{"id":79792,"date":"2025-10-18T10:53:05","date_gmt":"2025-10-18T07:53:05","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=79792"},"modified":"2026-05-05T19:38:55","modified_gmt":"2026-05-05T16:38:55","slug":"botschaft-des-heiligen-vaters-zum-99-weltmissionssonntag-2025-19-oktober-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/botschaft-des-heiligen-vaters-zum-99-weltmissionssonntag-2025-19-oktober-2025\/","title":{"rendered":"Botschaft des Heiligen Vaters zum 99. Weltmissionssonntag 2025 &#8211; 19. Oktober 2025"},"content":{"rendered":"<p><b><i>Missionare der Hoffnung unter den V\u00f6lkern<\/i><\/b><\/p>\n<p><i>Liebe Br\u00fcder und Schwestern!<\/i><\/p>\n<p>F\u00fcr den Weltmissionssonntag im Jubil\u00e4umsjahr 2025, dessen zentrale Botschaft die Hoffnung ist (vgl. Bulle<i>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/bulls\/documents\/20240509_spes-non-confundit_bolla-giubileo2025.html\">Spes non confundit<\/a><\/i>, 1), habe ich dieses Motto gew\u00e4hlt: \u201eMissionare der Hoffnung unter den V\u00f6lkern\u201c. Es erinnert den einzelnen Christen und die Kirche, die Gemeinschaft der Getauften, an die grundlegende Berufung, in der Nachfolge Christi Boten und Bauleute der Hoffnung zu sein. Ich w\u00fcnsche allen eine Zeit der Gnade mit dem treuen Gott, der uns im auferstandenen Christus \u00bbzu einer lebendigen Hoffnung\u00ab neu gezeugt hat (vgl.\u00a0<i>1 Petr<\/i>\u00a01,3-4); und ich m\u00f6chte einige ma\u00dfgebliche Aspekte der missionarischen christlichen Identit\u00e4t in Erinnerung rufen, damit wir uns vom Geist Gottes leiten lassen k\u00f6nnen und vor heiligem Eifer f\u00fcr eine neue Zeit der Evangelisierung der Kirche brennen, die gesandt ist, die Hoffnung in einer Welt wieder neu zu beleben, \u00fcber der dunkle Schatten liegen (vgl. Enzyklika\u00a0<i><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/encyclicals\/documents\/papa-francesco_20201003_enciclica-fratelli-tutti.html\">Fratelli tutti<\/a><\/i>, 9-55).<\/p>\n<p><strong><i>1.<\/i>\u00a0<i>In den Spuren Christi, der unsere Hoffnung ist<\/i><\/strong><br \/>\nW\u00e4hrend wir das \u2013 nach dem Jahr 2000 \u2013 erste Ordentliche Jubil\u00e4um des dritten Jahrtausends feiern, richten wir unseren Blick auf Christus, der die Mitte der Geschichte ist, \u00bbderselbe gestern und heute und in Ewigkeit\u00ab (<i>Hebr<\/i>\u00a013,8). Er verk\u00fcndete in der Synagoge von Nazaret die Erf\u00fcllung der Heiligen Schrift im \u201eHeute\u201c seiner geschichtlichen Gegenwart. So offenbarte er sich als der, der vom Vater mit der Salbung des Heiligen Geistes gesandt wurde, die Frohe Botschaft vom Reich Gottes zu verk\u00fcnden und ein \u00bbGnadenjahr des Herrn\u00ab f\u00fcr die ganze Menschheit auszurufen (vgl.\u00a0<i>Lk<\/i>\u00a04,16-21).<br \/>\nIn diesem geheimnisvollen \u201eHeute\u201c, das bis zum Ende der Welt andauert, erf\u00fcllt sich in Christus das Heil f\u00fcr alle, besonders f\u00fcr diejenigen, deren einzige Hoffnung Gott ist. In seinem irdischen Leben ist er umhergezogen und hat Gutes getan und alle geheilt (vgl. <i>Apg<\/i>\u00a010,38) und den Bed\u00fcrftigen und dem Volk die Hoffnung auf Gott neu geschenkt. Au\u00dferdem erlebte er die ganze menschliche Schwachheit, au\u00dfer die der S\u00fcnde, und durchlebte auch schwierige Momente, die zur Verzweiflung h\u00e4tten f\u00fchren k\u00f6nnen, wie die Todesangst von Getsemani und am Kreuz. Jesus jedoch vertraute alles Gott, dem Vater, an und gehorchte mit vollem Vertrauen seinem Heilsplan f\u00fcr die Menschheit, der ein Plan des Friedens f\u00fcr eine Zukunft voller Hoffnung ist (vgl.\u00a0<i>Jer<\/i>\u00a029,11). So wurde er zum g\u00f6ttlichen Missionar der Hoffnung, zum obersten Vorbild all derer, die im Laufe der Jahrhunderte den von Gott empfangenen Auftrag auch unter extremen Herausforderungen erf\u00fcllen.<br \/>\nDurch seine J\u00fcnger, die zu allen V\u00f6lkern gesandt und von ihm auf geheimnisvolle Weise begleitet werden, setzt Jesus, der Herr, seinen Dienst der Hoffnung f\u00fcr die Menschheit fort. Noch immer beugt er sich \u00fcber jeden armen, geplagten, verzweifelten und vom B\u00f6sen heimgesuchten Menschen, um \u00bbauf seine Wunden das \u00d6l des Trostes und den Wein der Hoffnung zu gie\u00dfen\u00ab (vgl. <i>Pr\u00e4fation \u201eGes\u00f9 buon Samaritano\u201c<\/i>). Im Gehorsam gegen\u00fcber ihrem Herrn und Meister und mit demselben Geist des Dienens f\u00fchrt die Kirche, die Gemeinschaft der missionarischen J\u00fcnger Christi, diese Sendung fort, indem sie inmitten der V\u00f6lker f\u00fcr alle da ist. Obwohl sie sich einerseits Verfolgungen, Bedr\u00e4ngnissen und Schwierigkeiten und andererseits ihren eigenen Unzul\u00e4nglichkeiten und Fehlern aufgrund der Schw\u00e4che ihrer einzelnen Glieder stellen muss, wird sie best\u00e4ndig von der Liebe Christi angetrieben, vereint mit ihm auf diesem missionarischen Weg weiterzugehen und wie er und mit ihm den Schrei der Menschheit, ja das Seufzen der ganzen Sch\u00f6pfung in Erwartung der endg\u00fcltigen Erl\u00f6sung in sich aufzunehmen. Das ist die Kirche, die der Herr von jeher und f\u00fcr immer dazu berufen hat, seiner Spur zu folgen: \u00bbnicht eine statische Kirche, [sondern] eine missionarische Kirche, die mit dem Herrn auf den Stra\u00dfen der Welt unterwegs ist\u00ab (<i><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/homilies\/2024\/documents\/20241027-omelia-conclusione-sinodo.html\">Predigt bei der Abschlussmesse der Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode,<\/a><\/i>\u00a027. Oktober 2024).<br \/>\nLassen wir uns also dazu anregen, uns in der Nachfolge Jesu, unseres Herrn, auf den Weg zu machen, um mit ihm und in ihm Zeichen und Boten der Hoffnung f\u00fcr alle zu werden, an allen Orten und unter allen Umst\u00e4nden, die Gott uns erleben l\u00e4sst. M\u00f6gen alle Getauften als missionarische J\u00fcnger Christi seine Hoffnung in jedem Winkel der Erde aufleuchten lassen!<\/p>\n<p><strong><i>2.<\/i>\u00a0<i>Die Christen, Boten und Bauleute der Hoffnung f\u00fcr die V\u00f6lker<\/i><\/strong><br \/>\nIn der Nachfolge Christi, des Herrn, sind die Christen gerufen, die Frohe Botschaft weiterzugeben, indem sie die konkreten Lebensbedingungen derer, denen sie begegnen, teilen und so zu Boten und Bauleuten der Hoffnung werden. Denn die \u00bbFreude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedr\u00e4ngten aller Art, sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der J\u00fcnger Christi. Und es gibt nichts wahrhaft Menschliches, das nicht in ihren Herzen seinen Widerhall f\u00e4nde\u00ab (<i><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/archive\/hist_councils\/ii_vatican_council\/documents\/vat-ii_const_19651207_gaudium-et-spes_ge.html\">Gaudium et spes<\/a>\u00a0<\/i>1).<br \/>\nDiese ber\u00fchmte Aussage des <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/archive\/hist_councils\/ii_vatican_council\/index_ge.htm\">Zweiten Vatikanischen Konzils<\/a>, die das Empfinden und die Haltung der christlichen Gemeinschaften zu allen Zeiten zum Ausdruck bringt, ist weiterhin eine Inspiration f\u00fcr ihre Mitglieder und hilft ihnen, gemeinsam mit ihren Br\u00fcdern und Schwestern in der Welt zu wandeln. Ich denke dabei besonders an euch Missionare und Missionarinnen\u00a0<i>ad gentes<\/i>, die ihr dem g\u00f6ttlichen Ruf folgend zu anderen V\u00f6lkern gegangen seid, um die Liebe Gottes in Christus bekannt zu machen. Ich danke euch von Herzen! Euer Leben ist eine konkrete Antwort auf den Auftrag des auferstandenen Christus, der seine J\u00fcnger ausgesandt hat, allen V\u00f6lkern das Evangelium zu verk\u00fcnden (vgl.\u00a0<i>Mt<\/i>\u00a028,18-20). Damit erinnert ihr an die universale Berufung der Getauften, durch die Kraft des Geistes und das t\u00e4gliche Engagement f\u00fcr die V\u00f6lker zu Missionaren der gro\u00dfen Hoffnung zu werden, die uns von Jesus, dem Herrn, geschenkt wurde.<br \/>\nDer Horizont dieser Hoffnung geht \u00fcber das verg\u00e4ngliche Irdische hinaus und \u00f6ffnet sich f\u00fcr das G\u00f6ttliche, das wir bereits in der Gegenwart verkosten. Wie der <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/paul-vi\/de.html\">heilige Paul VI.<\/a>\u00a0in Erinnerung rief, ist in der Tat das Heil in Christus, das die Kirche allen als Geschenk der Barmherzigkeit Gottes anbietet,\u00a0 nicht nur \u00bbein diesseitiges Heil nach dem Ma\u00df der materiellen Bed\u00fcrfnisse oder auch der geistigen, die [\u2026] sich mit den zeitlichen W\u00fcnschen, Hoffnungen, Gesch\u00e4ften und K\u00e4mpfen g\u00e4nzlich decken, sondern um ein Heil, das alle Grenzen \u00fcbersteigt, um sich dann in einer Gemeinschaft mit dem einen Absoluten, mit Gott, zu vollenden: ein transzendentes, eschatologisches Heil, das seinen Anfang gewiss schon in diesem Leben hat, aber sich erst in der Ewigkeit vollendet\u00ab (Apostolisches Schreiben\u00a0<i><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/paul-vi\/de\/apost_exhortations\/documents\/hf_p-vi_exh_19751208_evangelii-nuntiandi.html\">Evangelii nuntiandi<\/a><\/i>, 27).<br \/>\nVon einer solch gro\u00dfen Hoffnung beseelt, k\u00f6nnen die christlichen Gemeinschaften Zeichen einer neuen Menschlichkeit sein, in einer Welt, die in den h\u00f6chst \u201eentwickelten\u201c Gebieten ernsthafte Symptome einer Krise des Menschlichen zeigt: ein weit verbreitetes Gef\u00fchl der Verlorenheit, Einsamkeit und Vernachl\u00e4ssigung der \u00c4lteren sowie Schwierigkeiten, bei denen, die nebenan leben, auf Hilfsbereitschaft zu treffen. In den technologisch fortschrittlichsten L\u00e4ndern gibt es immer weniger N\u00e4he: Wir sind alle miteinander vernetzt, aber wir stehen nicht miteinander in Beziehung. \u00dcbertriebenes Streben nach Effizienz, eine Fixierung auf das Materielle und ehrgeizige Ziele f\u00fchren dazu, dass wir egozentrisch und unf\u00e4hig zur N\u00e4chstenliebe werden. Das in Gemeinschaft gelebte Evangelium kann uns wieder zu einem heilen, gesunden und erl\u00f6sten Menschsein verhelfen.<br \/>\nDeshalb erneuere ich die Einladung, die in der <i><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/bulls\/documents\/20240509_spes-non-confundit_bolla-giubileo2025.html\">Verk\u00fcndigungsbulle des Jubil\u00e4ums<\/a><\/i>\u00a0(Nr. 7-15) aufgezeigten Handlungsm\u00f6glichkeiten in die Tat umzusetzen, mit besonderem Augenmerk auf die \u00c4rmsten und Schw\u00e4chsten, die Kranken, die \u00c4lteren und diejenigen, die von der materialistischen und konsumorientierten Gesellschaft ausgeschlossen sind. Und es nach Gottes Art zu tun: mit N\u00e4he, Mitgef\u00fchl und Z\u00e4rtlichkeit und indem man eine pers\u00f6nliche Beziehung zu den Br\u00fcdern und Schwestern in ihrer konkreten Situation pflegt (vgl. Apostolisches Schreiben\u00a0<i><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/papa-francesco_esortazione-ap_20131124_evangelii-gaudium.html\">Evangelii gaudium<\/a><\/i>, 127-128). Oft sind sie es dann, die uns lehren, wie ein Leben in Hoffnung m\u00f6glich ist. Und durch den pers\u00f6nlichen Kontakt werden wir in die Lage versetzt, die Liebe des mitf\u00fchlenden Herzens des Herrn weiterzugeben. Wir werden dann erfahren, dass das \u00bbHerz Christi [&#8230;] der lebendige Kern der ersten Verk\u00fcndigung\u00ab ist (Enzyklika\u00a0<i><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/en\/encyclicals\/documents\/20241024-enciclica-dilexit-nos.html\">Dilexit nos<\/a><\/i>, 32). Aus dieser Quelle sch\u00f6pfend kann man die von Gott empfangene Hoffnung (vgl.\u00a0<i>1 Petr<\/i>\u00a01,21) in aller Einfachheit weitergeben und anderen denselben Trost spenden, mit dem wir von Gott getr\u00f6stet werden (vgl.\u00a0<i>2 Kor<\/i>\u00a01,3-4). Im menschlichen und g\u00f6ttlichen Herzen Jesu will Gott zum Herzen eines jeden Menschen sprechen und alle zu seiner Liebe bewegen. \u00bbWir sind gesandt, diese Mission fortzusetzen: Zeichen sein f\u00fcr das Herz Christi und die Liebe des Vaters, indem wir die ganze Welt umfangen\u00ab (<i><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/speeches\/2023\/june\/documents\/20230603-pom.html\">Ansprache an die Teilnehmer der Generalversammlung der P\u00e4pstlichen Missionswerke<\/a><\/i>, 3. Juni 2023).<\/p>\n<p><strong><i>3.<\/i>\u00a0<i>Die Mission der Hoffnung erneuern<\/i><\/strong><br \/>\nAngesichts der aktuellen Dringlichkeit einer Mission der Hoffnung sind die J\u00fcnger Christi als erste dazu aufgerufen, sich zu bilden, um \u201eHandwerker\u201c der Hoffnung und Erneuerer einer oft zerstreuten und ungl\u00fccklichen Menschheit zu werden.<br \/>\nDazu ist es notwendig, dass wir in uns die \u00f6sterliche Spiritualit\u00e4t erneuern, die wir in jeder Eucharistiefeier und besonders im Ostertriduum, der Mitte und dem H\u00f6hepunkt des liturgischen Jahres, miterleben. Wir werden in das Erl\u00f6sungsgeheimnis des Todes und der Auferstehung Christi hineingetauft, in das Osterfest des Herrn, das den ewigen Fr\u00fchling der Geschichte markiert. Wir sind also \u201eFr\u00fchlingsmenschen\u201c, mit einem Blick voller Hoffnung, den wir mit allen teilen wollen, denn in Christus \u00bbglauben und wissen [wir], dass der Tod und der Hass nicht die letzten Worte\u00ab \u00fcber das menschliche Leben sind (vgl. <i><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/audiences\/2017\/documents\/papa-francesco_20170823_udienza-generale.html\">Katechese<\/a><\/i>, 23. August 2017). Deshalb sch\u00f6pfen wir aus den \u00f6sterlichen Geheimnissen, die in den liturgischen Feiern und Sakramenten wirksam werden, best\u00e4ndig die Kraft des Heiligen Geistes \u2013 mit Eifer, Entschlossenheit und Geduld \u2013, um auf dem weiten Feld der Evangelisierung der Welt zu arbeiten. \u00bbDer auferstandene und verherrlichte Christus ist die tiefe Quelle unserer Hoffnung, und wir werden nicht ohne seine Hilfe sein, um die Mission zu erf\u00fcllen, die er uns anvertraut\u00ab (Apostolisches Schreiben\u00a0<i><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/papa-francesco_esortazione-ap_20131124_evangelii-gaudium.html\">Evangelii gaudium<\/a><\/i>, 275). In ihm leben und bezeugen wir die heilige Hoffnung, die \u00bbeine Gabe und eine Aufgabe f\u00fcr jeden Christen ist\u00ab (<i>Die<\/i>\u00a0<i>Hoffnung ist ein Licht in der Nacht<\/i>, Vatikanstadt 2024, 7).<br \/>\nDie Missionare der Hoffnung sind M\u00e4nner und Frauen des Gebets, denn \u00bbder Mensch, der hofft, ist ein Mensch, der betet\u00ab, wie der ehrw\u00fcrdige Kardinal Van Thuan betonte, der in der langen Zeit der Bedr\u00e4ngnis im Gef\u00e4ngnis dank der Kraft, die er aus dem beharrlichen Gebet und der Eucharistie empfing, die Hoffnung lebendig hielt (vgl. F.X. Nguyen Van Thuan, <i>Il cammino della speranza<\/i>, Roma 2001, Nr. 963). Vergessen wir nicht, dass das Gebet die erste missionarische Handlung und gleichzeitig \u00bbdie erste Kraft der Hoffnung\u00ab ist (<i><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/audiences\/2020\/documents\/papa-francesco_20200520_udienza-generale.html\">Katechese<\/a><\/i>, 20. Mai 2020).<br \/>\nLasst uns daher die Mission der Hoffnung vom Gebet her erneuern, vor allem vom Gebet mit dem Wort Gottes und insbesondere den Psalmen, die eine gro\u00dfe Symphonie des Gebets bilden, deren Komponist der Heilige Geist ist (vgl. <i><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/en\/audiences\/2024\/documents\/20240619-udienza-generale.html\">Katechese<\/a><\/i>, 19. Juni 2024). Die Psalmen lehren uns, auch in widrigen Umst\u00e4nden zu hoffen, die Zeichen der Hoffnung zu erkennen und den best\u00e4ndigen \u201emissionarischen\u201c Wunsch zu hegen, dass Gott von allen V\u00f6lkern gepriesen werde (vgl.\u00a0<i>Ps<\/i>\u00a041,12; 67,4). Indem wir beten, halten wir den Funken der Hoffnung, den Gott in uns entz\u00fcndet hat, am Brennen, auf dass er zu einem gro\u00dfen Feuer werde, das alle um uns herum erleuchtet und erw\u00e4rmt, auch durch konkrete Handlungen und Gesten, zu denen dieses Gebet anregt.<br \/>\nSchlie\u00dflich ist die Verk\u00fcndigung des Evangeliums immer ein gemeinschaftlicher Prozess, so wie auch die christliche Hoffnung einen gemeinschaftlichen Charakter hat (vgl. Benedikt XVI., Enzyklika <i><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/benedict-xvi\/de\/encyclicals\/documents\/hf_ben-xvi_enc_20071130_spe-salvi.html\">Spe Salvi<\/a><\/i>, 14). Dieser Prozess endet nicht mit der ersten Verk\u00fcndigung und der Taufe, sondern setzt sich in der Bildung der christlichen Gemeinschaften fort, indem jeder Getaufte auf dem Weg des Evangeliums begleitet wird. In der modernen Gesellschaft ist die Zugeh\u00f6rigkeit zur Kirche nie etwas, das man ein f\u00fcr alle Mal erworben hat. Deshalb ist das missionarische Wirken der Weitergabe und Bildung eines reifen Glaubens an Christus das \u00bbParadigma f\u00fcr alles Wirken der Kirche\u00ab (Apostolisches Schreiben\u00a0<i><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/papa-francesco_esortazione-ap_20131124_evangelii-gaudium.html\">Evangelii gaudium<\/a><\/i>, 15), ein Wirken, das die Einheit von Gebet und Handeln erfordert. Ich weise noch einmal nachdr\u00fccklich auf diese missionarische Synodalit\u00e4t der Kirche hin sowie auf den Dienst der P\u00e4pstlichen Missionswerke zur F\u00f6rderung der missionarischen Verantwortung der Getauften und zur Unterst\u00fctzung der neuen Teilkirchen. Und ich ermutige euch alle, Kinder, Jugendliche, Erwachsene und \u00e4ltere Menschen, mit eurem Lebenszeugnis und Gebet, mit euren Opfern und eurer Gro\u00dfz\u00fcgigkeit aktiv an der gemeinsamen Mission der Verk\u00fcndigung des Evangeliums teilzunehmen. Herzlichen Dank daf\u00fcr!<br \/>\nLiebe Schwestern und Br\u00fcder, wenden wir uns an Maria, die Mutter Jesu Christi, der unsere Hoffnung ist. Ihr vertrauen wir unseren Wunsch f\u00fcr dieses Jubil\u00e4um und f\u00fcr die kommenden Jahre an: \u00bbM\u00f6ge das Licht der christlichen Hoffnung jeden Menschen erreichen, als eine Botschaft der Liebe Gottes, die sich an alle richtet! Und m\u00f6ge die Kirche in allen Teilen der Welt eine treue Zeugin dieser Botschaft sein!\u00ab (Bulle<i>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/en\/bulls\/documents\/20240509_spes-non-confundit_bolla-giubileo2025.html\">Spes non confundit<\/a><\/i>, 6).<\/p>\n<p><i>Rom, Sankt Johannes im Lateran, 25. Januar 2025, Fest der Bekehrung des Apostels Paulus.<\/i><\/p>\n<p>FRANZISKUS<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/messages\/missions\/documents\/20250125-giornata-missionaria.html\">www.vatican.va<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Missionare der Hoffnung unter den V\u00f6lkern Liebe Br\u00fcder und Schwestern! F\u00fcr den Weltmissionssonntag im Jubil\u00e4umsjahr 2025, dessen zentrale Botschaft die Hoffnung ist (vgl. Bulle\u00a0Spes non confundit, 1), habe ich dieses Motto gew\u00e4hlt: \u201eMissionare der Hoffnung unter den V\u00f6lkern\u201c. 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