, hat es genossen, fand das toll, allein schon, als wir diesen Rundgang durch die Stadt gemacht haben, in den Dom, dann im Nikolaus-Lenau-Lyzeum mit den Kindern und Jugendlichen. Alles ganz freundlich. In der Stadt waren Deutsche, die sich gewundert haben, hier dem Bundespr\u00e4sidenten auf einmal zu begegnen. Das war so eine sch\u00f6ne Atmosph\u00e4re. Wir haben nat\u00fcrlich im Vorfeld sehr viel gearbeitet, aber das hat sich wirklich gelohnt. Wir haben es genossen. Und er auch!<\/p>\n<p><strong><em><a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload size-large wp-image-76392 aligncenter\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2-1024x798.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2-1024x798.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"798\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%271024%27%20height%3D%27798%27%20viewBox%3D%270%200%201024%20798%27%3E%3Crect%20width%3D%271024%27%20height%3D%27798%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2-200x156.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2-300x234.jpg 300w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2-400x312.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2-600x467.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2-768x598.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2-800x623.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2-1024x798.jpg 1024w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2-1200x935.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2-1536x1196.jpg 1536w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong><em>&#8211; Diplomatische Mission und Mission in der Kirche &#8211; erg\u00e4nzen sie sich oder sind sie getrennt?<\/em><\/strong><br \/>\n&#8211; Ich finde, das ist eine schwierige Frage. Denn es kommt ja immer darauf an, von welcher Warte aus man es auch betrachtet. Sehr generell w\u00fcrde man sagen k\u00f6nnen, dass nat\u00fcrlich beides in Richtung eines besseren Verst\u00e4ndnisses der Menschen untereinander zielt und dass Ausgleich und gutes Miteinander f\u00fcr beide Richtungen ein Ziel sein k\u00f6nnen. Bei der diplomatischen Mission ist man weisungsgebunden: Wir haben ein strenges Regelger\u00fcst, an das wir uns halten m\u00fcssen, in allem, was hier den Betrieb so eines Konsulats angeht und was man tats\u00e4chlich auch machen darf, zum Beispiel an Ausgaben im Kulturbereich und im sozialen Bereich. Und das ist eine komplizierte Sache. In einem kirchlichen, religi\u00f6sen Bereich ist ja die wesentliche Ebene eine, die man nicht sehr mit den H\u00e4nden greifen kann, sondern es hat irgendwas mit dem Inneren, mit der Spiritualit\u00e4t zu tun, die anderen Gesichtspunkten unterliegt als eine diplomatische Mission. Also, das Wort <em>Mission<\/em> ist manchmal f\u00fcr das, was wir hier dienstlich tun, ein gef\u00e4hrliches Wort, weil es eben nicht dem entspricht, was wir in einem religi\u00f6sen, spirituellen Rahmen unter <em>Mission<\/em> verstehen. Von daher ist man eher damit besch\u00e4ftigt, die Unterschiede zu benennen und das Ganze voneinander abzugrenzen, als es miteinander in Verbindung zu bringen, denke ich.<\/p>\n<p><strong><em><a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/4.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload wp-image-76395 alignright\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/4-907x1024.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/4-907x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"415\" height=\"468\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27415%27%20height%3D%27468%27%20viewBox%3D%270%200%20415%20468%27%3E%3Crect%20width%3D%27415%27%20height%3D%27468%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/4-200x226.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/4-266x300.jpg 266w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/4-400x452.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/4-600x678.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/4-768x867.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/4-800x904.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/4-907x1024.jpg 907w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/4-1200x1355.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/4-1360x1536.jpg 1360w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/4.jpg 1675w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 415px) 100vw, 415px\" \/><\/a>&#8211; Sie haben auch an kulturellen Veranstaltungen teilgenommen, z. <\/em><em>B. an Konzerten, die in unseren Kirchen organisiert wurden und bei denen Sie zusammen mit den hiesigen Musikern aufgetreten sind. <\/em><em>Das Konsulat organisiert j\u00e4hrlich ein gro\u00dfes Konzert, fast immer in der Domkirche. <\/em><em>Was halten Sie von der kulturellen Seite der Kirche in unserer Di\u00f6zese und in unserer Stadt? <\/em><\/strong><br \/>\n&#8211; Es ist nat\u00fcrlich schon eine sehr aktive Szene, die ganz verschiedene musikalische Traditionen auch pflegt und pr\u00e4sentiert. Ich habe jetzt auch mit gro\u00dfer Begeisterung gesehen, was in diesem Sommer an Orgelkonzerten vorbereitet wird. Das ist eine tolle Sache, die auch damit zu tun hat, dass hier auch Menschen hinkommen als konzertierende K\u00fcnstler, f\u00fcr die das offensichtlich eine interessante Sache ist. Das ist eine reiche Tradition, die hier gepflegt wird und jeder, der daran mittut, ist ganz gut besch\u00e4ftigt. Das haben wir auch gemerkt, als wir das letzte Weihnachtskonzert organisieren wollten. Wir kamen n\u00e4mlich zu sp\u00e4t. Wir haben keinen Termin vor Weihnachten mehr gefunden. Wir mussten ein Neujahrskonzert daraus machen, weil es nicht mehr m\u00f6glich war, die K\u00fcnstler zu sammeln. Die Leute sind begeistert, das Publikum ist begeistert, h\u00f6rt gerne zu. Es gibt gute K\u00fcnstler, also alles so, wie es sein sollte. Ich finde, dass das Interessante daran ist, dass eigentlich solche Konzerte in jeder Art von Kirche stattfinden. Also bei den Katholiken genauso wie bei den Evangelisch-Lutherischen, auch in der neuen ungarischen reformierten Kirche und genauso wie in irgendeinem anderen kirchlichen Raum, auch in der Synagoge. Auch von daher ist das ein sch\u00f6nes Zeichen der Verbundenheit.<br \/>\n<em><br \/>\n<strong>&#8211; Bei kirchlichen Veranstaltungen hatten Sie die Gelegenheit, nicht nur deutsche Katholiken, sondern auch Menschen anderer Nationalit\u00e4ten und Konfessionen zu treffen. Wie sehen Sie diese kulturelle, sprachliche, ethnische und auch konfessionelle Realit\u00e4t der Di\u00f6zese Temeswar und des Banats?<\/strong><\/em><br \/>\n&#8211; Das ist nat\u00fcrlich ein gro\u00dfer Schatz, den die Menschen haben, und ich w\u00fcrde mir w\u00fcnschen, dass sie diesen Schatz auch wirklich bewahren und nutzen. Dass es hier so eine gro\u00dfe Vielfalt gibt, ja auch schon selbst innerhalb der katholischen Bev\u00f6lkerung, die eben nicht nur r\u00f6misch-katholische, sondern auch griechisch-katholische oder welche Sondergemeinschaften es da auch sonst noch geben mag, das ist das eine, aber dann ist die Mehrheitsbev\u00f6lkerung rum\u00e4nisch-orthodox, es gibt Protestanten jeder Couleur, auch also Lutherische und Kalvinisten und Freikirchen und so weiter,\u00a0 also eine sehr gro\u00dfe Bandbreite, die anderswo vielleicht nicht so sichtbar ist. In Temeswar ist sie auch schon deswegen sichtbar, weil es so viele sch\u00f6ne Kircht\u00fcrme gibt. Und man muss nat\u00fcrlich auch bewundernd zugeben, dass das Miteinander dieser verschiedenen Konfessionen hier vorbildlich ist, denn bis auf sicherlich manche Detailfragen, in denen man sich irgendwie auseinandersetzt, kommen doch alle einigerma\u00dfen gut miteinander aus. Es gibt auch viele konfessionsverschiedene Ehen und Familien, aber das wird, so jedenfalls mein Empfinden und mein Erleben, nicht zum Drama. Das ist anderswo durchaus nicht normal. Wenn man diese verschiedenen Glaubensgemeinschaften und Konfessionen hier ein bisschen kennenlernt, dann sieht man doch schon, dass der Austausch und eben das Miteinander st\u00e4rker ist, als es die Unterschiede sind.<br \/>\nEin beeindruckendes Faktum ist, dass die j\u00fcdische Gemeinschaft, so klein sie jetzt hier ist, ihren Platz hat und dass sie auch in diesem Umfeld des Austausches, der \u00d6kumene auch mittut, obwohl das nat\u00fcrlich nicht ihre Gemeinschaft ist. Doch sie setzt sich dem auch bewusst aus. Auch das ist ein gro\u00dfer Schatz, den es so woanders nicht gibt. Und deswegen denke ich, dass man an anderen Orten von diesem religi\u00f6sen und konfessionellen Miteinander in Temeswar nur lernen kann.<\/p>\n<p><strong><em>&#8211; Viele Gl\u00e4ubige und ihre Familien leben heute in Deutschland. Was w\u00e4ren die Mittel und Wege, um diese immer noch lebendige, enge Verbundenheit auch in Zukunft zu erhalten?<\/em><\/strong><br \/>\n&#8211; Ja, das ist eine schwierige Frage, weil es ein schwieriges Problem ist. Denn, ich glaube, die Verbundenheit mit der ersten Generation der \u00dcbersiedelten, das ist nicht so schwierig, aber bei den Kindern f\u00e4ngt es schon an und bei den Enkeln wird es ganz, ganz schwierig. Man kann an Traditionen, die bestehen, nicht mehr richtig ankn\u00fcpfen, sondern man muss sie neu kn\u00fcpfen, denn viel ist verloren gegangen. Die Generation der massenhaft \u00dcbersiedelten, das waren die, die in den 90er Jahren gegangen sind. Und Kinder, die damals eben Kinder waren, sind jetzt Erwachsene, um die Sie ein bisschen neu werben m\u00fcssen. Und wie man das am besten macht, wei\u00df ich auch nicht wirklich. Es ist sicherlich eine M\u00f6glichkeit, wenn man versucht, sie in diesen verschiedenen Veranstaltungen, wie zum Beispiel die Banater Heimattage gewesen sind, jetzt in diesem Jahr, doch ein bisschen zu integrieren. Ich finde, es ist eine sehr gute Idee, diese Banater Heimattage abwechselnd hier und in Deutschland stattfinden zu lassen, weil dann auch jeder die Gelegenheit hat, daran teilzunehmen, teilzuhaben. Wenn man dann tats\u00e4chlich gezielt junge Leute anspricht und versucht, sie irgendwo zu integrieren, muss man ihnen etwas anbieten: Volkstanz ist ganz gut und sch\u00f6n, aber nicht jeder ist musikalisch. Vielleicht k\u00f6nnte man f\u00fcr die anderen Ferienlager oder Wettbewerbe organisieren, in denen sie ein bisschen die Heimat ihrer Vorfahren kennenlernen, damit sie nicht das Gef\u00fchl haben, \u201eah, das Banat, das ist irgendwas f\u00fcr die Gro\u00dfeltern! Da haben wir nichts damit zu tun\u201c, sondern, dass sie erkennen k\u00f6nnen, hier gibt es auch junge Leute und die bauen selbst auch etwas auf den banatschw\u00e4bischen Wurzeln auf. Jedenfalls etwas, das ihnen zeigt, was Heimat bedeutet, oder das die <em>alte Heimat<\/em> nicht nur f\u00fcr die Gro\u00dfeltern ist, sondern das sie auch mir was geben kann. Ich wei\u00df, dass das nicht einfach ist. Daran arbeiten ganz viele Vereinigungen, die auch in anderen Gegenden der Welt versuchen, Traditionen zu bewahren. Die Jugend daf\u00fcr zu gewinnen, ist immer eine ganz, ganz schwierige Aufgabe. Und da f\u00e4ngt man am besten jetzt an, denke ich. Damit dieses Kulturgut nicht verloren geht, denn darum geht es ja: Dass die Traditionen, die Werte, das Wissen um die wirklich lange und eindrucksvolle Geschichte nicht verloren gehen, vor allem der Banater Schwaben, aber nat\u00fcrlich auch aller anderen, die in diese Weltgegend und anderswo einstmals als Auswanderer gekommen sind, sich angesiedelt haben und hier geblieben sind, Traditionen geformt haben. Wenn wir uns um das Kulturgut nicht mehr k\u00fcmmern, dann haben wir alle verloren.<br \/>\nGerade junge Leute kann man nicht nur mit dem Hinweis darauf, dass das ein gutes Programm ist, weil das schon die Eltern und Gro\u00dfeltern so gemacht haben, nicht gewinnen. Es braucht Menschen, die von der Sache begeistert sind und mit denen man Kooperationen beginnen kann.<\/p>\n<p><strong><em><a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/3.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload size-large wp-image-76398 aligncenter\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/3-1024x815.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/3-1024x815.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"815\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%271024%27%20height%3D%27815%27%20viewBox%3D%270%200%201024%20815%27%3E%3Crect%20width%3D%271024%27%20height%3D%27815%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/3-177x142.jpg 177w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/3-200x159.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/3-300x239.jpg 300w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/3-400x318.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/3-600x477.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/3-768x611.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/3-800x636.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/3-1024x815.jpg 1024w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/3-1200x954.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/3-1536x1222.jpg 1536w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong><em>&#8211; Mit welchen Eindr\u00fccken und Erinnerungen hinterlassen Sie uns, welches waren die sch\u00f6nsten Momente, an die Sie sich gerne erinnern werden?<\/em><\/strong><br \/>\n&#8211; Es waren viele sch\u00f6ne Momente, aber zum Beispiel: Ich habe es, glaube ich, dreimal geschafft, am 2. August jeweils in Maria Radna zu sein &#8211; das werde ich nicht vergessen. Dann auch die Banater Heimattage hier, zweimal habe ich sie mitgemacht &#8211; das war auch sehr eindrucksvoll. Meine Touren gingen in diesen vier Jahren durch meinen ganzen Amtsbezirk, der geht n\u00e4mlich bis Sathmar in den Norden und bis zur Donau, im S\u00fcden. Dort habe ich ganz viele hochinteressante Menschen getroffen, solche, die auch jeweils ihre Tradition, ihre Sprache bewahren, oft unter schwierigen Umst\u00e4nden. In Sathmar, das ist keine einfache Geschichte mit den Deutschen dort, denn die hatten es schon die ganze Zeit recht schwer, weil auch Sathmar geographisch wirklich an der Ecke liegt. Eine eindrucksvolle Sache waren auch die Besuche in Reschitza. Ich habe unz\u00e4hlige Kirchweihen mitgemacht &#8211; auch das muss sein! Denn, wissen Sie, das ist das, was den Leuten noch nach Jahren in der Erinnerung die Tr\u00e4nen in die Augen treibt, weil sie da Gemeinschaft erfahren haben und weil das einfach sch\u00f6n ist. Und wenn man da ein bisschen mitmachen kann, dann hat man eine ganz andere M\u00f6glichkeit, sich mit den Menschen auszutauschen, als wenn man nur an einem Tisch in einem Sitzungssaal sitzt und \u00fcber unsere bilateralen Probleme spricht. Es ist ein Aspekt, der f\u00fcr die Menschen hier sehr wichtig ist. Und deswegen bin ich da auch gerne gewesen und auch mein letzter offizieller Termin hier wird eine Kirchweih sein, in Detta.<\/p>\n<p><strong><em>&#8211; <\/em><em>Vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch und f\u00fcr Ihre Offenheit. <\/em><\/strong><\/p>\n<p><em>(Ein Interview von S<\/em><em>\u00edpos Enik\u0151 und <\/em><em>Claudiu C\u0103lin)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWir sind f\u00fcr Sie da! Auch der Westen Rum\u00e4niens ist f\u00fcr die intensiven Deutsch-Rum\u00e4nischen Beziehungen von besonderer Bedeutung. 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