{"id":79092,"date":"2025-10-04T06:00:01","date_gmt":"2025-10-04T03:00:01","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=79092"},"modified":"2026-05-05T19:54:22","modified_gmt":"2026-05-05T16:54:22","slug":"botschaft-von-papst-leo-xiv-zum-111-welttag-des-migranten-und-fluechtlings-4-5-oktober-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/botschaft-von-papst-leo-xiv-zum-111-welttag-des-migranten-und-fluechtlings-4-5-oktober-2025\/","title":{"rendered":"Botschaft von Papst Leo XIV. zum 111. Welttag Des Migranten Und Fl\u00fcchtlings &#8211; 4.-5. Oktober 2025"},"content":{"rendered":"<p>Anders als in den vergangenen Jahren, in denen der katholische \u201eWelttag des Migranten und Fl\u00fcchtlings\u201c jeweils am letzten Sonntag im September stattfand, wird er 2025 am 4. und 5. Oktober begangen. Dies geschieht im Rahmen des \u201eJubil\u00e4ums der Migranten und der missionarischen Welt\u201c, das ein zentraler Bestandteil des laufenden Heiligen Jahres sein wird. Hier die Botschaft von Papst Leo zum Weltmigrantentag 2025.<\/p>\n<p><b>Migranten, Missionare der Hoffnung<\/b><\/p>\n<p>Liebe Br\u00fcder und Schwestern,<br \/>\nder 111. Welttag der Migranten und Fl\u00fcchtlinge, den mein Vorg\u00e4nger mit der Heilig-Jahr-Feier der Migranten und der Weltmission zusammenfallen lassen wollte, bietet uns die Gelegenheit, \u00fcber den Zusammenhang zwischen Hoffnung, Migration und Mission nachzudenken.<br \/>\nDie aktuelle Weltlage ist leider von Kriegen, Gewalt, Ungerechtigkeiten und extremen Wetterereignissen gepr\u00e4gt, die Millionen von Menschen dazu zwingen, ihre Heimat zu verlassen und anderswo Zuflucht zu suchen. Die allgemeine Neigung, ausschlie\u00dflich f\u00fcr die Interessen begrenzter Gemeinschaften einzutreten, stellt eine ernsthafte Bedrohung f\u00fcr die gemeinsame Verantwortung, die multilaterale Zusammenarbeit, die Verwirklichung des Gemeinwohls und die globale Solidarit\u00e4t zum Wohl der gesamten Menschheitsfamilie dar. Die Aussicht auf einen erneuten R\u00fcstungswettlauf und die Entwicklung neuer Waffen, einschlie\u00dflich nuklearer Waffen, die d\u00fcrftige Ber\u00fccksichtigung der verheerenden Auswirkungen der gegenw\u00e4rtigen Klimakrise und die tiefgehenden wirtschaftlichen Ungleichheiten lassen die Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft immer schwieriger werden.<br \/>\nAngesichts der Theorien \u00fcber globale Verw\u00fcstungen und furchtbare Szenarien ist es wichtig, dass in den Herzen der meisten Menschen der Wunsch nach einer Zukunft in W\u00fcrde und Frieden f\u00fcr alle w\u00e4chst. Eine solche Zukunft ist ein wesentlicher Bestandteil von Gottes Plan f\u00fcr die Menschheit und die \u00fcbrige Sch\u00f6pfung. Es handelt sich um die messianische Zukunft, die von den Propheten angek\u00fcndigt wurde: \u00bbSo spricht der Herr der Heerscharen: Greise und Greisinnen werden wieder auf den Pl\u00e4tzen Jerusalems sitzen; jeder h\u00e4lt wegen des hohen Alters seinen Stock in der Hand. Und die Pl\u00e4tze der Stadt werden voller Knaben und M\u00e4dchen sein, die auf ihren Pl\u00e4tzen spielen. [&#8230;] vielmehr ist das die Saat des Friedens: Der Weinstock gibt seine Frucht, das Land gibt seinen Ertrag und der Himmel gibt seinen Tau. Das alles will ich dem Rest dieses Volkes als Erbbesitz geben\u00ab (<i>Sach\u00a0<\/i>8,4-5.12). Und diese Zukunft hat bereits begonnen, denn sie wurde von Jesus Christus er\u00f6ffnet (vgl.\u00a0<i>Mk<\/i>\u00a01,15 und\u00a0<i>Lk<\/i>\u00a017,21), und wir glauben und hoffen auf ihre vollst\u00e4ndige Verwirklichung, weil der Herr seine Verhei\u00dfungen immer erf\u00fcllt.<br \/>\nDer Katechismus der Katholischen Kirche lehrt: \u00bbDie Tugend der Hoffnung entspricht dem Verlangen nach Gl\u00fcck, das Gott in das Herz jedes Menschen gelegt hat. Sie nimmt in sich die Hoffnungen auf, die das Handeln der Menschen beseelen\u00ab (Nr. 1818). Und sicherlich ist das Streben nach Gl\u00fcck \u2013 und die Aussicht, es anderswo zu finden \u2013 eine der Hauptmotivationen f\u00fcr die heutige Mobilit\u00e4t der Menschen.<br \/>\nDiese Verbindung zwischen Migration und Hoffnung zeigt sich deutlich in vielen Migrationserfahrungen unserer Zeit. Viele Migranten, Fl\u00fcchtlinge und Vertriebene sind privilegierte Zeugen der im Alltag gelebten Hoffnung, indem sie sich Gott anvertrauen und Widrigkeiten ertragen, in der Aussicht auf eine Zukunft, in der sie das Herankommen von Gl\u00fcck und ganzheitlicher menschlicher Entwicklung erahnen. In ihnen erneuert sich die Erfahrung des wandernden Volkes Israel: \u00bbGott, als du deinem Volk voranzogst, als du die W\u00fcste durchschrittest, da bebte die Erde, da ergossen sich die Himmel vor Gott, dem vom Sinai, vor Gott, dem Gott Israels. Gott, du lie\u00dfest Regen str\u00f6men in F\u00fclle \u00fcber dein verschmachtendes Erbland, das du selbst gegr\u00fcndet. Dein Gesch\u00f6pf fand dort Wohnung; Gott, in deiner G\u00fcte versorgst du den Armen\u00ab (<i>Ps<\/i>\u00a068, 8-11).<br \/>\nIn einer Welt, die von Kriegen und Ungerechtigkeiten verdunkelt ist, erheben sich die Migranten und Fl\u00fcchtlinge selbst dort, wo alles verloren scheint, als Botschafter der Hoffnung. Ihr Mut und ihre Beharrlichkeit sind ein heldenhaftes Zeugnis f\u00fcr einen Glauben, der \u00fcber das hinausgeht, was unsere Augen sehen k\u00f6nnen, und der ihnen die Kraft gibt, auf den unterschiedlichen Migrationsrouten unserer Zeit dem Tod zu trotzen. Auch hier l\u00e4sst sich eine klare Analogie zur Erfahrung des in der W\u00fcste wandernden Volkes Israel finden, das jeder Gefahr im Vertrauen auf den Schutz des Herrn begegnet: \u00bbDenn er rettet dich aus der Schlinge des J\u00e4gers und aus der Pest des Verderbens. Er beschirmt dich mit seinen Fl\u00fcgeln, unter seinen Schwingen findest du Zuflucht, Schild und Schutz ist seine Treue. Du brauchst dich vor dem Schrecken der Nacht nicht zu f\u00fcrchten, noch vor dem Pfeil, der am Tag dahinfliegt, nicht vor der Pest, die im Finstern schleicht, vor der Seuche, die w\u00fctet am Mittag\u00ab (<i>Ps\u00a0<\/i>91.3-6).<br \/>\nDie Migranten und die Fl\u00fcchtlinge erinnern die Kirche an ihre pilgernde Dimension; sie trachtet stets danach, die endg\u00fcltige Heimat zu erreichen und wird von einer Hoffnung gest\u00fctzt, die eine g\u00f6ttliche Tugend ist. Jedes Mal, wenn die Kirche der Versuchung der \u201eSesshaftigkeit\u201d nachgibt und aufh\u00f6rt, <i>civitas peregrina<\/i>\u00a0zu sein \u2013 pilgerndes Volk Gottes auf dem Weg zur himmlischen Heimat (vgl. Augustinus,\u00a0<i>De civitate Dei<\/i>, Buch XIV-XVI) \u2013, dann h\u00f6rt sie auf, \u201ein der Welt\u201d zu sein, und wird \u201evon der Welt\u201d (vgl.\u00a0<i>Joh<\/i>\u00a015,19). Diese Versuchung bestand bereits in den ersten christlichen Gemeinden, so dass der Apostel Paulus die Kirche von Philippi daran erinnern musste: \u00bbDenn unsere Heimat ist im Himmel. Von dorther erwarten wir auch Jesus Christus, den Herrn, als Retter, der unseren armseligen Leib verwandeln wird in die Gestalt seines verherrlichten Leibes, in der Kraft, mit der er sich auch alles unterwerfen kann\u00ab (<i>Phil<\/i>\u00a03, 20-21).<br \/>\nInsbesondere katholische Migranten und Fl\u00fcchtlinge k\u00f6nnen heute in den L\u00e4ndern, die sie aufnehmen, zu Missionaren der Hoffnung werden, indem sie dort neue Glaubenswege beschreiten, wo die Botschaft Jesu Christi noch nicht angekommen ist, oder indem sie einen interreligi\u00f6sen Dialog initiieren, der durch den Alltag und von der Suche nach gemeinsamen Werten gepr\u00e4gt ist. Mit ihrer spirituellen Begeisterung und ihrer Lebendigkeit k\u00f6nnen sie n\u00e4mlich dazu beitragen, erstarrte und schwerf\u00e4llige kirchliche Gemeinschaften wiederzubeleben, in denen die spirituelle W\u00fcste bedrohlich voranschreitet. Ihre Anwesenheit ist daher als wahrer Segen Gottes anzuerkennen und zu wertsch\u00e4tzen, als eine Gelegenheit, sich der Gnade Gottes zu \u00f6ffnen, die seiner Kirche neue Energie und Hoffnung schenkt: \u00bbVergesst die Gastfreundschaft nicht; denn durch sie haben einige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt!\u00ab (<i>Hebr<\/i>\u00a013,2).<br \/>\nDas erste Element der Evangelisierung ist, wie der heilige Paul VI. betonte, im Allgemeinen das Zeugnis: \u00bbZu diesem Zeugnis sind alle Christen aufgerufen; unter diesem Gesichtspunkt k\u00f6nnen sie alle wirkliche Tr\u00e4ger der Evangelisierung sein. Wir denken insbesondere an die Verantwortung, die die Auswanderer in ihren Gastl\u00e4ndern tragen\u00ab (<i>Evangelii nuntiandi<\/i>, 21). Es handelt sich um eine echte\u00a0<i>missio migrantium<\/i>\u00a0\u2013 eine Mission, die von den Migranten verwirklicht wird \u2013, f\u00fcr die eine angemessene Vorbereitung und eine kontinuierliche Unterst\u00fctzung gew\u00e4hrleistet werden m\u00fcssen, die das Ergebnis einer wirkungsvollen Zusammenarbeit innerhalb der Kirche sind.<br \/>\nAndererseits k\u00f6nnen auch die Gemeinschaften, die sie aufnehmen, ein lebendiges Zeugnis der Hoffnung sein. Der Hoffnung im Sinne des Versprechens einer Gegenwart und einer Zukunft, in der die W\u00fcrde aller als Kinder Gottes anerkannt wird. Auf diese Weise werden Migranten und Fl\u00fcchtlinge als Br\u00fcder und Schwestern anerkannt, als Teil einer Familie, in der sie ihre Talente entfalten und uneingeschr\u00e4nkt am Gemeinschaftsleben teilnehmen k\u00f6nnen.<br \/>\nAus Anlass dieses Welttages im Heiligen Jahr, zu dem die Kirche f\u00fcr alle Migranten und Fl\u00fcchtlinge betet, m\u00f6chte ich alle, die sich auf der Reise befinden, sowie diejenigen, die sich f\u00fcr ihre Begleitung einsetzen, dem m\u00fctterlichen Schutz der Jungfrau Maria, der Tr\u00f6sterin der Migranten, anvertrauen, damit sie die Hoffnung in ihren Herzen lebendig halte und sie in ihrem Engagement f\u00fcr den Aufbau einer Welt unterst\u00fctze, die immer mehr dem Reich Gottes \u00e4hnelt, jener wahren Heimat, die uns am Ende unserer Reise erwartet.<\/p>\n<p><i>Aus dem Vatikan, am 25. Juli 2025, dem Fest des heiligen Apostels Jakobus<\/i><\/p>\n<p>LEO PP. XIV<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/papst\/news\/2025-07\/wortlaut-botschaft-von-papst-leo-zum-weltmigrantentag-2025.html\">www.vaticannews.va\/de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anders als in den vergangenen Jahren, in denen der katholische \u201eWelttag des Migranten und Fl\u00fcchtlings\u201c jeweils am letzten Sonntag im September stattfand, wird er 2025 am 4. und 5. Oktober begangen. Dies geschieht im Rahmen des \u201eJubil\u00e4ums der Migranten und der missionarischen Welt\u201c, das ein zentraler Bestandteil des laufenden Heiligen Jahres sein wird. Hier die Botschaft [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":86112,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[66],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/79092"}],"collection":[{"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=79092"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/79092\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":79096,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/79092\/revisions\/79096"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/86112"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=79092"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=79092"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=79092"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}