{"id":78240,"date":"2025-09-05T21:56:53","date_gmt":"2025-09-05T18:56:53","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=78240"},"modified":"2025-09-05T22:01:11","modified_gmt":"2025-09-05T19:01:11","slug":"das-erbe-der-verehrung-der-mutter-gottes-bei-den-bulgarischen-glaeubigen-im-banat-interview-mit-msgr-augustinov-gjuka","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/das-erbe-der-verehrung-der-mutter-gottes-bei-den-bulgarischen-glaeubigen-im-banat-interview-mit-msgr-augustinov-gjuka\/","title":{"rendered":"Das Erbe der Verehrung der Mutter Gottes bei den bulgarischen Gl\u00e4ubigen im Banat \u2013 Interview mit Msgr. Augustinov Gjuka"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Wallfahrt der bulgarischst\u00e4mmigen r\u00f6misch-katholischen Gl\u00e4ubigen aus der Di\u00f6zese Temeswar zur Basilika Maria Radna wird traditionell in den Tagen vor dem Fest Mari\u00e4 Geburt organisiert. Heuer werden am 6. und 7. September in Maria Radna mehrere Heilige Messen gefeiert f\u00fcr die Pilger, die aus Temeswar sowie aus den Pfarrgemeinden von Winga, Alt-Beschenowa, Breschtea und anderen Gemeinschaften angereist sind.<\/strong><br \/>\nDie Marienverehrung bei den bulgarischen Gl\u00e4ubigen ist tief in der Seele der hier lebenden Generationen verwurzelt. Wie es Pfarrer Gjuka (Georg) Augustinov, der Seelsorger der Bulgarischen Personalpfarrei in Temeswar, formulierte: \u201eWenn es die Gottesmutter nicht g\u00e4be, w\u00e4ren wir Waisen. Doch wir haben eine himmlische Mutter, an die wir uns voller Vertrauen wenden k\u00f6nnen, die uns besch\u00fctzt und hilft. Und das ist nicht nur leeres Gerede \u2013 das ist Wirklichkeit.\u201c<br \/>\nNach dem Abschluss des Theologischen Instituts in Karlsburg (Alba Iulia) wurde Pfarrer Gjuka Augustinov am 21. April 1963 von Bischof \u00c1ron M\u00e1rton zum Priester geweiht. Als Kaplan kam er nach Alt-Beschenowa, sp\u00e4ter wurde er zum Pfarrer in Breschtea ernannt, wo er fast drei\u00dfig Jahre lang der Kirche und den Gl\u00e4ubigen diente. Im Jahr 1993 \u00fcbernahm er die Pfarrei Mehala in Temeswar. 2000 wurde er zum Dechant des Dekanats Temeswar ernannt und sp\u00e4ter Mitglied des wiedererrichteten Domkapitels. Derzeit ist Pfarrer Msgr. Augustinov Seelsorger der Bulgarischen Personalpfarrei in Temeswar. Anl\u00e4sslich der Wallfahrt zum Fest Mari\u00e4 Geburt in Maria Radna baten wir ihn um ein Gespr\u00e4ch.<\/p>\n<p><strong><em><a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/1-scaled.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload  wp-image-78221 alignright\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/1-623x1024.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/1-623x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"462\" height=\"759\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27462%27%20height%3D%27759%27%20viewBox%3D%270%200%20462%20759%27%3E%3Crect%20width%3D%27462%27%20height%3D%27759%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/1-183x300.jpg 183w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/1-200x329.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/1-400x657.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/1-600x986.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/1-623x1024.jpg 623w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/1-768x1262.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/1-800x1314.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/1-935x1536.jpg 935w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/1-1200x1972.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/1-1247x2048.jpg 1247w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/1-scaled.jpg 1558w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 462px) 100vw, 462px\" \/><\/a>\u2013 Herr Pfarrer, w\u00fcrden Sie sich bitte unseren Leserinnen und Lesern vorstellen?<\/em><\/strong><br \/>\n<strong><em>\u2013<\/em><\/strong> Ich wurde 1939 im Dorf Bulgarische Kolonie geboren, und kurz darauf zogen meine Eltern nach Alt-Beschenowa, wo ich aufgewachsen bin. Nach dem Abschluss der sieben Klassen wurde ich 1953 an die Kantorenschule in Karlsburg (Alba Iulia) aufgenommen, anschlie\u00dfend an das Theologische Institut, wo ich zehn Jahre sp\u00e4ter zum Priester geweiht wurde. Als Pfarrer wurde ich zun\u00e4chst nach Omor entsandt, wo ich die Heilige Messe auf Ungarisch und Rum\u00e4nisch zelebrierte. Da jedoch in der benachbarten Gemeinde Breschtea deutlich mehr Gl\u00e4ubige bulgarischer Herkunft lebten, zog ich bald dorthin um. W\u00e4hrend meiner Jahre dort pendelte ich t\u00e4glich zwischen den beiden Orten, sodass die Gemeinde in Omor durch den Wechsel kaum beeintr\u00e4chtigt wurde. Ein Jahr sp\u00e4ter wurden weitere Gemeinden der Pfarrei angeschlossen: Denta, wo ebenfalls bulgarische Gl\u00e4ubige lebten, Kleinomor, das damals als rein deutsche Gemeinde galt, sowie Partosch, das als Filiale \u00fcberwiegend von Ungarn bewohnt war. Nach der Aufl\u00f6sung der Pfarrei in Gro\u00df-Scham im Jahr 1991 \u00fcbernahmen wir gemeinsam mit dem Seelsorger aus Gataja die geistliche Betreuung der zugeh\u00f6rigen Ortschaften. Mit der bulgarischen Gemeinde in Breschtea, die etwa tausend Seelen z\u00e4hlte, verbinden mich viele sch\u00f6ne Erinnerungen. Wir hatten drei Jugendgruppen, und ich betreute rund 200 Kinder und Jugendliche. Neben dem Religionsunterricht bereiteten wir uns zu Weihnachten mit einem Krippenspiel und zu Ostern mit dem Kreuzweg vor. Wir machten Ausfl\u00fcge \u2013 allerdings wurden wir in der kommunistischen Zeit am n\u00e4chsten Tag oft zur Befragung (bei der Sekuritate oder Militz) vorgeladen \u2013 und gemeinsam mit den Gl\u00e4ubigen setzten wir die Kirche instand. Die Menschen halfen immer, wenn es n\u00f6tig war, denn dort gingen sogar Parteimitglieder in die Kirche und standen mir bei, wenn es ernst wurde. Und es gab durchaus Situationen, in denen das notwendig war. Im zweiten Jahr meines Wirkens als Pfarrer, 1965, bereiteten wir uns gerade auf die Erstkommunion und Firmung vor, als die Beh\u00f6rden das Ger\u00fccht verbreiteten, im Dorf sei die Schweinepest ausgebrochen. Die Ortschaft wurde vollst\u00e4ndig abgeriegelt \u2013 niemand durfte hinein oder hinaus. Damals hatte fast jeder einen Mastschwein oder Ferkel im Stall \u2013 ich ebenfalls \u2013 und es fehlte nicht viel, dass auch das Pfarrhaus, wie viele andere H\u00e4user im Dorf, versiegelt worden w\u00e4re. Ein Gro\u00dfteil der M\u00e4nner wurde isoliert und in Desinfektionsstationen gebracht, damit sie nicht an der gemeinsamen Heiligen Messe teilnehmen konnten. Mehr noch: Selbst Hochw\u00fcrden Dr. Ferdinand Cziza, Generalvikar, der zur Firmung angereist war, wurde erst nach einer \u201egr\u00fcndlichen Desinfektion\u201c in die Kirche gelassen. Schwei\u00df und Tr\u00e4nen liefen ihm \u00fcber das Gesicht. Meine seelsorgliche T\u00e4tigkeit in Temeswar begann im Oktober 1993 in der Pfarrei Mehala. Gleichzeitig betreute ich auch die slowakische und bulgarische Gemeinde der Stadt und zelebrierte die Heilige Messe meist in vier Sprachen.<\/p>\n<p><strong><em>\u2013 Die Wallfahrt der bulgarischen Gl\u00e4ubigen nach Maria Radna ist auch heute ein sch\u00f6nes Beispiel f\u00fcr die Marienverehrung. Wie verlief diese Wallfahrt in den vergangenen Jahrzehnten?<\/em><\/strong><br \/>\n\u2013 Wie ich bereits im Interview zum 500-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um des Wallfahrtsortes Radna im Jahr 2020 erz\u00e4hlt habe, bin ich zum ersten Mal mit meiner Mutter nach Radna gepilgert \u2013 ich war damals etwa zehn Jahre alt. Der Kreuzweg auf dem H\u00fcgel hinter der Wallfahrtskirche war voller russischer Soldaten; sie k\u00fcmmerten sich zwar nicht um uns, aber ihre Anwesenheit war weder f\u00fcr uns Kinder noch f\u00fcr unsere M\u00fctter unbedeutend. Ich erinnere mich auch daran, dass ich zu Hause als Ministrant mit dem Pfarrer zum Dorfrand ging, wo sich die Pferdewagen versammelten, bereit zur Abfahrt nach Radna. Der Pfarrer segnete sie, und wir z\u00e4hlten die Wagen: hundert, hundertdrei\u00dfig, manchmal sogar hundertf\u00fcnfzig. Bei den Wallfahrten nach Maria Radna ging vorne das Kreuz, gefolgt von den Kirchenfahnen, dann die Gl\u00e4ubigen zu Fu\u00df und schlie\u00dflich die Wagen, auf denen bei Bedarf m\u00fcde Kinder oder Frauen mitgenommen wurden, die sich nicht wohl f\u00fchlten. Ich kann mit voller Gewissheit sagen, dass die Pfarrei in Breschtea die einzige war, die weder w\u00e4hrend der kommunistischen Zeit noch sp\u00e4ter \u2013 bis zum Ausbruch der Covid-Pandemie \u2013 jemals ihre j\u00e4hrliche Fu\u00dfwallfahrt nach Maria Radna unterbrochen hat. Die Strecke betr\u00e4gt etwa 130 Kilometer. Das bedeutete, dass die Wallfahrer um 3 oder 4 Uhr morgens aufstanden, an der Heiligen Messe in der \u00f6rtlichen Kirche teilnahmen und sich dann auf den Weg machten. Sie hielten f\u00fcr eine kurze Pause und das Fr\u00fchst\u00fcck in Wojteg, das Mittagessen gab es in Schebel, und gegen 18\u201319 Uhr kamen sie in Temeswar an. Nach der ersten \u00dcbernachtung in Temeswar verbrachten die Pilger die zweite Nacht in der Gemeinde Aliosch, und am dritten Tag trafen sie am Nachmittag, etwa zwischen 14 und 16 Uhr, in Maria Radna ein. Die Gl\u00e4ubigen aus Alt-Beschenowa \u00fcbernachteten fr\u00fcher am ersten Tag in Perjamosch und am zweiten in Arad-Mikalaka. W\u00e4hrend der kommunistischen Zeit waren die Beh\u00f6rden durchaus bereit, Wallfahrer aus dem Zug oder Bus zu holen \u2013 oder sie stattdessen direkt aufs Feld zum Zuckerr\u00fcbenernten zu schicken. In Breschtea gab es in den mittleren und sp\u00e4ten 1960er-Jahren keinen September, in dem der Kommandant der Polizeistation in Denta nicht ein oder zwei Wochen vor dem Fest Mari\u00e4 Geburt erschien, um mir zu befehlen, die Wallfahrt nach Radna einzustellen und den Gl\u00e4ubigen \u2013 vor allem in Gruppen \u2013 das Pilgern zu untersagen, damit es nicht auff\u00e4llt. Ich erkl\u00e4rte ihm vergeblich, dass ich das nicht tun werde \u2013 denn die Menschen gehen nicht zum Vergn\u00fcgen auf Wallfahrt, sondern jeder hat ein Anliegen: manche beten f\u00fcr Gesundheit, andere bringen Dank dar, wieder andere kommen aus Not oder Schmerz \u2013 ich kann sie also nicht aufhalten! Es gab jedoch eine Taktik, die sich als wirksam erwies: Wenn wir sehr fr\u00fch aufstanden und still durch Denta und sp\u00e4ter durch Detta zogen, lie\u00df uns in der Regel niemand mehr bel\u00e4stigen. Damals begleiteten nur ein oder zwei Pferdewagen die Wallfahrer, die das Gep\u00e4ck transportierten.<\/p>\n<div id=\"attachment_78224\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/jpg-kis.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-78224\" decoding=\"async\" class=\"lazyload wp-image-78224 size-large\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/jpg-kis-1024x717.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/jpg-kis-1024x717.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"717\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%271024%27%20height%3D%27717%27%20viewBox%3D%270%200%201024%20717%27%3E%3Crect%20width%3D%271024%27%20height%3D%27717%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/jpg-kis-200x140.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/jpg-kis-300x210.jpg 300w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/jpg-kis-400x280.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/jpg-kis-600x420.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/jpg-kis-768x538.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/jpg-kis-800x560.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/jpg-kis-1024x717.jpg 1024w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/jpg-kis-1200x840.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/jpg-kis-1536x1075.jpg 1536w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-78224\" class=\"wp-caption-text\">Die Gl\u00e4ubigen aus Alt-Beschenowa und Winga auf dem Weg nach Maria Radna &#8211; 1925<\/p><\/div>\n<p><strong><em>\u2013 Ist diese Verbundenheit mit der Gottesmutter f\u00fcr die gesamte bulgarische Gemeinschaft typisch?<\/em><\/strong><br \/>\n\u2013 Ja. Einige unserer Landsleute flohen nach der Niederschlagung des anti-osmanischen Aufstands von 1688 in \u010ciprovci (\u0427ip\u0440\u043e\u0432\u0446\u0438, Bulgarien) in die Gebiete der Habsburgermonarchie \u2013 auch in diese Region \u2013 und brachten eine Ikone der Heiligen Jungfrau Maria mit sich. Diese Auswanderungs- und Fluchtbewegung verst\u00e4rkte sich erheblich nach den \u00f6sterreichisch-t\u00fcrkischen Kriegen im 17. bis 19. Jahrhundert. Auch in Karlsburg (Alba Iulia) hatten wir eine Kirche, die nach der Revolution von 1848\u20131849 niederbrannte. Der Mathematikprofessor J\u00f3zsef Mogyor\u00f3si behauptete, dass dabei auch das Gnadenbild der dortigen bulgarischen Gemeinde zerst\u00f6rt wurde. Es steht fest, dass sowohl in unserer Herkunftsregion als auch hier, wo wir heute leben \u2013 ebenso in Serbien oder sogar in Bulgarien \u2013 nahezu alle Kirchen der Heiligen Jungfrau Maria geweiht sind: Mari\u00e4 Himmelfahrt, Mari\u00e4 Namen, K\u00f6nigin des Rosenkranzes, Mari\u00e4 Geburt usw. So sind ganze Generationen mit Liebe und Vertrauen zur Gottesmutter aufgewachsen. Wir sagen oft: Wir sind keine echten Banater Bulgaren (Balgare-pal\u0107ene), wenn wir die Gottesmutter nicht verehren. Als unsere Vorfahren sich hier niederlie\u00dfen, war Radna f\u00fcr sie alles. Die Bulgaren, ein landwirtschaftlich gepr\u00e4gtes Volk, machten keinen Urlaub \u2013 und der gr\u00f6\u00dfte Wunsch der Kinder war, von ihren Eltern mit nach Radna genommen zu werden. Es gibt ein altes Foto, das zeigt, wie sich die Gl\u00e4ubigen aus Alt-Beschenowa, als sie durch Winga zogen, mit den dortigen Wallfahrern vereinigten. Auf dem Bild ist deutlich zu erkennen, wie sich die beiden Pilgergruppen verbinden \u2013 wie zwei Fl\u00fcsse, die ineinander m\u00fcnden. Von dort gingen sie gemeinsam weiter&#8230;<br \/>\nIn den \u00fcberwiegend von Bulgaren bewohnten D\u00f6rfern gab und gibt es eine tragbare Statue der Gottesmutter, die bei Prozessionen mitgef\u00fchrt wurde und vor der die Gl\u00e4ubigen bei jeder besonderen Gelegenheit \u2013 sei es Hochzeit, Taufe, Begr\u00e4bnis oder ein anderes Ereignis \u2013 kniend beteten. An den Sonntagen standen die M\u00e4dchen, die zur Erstkommunion gingen, in wei\u00dfen Kleidern und mit wei\u00dfen Kr\u00e4nzen im Haar, sowie die Jungen, die nach ihrer Erstkommunion als Ministranten dienten, mit kleinen Fahnen in den H\u00e4nden w\u00e4hrend der gesamten Messe in zwei Reihen vor der Statue der Gottesmutter. Ich m\u00f6chte anmerken, dass in unserer Gemeinschaft fast jedes M\u00e4dchen bei der Taufe den Namen Maria erh\u00e4lt. Zum Beispiel hie\u00dfen beide meiner Gro\u00dfm\u00fctter Maria, ebenso meine Mutter und meine Schwester \u2013 und auch meine Tante. Ein weiterer beliebter Name ist Anna \u2013 der Name der Mutter der Gottesmutter \u2013 oder Annamaria. Unter den Heiligen verehren wir als landwirtschaftlich gepr\u00e4gtes Volk besonders den heiligen Wendelin, und nat\u00fcrlich die heilige Anna. Ihre Statue schm\u00fccken wir jedes Jahr am 26. Juli, ihrem Namenstag, mit einem Sonnenblumenkranz oder -strau\u00df. Diese Tradition lebt bis heute fort. Wie ich bereits sagte, verehren wir in unserer Gemeinschaft neben dem Sch\u00f6pfergott und Jesus ganz besonders die Gottesmutter. Wie ein kleines Kind einmal im Religionsunterricht fragte, als ich das Kreuzzeichen erkl\u00e4rte: \u201eDer Vater, der Sohn und der Heilige Geist \u2013 aber wo ist die Mutter?\u201c Nun, bei uns Bulgaren ist die Gottesmutter immer in unseren Gebeten gegenw\u00e4rtig. Als ich Pfarrer in Breschtea war, hatten wir etwa f\u00fcnfzig Rosenkranzgruppen \u2013 und heute sind es immer noch rund drei\u00dfig. In der Temeswarer Gemeinde gibt es derzeit zw\u00f6lf solcher Gruppen. Fr\u00fcher trugen die bulgarischen Frauen den Rosenkranz in der Hand \u2013 ob sie zur Kirche gingen, zu einer Beerdigung, zu einer Litanei oder zu einer anderen liturgischen Feier. Ohne ihn verlie\u00dfen sie das Haus nicht. In der Adventszeit vor Weihnachten beteiligten sich viele Gruppen an der Tradition \u201eHerbergssuche der Heiligen Familie\u201c. Auch dabei stand die Gottesmutter im Mittelpunkt \u2013 sie, die den Erl\u00f6ser in die Welt brachte. Bei uns geh\u00f6ren das <em>Vaterunser<\/em> und das <em>Gegr\u00fc\u00dfet seist du, Maria<\/em> untrennbar zusammen. Ich war schon ein gro\u00dfer Bursche, als ich erkannte, dass es sich eigentlich um zwei verschiedene Gebete handelt \u2013 denn bei uns war es undenkbar, das <em>Vaterunser<\/em> zu sprechen, ohne gleich danach das <em>Ave Maria<\/em> zu beten. In unseren H\u00e4usern hing das Kruzifix in der Mitte des Raumes (der guten Stube), zwischen den beiden Fenstern \u2013 rechts und links davon die Herz-Jesu- und Herz-Mari\u00e4-Bilder. Die M\u00e4dchen trugen stets eine Marienmedaille um den Hals, die wir \u201em\u0103rijce\u201c nennen \u2013 eine liebevolle Diminutivform des Namens Maria. Viele V\u00f6lker betrachten die Gottesmutter als ihre Schutzpatronin \u2013 und das ist gut so, denn sie hilft allen. Wir Bulgaren haben oft das Gef\u00fchl, dass wir nirgendwo wirklich dazugeh\u00f6ren. Oft waren wir ohne Priester, die unsere Sprache sprechen, und in vielen F\u00e4llen ohne Schule, also ohne die M\u00f6glichkeit, in unserer Muttersprache zu lernen. Wenn es die Gottesmutter nicht g\u00e4be, w\u00e4ren wir Waisen. Aber wir haben eine himmlische Mutter, zu der wir voller Vertrauen beten k\u00f6nnen, die uns besch\u00fctzt und uns hilft. Und das ist nicht nur ein sch\u00f6nes Wort, das ist Wirklichkeit&#8230;<\/p>\n\n\t\t<style type=\"text\/css\">\n\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 50%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-78240 gallery-columns-2 gallery-size-large'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a data-rel=\"iLightbox[postimages]\" data-title=\"IMG_0107\" data-caption=\"\" href='https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/IMG_0107-1.jpg'><img width=\"1024\" height=\"693\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/IMG_0107-1-1024x693.jpg\" class=\"attachment-large size-large lazyload\" alt=\"\" decoding=\"async\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%271878%27%20height%3D%271271%27%20viewBox%3D%270%200%201878%201271%27%3E%3Crect%20width%3D%271878%27%20height%3D%271271%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/IMG_0107-1-1024x693.jpg\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/IMG_0107-1-200x135.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/IMG_0107-1-300x203.jpg 300w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/IMG_0107-1-400x271.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/IMG_0107-1-600x406.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/IMG_0107-1-768x520.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/IMG_0107-1-800x541.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/IMG_0107-1-1024x693.jpg 1024w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/IMG_0107-1-1200x812.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/IMG_0107-1-1536x1040.jpg 1536w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/IMG_0107-1.jpg 1878w\" data-sizes=\"auto\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a data-rel=\"iLightbox[postimages]\" data-title=\"IMG_0106\" data-caption=\"\" href='https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/IMG_0106.jpg'><img width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/IMG_0106-1024x683.jpg\" class=\"attachment-large size-large lazyload\" alt=\"\" decoding=\"async\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%271839%27%20height%3D%271226%27%20viewBox%3D%270%200%201839%201226%27%3E%3Crect%20width%3D%271839%27%20height%3D%271226%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/IMG_0106-1024x683.jpg\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/IMG_0106-200x133.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/IMG_0106-300x200.jpg 300w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/IMG_0106-400x267.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/IMG_0106-600x400.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/IMG_0106-768x512.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/IMG_0106-800x533.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/IMG_0106-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/IMG_0106-1200x800.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/IMG_0106-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/IMG_0106.jpg 1839w\" data-sizes=\"auto\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t<\/div>\n\n<p><strong><em>\u2013 Gelingt es Ihnen, diese Verehrung und Verbundenheit mit der Gottesmutter an die n\u00e4chsten Generationen weiterzugeben?<\/em><\/strong><br \/>\n\u2013 Heute ist es schwieriger, denn wir leben verstreut in der Welt, und die Menschen sind viel bequemer geworden \u2013 sie kommen nicht mehr jeden Sonntag in unsere Pfarrkirchen. Auch die Zahl der Mischehen nimmt zu. Doch zu den Feiertagen tragen die jungen Leute gerne die sch\u00f6ne Volkstracht \u2013 nat\u00fcrlich ermutigen wir sie im Hintergrund dazu. Wir bem\u00fchen uns, die Kinder im christlichen Geist zu erziehen: Ich halte Vorbereitungsstunden f\u00fcr die Erstkommunion und Firmung, und die Betrachtungen sind auch \u00fcber soziale Medien zug\u00e4nglich, ebenso wie die Gebete und Lieder in bulgarischer Sprache.<\/p>\n<p><strong><em>\u2013 Vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch!<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong>Historische Daten \u00fcber die Banater Bulgaren<\/strong><\/p>\n<p>In seinem mehrb\u00e4ndigen Werk <strong><em>Erbe und Auftrag<\/em><\/strong>, das die Geschichte der Di\u00f6zese Tschanad pr\u00e4sentiert, schreibt der emeritierte Temeswarer Bischof Martin Roos Folgendes \u00fcber unsere Bulgarischen Mitchristen (Band I\/2a, Kap 3, passim).<br \/>\n\u201eDie heutigen Bulgaren sind keine Slawen, eher ein slawisierter t\u00fcrkischer Stamm. Als sie das heutige Bulgarien besetzten, waren sie nur zum Teil Christen. Mittelalterliche Franziskaner, die hier eine Zeitlang ungehindert wirken konnten, gewannen einen kleinen Teil von ihnen f\u00fcr die katholische Kirche. W\u00e4hrend des Gro\u00dfen T\u00fcrkenkrieges leisteten diese Katholiken dem kaiserlichen Heer oft wertvolle Dienste und waren bei dessen R\u00fcckzug gezwungen, zwischen R\u00e4chung und Flucht zu w\u00e4hlen.<br \/>\nDa durch den Friedensschlu\u00df von Karlowitz die Kleine Walachei an den Kaiser fiel, lie\u00df sich ein Teil dieser fl\u00fcchtenden Bulgaren \u2013 viele kamen aus der Gegend von \u010ciprovac (Tschiprowatz) \u2013 hier nieder, w\u00e4hrend andere nach Osten in die Gro\u00dfe Walachei zogen, wo ihre Nachkommen, stark rum\u00e4nisiert, heute noch in Cioplea und Pope\u015fti-Leordeni bei Bukarest leben, w\u00e4hrend andere weiterzogen nach Norden, nach Siebenb\u00fcrgen.<br \/>\nStarke bulgarische Gemeinden lebten Ende des 17. und zu Beginn des 18. Jahrhunderts in R\u00e2mnicu-V\u00e2lcea oder in Krajowa, wo 1694 zum Beispiel, auch der sp\u00e4tere Bischof von Nikopel und Csan\u00e1d Frater Nikolaus Stanislavich geboren wurde, ebenfalls Franziskaner. In der Krypta unserer Domkirche ist der Grabstein Bischof Stanislavichs noch erhalten. Die bescheidene Inschrift lautet: <em>Gott dem Dreieinen, dem Besten und Gr\u00f6\u00dften (die Ehre!). Hier liegt Frater Nikolaus Stanislavich aus der Bulgarisch-Walachischen Provinz zur Unbefleckten Empf\u00e4ngnis des Ordens des hl. Franziskus der Minderen <\/em>(Br\u00fcder)<em> von der Observanz, Bischof von Csan\u00e1d, (ein) S\u00fcnder. Bittet Gott f\u00fcr ihn!<\/em><br \/>\nAnhand ihrer \u00e4ltesten Matrikelb\u00fccher l\u00e4\u00dft sich heute noch der Weg ihrer abenteuerlichen Wanderung rekonstruieren. Aus ihrer Mitte gingen st\u00e4ndig sowohl Di\u00f6zesan- wie Ordenspriester hervor.<\/p>\n<div id=\"attachment_78236\" style=\"width: 1034px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Ostern-Vinga-1973.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-78236\" decoding=\"async\" class=\"lazyload wp-image-78236 size-large\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Ostern-Vinga-1973-1024x717.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Ostern-Vinga-1973-1024x717.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"717\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%271024%27%20height%3D%27717%27%20viewBox%3D%270%200%201024%20717%27%3E%3Crect%20width%3D%271024%27%20height%3D%27717%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Ostern-Vinga-1973-200x140.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Ostern-Vinga-1973-300x210.jpg 300w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Ostern-Vinga-1973-400x280.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Ostern-Vinga-1973-600x420.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Ostern-Vinga-1973-768x538.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Ostern-Vinga-1973-800x560.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Ostern-Vinga-1973-1024x717.jpg 1024w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Ostern-Vinga-1973-1200x841.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Ostern-Vinga-1973-1536x1076.jpg 1536w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Ostern-Vinga-1973.jpg 1690w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-78236\" class=\"wp-caption-text\">Ostern, Vinga 1973<\/p><\/div>\n<p>Der ungl\u00fcckliche Friedensschlu\u00df von Belgrad nach dem T\u00fcrkenkrieg von 1737\/1739 zwang diese Katholiken \u2013 sie nennen sich nicht nur Bulgaren, sondern auch Paltjene, Paulizianer, wohl nach einem ihrer gro\u00dfen Missionare \u2013 zu weiterer Flucht mit den sich zur\u00fcckziehenden kaiserlichen Heeren und so kamen sie ins Banat. Hier wies man ihnen die leerstehenden Pr\u00e4dien zu: bei Rekasch, Alt-Beschenowa und Winga. Diese Ereignisse spielten sich 1738\/39 ab, als sie, erneut heimatlos geworden, die beste M\u00f6glichkeit ergriffen und sich hier, gem\u00e4\u00df allerh\u00f6chstem Befehl, niederlie\u00dfen. Es ist ein kleines, flei\u00dfiges und intelligentes V\u00f6lkchen mit einem geh\u00f6rigen Ma\u00df an Selbstbewu\u00dftsein. Man schreibt mit lateinischen, nicht mit kyrillischen Buchstaben, spricht einen Dialekt, den man nur hier kennt, und pflegt die eigene Tradition mit gro\u00dfer Hingabe. Man ist stolz auf seinen Glauben und h\u00e4lt auch in der Fremde zusammen. Die Bulgaren in unserem Bistum sind gute G\u00e4rtner, hervorragende Feinb\u00e4cker und verstehen zu wirtschaften.<br \/>\nAu\u00dfer den beiden gro\u00dfen Pfarreien Alt-Beschenowa und Winga, das 1744 sich Marktprivilegien von Kaiserin Maria-Theresia erkaufte, besiedelten bulgarische Familien Lowrin, Denta, Brestye und Modosch, heute im serbischen Banat; au\u00dfer in diesen Ortschaften leben kleinere Gruppen in Skorenovac\/Sz\u00e9kelykeve, Busenje\/K\u00e1ptalanfalva, Belo Blato\/Elisenhain, heute alle drei im serbischen Banat gelegen. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts lie\u00dfen sich Bulgaren auch in den gro\u00dfen St\u00e4dten des Banats nieder, wie in Temeswar und Arad, aber auch in Gro\u00df-Sankt-Nikolaus, das nahe bei Alt-Beschenowa liegt.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Wallfahrt der bulgarischst\u00e4mmigen r\u00f6misch-katholischen Gl\u00e4ubigen aus der Di\u00f6zese Temeswar zur Basilika Maria Radna wird traditionell in den Tagen vor dem Fest Mari\u00e4 Geburt organisiert. Heuer werden am 6. und 7. September in Maria Radna mehrere Heilige Messen gefeiert f\u00fcr die Pilger, die aus Temeswar sowie aus den Pfarrgemeinden von Winga, Alt-Beschenowa, Breschtea und anderen Gemeinschaften [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":28987,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[66],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/78240"}],"collection":[{"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=78240"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/78240\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":78241,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/78240\/revisions\/78241"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/28987"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=78240"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=78240"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=78240"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}