{"id":77848,"date":"2025-08-28T18:04:59","date_gmt":"2025-08-28T15:04:59","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=77848"},"modified":"2026-05-05T20:34:03","modified_gmt":"2026-05-05T17:34:03","slug":"schaetze-der-vatikanischen-bibliothek","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/schaetze-der-vatikanischen-bibliothek\/","title":{"rendered":"Sch\u00e4tze der Vatikanischen Bibliothek"},"content":{"rendered":"<p>Die Vatikanische Bibliothek ist sicherlich eine der bedeutensten Bibliotheken weltweit. An der Seite von Stephen Metzger, dem Assistenten f\u00fcr die Manuskriptabteilung, geht es f\u00fcr Vatican News hinein in diese geschichtstr\u00e4chtige Institution. Dabei sto\u00dfen wir auf den ein oder anderen Schatz&#8230;<br \/>\nSo finden wir unter anderem einige Aufschriebe Luthers. W\u00e4hrend seine Korrespondenz mit dem Papst im Vatikanischen Archiv und somit einer separaten vatikanischen Institution aufbewahrt wird, sind in der Bibliothek einige Briefe Luthers, welche er zwischen 1516-1532 verfasste und seine \u00dcbersetzung von \u00c4sops Fabeln zu begutachten.<\/p>\n<p><strong>Luthers \u00dcbersetzung von \u00c4sops Fabeln<\/strong><br \/>\nLetztere gingen auf einen Sklaven namens \u00c4sop zur\u00fcck, welcher angeblich zwischen 620 und 564 v. Chr. auf der Insel Samos im antiken Griechenland gelebt haben soll. Dieser sei als Geschichtenerz\u00e4hler bekannt gewesen und dadurch beim Volk so beliebt geworden, dass dieses seine Freilassung bewirkt habe. Im vierten nachchristlichen Jahrhundert sollen die ihm zugeschriebenen Fabeln dann zum ersten Mal verschriftlicht worden sein.<br \/>\nMartin Luther habe die Fabel vor allem wegen ihres moralischen Charakters und ihrer \u00c4hnlichkeit zu den Gleichnissen Jesu gesch\u00e4tzt und daher auch \u00fcbersetzen wollen.<\/p>\n<div>\n<div class=\"article__embed article__embed--unwrap article__embed--photo\">\n<p><strong>Besonderer Schatz: Der Codex Vaticanus<\/strong><br \/>\nEin weiterer und in bibelwissenschaftlicher Hinsicht wahrscheinlich der bekannteste Schatz der Vatikanischen Bibliothek ist der sogenannte Codex Vaticanus, auch Codex B genannt. Gemeinsam mit dem Codex Sinaiticus ist er einer der \u00e4ltesten, fast vollst\u00e4ndigen griechischen Bibelausgaben der Antike.<br \/>\nWahrscheinlich im 4. Jh. n.Chr. verfasst, enth\u00e4lt er alle B\u00fccher des Neuen und Alten Testaments inklusive dem Deuterokanon. Nur die Makkab\u00e4erb\u00fccher und die Briefe zu Timotheus, Titus und Philemon fehlen. Der Text von Hebr\u00e4er 9,14 ausgehend und das Buch Offenbarung sind in ihrer urspr\u00fcnglichen Form verloren gegangen und wurden daher im 15. Jahrhundert durch eine sp\u00e4tere Minuskel-Handschrift erg\u00e4nzt.<br \/>\nWie der Codex in die H\u00e4nde des Papstes kam, sei unbekannt. M\u00f6glicherweise h\u00e4tten ihn orthodoxe Kirchenleute zu dem Konzil von Ferrara-Florenz (1431-1449) gebracht, wo es Hinweise auf seine Anwesenheit gebe. Sicher bezeugt f\u00e4nde man ihn in der Vatikanischen Bibliothek dann 1475 n.Chr, sagt uns der Experte.<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/4-31.jpeg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload size-large wp-image-77840 aligncenter\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/4-31-1024x576.jpeg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/4-31-1024x576.jpeg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"576\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%271024%27%20height%3D%27576%27%20viewBox%3D%270%200%201024%20576%27%3E%3Crect%20width%3D%271024%27%20height%3D%27576%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/4-31-200x113.jpeg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/4-31-300x169.jpeg 300w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/4-31-400x225.jpeg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/4-31-600x338.jpeg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/4-31-768x432.jpeg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/4-31-800x450.jpeg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/4-31-1024x576.jpeg 1024w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/4-31-1200x675.jpeg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/4-31.jpeg 1280w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/strong><\/p>\n<p><strong>Weiterer Schatz: Lorscher Evangeliar<\/strong><br \/>\nSchlie\u00dflich w\u00e4re da noch das Lorscher Evangeliar. Es ist vor allem aufgrund seiner kunstvollen Gestaltung und Schrift ber\u00fchmt. Dieses Werk, das die vier Evangelien umfasst, wird zum ersten Mal im Kloster Lorsch erw\u00e4hnt, wo es 860 n.Chr. in einem Bibliothekskatalog auftaucht. Zuvor sei es vermutlich vom Hofskriptorium Karls des Gro\u00dfen hergestellt worden, das nach dem Tod des Kaisers dem Lorscher M\u00f6nch Gerward unterstand, erkl\u00e4rt uns Stephen Metzger von der Manuskriptabteilung.<br \/>\n1479 sei die Handschrift dann in Lorsch neu gebunden worden, wobei sie vermutlich auch in zwei Teilb\u00e4nde getrennt wurde. Durch Kurf\u00fchrst Ottheinrich von der Pfalz sei das Kloster 1556 dann aufgel\u00f6st und dessen Bestand seiner eigenen Bibliothek, der Bibliotheca Palatina zugef\u00fchrt worden. Diese wiederum h\u00e4tten, w\u00e4hrend des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges, katholischen Truppen beschlagnahmt und dem Papst zugef\u00fchrt, der sie dann in die Vatikanische Bibliothek integrierte.<\/p>\n<p><strong>Napoleon, Nikolaus und das World Wide Web<\/strong><br \/>\nAuch abseits der literarischen Werke hat die Vatikanische Bibliothek einiges an \u00dcberraschungen zu bieten. So sto\u00dfen wir im Salone Sistino auf zwei gro\u00dfe Leuchter, die wohl noch von Napoleons Selbstkr\u00f6nung zum Kaiser im Jahr 1804 stammten.<br \/>\nNebenan finden wir eine Statue mit etwas \u00fcbriggebliebenem Malachit, welches im 19.Jahrhundert beim Brand der Kirche St. Paul vor den Mauern von Zar Nikolaus I. zu deren Wiederaufbau gewidmet wurde.<br \/>\nSchlie\u00dflich erfahren wir im Gespr\u00e4ch mit \u00a0Stephen Metzger noch, dass die Vatikanische Bibliothek tats\u00e4chlich die erste vatikanische Institution gewesen sei, welche Anfang der 1990er einen Zugang zum Internet bekommen habe. Einen ersten Computer habe sie auch schon recht fr\u00fch gehabt. Die Vatikanische Bibliothek ist somit zwar eine historische Einrichtung &#8211; aber immer am Zahn der Zeit.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/vatikan\/news\/2025-08\/schaetze-der-vatikanischen-bibliothek.html\">www.vaticannews.va\/de<\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Vatikanische Bibliothek ist sicherlich eine der bedeutensten Bibliotheken weltweit. An der Seite von Stephen Metzger, dem Assistenten f\u00fcr die Manuskriptabteilung, geht es f\u00fcr Vatican News hinein in diese geschichtstr\u00e4chtige Institution. Dabei sto\u00dfen wir auf den ein oder anderen Schatz&#8230; So finden wir unter anderem einige Aufschriebe Luthers. 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