{"id":76579,"date":"2025-07-26T06:00:17","date_gmt":"2025-07-26T03:00:17","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=76579"},"modified":"2025-07-19T11:47:21","modified_gmt":"2025-07-19T08:47:21","slug":"botschaft-des-papstes-leo-xiv-zum-5-welttag-der-grosseltern-und-aelteren-menschen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/botschaft-des-papstes-leo-xiv-zum-5-welttag-der-grosseltern-und-aelteren-menschen\/","title":{"rendered":"Botschaft des Papstes Leo XIV. zum 5. Welttag der Gro\u00dfeltern und \u00e4lteren Menschen"},"content":{"rendered":"<p><b>BOTSCHAFT DES HEILIGEN VATERS<br \/>\nzum 5. Welttag der Gro\u00dfeltern und \u00e4lteren Menschen<\/b><\/p>\n<p>27. Juli 2025<\/p>\n<p><b><i>Selig, wer seine Hoffnung nicht verloren hat (vgl. Sir 14,2)<\/i><\/b><\/p>\n<p>Liebe Br\u00fcder und Schwestern,<\/p>\n<p>das Heilige Jahr, das wir gerade begehen, hilft uns zu entdecken, dass die Hoffnung immer und in jedem Alter eine Quelle der Freude ist. Wenn sie dann durch das Feuer eines langen Lebens widerstandsf\u00e4hig geworden ist, wird sie zu einer Quelle seliger Erf\u00fcllung.<br \/>\nDie Heilige Schrift berichtet von mehreren F\u00e4llen, in denen der Herr M\u00e4nner und Frauen in fortgeschrittenem Alter in seine Heilspl\u00e4ne einbezieht. Denken wir an Abraham und Sara: Da sie bereits alt sind, schenken sie dem Wort Gottes, der ihnen einen Sohn verhei\u00dft, wenig Glauben. Die Unm\u00f6glichkeit, Kinder zu zeugen, schien ihnen einen hoffnungsvollen Blick auf die Zukunft zu verwehren.<br \/>\nNicht anders reagiert Zacharias auf die Ank\u00fcndigung der Geburt Johannes des T\u00e4ufers: \u00bbWoran soll ich das erkennen? Denn ich bin ein alter Mann und auch meine Frau ist in vorger\u00fccktem Alter\u00ab (<i>Lk<\/i>\u00a01,18). Alter, Unfruchtbarkeit und Verfall scheinen die Hoffnungen auf Leben und Fruchtbarkeit all dieser M\u00e4nner und Frauen auszul\u00f6schen. Und auch die Frage, die Nikodemus Jesus stellt, als der Meister von einer \u201eneuen Geburt\u201c spricht, klingt rein rhetorisch: \u00bbWie kann ein Mensch, der schon alt ist, geboren werden? Kann er etwa in den Scho\u00df seiner Mutter zur\u00fcckkehren und noch einmal geboren werden?\u00ab (<i>Joh<\/i>\u00a03,4). Doch jedes Mal, wenn eine Antwort offensichtlich scheint, \u00fcberrascht der Herr sein Gegen\u00fcber mit seinem heilbringenden Eingreifen.<\/p>\n<p><strong>\u00c4ltere Menschen, Zeichen der Hoffnung<\/strong><br \/>\nIn der Bibel zeigt sich Gottes Vorsehung mehrere Male in seiner Hinwendung zu Menschen fortgeschrittenen Alters. So geschieht es nicht nur bei Abraham, Sara, Zacharias und Elisabet, sondern auch bei Mose, der im Alter von bereits achtzig Jahren berufen wurde, sein Volk zu befreien (vgl. <i>Ex<\/i>\u00a07,7). Mit diesen Entscheidungen lehrt er uns, dass das Alter in seinen Augen eine Zeit des Segens und der Gnade ist und dass\u00a0<i>die \u00e4lteren Menschen\u00a0<\/i>f\u00fcr ihn<i>\u00a0die ersten Zeugen der Hoffnung sind<\/i>. \u00bbWas ist das blo\u00df f\u00fcr eine Zeit, das Alter?\u00ab \u2013 fragt sich der heilige Augustinus diesbez\u00fcglich. \u00bbHier antwortet dir Gott: \u201eOh, dass deine Kraft wirklich schwinde, damit meine Kraft in dir bleibe und du zusammen mit dem Apostel sagen kannst: Wenn ich schwach bin, dann bin ich stark\u201c\u00ab (<i>Super Ps<\/i>. 70, 11). Der Umstand, dass heute die Anzahl der Menschen fortgeschrittenen Alters zunimmt, wird f\u00fcr uns zu einem Zeichen der Zeit, das wir erkennen m\u00fcssen, um die Geschichte, in der wir leben, richtig zu verstehen.<br \/>\nDas Leben der Kirche und der Welt l\u00e4sst sich n\u00e4mlich nur in der Abfolge der Generationen verstehen, und wenn wir einen \u00e4lteren Menschen umarmen, hilft uns das zu erkennen, dass die Geschichte nicht in der Gegenwart versiegt oder sich in fl\u00fcchtigen Begegnungen und bruchst\u00fcckhaften Beziehungen ersch\u00f6pft, sondern sich in die Zukunft fortsetzt. Im Buch Genesis finden wir die bewegende Episode, in der der bereits alte Jakob seine Enkel, die S\u00f6hne Josefs, segnet: Seine Worte ermutigen sie zu einem hoffnungsvollen Blick in die Zukunft, die als eine Zeit der Verhei\u00dfungen Gottes erscheint (vgl. <i>Gen<\/i>\u00a048,8-20). Wenn es also wahr ist, dass die Gebrechlichkeit der Alten der Kraft der Jungen bedarf, dann ist es ebenso wahr, dass die Unerfahrenheit der Jungen das Zeugnis der Alten braucht, um die Zukunft mit Weisheit zu gestalten. Wie oft sind unsere Gro\u00dfeltern f\u00fcr uns ein Vorbild des Glaubens und der Fr\u00f6mmigkeit, b\u00fcrgerlicher Tugenden und sozialen Engagements, der Erinnerung sowie der Beharrlichkeit in Pr\u00fcfungen gewesen! Dieses sch\u00f6ne Erbe, das sie uns mit Hoffnung und Liebe hinterlassen haben, wird uns stets ein Grund zur Dankbarkeit und Nachahmung bleiben.<\/p>\n<p><strong>Zeichen der Hoffnung f\u00fcr \u00e4ltere Menschen<\/strong><br \/>\nDas Jubeljahr war von seinen biblischen Urspr\u00fcngen an eine Zeit der Befreiung: Sklaven wurden freigelassen, Schulden erlassen, L\u00e4ndereien an ihre urspr\u00fcnglichen Besitzer zur\u00fcckgegeben. Es war ein Moment der Wiederherstellung der von Gott gewollten Gesellschaftsordnung, in dem die im Laufe der Jahre entstandene Ungleichheit und Unterdr\u00fcckung beseitigt wurde. In Jesus ereignet sich diese Befreiung von neuem, als er in der Synagoge von Nazaret den Armen die frohe Botschaft verk\u00fcndet, den Blinden das Augenlicht, den Gefangenen die Entlassung und die Zerschlagenen in Freiheit setzt (vgl. <i>Lk<\/i>\u00a04,16-21).<br \/>\nWenn wir in dieser Perspektive des Jubeljahres auf die \u00e4lteren Menschen blicken, ist es auch an uns, zusammen mit ihnen eine Befreiung zu erleben, insbesondere von der Einsamkeit und vom Verlassensein. Dieses Jahr ist der richtige Zeitpunkt, dies zu verwirklichen: Die Treue Gottes zu seinen Verhei\u00dfungen lehrt uns, dass es im Alter eine selige Erf\u00fcllung gibt, eine wirkliche Freude des Evangeliums, die von uns verlangt, die Mauern der Gleichg\u00fcltigkeit einzurei\u00dfen, hinter denen \u00e4ltere Menschen oft eingeschlossen sind. \u00dcberall auf der Welt gew\u00f6hnen sich unsere Gesellschaften allzu oft daran, dass ein so wichtiger und reicher Teil ihres Gef\u00fcges an den Rand gedr\u00e4ngt und vergessen wird.<br \/>\nAngesichts dieser Situation ist eine Neuausrichtung vonn\u00f6ten, die von einer Verantwortungs\u00fcbernahme der gesamten \u00a0Kirche zeugt. Jede Pfarrei, jede Vereinigung, jede kirchliche Gruppe ist aufgerufen, sich aktiv an der \u201eRevolution\u201d der Dankbarkeit und F\u00fcrsorge zu beteiligen, indem sie \u00e4ltere Menschen regelm\u00e4\u00dfig besucht, f\u00fcr sie und mit ihnen Netzwerke der Unterst\u00fctzung und des Gebets aufbaut und Beziehungen kn\u00fcpft, die denjenigen Hoffnung und W\u00fcrde schenken, die sich vergessen f\u00fchlen. Die christliche Hoffnung spornt uns immer dazu an, mehr zu wagen, in gro\u00dfen Dimensionen zu denken und uns nicht mit dem Status quo zufrieden zu geben. Im vorliegenden Fall bedeutet dies, auf einen Wandel hinzuarbeiten, der den \u00e4lteren Menschen wieder Wertsch\u00e4tzung und Zuneigung entgegenbringt.<br \/>\nDeshalb hat Papst Franziskus gew\u00fcnscht, dass der <i>Welttag der Gro\u00dfeltern und \u00e4lteren Menschen<\/i>\u00a0vor allem durch die Begegnung mit denjenigen begangen wird, die einsam sind. Und aus dem gleichen Grund ist beschlossen worden, dass diejenigen, die in diesem Jahr nicht nach Rom pilgern k\u00f6nnen, \u00bbden Jubil\u00e4umsablass erlangen, wenn sie [\u2026] alte Menschen in Einsamkeit [\u2026] \u00fcber einen angemessenen Zeitraum besuchen, so als ob sie zu Christus pilgern w\u00fcrden, der in ihnen gegenw\u00e4rtig ist (vgl.\u00a0<i>Mt<\/i>\u00a025,34-36)\u00ab (Apostolische P\u00f6nitentiarie,\u00a0<i>Normen f\u00fcr die Gew\u00e4hrung des Jubil\u00e4umsablasses<\/i>, III). Einen \u00e4lteren Menschen zu besuchen ist eine M\u00f6glichkeit, Jesus zu begegnen, der uns von Gleichg\u00fcltigkeit und Einsamkeit befreit.<\/p>\n<p><strong>Im Alter darf man hoffen<\/strong><br \/>\nDas Buch Jesus Sirach sagt, <i>dass denen Seligkeit zuteilwird, die ihre Hoffnung nicht verloren haben<\/i>\u00a0(vgl. 14,2), und l\u00e4sst damit erkennen, dass es in unserem Leben \u2013 insbesondere wenn es lang ist \u2013 viele Gr\u00fcnde geben kann, den Blick eher zur\u00fcck als nach vorne zu richten. Doch wie Papst Franziskus w\u00e4hrend seines letzten Krankenhausaufenthalts schrieb, ist \u00bbunser Leib [zwar] schwach, aber selbst so kann uns nichts daran hindern, zu lieben, zu beten, uns selbst zu verschenken, f\u00fcreinander im Glauben leuchtende Zeichen der Hoffnung zu sein\u00ab (<i>Angelus<\/i>, 16. M\u00e4rz 2025). Wir haben eine Freiheit, die uns trotz aller Schwierigkeiten nicht entrissen werden kann: die Freiheit zu lieben und zu beten. Wir alle k\u00f6nnen immer lieben und beten.<br \/>\nDas Gute, das wir unseren Lieben w\u00fcnschen \u2013 dem Ehepartner, mit dem wir einen Gro\u00dfteil unseres Lebens verbracht haben, unseren Kindern und Enkelkindern, die unsere Tage mit Freude erf\u00fcllen \u2013, wird nicht weniger, wenn die Kr\u00e4fte nachlassen. Im Gegenteil, oft ist es gerade ihre Zuneigung, die unsere Kr\u00e4fte wieder weckt und uns Hoffnung und Trost schenkt.<br \/>\nDiese Zeichen der Lebendigkeit der Liebe, die ihre Wurzel in Gott selbst haben, ermutigen uns und erinnern uns daran, dass \u00bbwenn auch unser \u00e4u\u00dferer Mensch aufgerieben wird, der innere [\u2026] Tag f\u00fcr Tag erneuert [wird]\u00ab (<i>2 Kor<\/i>\u00a04,16). Lasst uns darum, insbesondere im Alter, stets auf den Herrn vertrauen. Lassen wir uns jeden Tag durch die Begegnung mit ihm im Gebet und in der heiligen Messe erneuern. Geben wir mit Liebe den Glauben weiter, den wir so viele Jahre lang in der Familie und in den t\u00e4glichen Begegnungen gelebt haben: Lasst uns Gott stets f\u00fcr sein Wohlwollen preisen, die Einheit mit unseren Lieben pflegen, unser Herz f\u00fcr diejenigen \u00f6ffnen, die fern sind, und insbesondere f\u00fcr diejenigen, die in Not leben. So werden wir in jedem Lebensalter Zeichen der Hoffnung sein.<\/p>\n<p><i>Aus dem Vatikan, am 26. Juni 2025<\/i><\/p>\n<p>Leo XIV.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/papst\/news\/2025-07\/wortlaut-deutsch-papst-leo-xiv-botschaft-v-welt-tag-senioren.html\">www.vaticannews.va\/de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BOTSCHAFT DES HEILIGEN VATERS zum 5. Welttag der Gro\u00dfeltern und \u00e4lteren Menschen 27. Juli 2025 Selig, wer seine Hoffnung nicht verloren hat (vgl. Sir 14,2) Liebe Br\u00fcder und Schwestern, das Heilige Jahr, das wir gerade begehen, hilft uns zu entdecken, dass die Hoffnung immer und in jedem Alter eine Quelle der Freude ist. Wenn sie dann [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":66113,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[66],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/76579"}],"collection":[{"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=76579"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/76579\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":76580,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/76579\/revisions\/76580"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/66113"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=76579"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=76579"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=76579"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}