{"id":78393,"date":"2025-09-07T14:20:07","date_gmt":"2025-09-07T11:20:07","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=78393"},"modified":"2026-05-05T20:16:18","modified_gmt":"2026-05-05T17:16:18","slug":"papst-leo-xiv-spricht-carlo-acutis-und-giorgio-frassati-heilig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/papst-leo-xiv-spricht-carlo-acutis-und-giorgio-frassati-heilig\/","title":{"rendered":"Papst Leo XIV. spricht Carlo Acutis und Giorgio Frassati heilig"},"content":{"rendered":"<p class=\"article__subTitle\">Papst Leo XIV. hat die beiden im Jugendalter verstorbenen Laien Carlo Acutis und Giorgio Frassati an diesem Sonntag auf dem Petersplatz heiliggesprochen. Er w\u00fcrdigte die beiden Italiener als \u201eEinladung vor allen an junge Menschen, das Leben nicht zu vergeuden\u201c. 80.000 Pilger feierten mit.<\/p>\n<div>\n<p><i><b>Anne Preckel \u2013 Vatikanstadt<\/b><\/i><\/p>\n<p>Carlo Acutis (1991-2006) und Giorgio Frassati (1901-1925) sprechen weltweit viele Gl\u00e4ubige an: Beide lebten ihren Glauben im Alltag und mit Energie und Zuversicht, bis zuletzt: Acutis verstarb mit nur 15 an Leuk\u00e4mie, Frassati mit 24 Jahren an Kinderl\u00e4hmung.<\/p>\n<p><strong>80.000 Pilger nahmen teil<\/strong><br \/>\nGro\u00dfformatige Bilder von Acutis und Frassati waren bei der Feier an der Fassade des Petersdoms angebracht. Viele der 80.000 Gl\u00e4ubigen, die zur Heiligsprechungsmesse kamen, waren Teenager oder in ihren 20ern. Leo XIV. wandte sich zu Beginn in freier Rede an die Pilger: \u201eHeute ist ein wundersch\u00f6ner Festtag f\u00fcr ganz Italien, f\u00fcr die ganze Kirche, f\u00fcr die ganze Welt!\u201c, so der Papst, der die Heiligsprechung mit den vielen jungen G\u00e4sten als \u201eSegen\u201c und \u201eGeschenk des Glaubens\u201c bezeichnete. Die Pilger bat er um \u201eoffene Herzen\u201c und Liebe zu Jesus Christus: \u201eIhr alle, wir alle sind dazu berufen, heilig zu sein\u201c, betonte der Pontifex, der ein festliches liturgisches Gewand in Gold trug.<\/p>\n<p><strong>Erster heiliger Millenial<\/strong><br \/>\nNach Anrufung des Geistes im gregorianischen Hymnus \u201eVeni Creator Spiritus&#8220; (Komm, Sch\u00f6pfer Geist) stellte Kardinal Marcello Semeraro, Pr\u00e4fekt des Dikasteriums f\u00fcr Selig- und Heiligsprechungen, die beiden Heiligen mit Kurzbiografien vor. Der 1991 in London geborene und 2006 in Mailand verstorbene Acutis ist der erste Millennial, der heiliggesprochen wird. Der allgemein auch als \u201eCyber-Apostel\u201c oder \u201eInfluencer Gottes\u201c bezeichnete Jugendliche nutzte das Internet zur Verbreitung des christlichen Glaubens und hat heute in vielen L\u00e4ndern Bewunderer. Seine sterblichen \u00dcberreste werden in Assisi aufbewahrt, wo er 2020 auch seliggesprochen worden war.<\/p>\n<p><strong>F\u00fcr andere da sein statt ,Dahinvegetieren&#8216;<\/strong><br \/>\nDer 1901 geborene Turiner Student, Sozialaktivist und Dominikaner-Tertiar Frassati widmete sein Leben den Armen, Kranken und Arbeitern und engagierte sich in einer Zeit sozialer Spannungen f\u00fcr die Meinungs- und Ausdrucksfreiheit und verbrachte auch einige Zeit in Deutschland, bevor er 1925 verstarb. Johannes Paul II. hatte den engagierten Katholiken, der f\u00fcr Lebensfreude warb und gerne Berge bestieg, 1990 seliggesprochen. Den Weg f\u00fcr die Heiligsprechung der beiden jungen Italiener hatte Papst Franziskus frei gemacht, die Zeremonie selbst leitete nun Papst Leo.<\/p>\n<p><strong>Das Leben nicht vergeuden<\/strong><br \/>\nNach der Allerheiligen-Litanei sprach Papst Leo an diesem Sonntag die Formel zur Kanonisierung und gab die beiden Glaubenszeugen zur weltweiten Verehrung als Heilige frei. Danach wurden Reliquien von Acutis und Frassati mit Weihrauch geehrt, bevor die Feier mit dem Wortgottesdienst und der Eucharistiefeier weiterging. Carlo Acutis und Giorgio Frassati seien eine \u201eEinladung an uns alle, vor allem an die jungen Menschen, das Leben nicht zu vergeuden, sondern es nach oben hin auszurichten und es zu einem Meisterwerk zu machen\u201c, betonte Leo XIV. in seiner Predigt. Das Glaubenszeugnis von Frassati, einem \u201ejungen Mann des fr\u00fchen 20. Jahrhunderts\u201c, und Acutis, \u201eeinem Teenager unserer Zeit\u201c, sei auch heute wegweisend f\u00fcr die Spiritualit\u00e4t der Laien, stellte Leo XIV. heraus.<\/p>\n<p><strong>Laien-Spiritualit\u00e4t im Alltag<\/strong><br \/>\nFrassati, der \u00fcber schulische und kirchliche Gruppen wie die Katholische Aktion und Kontakte zu den Dominikanern Gott begegnete, habe seinen Glauben \u201emit seiner Freude am Leben und einem christlichen Leben in Gebet, Freundschaft und N\u00e4chstenliebe\u201c bezeugt, beonte der Papst. Er habe etwa armen Menschen in Turin mit \u201eKarren voller Hilfsg\u00fcter\u201c geholfen, erinnerte er. \u201eF\u00fcr ihn war der Glaube keine private Angelegenheit: Gest\u00e4rkt von der Kraft des Evangeliums und der Mitgliedschaft in kirchlichen Vereinigungen, engagierte er sich gro\u00dfz\u00fcgig in der Gesellschaft, leistete seinen Beitrag zum politischen Leben und widmete sich leidenschaftlich dem Dienst an den Armen.\u201c<br \/>\nWie Frassati habe auch Carlo Acutis \u201emit einfachen Mitteln\u201c Glaube und Geschwisterlichkeit gelebt, fuhr Leo XIV. fort &#8211; durch die t\u00e4gliche Messe, Gebet und Eucharistische Anbetung, Beichte und t\u00e4tige N\u00e4chstenliebe \u201ein kleinen, oft verborgenen, konkreten Gesten\u201c. Carlo habe als Kind und Jugendlicher \u201eganz nat\u00fcrlich Gebet, Sport, Lernen und N\u00e4chstenliebe\u201c miteinander verbunden, verwies der Papst auf das Wirken des Teenagers in Familie, Schule und Pfarrgemeinde, von wo aus er sich \u00fcber das Internet an die Welt wandte. Selbst in Zeiten der Not am Lebensende, als Acutis an Leuk\u00e4mie und Frassati an Kinderl\u00e4hmung erkrankte, h\u00e4tte beide von ihrer Liebe zu Gott und vom Gebet nicht abgelassen und Hoffnung bis zuletzt gelebt, w\u00fcrdigte Leo XIV. die beiden Heiligen.<\/p>\n<p><strong>Am Scheideweg<\/strong><br \/>\nViele junge Menschen h\u00e4tten im Laufe der Jahrhunderte an einem \u201eScheideweg in ihrem Leben\u201c gestanden, setzte der Papst das Zeugnis der beiden Italiener in Bezug zu anderen heiligen M\u00e4nnern und Frauen in der Geschichte. Ob der heilige Franz von Assisi oder der heilige Augustinus \u2013 am Anfang habe immer ein \u201eJa\u201c zu Gott gestanden, dem sie sich \u201eganz schenkten, ohne etwas f\u00fcr sich zur\u00fcckzubehalten\u201c, so Leo XIV..<br \/>\nDas gr\u00f6\u00dfte Risiko im Leben bestehe darin, \u201ees abseits von Gottes Plan zu verschwenden\u201c. Leo verwies auf K\u00f6nig Salomo, von dem das Buch der Weisheit erz\u00e4hlt (Weish 9,17). Der K\u00f6nig erkannte beim Tode seines Vaters David, dass nicht Macht und Reichtum, sondern die Weisheit, Gottes Pl\u00e4ne zu erkennen und sich treu an sie zu halten, der Schl\u00fcssel f\u00fcr den \u201egro\u00dfen Plan des Herrn\u201c. Jesus erinnerte daran, dass das Kreuz-Tragen und das Zur\u00fccklassen von Besitz wesentlich f\u00fcr die J\u00fcngerschaft seien (vgl. Lk 14,27 und 33), fuhr Leo XIV. fort. Um ihm nachzufolgen, m\u00fcssten \u201ewir uns von uns selbst, von den Dingen und Ideen, an denen wir h\u00e4ngen, befreien, um auf sein Wort zu h\u00f6ren\u201c, formulierte der Papst.<\/p>\n<p><strong>Familienangeh\u00f6rige und Geheilte mit auf dem Petersplatz<\/strong><br \/>\nDie neuen Heiligen Carlo Acutis und Giorgio Frassati seien hier eine Ermutigung, betonte Leo XIV.: \u201eFolgen wir auch ihrem Zeugnis, damit wir das Leben in seiner ganzen F\u00fclle genie\u00dfen und dem Herrn beim Fest im Himmel entgegengehen k\u00f6nnen.\u201c<br \/>\nAls Lektoren wirkten bei der Heiligspsrechung der Vizepr\u00e4sident der katholischen Aktion Italien, deren Mitglied Frassati war, sowie ein j\u00fcngerer Bruder von Acutis, der nach dessen Tod zur Welt gekommen war. Weitere Familienangeh\u00f6rige Acutis brachten die Gaben zum Altar. Wie bei besonders feierlichen Anl\u00e4ssen \u00fcblich, wurde das Evangelium auch auf Griechisch vorgetragen. Die F\u00fcrbitten wurden in den Sprachen Spanisch, Arabisch, Franz\u00f6sisch, Koreanisch und Portugiesisch verlesen, das Credo und das Vaterunser auf Latein gebetet.<br \/>\nAuch die beiden Menschen, f\u00fcr die Acutis und Frassati nach ihrem Tod Heilungswunder erwirkt hatte, waren bei der Messfeier anwesend. Im Fall von Carlo Acutis war es eine junge Frau aus Costa Rica, die sich 2022 bei einem Fahrradunfall in Florenz irreversible Hirnsch\u00e4den zugezogen hatte, aber nach einem ganzt\u00e4gigen Gebet der Mutter am Grab von Acutis in Assisi spontan gesund wurde. Das Wunder, das Frassati erwirkte, betraf einen US-amerikanischen Seminaristen, der 2017 auf medizinisch unerkl\u00e4rliche Weise von einem Kreuzbandriss genas. Er wurde 2023 zum Priester geweiht und war an diesem Sonntag unter den Konzelebranten auf dem Petersplatz.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/papst\/news\/2025-09\/papst-leo-acutis-frassati-heilig-gesprochen-petersplatz-jugend.html\">www.vaticannews.va\/de<\/a><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Papst Leo XIV. hat die beiden im Jugendalter verstorbenen Laien Carlo Acutis und Giorgio Frassati an diesem Sonntag auf dem Petersplatz heiliggesprochen. Er w\u00fcrdigte die beiden Italiener als \u201eEinladung vor allen an junge Menschen, das Leben nicht zu vergeuden\u201c. 80.000 Pilger feierten mit. 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