{"id":76610,"date":"2025-07-19T21:47:29","date_gmt":"2025-07-19T18:47:29","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=76610"},"modified":"2025-07-19T21:47:38","modified_gmt":"2025-07-19T18:47:38","slug":"auf-den-spuren-der-alten-pilger-die-schwarze-madonna-von-rekasch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/auf-den-spuren-der-alten-pilger-die-schwarze-madonna-von-rekasch\/","title":{"rendered":"Auf den Spuren der alten Pilger &#8211; Die Schwarze Madonna von Rekasch"},"content":{"rendered":"<p>\u201eDie Wallfahrt ist f\u00fcr eine aus religi\u00f6sen Motiven unternommene Wanderung bzw. Fahrt an einen Pilgerort (Wallfahrtsort), eine besonders geheiligte St\u00e4tte. Pilgerziele sind zun\u00e4chst Orte im Heiligen Land, dann auch die Gr\u00e4ber von Martyrern, Bekennern und anderen Heiligen, schlie\u00dflich Erscheinungsorte oder Orte mit einem besonderen \u00abGnadenbild\u00bb. Eine Wallfahrt ist mit der Vorstellung verbunden, an diesen Orten Gott, der Gottesmutter oder einem bestimmten Heiligen als F\u00fcrsprecher bei Gott nahe zu sein. Die Gr\u00fcnde f\u00fcr eine Wallfahrt k\u00f6nnen gemeinsame oder pers\u00f6nliche Anliegen sein, wie z. B. die Bitte um Vergebung von S\u00fcnden, Hilfe in pers\u00f6nlichen Notlagen, Dank f\u00fcr erfahrene Hilfe, die Heilung von Krankheiten oder die Erf\u00fcllung eines Wunsches (z. B. Kinderwunsch). Daneben kann die Wallfahrt f\u00fcr den einzelnen Pilger wie auch f\u00fcr eine Pilgergemeinschaft ein besonderes Bekenntnis des eigenen Glaubens in der best\u00e4rkenden Glaubens- und Gebetsgemeinschaft der Kirche sein\u201c \u2013 so lautet die \u201eDefinition\u201c der Pilgerfahrt auf dem <a href=\"https:\/\/www.katholisch.de\/lexikon\/1462-wallfahrt\">Nachrichtenportal der katholischen Kirche in Deutschland<\/a>. In diesem Jahr reisen viele Pilger nach Rom im Heiligen Jahr 2025, das Papst Franziskus, seligen Angedenkens noch ausgerufen hat. Gleichzeitig reisen auch viele Pilger zu den beiden Marienwallfahrtsorte unserer Di\u00f6zese, Maria Radna und Maria Tschiklowa, um an der Heiligen Messe und den liturgischen Feiern anl\u00e4sslich verschiedener Feste teilzunehmen.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2-2.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload wp-image-76595 alignleft\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2-2-805x1024.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2-2-805x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"374\" height=\"476\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27374%27%20height%3D%27476%27%20viewBox%3D%270%200%20374%20476%27%3E%3Crect%20width%3D%27374%27%20height%3D%27476%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2-2-200x254.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2-2-236x300.jpg 236w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2-2-400x509.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2-2-600x763.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2-2-768x977.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2-2-800x1018.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2-2-805x1024.jpg 805w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2-2-1200x1526.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2-2-1208x1536.jpg 1208w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/2-2.jpg 1471w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 374px) 100vw, 374px\" \/><\/a>Die Tradition der Wallfahrten in unserer Di\u00f6zese reicht mehrere hundert Jahre zur\u00fcck, was in den Chroniken der Orden oder Pfarreien dokumentiert ist. Das Jahrbuch der Jesuiten berichtet von einem solchen Brauch, \u00fcbersetzt und zitiert von E.S. Martin Roos, emeritierter Bischof von Temeswar, in seinem Buch mit dem Titel: \u201eErbe und Auftrag\u201c, Bd. I, 2a.<br \/>\n\u201eZu den ganz alten Wallfahrtsorten der Di\u00f6zese geh\u00f6rt auch Rekasch und seine sogenannte Schwarze Madonna, eine Kopie der Statue der Gottesmutter von Loreto. Der Ursprung dieser Wallfahrt geht auf die Franziskaner der Bosnischen Provinz zur\u00fcck, die w\u00e4hrend und nach der T\u00fcrkenzeit hier in Rekasch die Seelsorge inne hatten. Mit einer Legende hat die Wallfahrt nichts zu tun, wie uns die Tageb\u00fccher der Jesuiten aus Temeswar dies n\u00fcchtern berichten.<br \/>\nEs war am 4. Juli des Jahres 1723, dem 7. Sonntag nach Pfingsten, da der Jesuitensuperior mit seinem Adlatus nach Rekasch hinausfuhren, denn heute wird dort die Statue der Gottesmutter in feierlicher Prozession eingef\u00fchrt und geweiht. Bei dieser Gelegenheit war \u201erascianica et germanica\u201c\/raizische und deutsche Predigt, die der Franziskanerpater Petrus bzw. der Jesuitenpater Kostka hielten. Am Abend war man wieder daheim in Temeswar.<br \/>\nVon da an zogen die Temeswarer allj\u00e4hrlich in Prozession nach Rekasch. Morgens um f\u00fcnf Uhr zelebrierte der Superior der Jesuiten in der Kirche zum hl. Georg, der Jesuitenkirche auf dem Sankt-Georgs-Platz, eine stille Messe zum Auftakt der Wallfahrt und begleitete die Prozession zu Fu\u00df bis zu den Ziegel\u00f6fen vor der Stadt. Hier wartete ein Fuhrwerk, das die Stadt bereitzustellen hatte, das den Pater und seine Ministranten nach Rekasch brachte \u2013 und gegen Abend wieder nach Temeswar zur\u00fcck. Am Dorfrand von Rekasch erwartete der Pater die Prozession, die den Weg zu Fu\u00df zur\u00fcckgelegt hatte, und begleitete die Wallfahrer zur Pfarrkirche. Hier war nun das feierliche Hochamt mit deutscher und schokatzischer Predigt; am Nachmittag \u2013 das Mittagessen stellte der Ortspfarrer \u2013 um 14 Uhr war gesungene Vesper (Lauretanische Litanei). Danach begab man sich wieder auf den Heimweg.<br \/>\nGegen halb acht Uhr am Abend erwartete Pater Superior die Prozession am Stadtrand von Temeswar und begleitete die Pilger \u2013 unter den Kl\u00e4ngen der Musikkapelle \u2013 zur Georgskirche, wo der Abschlu\u00df mit Gro\u00dfer Gott und sakramentalem Segen stattfand.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/1-Copy.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload  wp-image-76598 alignright\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/1-Copy-575x1024.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/1-Copy-575x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"335\" height=\"597\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27335%27%20height%3D%27597%27%20viewBox%3D%270%200%20335%20597%27%3E%3Crect%20width%3D%27335%27%20height%3D%27597%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/1-Copy-168x300.jpg 168w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/1-Copy-200x356.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/1-Copy-400x713.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/1-Copy-575x1024.jpg 575w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/1-Copy-600x1069.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/1-Copy-768x1369.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/1-Copy-800x1426.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/1-Copy-862x1536.jpg 862w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/1-Copy.jpg 1070w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 335px) 100vw, 335px\" \/><\/a>Dies wurde anscheinend bis zur Aufl\u00f6sung der Jesuiten 1773 jedes Jahr so gehalten, oder gar bis in die Zeit Josephs des Zweiten. Bis wann dies tats\u00e4chlich geschah, l\u00e4\u00dft sich nicht mehr nachweisen. Auffallend aber ist, da\u00df man die Wallfahrt nach Rekasch sp\u00e4ter mit den Zigeunern in Verbindung brachte, die offensichtlich auch nach dem Aufh\u00f6ren der Wallfahrten daran festhielten und diese weiterf\u00fchrten. Eine Erkl\u00e4rung dazu k\u00f6nnte die Bemerkung des Jesuitentagebuches sein, da\u00df der Pater die Pilger bis zu den Ziegel\u00f6fen begleitete und diese abends dort erwartete. In diesen Ziegel\u00f6fen wurden damals die Backsteine zum Festungsbau gebrannt \u2013 und das wohl meist von Zigeunern. Schlossen sich diese damals schon den Prozessionen an und hielten auch sp\u00e4ter noch daran fest und betrachteten diese ausschlie\u00dflich als ihre Tradition, als die anderen V\u00f6lkerschaften dies l\u00e4ngst nicht mehr praktizierten oder gar noch davon wu\u00dften?\u201c<br \/>\nDie im obigen Artikel erw\u00e4hnte Legende kann in der Historia Domus (Chronik) der Pfarrei Rekasch nachgelesen werden, wo mehrere Varianten aufgezeichnet sind. Eine Variante aus der schokatzischen (kroatischen) Tradition besagt: \u201eAn der Stelle der heutigen r\u00f6misch-katholischen Kirche befand sich damals (um 1721) ein Hain. Die Schokatzen, die damals in Selistye (am linken Ufer des Flusses Bega, in der N\u00e4he von Armag) lebten, begruben ihre Toten in diesem Hain. Sie bauten hier auch ein kleines Gebetshaus. In diesem Hain stand eine alte Eiche mit Rinde, in der sie die Statue der Jungfrau Maria versteckt fanden. Da sie gottesf\u00fcrchtige Menschen waren, stellten sie die Statue in der Kapelle auf. Als die T\u00fcrken im Krieg von 1738-39 die Siedlung pl\u00fcnderten, versteckten die Franziskanerpatres die Statue im alten Baum im Hof des Bethauses. Nachdem die T\u00fcrken die Kapelle in Brand gesteckt hatten, verbrannten sowohl die Kapelle als auch der Baum, im Feuer. Als die Einwohner, die vor den T\u00fcrken geflohen waren, zur\u00fcckgekehrt sind, fanden sie die Statue unter den verkohlten \u00dcberresten des Baumes, unversehrt&#8230; nur geschw\u00e4rzt. Nach dem Krieg erhielten die Schokatzen Geld von Kaiserin Maria Theresia und wollten eine Kirche zu Ehren der Jungfrau Maria bauen. Im Gegenzug wollte die \u00f6rtliche deutsche Gemeinde die Kirche an der Stelle bauen, an der heute die rum\u00e4nisch-orthodoxe Kirche steht, und sie brachten die Statue der Schwarzen Madonna dorthin. Am n\u00e4chsten Morgen stellten sie zu ihrem Erstaunen fest, dass die Statue verschwunden war, und nachdem sie nach ihr gesucht hatten, fanden sie sie an ihrem alten Platz, versteckt in einem Baum. Sie nahmen sie wieder mit, aber am n\u00e4chsten Tag fanden sie sie wieder in dem Baum. So beschlossen sie, dass die Kirche dort gebaut werden sollte, wo sie die Statue urspr\u00fcnglich gefunden hatten.\u201c<br \/>\nHeute steht die Statue der Schwarzen Madonna auf einem Seitenaltar der jetzigen Kirche in Rekasch, die w\u00e4hrend des Ersten Weltkriegs, zwischen 1914 und 1918, erbaut wurde. Pfarrer Johannes Kolesz\u00e1r berichtet in der Historia Domus \u00fcber diese Bauzeit, dass: \u201edie durch den Mangel an Arbeitern und Material verursachten Schwierigkeiten fast unbeschreiblich waren\u201c.<br \/>\nDie Konsekration der Kirche durch S.E. Augustin Pacha, Bischof und apostolischer Administrator von Temeswar, fand am 24. Juni 1927 statt.<\/p>\n<p>Pressestelle der Di\u00f6zese Temeswar<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDie Wallfahrt ist f\u00fcr eine aus religi\u00f6sen Motiven unternommene Wanderung bzw. Fahrt an einen Pilgerort (Wallfahrtsort), eine besonders geheiligte St\u00e4tte. Pilgerziele sind zun\u00e4chst Orte im Heiligen Land, dann auch die Gr\u00e4ber von Martyrern, Bekennern und anderen Heiligen, schlie\u00dflich Erscheinungsorte oder Orte mit einem besonderen \u00abGnadenbild\u00bb. 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