{"id":77990,"date":"2025-09-01T16:49:09","date_gmt":"2025-09-01T13:49:09","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=77990"},"modified":"2026-05-05T20:30:47","modified_gmt":"2026-05-05T17:30:47","slug":"papst-leo-xiv-das-leben-nicht-zu-einem-wettkampf-machen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/papst-leo-xiv-das-leben-nicht-zu-einem-wettkampf-machen\/","title":{"rendered":"Papst Leo XIV.: \u201eDas Leben nicht zu einem Wettkampf machen\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Die Kirche sollte \u201ef\u00fcr alle eine Schule der Demut sein, das hei\u00dft ein Zuhause, in dem man immer willkommen ist, wo die Pl\u00e4tze nicht erobert werden m\u00fcssen.\u201c<br \/>\nDas sagte Papst Leo XIV. an diesem Sonntag bei seinem Angelusgebet am Petersplatz in Rom. Wir sollten \u201ein die Weite blicken\u201c, so Leo: \u201enicht auf unsere Fu\u00dfspitzen, sondern in die Ferne!\u201c<br \/>\nWer sich selbst erh\u00f6he, scheine in der Regel \u201enichts Interessanteres als sich selbst gefunden zu haben\u201c und sei im Grunde genommen sehr unsicher. \u201eWer jedoch verstanden hat, dass er in den Augen Gottes sehr kostbar ist, wer tief in seinem Inneren sp\u00fcrt, dass er ein Sohn oder eine Tochter Gottes ist, hat Gr\u00f6\u00dferes, worauf er stolz sein kann, und eine W\u00fcrde, die von selbst strahlt.\u201c<\/p>\n<p>Wortlaut<\/p>\n<p><b><i>Hier finden Sie die Ansprache, die Leo XIV. bei seinem Angelusgebet gehalten hat, in der offiziellen deutschen \u00dcbersetzung. S\u00e4mtliche Wortmeldungen des Papstes in ihrer offiziellen deutschen Fassung\u00a0<a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/vatican\/de.html\" target=\"_blank\" rel=\"external noopener\">werden auf der Internetseite des Heiligen Stuhls publiziert.<\/a><\/i><\/b><\/p>\n<p>Liebe Br\u00fcder und Schwestern, einen sch\u00f6nen Sonntag!<br \/>\nIn jeder Kultur ist das gemeinsame Zusammensitzen am Tisch, insbesondere an den Ruhe- und Festtagen, ein Zeichen des Friedens und der Gemeinschaft. Im Evangelium dieses Sonntags (Lk 14,1.7-14) wird Jesus von einem der f\u00fchrenden Pharis\u00e4er zum Mittagessen eingeladen. G\u00e4ste zu haben, erweitert den Raum des Herzens, und Gast zu sein, erfordert die Demut, in die Welt des anderen einzutreten. Eine Kultur der Begegnung n\u00e4hrt sich aus solchen Gesten, die einander n\u00e4herbringen.<br \/>\nEinander zu begegnen, ist nicht immer einfach. Der Evangelist merkt an, dass die G\u00e4ste Jesus \u201ebeobachteten\u201d, und auch sonst wurde er von den strengsten Auslegern der Tradition mit einem gewissen Misstrauen betrachtet. Dennoch kommt es zur Begegnung, weil Jesus wirklich N\u00e4he zeigt, weil er nicht au\u00dferhalb des Geschehens bleibt. Er ist wirklich Gast, mit Respekt und Authentizit\u00e4t. Er verzichtet auf jene guten Manieren, jene Formalit\u00e4ten, die nur der Vermeidung gegenseitiger Einbeziehung dienen. So beschreibt er in seiner eigenen Art, mit einem Gleichnis, was er sieht, und l\u00e4dt diejenigen, die ihn beobachten, zum Nachdenken ein. Er hat n\u00e4mlich bemerkt, dass es einen Wettlauf um die ersten Pl\u00e4tze gibt. Das geschieht auch heute noch, nicht in der Familie, aber bei Anl\u00e4ssen, bei denen es darauf ankommt, \u201eauf sich aufmerksam zu machen\u201d; dann verwandelt sich das Zusammensein in einen Wettbewerb.<br \/>\nSchwestern und Br\u00fcder, am Tag des Herrn gemeinsam am eucharistischen Mahl teilzunehmen, bedeutet auch f\u00fcr uns, Jesus zu Wort kommen zu lassen. Er ist gern unser Gast und kann uns beschreiben, wie er uns sieht. Es ist so wichtig, dass wir uns mit seinen Augen betrachten: dass wir dar\u00fcber nachdenken, wie oft wir das Leben zu einem Wettkampf machen, wie unpassend wir uns verhalten, um Anerkennung zu erlangen, wie wir uns unn\u00f6tigerweise miteinander vergleichen. Innezuhalten, um nachzudenken, uns von einem Wort ersch\u00fcttern zu lassen, das die Priorit\u00e4ten, die unser Herz besch\u00e4ftigen, in Frage stellt: Das ist eine Erfahrung der Freiheit. Jesus ruft uns zur Freiheit.<br \/>\nIm Evangelium verwendet er das Wort \u201eDemut\u201c, um die vollendete Form der Freiheit zu beschreiben (vgl. Lk 14,11). Demut ist n\u00e4mlich die Freiheit von sich selbst. Sie entsteht, wenn das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit wirklich unser Interesse geweckt haben und wir es uns leisten k\u00f6nnen, in die Weite zu blicken: nicht auf unsere Fu\u00dfspitzen, sondern in die Ferne! Wer sich selbst erh\u00f6ht, scheint in der Regel nichts Interessanteres als sich selbst gefunden zu haben und ist im Grunde genommen sehr unsicher. Wer jedoch verstanden hat, dass er in den Augen Gottes sehr kostbar ist, wer tief in seinem Inneren sp\u00fcrt, dass er ein Sohn oder eine Tochter Gottes ist, hat Gr\u00f6\u00dferes, worauf er stolz sein kann, und eine W\u00fcrde, die von selbst strahlt. Sie tritt in den Vordergrund, steht an erster Stelle, ohne Anstrengung und ohne Strategien, wenn wir lernen zu dienen, anstatt uns Situationen zu Nutze zu machen.<br \/>\nLiebe Br\u00fcder und Schwestern, bitten wir heute darum, dass die Kirche f\u00fcr alle eine Schule der Demut sei, das hei\u00dft ein Zuhause, in dem man immer willkommen ist, wo die Pl\u00e4tze nicht erobert werden m\u00fcssen, wo Jesus noch das Wort ergreifen und uns zu seiner Demut und seiner Freiheit erziehen kann. Maria, zu der wir jetzt beten, ist wahrhaftig die Mutter dieses Hauses.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/papst\/news\/2025-08\/angelus-papst-leo-xiv-wortlaut-jesus-eucharistie-rom-petersplatz.html\">www.vaticannews.va\/de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Kirche sollte \u201ef\u00fcr alle eine Schule der Demut sein, das hei\u00dft ein Zuhause, in dem man immer willkommen ist, wo die Pl\u00e4tze nicht erobert werden m\u00fcssen.\u201c Das sagte Papst Leo XIV. an diesem Sonntag bei seinem Angelusgebet am Petersplatz in Rom. 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