{"id":77496,"date":"2025-08-16T09:00:19","date_gmt":"2025-08-16T06:00:19","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=77496"},"modified":"2026-05-05T20:44:53","modified_gmt":"2026-05-05T17:44:53","slug":"wortlaut-papst-leo-xiv-an-mariae-himmelfahrt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wortlaut-papst-leo-xiv-an-mariae-himmelfahrt\/","title":{"rendered":"Wortlaut: Papst Leo XIV. an Mari\u00e4 Himmelfahrt"},"content":{"rendered":"<p>Lesen Sie hier im offiziellen deutschen Wortlaut, was Papst Leo XIV. bei der Messe in der Kirche San Tommaso da Villanova am 15. August 2025 in Castel Gandolfo sagte.<\/p>\n<p><i>Alle offiziellen Wortmeldungen des Papstes finden Sie in der offiziellen Version auf vatican.va.<\/i><\/p>\n<p><b>Homilie von Papst Leo XIV.<\/b><\/p>\n<p><b>Heilige Messe am Hochfest Mari\u00e4 Aufnahme in den Himmel<\/b><\/p>\n<p>P\u00e4pstliche Pfarrei heiliger Thomas von Villanova, Castel Gandolfo, 15. August 2025<\/p>\n<p>Liebe Schwestern und Br\u00fcder,<br \/>\nheute ist zwar kein Sonntag, dennoch feiern wir auf eine andere Weise das Osterfest Jesu, das die Geschichte ver\u00e4ndert. In Maria von Nazaret findet sich unsere Geschichte, die Geschichte der Kirche, die mit der ganzen Menschheit verbunden ist. Indem er aus ihr Mensch geworden ist, hat der Gott des Lebens und der Freiheit den Tod besiegt. Ja, heute betrachten wir, wie Gott den Tod besiegt, niemals ohne uns. Sein ist das Reich, aber unser ist das \u201eJa\u201d zu seiner Liebe, die alles ver\u00e4ndern kann. Am Kreuz hat Jesus das \u201eJa\u201d aus freien St\u00fccken gesprochen, das dem Tod seine Macht nehmen sollte, jenem Tod, der noch immer um sich greift, wenn unsere H\u00e4nde kreuzigen und unsere Herzen Gefangene der Angst und des Misstrauens sind. Am Kreuz hat das Vertrauen gesiegt; es hat die Liebe gesiegt, die das sieht, was es noch nicht gibt; es hat die Vergebung gesiegt.<br \/>\nUnd Maria war da: Sie war dort, vereint mit ihrem Sohn. Wir k\u00f6nnen heute ahnen, dass wir Maria sind, wenn wir nicht davonlaufen, dass wir sie sind, wenn wir mit unserem \u201eJa\u201c auf ihr \u201eJa\u201c antworten. In den M\u00e4rtyrern unserer Zeit, in den Zeugen des Glaubens und der Gerechtigkeit, der Sanftmut und des Friedens lebt dieses \u201eJa\u201c weiter und tritt dem Tod weiterhin entgegen. So ist dieser Freudentag ein Tag, der uns herausfordert, zu entscheiden, <i>wie\u00a0<\/i>und<i>\u00a0f\u00fcr wen<\/i>\u00a0wir leben wollen.<\/p>\n<p><strong>Die Fruchtbarkeit des Glaubens und der Hoffnung<\/strong><br \/>\nDie Liturgie hat f\u00fcr das Hochfest Mari\u00e4 Himmelfahrt das Evangelium der Heimsuchung vorgesehen. Der heilige Lukas \u00fcberliefert uns in dieser Textstelle die Erinnerung an einen entscheidenden Moment in der Berufung Mariens. Es ist sch\u00f6n, an diesem Tag, an dem wir den Zielpunkt ihres Lebens feiern, zu jenem Moment zur\u00fcckzukehren. Jede Geschichte auf Erden, auch die der Gottesmutter, ist kurz und endet. Doch es geht nichts verloren. Wenn ein Leben zu Ende geht, dann leuchtet seine Einzigartigkeit umso heller. Das <i>Magnificat<\/i>, das die junge Maria im Evangelium spricht, l\u00e4sst nun das Licht ihres ganzen Lebens erstrahlen. Ein einzelner Tag, der Tag der Begegnung mit ihrer Cousine Elisabeth, enth\u00e4lt das Geheimnis eines jeden anderen Tages, einer jeden anderen Zeit. Und Worte reichen nicht aus: Es bedarf eines Gesangs, der in der Kirche \u00bbvon Geschlecht zu Geschlecht\u00ab (<i>Lk<\/i>\u00a01,50) beim Sonnenuntergang jedes Tages gesungen wird. Die \u00fcberraschende Fruchtbarkeit der unfruchtbaren Elisabeth best\u00e4tigte Maria in ihrem Vertrauen: Sie k\u00fcndigte die Fruchtbarkeit des \u201eJa\u201c Mariens an, das sich seinerseits in der Fruchtbarkeit der Kirche und der gesamten Menschheit fortsetzt, wenn Gottes erneuerndes Wort angenommen wird. An jenem Tag begegneten sich zwei Frauen im Glauben, dann blieben sie drei Monate lang zusammen, um sich gegenseitig zu unterst\u00fctzen, nicht nur bei den praktischen Dingen, sondern auch dabei, die Geschichte auf eine neue Art zu lesen.<\/p>\n<p><strong>Dem Tod nicht das letzte Wort lassen<\/strong><br \/>\nAuf eine solche Weise, Schwestern und Br\u00fcder, tritt die Auferstehung auch heute in unsere Welt ein. Die Worte und die Entscheidungen des Todes scheinen die Oberhand zu haben, doch das Leben Gottes durchbricht die Verzweiflung durch konkrete Erfahrungen der Geschwisterlichkeit, durch neue Gesten der Solidarit\u00e4t. Denn bevor sie unsere letzte Bestimmung ist, ver\u00e4ndert die Auferstehung unser Dasein \u2013 Leib und Seele \u2013 auf Erden. Der Gesang Mariens, ihr <i>Magnificat<\/i>, st\u00e4rkt die Dem\u00fctigen, die Hungrigen, die arbeitsamen Diener Gottes in ihrer Hoffnung. Es sind die Frauen und M\u00e4nner der Seligpreisungen, die bereits in der Bedr\u00e4ngnis das Unsichtbare sehen: die M\u00e4chtigen vom Thron gest\u00fcrzt, die Reichen mit leeren H\u00e4nden, die Verhei\u00dfungen Gottes erf\u00fcllt. Es handelt sich um Erfahrungen, von denen wir in jeder christlichen Gemeinschaft sagen k\u00f6nnen m\u00fcssen, dass wir sie gemacht haben. Sie scheinen unm\u00f6glich, doch das Wort Gottes kommt stets ans Licht. Wenn Bindungen entstehen, mit denen wir dem B\u00f6sen das Gute, dem Tod das Leben entgegensetzen, dann erkennen wir: \u00bbF\u00fcr Gott ist nichts unm\u00f6glich\u00ab (<i>Lk<\/i>\u00a01,37).<\/p>\n<p><strong>W\u00fcrdigung verfolgter Christen<\/strong><br \/>\nLeider kann dieser Glaube manchmal dort schwinden, wo menschliche Sicherheiten, ein gewisser materieller Wohlstand und jene Laxheit, die das Gewissen einschl\u00e4fert, vorherrschen. Dann tritt der Tod in Form von Resignation und Klagen, Wehmut und Unsicherheit ein. Statt die alte Welt enden zu sehen, sucht man noch deren Rettung: die Rettung durch die Reichen, durch die M\u00e4chtigen, die gew\u00f6hnlich mit der Verachtung der Armen und Bescheidenen einhergeht. Die Kirche jedoch lebt in ihren zerbrechlichen Gliedern, sie verj\u00fcngt sich dank deren <i>Magnificat<\/i>\u00a0. Auch heute sind es die armen und verfolgten christlichen Gemeinschaften, die Zeugen der G\u00fcte und Vergebung in Konfliktgebieten, die Friedensstifter und Br\u00fcckenbauer in einer zerbrochenen Welt, die die Freude der Kirche sind, ihre immerw\u00e4hrende Fruchtbarkeit, die Erstlingsfr\u00fcchte des kommenden Reiches. Viele von ihnen sind Frauen wie die betagte Elisabeth und die junge Maria: \u00f6sterliche Frauen, Verk\u00fcnderinnen der Auferstehung. Lassen wir uns von ihrem Zeugnis bekehren!<br \/>\nBr\u00fcder und Schwestern, wenn wir in diesem Leben \u201edas Leben w\u00e4hlen\u201c (vgl. <i>Dtn<\/i>\u00a030,19), dann haben wir Grund, in Maria, die in den Himmel aufgenommen wurde, unsere Bestimmung zu erkennen. Sie ist uns als Zeichen gegeben, dass die Auferstehung Jesu kein Einzelfall, keine Ausnahme gewesen ist. In Christus k\u00f6nnen wir alle den Tod verschlingen (vgl.\u00a0<i>1 Kor<\/i>\u00a015,54). Gewiss, dies ist ein Werk Gottes, nicht unser Werk. Doch Maria ist jene Verflechtung von Gnade und Freiheit, die einen jeden von uns zu Vertrauen, zu Mut und zu Engagement im Leben eines Volkes anspornt. \u00bbDer M\u00e4chtige hat Gro\u00dfes an mir getan\u00ab (<i>Lk<\/i>\u00a01,49).<br \/>\nM\u00f6gen wir alle diese Freude erfahren und sie mit einem neuen Lied bezeugen. Lasst uns keine Angst haben, das Leben zu w\u00e4hlen! Das kann oft gef\u00e4hrlich und unklug erscheinen. Wie viele Stimmen fl\u00fcstern uns st\u00e4ndig zu: \u201eWarum tust du das? Lass es sein! Denk an deine Interessen.\u201c Das sind Stimmen des Todes. Wir sind hingegen J\u00fcnger Christi. Seine Liebe ist es, die uns, mit Leib und Seele, in unserer Zeit anspornt. Sowohl einzeln als auch gemeinschaftlich leben wir nicht mehr f\u00fcr uns selbst. Und eben dies \u2013 und nur dies \u2013 ist es, was das Leben weitergibt und das Leben siegen l\u00e4sst. Unser Sieg \u00fcber den Tod beginnt schon heute.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/papst\/news\/2025-08\/wortlaut-papst-leo-xiv-mariae-himmelfahrt-san-tommaso-villanova.html\">www.vaticannews.va\/de<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/ro\/papa\/news\/2025-08\/leon-xiv-omilie-adormirea-maicii-domnului-2025.html\">www.vaticannews.va\/ro<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lesen Sie hier im offiziellen deutschen Wortlaut, was Papst Leo XIV. bei der Messe in der Kirche San Tommaso da Villanova am 15. August 2025 in Castel Gandolfo sagte. Alle offiziellen Wortmeldungen des Papstes finden Sie in der offiziellen Version auf vatican.va. Homilie von Papst Leo XIV. 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