{"id":77119,"date":"2025-08-06T16:05:41","date_gmt":"2025-08-06T13:05:41","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=77119"},"modified":"2025-08-06T18:08:09","modified_gmt":"2025-08-06T15:08:09","slug":"fuer-dich-aus-liebe-interview-mit-schw-savia-lukacova-ehrenbuergerin-der-stadt-temeswar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/fuer-dich-aus-liebe-interview-mit-schw-savia-lukacova-ehrenbuergerin-der-stadt-temeswar\/","title":{"rendered":"\u201eF\u00fcr Dich, aus Liebe\u201c \u2013 Interview mit Schw. S\u00e1via Luk\u00e1\u010dov\u00e1, Ehrenb\u00fcrgerin der Stadt Temeswar"},"content":{"rendered":"<p>Ort: Das Hospiz \u201eCasa Milostivirii Divine\u201c (Haus der g\u00f6ttlichen Barmherzigkeit) in Temeswar, geleitet von den Franziskanerinnen, Kongregation der <em>T\u00f6chter des Heiligen Franziskus von Assisi<\/em> (CSFS), im Morgengrauen. In den Betten liegen Patienten, die mit einer unerbittlichen Krankheit k\u00e4mpfen, die meisten von ihnen im Endstadium, und ihre Zeit auf dieser Welt l\u00e4uft von Minute zu Minute ab. Schw. Savia, die Leiterin dieses Zentrums, betritt jeden Raum, besucht die Kranken und bleibt irgendwann neben einem Bett stehen. Sie schaut den Patienten lange an und schickt die diensthabende Krankenschwester, um eine Kerze zu holen. Sie z\u00fcndet sie an, stellt sie diskret auf den Nachttisch und beginnt mit leiser Stimme zu beten&#8230; das ist alles, was sie f\u00fcr diesen Kranken noch tun kann. Nach kurzer Zeit haucht der Sterbende seine Seele aus. Forschern zufolge ist das Geh\u00f6r der letzte Sinn, der bei sterbenden Menschen verschwindet. So waren die letzten Worte, die dieser Mensch wahrnahm, die Worte des Gebets von Schw. Savia, die zusammen mit der Seele des Verstorbenen zum Himmel aufstiegen.<br \/>\nWie oft sich dieser Moment des Gebets in den Jahren im Hospiz von Temeswar wiederholt hat, k\u00f6nnen nur jene Seelen sagen, die die gefl\u00fcsterten Gebete auf ihrer Reise in die andere Welt mitgenommen haben, als letzte F\u00fcrsorge, als letzte Botschaft der Zur\u00fcckgebliebenen.<br \/>\nAm 3. August 2025 wurden im Rahmen der Feierlichkeiten zum <strong><em>Tag Temeswars<\/em><\/strong> f\u00fcnf Pers\u00f6nlichkeiten der Stadt die Ehrenb\u00fcrgerschaft verliehen. Unter ihnen ist auch Schw. S\u00e1via (\u013dubica) Luk\u00e1\u010dov\u00e1 von der Kongregation der <em>T\u00f6chter des Heiligen Franziskus von Assisi<\/em>, die 15 Jahre lang (2007-2022) das Hospiz \u201eCasa Milostivirii Divine\u201c (Haus der g\u00f6ttlichen Barmherzigkeit) leitete. \u201eSie hat ihr ganzes Leben dem Dienst an Menschen in Not gewidmet und wurde zur Seele des ersten Hospizes der Stadt, dem Hospiz \u201eHaus der Barmherzigkeit Gottes\u201c. Mit tiefem Mitgef\u00fchl und einer Ethik der Menschenw\u00fcrde war sie den Patienten und ihren Familien in den schwersten Momenten eine spirituelle St\u00fctze und spendete Trost, wo die Medizin nicht mehr helfen konnte\u201c, hei\u00dft es \u00fcber Schw. Savia auf der Website des B\u00fcrgermeisteramtes Temeswar (https:\/\/www.primariatm.ro\/2025\/07\/24\/ziua-timisoarei-cetateni-de-onoare) zu lesen. Bei der Veranstaltung hielt Herr Herbert Gr\u00fcn, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Caritas-Verbands der Di\u00f6zese Temeswar, eine sch\u00f6ne <strong><em>Laudatio<\/em><\/strong> vom offiziellen Rednerpult aus. Die Di\u00f6zese selbst wurde durch Msgr. Johann Dirschl, Generalvikar, vertreten. Anl\u00e4sslich der Verleihung des Titels \u201eEhrenb\u00fcrgerin der Stadt Temeswar\u201c haben wir Schw. Savia gebeten, uns einige Fragen zu beantworten.<\/p>\n<p><strong><em><a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/525813574_752503080759280_5689143819601266709_n.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload  wp-image-77090 alignright\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/525813574_752503080759280_5689143819601266709_n.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/525813574_752503080759280_5689143819601266709_n.jpg\" alt=\"\" width=\"478\" height=\"555\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27478%27%20height%3D%27555%27%20viewBox%3D%270%200%20478%20555%27%3E%3Crect%20width%3D%27478%27%20height%3D%27555%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/525813574_752503080759280_5689143819601266709_n-200x232.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/525813574_752503080759280_5689143819601266709_n-258x300.jpg 258w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/525813574_752503080759280_5689143819601266709_n-400x465.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/525813574_752503080759280_5689143819601266709_n.jpg 526w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 478px) 100vw, 478px\" \/><\/a>\u2013 Wie kam es zu Ihrer Entscheidung, der Kongregation der T\u00f6chter des Heiligen Franziskus von Assisi beizutreten?<\/em><\/strong><br \/>\n\u2013 Ich bin 1977 ins Kloster eingetreten [in der damaligen Tschechoslowakei \u2013 Anm. d. Red.], aber heimlich, weil 15 Jahre lang niemand davon wusste \u2013 nicht einmal meine Eltern. Es war die Zeit des kommunistischen Regimes, und wir gingen in Zivilkleidung herum. Damals wussten wir nicht viel \u00fcber das Leben als Ordensfrau. In unserer Stra\u00dfe wohnte eine Frau, die mehrere junge M\u00e4dchen zu einem Sonntagsspaziergang einlud. Wir fuhren mit dem Zug zu einer Einrichtung, in der psychisch kranke Menschen und Menschen mit Behinderungen betreut wurden. Dort sah ich zum ersten Mal in meinem Leben Ordensschwestern in Klosterkleidung (<em>Habit<\/em>). Wir unterhielten uns mit ihnen, und es gefiel mir sehr gut. Noch mehr gefiel es meiner \u00e4lteren Schwester, die von ihrem Leben tief beeindruckt war und eine engere Beziehung zu diesen Nonnen haben wollte, obwohl es damals noch kein richtiges Kloster gab. In den Ferien fuhr meine Schwester f\u00fcr ein paar Wochen zu ihnen, und ich begleitete sie, weil sie nicht alleine reisen wollte. Nach diesen Ferien sagte sie mir, dass das Ideal des geweihten Lebens zu hoch f\u00fcr sie sei. Diese Aussage hat mich tief beeindruckt, denn meine Schwester \u2013 damals wie heute, nach mehr als 60 Jahren \u2013 halte ich f\u00fcr den besten Menschen, den ich je kennengelernt habe. Sie ist ein Vorbild f\u00fcr mich, und ich konnte mir nicht vorstellen, welches Ideal f\u00fcr eine Person wie sie ungeeignet sein k\u00f6nnte. Ich begann zu recherchieren und fand heraus, dass meine Schwester darum Gott gebetet hatte, dass ihre Berufung an jemand anderen weitergegeben werde. Und diese Person war ich. So kam ich zu unserer Kongregation.<br \/>\nIch begann in der Entbindungsabteilung eines Krankenhauses zu arbeiten. Nach einer Weile schickte mich die Schwester Oberin auch in andere Abteilungen \u2013 so kam ich zur Chirurgie und dann zur Geriatrie. Wenn ich jetzt dar\u00fcber nachdenke, war ich in all den Jahren meines Dienstes Zeugin des menschlichen Lebens von der Geburt bis zum Tod.<br \/>\nSchlie\u00dflich kam ich in eine Pension, in der \u00e4ltere Menschen lebten. Es war kein klassisches Altenheim, sondern zwei gro\u00dfe f\u00fcnfst\u00f6ckige Geb\u00e4ude, in denen etwa 80 \u00e4ltere Menschen lebten \u2013 einige allein, andere mit ihrem Ehepartner \u2013, die mehr oder weniger Hilfe ben\u00f6tigten. Im Untergeschoss befanden sich die Arztpraxen, die R\u00e4ume f\u00fcr Rehabilitation und Physiotherapie, die K\u00fcche und die W\u00e4scherei. Dort war ich \u00fcber f\u00fcnf Jahre lang Oberschwester, lernte, ein gr\u00f6\u00dferes Team zu koordinieren, und sammelte viele Erfahrungen. Mehrere Nonnen in Zivilkleidung arbeiteten mit mir zusammen. Die Leiterin der Pension war eine Anh\u00e4ngerin der kommunistischen Ideologie und des Regimes, dennoch arbeiteten wir sehr gut zusammen, da sie eine faire und ordentliche Person war. Nach dem Regimewechsel in den 90er Jahren erkrankte sie an Krebs, obwohl sie erst 44 Jahre alt war. Zu dieser Zeit arbeitete ich bereits in einem Krankenhaus, wo ich zusammen mit den anderen Nonnen eine Station \u00fcbernommen hatte. Da sich die Zeiten ge\u00e4ndert hatten, konnte ich offiziell die Ordenskleidung tragen. Meine ehemalige Direktorin suchte mich auf und bat mich, sie bis zu ihrem Lebensende zu pflegen. Und das habe ich getan. Sie konvertierte und beichtete.<\/p>\n<p><strong><em>\u2013 Wie sind Sie nach Rum\u00e4nien, nach Temeswar gekommen?<\/em><\/strong><br \/>\n\u2013 Die Generaloberin schickte mich hierher mit dem Auftrag, zu helfen und die Schwestern [aus Rum\u00e4nien, die unter dem kommunistischen Regime aus dem Kloster vertrieben worden waren und deren Kongregation verboten worden war &#8211; Anm. d. Red.] zu versammeln . Ich \u00fcberquerte die Grenze am 5. Juli 1995. Damals h\u00f6rten sie mich zum ersten Mal flie\u00dfend Rum\u00e4nisch sprechen. Bevor ich nach Timi\u0219oara kam, lernte ich selbst einen Satz auf Rum\u00e4nisch, der mir im Herzen geblieben ist: F\u00fcr dich, aus Liebe&#8230;<\/p>\n<p><strong><em>\u2013 Hatten Sie vor Ihrer Ankunft hier schon einmal von Rum\u00e4nien oder Temeswar geh\u00f6rt? Wussten Sie, wohin Sie kommen w\u00fcrden?<\/em><\/strong><br \/>\n\u2013 Ich wusste nichts. An der ersten Generalversammlung nach dem Ende des kommunistischen Regimes nahmen auch zwei Schwestern aus Rum\u00e4nien, aus Or\u0103\u0219tie\/Broos, teil. F\u00fcr uns war das eine etwas interessantere Erfahrung, da die Schwestern aus Rum\u00e4nien isoliert lebten und die alten Br\u00e4uche, die alte Ausbildung, vielleicht sogar aus der Zeit vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil, beibehalten hatten. Dennoch haben wir im Kloster in Temeswar sehr viel von den \u00e4lteren Schwestern gelernt, vor allem in spiritueller Hinsicht.<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/fr-1.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload size-large wp-image-77099 aligncenter\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/fr-1-1024x768.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/fr-1-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%271024%27%20height%3D%27768%27%20viewBox%3D%270%200%201024%20768%27%3E%3Crect%20width%3D%271024%27%20height%3D%27768%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/fr-1-200x150.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/fr-1-300x225.jpg 300w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/fr-1-400x300.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/fr-1-600x450.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/fr-1-768x576.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/fr-1-800x600.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/fr-1-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/fr-1-1200x900.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/fr-1-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/fr-1.jpg 1600w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/strong><\/p>\n<p><strong><em>\u2013 Was bedeutete f\u00fcr Sie die Arbeit in Temeswar?<\/em><\/strong><br \/>\n\u2013 Nachdem ich etwa ein halbes Jahr lang versucht hatte, Rum\u00e4nisch zu lernen \u2013 mit Hilfe von Bekannten, die ins Kloster kamen, und mit einem W\u00f6rterbuch in der Tasche \u2013, begann ich meine Arbeit vor Ort. Ich lernte die Sprache auch von den \u00e4lteren Patienten, die ich pflegte, da ich mich seit 1996 im Rahmen des Caritas-Vereins der Di\u00f6zese Temeswar im Bereich der Hauspflege und Betreuung engagierte. Ich hatte das Gl\u00fcck, Menschen zu begegnen, die uns in diese Gesellschaft einf\u00fchrten. Zum Beispiel Frau Gabi Bor\u0219, die Koordinatorin f\u00fcr die h\u00e4usliche Pflege, war ein wahrer Segen f\u00fcr uns. Sie nahm uns unter ihre Fittiche und brachte uns Schritt f\u00fcr Schritt bei, wie wir uns in die lokale Gemeinschaft integrieren konnten. Kurz nach unserer Ankunft in der Stadt traf ich in der Katharinnen-Kirche in Temeswar Innere Stadt eine Gruppe slowakischer Gl\u00e4ubiger. Das war eine gro\u00dfe und angenehme \u00dcberraschung, aber auch eine Erleichterung f\u00fcr mich \u2013 denn sie haben uns sofort geholfen. Im Laufe der Zeit lernte ich auch die anderen slowakischen Gemeinden der Di\u00f6zese kennen und besuchte sie in Vucova\/Wukowa, Iosif\u0103l\u0103u\/Josefsdorf, Brestov\u0103\u021b\/Brestowatz, Butin\/Buttyn (wo ich \u00f6fter hinfuhr), G\u0103taia\/Gataja, Comlo\u0219u Mare\/Gro\u00df-Komlosch, F\u00e2nt\u00e2nele\/Engelsbrunn, \u021aipar\/Zipar und M\u0103n\u0103\u0219tur\/Monoster. Im Rahmen der Caritas \u00fcbernahm ich auch die Betreuung einiger Priester, darunter: Dr. Adalbert Boros, Titularerzbischof, Bischof Sebastian Kr\u00e4uter und Domherr Lorenz Zirener. Ich arbeitete acht Jahre lang als Freiwillige zusammen mit den beiden anderen Schwestern, mit denen ich gekommen war: Schwester Skolastika und Schwester Jana.<\/p>\n<p><strong><em>\u2013 Wie sind Sie mit dem Caritas-Verband in Kontakt gekommen?<\/em><\/strong><br \/>\n\u2013 \u00dcber die R\u00f6misch-Katholische Di\u00f6zese Temeswar. Wir sind ins bisch\u00f6fliche Ordinariat gekommen, um uns zu erkundigen, wo wir gem\u00e4\u00df unserer Mission und unserem Charisma \u2013 n\u00e4mlich der Pflege von Kranken \u2013 t\u00e4tig werden k\u00f6nnten. Bischof Sebastian Kr\u00e4uter hat uns an die Caritas verwiesen. Aus dieser Zusammenarbeit entstand sp\u00e4ter die Idee, in Temeswar in unserem ehemaligen Kloster ein Hospiz f\u00fcr Palliativpflege einzurichten. Die offizielle Er\u00f6ffnung fand am 21. November 2006 statt. Ich erinnere mich noch gut daran, denn es war ein ungew\u00f6hnlich warmer Tag mit fast 20 Grad. Bei der Einweihung war auch Seine Exzellenz Jan Soth, Botschafter der Slowakischen Republik in Bukarest, zusammen mit seiner Frau Eva anwesend. Sie und eine Gruppe von Ehefrauen der in Bukarest akkreditierten Botschafter haben uns auch finanziell unterst\u00fctzt. Wir hatten das Gl\u00fcck, dass der Caritas-Verband unser Projekt in die Reihe der bereits bestehenden medizinisch-sozialen Initiativen aufgenommen hat. Sie haben uns geholfen und unterst\u00fctzen uns weiterhin, zusammen mit Wohlt\u00e4tern aus Deutschland und mehreren europ\u00e4ischen L\u00e4ndern. So nahmen wir am 6. Februar 2007 den ersten Patienten im Hospiz \u201eHaus der g\u00f6ttlichen Barmherzigkeit\u201c auf. Am Anfang war es nicht leicht, aber sp\u00e4ter begannen wir die Zusammenarbeit mit der Nationalen Krankenkasse, wurden akkreditiert und als Krankenhaus anerkannt. Es war eine enorme Arbeit, zumal wir nur eine Handvoll Leute waren. Aber es ist ein erfolgreiches und notwendiges Projekt f\u00fcr Temeswar \u2013 damals das erste seiner Art hier.<\/p>\n<p><strong><em>\u2013 Was bedeutet diese Auszeichnung f\u00fcr Sie?<\/em><\/strong><br \/>\n\u2013 Ich habe mich vor allem dar\u00fcber gefreut, dass durch diesen Titel als Ehrenb\u00fcrgerin die Arbeit in der Palliativpflege gew\u00fcrdigt wurde. Au\u00dferdem bin ich der Meinung, dass der Verdienst allen geb\u00fchrt, die mit uns Schwestern zusammengearbeitet haben und zusammenarbeiten. Ich vertrete sie eigentlich nur, da ich die \u00c4lteste hier bin. Dennoch habe ich mich gefragt: Warum ich? Denn ich habe nichts Au\u00dfergew\u00f6hnliches getan \u2013 nur das, was Gott von mir verlangt hat, was Er mir aufgetragen hat. Und diesen Dienst habe ich mit meinem ganzen Wesen, mit Liebe, angenommen. Und Liebe l\u00e4sst sich nicht erkl\u00e4ren, sondern muss gelebt werden. Ich habe immer nur eines getan \u2013 und tue es auch jetzt noch: Jeden Tag bringe ich Gott meinen Dienst dar und bitte ihn um seinen Segen. Und ich empfehle allen, dasselbe zu tun. Wir werden sehen, wie Gott wirkt, wie er uns angenehme \u00dcberraschungen und Wunder bereitet. An dem Tag, an dem ich diesen Titel erhielt, dachte ich an Pater Berno Rupp, denn auch er wurde 2005 zum Ehrenb\u00fcrger der Stadt Temeswar ernannt. Viele Menschen \u2013 darunter auch unsere Freiwilligen \u2013 sagten mir nach der Feier, dass das Ideal, f\u00fcr das wir stehen, auch andere Seelen erreichen kann. Es kann auch f\u00fcr junge Menschen ein Ansporn sein, sogar in beruflicher Hinsicht. Es w\u00e4re sch\u00f6n, wenn jemand aufgrund unseres Beispiels eine Berufung finden oder sich dem Hospiz-Team anschlie\u00dfen m\u00f6chte.<\/p>\n<p><strong><em><a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/528051880_1173410571487492_3807219107945809802_n.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload size-large wp-image-77096 aligncenter\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/528051880_1173410571487492_3807219107945809802_n-1024x768.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/528051880_1173410571487492_3807219107945809802_n-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%271024%27%20height%3D%27768%27%20viewBox%3D%270%200%201024%20768%27%3E%3Crect%20width%3D%271024%27%20height%3D%27768%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/528051880_1173410571487492_3807219107945809802_n-200x150.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/528051880_1173410571487492_3807219107945809802_n-300x225.jpg 300w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/528051880_1173410571487492_3807219107945809802_n-400x300.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/528051880_1173410571487492_3807219107945809802_n-600x450.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/528051880_1173410571487492_3807219107945809802_n-768x576.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/528051880_1173410571487492_3807219107945809802_n-800x600.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/528051880_1173410571487492_3807219107945809802_n-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/528051880_1173410571487492_3807219107945809802_n-1200x900.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/528051880_1173410571487492_3807219107945809802_n-1536x1152.jpg 1536w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong><em>\u2013 Wohin kehren Sie nun zur\u00fcck, wenn Sie Timi\u0219oara verlassen?<\/em><\/strong><br \/>\n\u2013 Ich kehre nach Moldau zur\u00fcck, nach Satul Nou, in der N\u00e4he von T\u00e2rgu Ocna und One\u0219ti. Wir sind drei Schwestern, die sich um die Kranken und \u00e4lteren Menschen in f\u00fcnf D\u00f6rfern k\u00fcmmern. Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, die Patienten zu verschiedenen Krankenh\u00e4usern im Umkreis von 50 bis 60 Kilometern zu bringen, wo sie f\u00fcr einen Tag station\u00e4r aufgenommen werden. Ich bringe sie fr\u00fch morgens hin und nachdem die Untersuchungen abgeschlossen sind, fahre ich sie wieder nach Hause. Ich bin jetzt Rentnerin \u2013 ich habe Zeit.<\/p>\n<p><strong><em>\u2013 Auch dort arbeiten Sie mit dem Caritasverband zusammen?<\/em><\/strong><br \/>\n\u2013 Ja, wir arbeiten mit dem Caritasverband der Di\u00f6zese Ia\u0219i\/Jassy zusammen. Ich bin Vertrags-Freiwillige, die beiden anderen Schwestern sind angestellt. Es ist eine sehr sch\u00f6ne Arbeit, aus der ich viel gelernt habe. Die Menschen sind dem\u00fctig, sie rebellieren nicht bei jeder Kleinigkeit, weil sie einen tiefen Glauben haben. Ich kann es kaum erwarten, wieder dorthin zur\u00fcckzukehren. Ich koche auch f\u00fcr diejenigen, die nicht mehr die Kraft haben, sich selbst etwas zuzubereiten. Ich arbeite sehr gerne in der K\u00fcche. Ich bekomme von ihnen Gem\u00fcse und Kr\u00e4uter aus dem Garten, sie schlachten auch mal ein Huhn, und ich bereite alles zu, koche und bringe ihnen das Essen. Das Leben dort ist anders. Die meisten \u00e4lteren Menschen haben kein flie\u00dfendes Wasser im Haus, daher ist es f\u00fcr sie eine gro\u00dfe Hilfe, wenn wir ihnen einen Eimer Wasser bringen. Ich habe mich dort sehr wohl gef\u00fchlt. Aber auch Temeswar ist mir ans Herz gewachsen \u2013 ich komme immer gerne hierher.<\/p>\n<p><strong><em>\u2013 Wie viele Jahre haben Sie in Temeswar verbracht?<\/em><\/strong><br \/>\n\u2013 Fast 30 Jahre! Letzten Monat habe ich am Generalkapitel teilgenommen, wo ich den anwesenden Schwestern gesagt habe, dass ich ihnen Erfahrungen w\u00fcnsche, wie ich sie w\u00e4hrend meiner Mission in Rum\u00e4nien gemacht habe. Das hat mich seelisch und spirituell enorm bereichert. Auch die Schwestern, die nicht mehr unter uns sind, trage ich in meinem Herzen, denn von jeder habe ich etwas gelernt. Ich betrachte es als ein Geschenk und eine Gnade Gottes, dass er mich hierher geschickt hat.<\/p>\n<p><strong><em>\u2013 Vielen herzlichen Dank f\u00fcr Ihre Zeit!<\/em><\/strong><\/p>\n<p>x x x<\/p>\n<p>In der <em>Laudatio<\/em>, die Herr Herbert Gr\u00fcn anl\u00e4sslich der Verleihung des Titels \u201eEhrenb\u00fcrgerin der Stadt Temeswar\u201c hielt, werden auch einige biografische Daten der Geehrten wiedergegeben. So wurde Schw. S\u00e1via (\u013dubica) Luk\u00e1\u010dov\u00e1 am 17. November 1957 in Ru\u017eomberok (dt. Rosenberg, ungarisch R\u00f3zsahegy) im Norden der Slowakei in eine bescheidene Familie geboren: Ihre Mutter war Laborantin, ihr Vater Disponent. Die vier Kinder der Familie lernten von klein auf, im Haushalt zu helfen und altersgerechte Aufgaben zu \u00fcbernehmen. Dies zeigte sich besonders, als die Mutter krank wurde und ihr Mann und ihre Kinder sie vierzehn Jahre lang mit Liebe und Hingabe pflegten. Schw. S\u00e1via (\u013dubica) Luk\u00e1\u010dov\u00e1 besuchte eine technische Schule und spezialisierte sich anschlie\u00dfend auf die medizinische Krankenpflege. Im Hinblick auf die Organisation und Er\u00f6ffnung des Hospizes in Temeswar besuchte Schw. Savia \u00e4hnliche Einrichtungen in Bra\u0219ov\/Kronstadt, Schweden, Tschechien und Deutschland und lie\u00df sich von deren Arbeitsweise inspirieren. Im Jahr 2022 ging Schw. Savia in den Ruhestand, entschied sich jedoch, in Rum\u00e4nien zu bleiben und weiterhin in einem Zentrum der Schwestern ihrer Kongregation in der Moldau zu helfen.<\/p>\n<p>Das Leben von Schwester Savia ist ein lebendiges Zeugnis der Hingabe, des Glaubens, des unerm\u00fcdlichen Dienstes und der Liebe, die nichts daf\u00fcr verlangt. Ob im Entbindungshaus, im Hospiz, in der K\u00fcche in der Moldau oder auf den langen Wegen zu den Krankenh\u00e4usern \u2013 sie tr\u00e4gt ein Licht mit sich, das die Seelen ber\u00fchrt. F\u00fcr manche war\/ist es Trost. F\u00fcr andere Inspiration. F\u00fcr alle eine Pr\u00e4senz, die durch Taten spricht. Und wenn wir alles, was sie getan, alles, was sie gegeben, alles, was sie gelebt hat, zusammenfassen m\u00fcssten, k\u00f6nnten wir einfach sagen: <strong><em>F\u00fcr Dich, aus Liebe&#8230;<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong>Pressestelle der Di\u00f6zese Temeswar<\/strong><\/p>\n<p>Foto:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/HospiceTimisoara\">https:\/\/www.facebook.com\/HospiceTimisoara<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ort: Das Hospiz \u201eCasa Milostivirii Divine\u201c (Haus der g\u00f6ttlichen Barmherzigkeit) in Temeswar, geleitet von den Franziskanerinnen, Kongregation der T\u00f6chter des Heiligen Franziskus von Assisi (CSFS), im Morgengrauen. In den Betten liegen Patienten, die mit einer unerbittlichen Krankheit k\u00e4mpfen, die meisten von ihnen im Endstadium, und ihre Zeit auf dieser Welt l\u00e4uft von Minute zu Minute ab. [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":77093,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[66],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/77119"}],"collection":[{"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=77119"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/77119\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":77169,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/77119\/revisions\/77169"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/77093"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=77119"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=77119"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=77119"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}