{"id":79562,"date":"2025-10-09T19:42:33","date_gmt":"2025-10-09T16:42:33","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=79562"},"modified":"2026-05-05T19:46:12","modified_gmt":"2026-05-05T16:46:12","slug":"petrus-erinnert-uns-daran-die-armen-im-zentrum-des-evangeliums","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/petrus-erinnert-uns-daran-die-armen-im-zentrum-des-evangeliums\/","title":{"rendered":"Petrus erinnert uns daran: Die Armen im Zentrum des Evangeliums"},"content":{"rendered":"<p class=\"article__subTitle\">Die \u201eExhortation\u201c von Leo XIV legt die Grundlagen der christlichen Offenbarung und der Tradition der Kirche dar.<\/p>\n<div>\n<p><b>Andrea Tornielli<\/b><\/p>\n<p>\u201eDilexi te\u201c, die erste \u201eApostolische Exhortation\u201c von Leo XIV., kn\u00fcpft schon mit ihrem Titel an die letzte Enzyklika von Papst Franziskus, \u201e<a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/encyclicals\/documents\/20241024-enciclica-dilexit-nos.html\" target=\"_blank\" rel=\"external noopener\">Dilexit nos<\/a>\u201c (Oktober 2024), an und stellt in gewisser Weise deren Fortsetzung dar. Es handelt sich nicht um einen Text zur Soziallehre der Kirche, er befasst sich auch nicht mit der Analyse spezifischer Probleme. Vielmehr legt er die Grundlagen der Offenbarung dar und hebt den starken Zusammenhang zwischen der Liebe Christi und seinem Aufruf, uns den Armen anzun\u00e4hern, hervor.<br \/>\nDie zentrale Bedeutung der Liebe zu den Armen steht in der Tat im Mittelpunkt des Evangeliums selbst und kann daher weder als \u201eSteckenpferd\u201c einiger P\u00e4pste oder bestimmter theologischer Str\u00f6mungen abgetan noch als eine soziale und humanit\u00e4re Konsequenz dargestellt werden, die au\u00dferhalb des christlichen Glaubens und seiner Verk\u00fcndigung liegt.<br \/>\n\u201eDie Liebe zum Herrn verbindet sich mit der Liebe zu den Armen\u201c, schreibt Leo. Sie sind daher untrennbar miteinander verbunden: \u201eWas ihr f\u00fcr einen meiner geringsten Br\u00fcder getan habt, das habt ihr mir getan\u201d, sagt Jesus. F\u00fcr uns geht es also \u201enicht um Wohlt\u00e4tigkeit, sondern um Offenbarung: Der Kontakt mit denen, die keine Macht und kein Ansehen haben, ist eine grundlegende Form der Begegnung mit dem Herrn der Geschichte\u201c.<br \/>\nDer Papst stellt fest, dass leider auch Christen Gefahr laufen, sich von weltlichen Haltungen, Ideologien und irref\u00fchrenden politisch-wirtschaftlichen Visionen \u201eanstecken\u201c zu lassen. Die Ver\u00e4rgerung, mit der manchmal \u00fcber das Engagement f\u00fcr die Armen gesprochen wird, fast als w\u00e4re es eine Ablenkung von der Liebe und Verehrung Gottes, zeigt, wie aktuell das Dokument ist: \u201eDie Tatsache, dass praktizierte N\u00e4chstenliebe verachtet oder l\u00e4cherlich gemacht wird, als handle es sich um die Fixierung einiger weniger und nicht um den gl\u00fchenden Kern der kirchlichen Sendung\u201c, so Leo XIV., \u201ebringt mich zu der \u00dcberzeugung, dass wir das Evangelium immer wieder neu lesen m\u00fcssen, um nicht Gefahr zu laufen, dass eine weltliche Gesinnung an seine Stelle tritt\u201c.<br \/>\nDurch Bibelzitate und Kommentare der Kirchenv\u00e4ter werden wir daran erinnert, dass die Liebe zu den Armen nicht \u201eetwas Optionales\u201c ist, sondern \u201edas Kriterium f\u00fcr den wahren Gottesdienst\u201c darstellt. Aufschlussreich auch f\u00fcr die heutige Kirche sind beispielsweise die Worte des heiligen Johannes Chrysostomos und des heiligen Augustinus: Der erste fordert dazu auf, Jesus im Leib der Armen zu ehren, und fragt, welchen Sinn es habe, Alt\u00e4re mit goldenen Kelchen zu schm\u00fccken, w\u00e4hrend Christus drau\u00dfen vor der Kirche von Hunger gequ\u00e4lt wird. Der zweite bezeichnet den Armen als \u201esakramentale Gegenwart des Herrn\u201c und sieht in der F\u00fcrsorge f\u00fcr die Armen einen konkreten Beweis f\u00fcr die Aufrichtigkeit des Glaubens: \u201eWer sagt, dass er Gott liebt, und kein Mitleid mit den Bed\u00fcrftigen hat, der l\u00fcgt\u201c.<br \/>\nAufgrund dieser Verbindung zum Wesentlichen der christlichen Botschaft enth\u00e4lt der letzte Teil von \u201eDilexi te\u201c einen Aufruf an alle Getauften, sich konkret f\u00fcr die Verteidigung und F\u00f6rderung der Schw\u00e4chsten einzusetzen: \u201eEs ist die Aufgabe aller Glieder des Gottesvolkes, die Stimme zu erheben, damit sie aufr\u00fcttelt, anprangert und sich exponiert\u201c. Auch auf die Gefahr hin, \u201edumm\u201d dazustehen. Eine Botschaft mit weitreichenden Konsequenzen f\u00fcr das kirchliche und gesellschaftliche Leben: Das derzeitige Wirtschafts- und Finanzsystem und seine \u201eStrukturen der S\u00fcnde\u201c sind nicht unab\u00e4nderlich, und darum ist es m\u00f6glich und geboten, sich mit der Kraft des Guten f\u00fcr das Denken und Aufbauen einer anderen, gerechteren Gesellschaft einzusetzen: \u201edurch einen Gesinnungswandel, aber auch mit Hilfe der Wissenschaften und der Technik, durch die Entwicklung wirksamer politischer Ma\u00dfnahmen zur Umgestaltung der Gesellschaft\u201c.<br \/>\nDie Exhortation wurde urspr\u00fcnglich von Franziskus vorbereitet. Leo XIV., sein Nachfolger, hat sie sich zu eigen gemacht. Der Ordensmann und sp\u00e4tere Missionsbischof hat einen Gro\u00dfteil seines Lebens mit den \u00c4rmsten verbracht und wei\u00df daher, was es bedeutet, sich von ihnen evangelisieren zu lassen.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/papst\/news\/2025-10\/leitartikel-leo-xiv-exhortation-dilexi-te-armut-kirche-glaube.html\">www.vaticannews.va\/de<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die \u201eExhortation\u201c von Leo XIV legt die Grundlagen der christlichen Offenbarung und der Tradition der Kirche dar. Andrea Tornielli \u201eDilexi te\u201c, die erste \u201eApostolische Exhortation\u201c von Leo XIV., kn\u00fcpft schon mit ihrem Titel an die letzte Enzyklika von Papst Franziskus, \u201eDilexit nos\u201c (Oktober 2024), an und stellt in gewisser Weise deren Fortsetzung dar. 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