{"id":79956,"date":"2025-10-25T12:50:28","date_gmt":"2025-10-25T09:50:28","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=79956"},"modified":"2026-03-04T12:11:07","modified_gmt":"2026-03-04T10:11:07","slug":"papst-leo-xiv-synodaler-weg-braucht-geduld-mission-und-ehrliche-ausbildung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/papst-leo-xiv-synodaler-weg-braucht-geduld-mission-und-ehrliche-ausbildung\/","title":{"rendered":"Papst Leo XIV.: Synodaler Weg braucht Geduld, Mission und ehrliche Ausbildung"},"content":{"rendered":"<p class=\"article__subTitle\">Papst Leo XIV. hat an diesem Freitagabend die Teilnehmer des Jubil\u00e4ums der Synodalen Teams und der kirchlichen Partizipationsgremien in der Audienzhalle empfangen. In einem spontanen, teils in Englisch und Spanisch gef\u00fchrten Dialog, forderte das Kirchenoberhaupt die synodalen Gruppen zu einer vertieften Ausbildung und mehr Geduld auf, um \u201eWiderst\u00e4nde, \u00c4ngste und Missverst\u00e4ndnisse\u201c im synodalen Prozess zu \u00fcberwinden.<\/p>\n<div>\n<p><b><i>Mario Galgano &#8211; Vatikanstadt<\/i><\/b><\/p>\n<p>Der Papst mahnte zur Ehrlichkeit: \u201eWir m\u00fcssen uns \u00fcber die Bedeutung der Ausbildung auf jeder Ebene im Klaren sein und ehrlich dar\u00fcber sprechen. Manchmal werden Antworten gegeben ohne die notwendige Vorbereitung, und es wird eine Schlussfolgerung gezogen, die nicht alle verstehen k\u00f6nnen.\u201c Er riet zur gegenseitigen Nachsicht:<br \/>\n\u201eWir laufen nicht alle mit der gleichen Geschwindigkeit, wir m\u00fcssen geduldig miteinander sein.\u201c<\/p>\n<p>Die Kirche als\u00a0<b>\u201emutige Stimme\u201c gegen globale Krise<\/b><br \/>\nPapst Leo XIV. r\u00fcckte die dringenden Herausforderungen der Welt in den Fokus. Er betonte, die Kirche d\u00fcrfe nicht passiv bleiben, sondern m\u00fcsse eine aktive Rolle in der Gesellschaft einnehmen. Auf die Frage nach der wachsenden Rolle kirchlicher Gruppierungen, wie den kontinentalen Bischofskonferenzen, antwortete er bejahend. Er erwarte, dass diese <b>Gruppierungen weiterhin als Ausdruck der Communio wachsen<\/b>, um die durch den synodalen Prozess erhaltenen Gaben zu nutzen.<br \/>\n\u201eWir m\u00fcssen alle den Aufruf von Papst Franziskus ernst nehmen, den Schrei der Erde zu h\u00f6ren und eine Antwort des Glaubens auf das zu geben, was in der Welt geschieht.\u201c<br \/>\nDer Papst untermauerte die Dringlichkeit mit einem konkreten Beispiel eines Bischofs aus einer Region, die aufgrund des Klimawandels <b>\u201ein weniger als 50 Jahren verschwinden\u201c<\/b>\u00a0k\u00f6nnte. Die Teilnehmer seien im Vatikan nicht nur versammelt, um \u00fcber theologische Fragen nachzudenken, sondern um auf die\u00a0<b>\u201edringenden Schreie der V\u00f6lker\u201c<\/b>\u00a0nach Armut, Ungerechtigkeit und wegen des Klimawandels zu reagieren. Die Kirche m\u00fcsse eine starke Haltung einnehmen:<br \/>\n\u201eDie Kirche muss eine mutige Stimme sein, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen.\u201c<\/p>\n<p><b>Synodalit\u00e4t als Haltung, nicht als Kampagne<\/b><br \/>\nDer Papst sprach offen die Bedenken von Priestern und Bisch\u00f6fen an, die bef\u00fcrchten, Synodalit\u00e4t k\u00f6nne ihre Autorit\u00e4t mindern. Er f\u00fchrte diese <b>Widerst\u00e4nde<\/b>\u00a0auf\u00a0<b>\u201eAngst und mangelndes Wissen\u201c<\/b>\u00a0zur\u00fcck und bekr\u00e4ftigte die Notwendigkeit der\u00a0<b>Ausbildung<\/b>\u00a0auf allen Ebenen \u2013 in Priesterseminaren, in der Erwachsenenbildung f\u00fcr Laien und in der st\u00e4ndigen Weiterbildung.<br \/>\n\u201eOftmals kommen die Widerst\u00e4nde aus der Angst und dem Mangel an Wissen.\u201c<br \/>\nEr forderte die Gl\u00e4ubigen auf, die Priester zur Teilnahme an den Prozessen einzuladen. Besonders in Nordamerika liege in den bestehenden Strukturen (wie Pastoralr\u00e4ten) gro\u00dfes Potenzial, diese in <b>\u201einklusivere Erfahrungen\u201c<\/b>\u00a0zu verwandeln, um\u00a0<b>Mitverantwortung<\/b>\u00a0(<i>co-responsibility<\/i>), Rechenschaftspflicht (<i>accountability<\/i>) und Transparenz zu f\u00f6rdern.<br \/>\nIm Gespr\u00e4ch mit einem Teilnehmer aus Afrika hob der Papst hervor, dass der synodale Prozess in erster Linie der prim\u00e4ren Aufgabe der Kirche dienen m\u00fcsse: <b>missionarisch zu sein<\/b>.<br \/>\n\u201eDer synodale Prozess, wie Papst Franziskus uns bei zahlreichen Gelegenheiten in Erinnerung gerufen hat, sollte der Kirche helfen, ihre Hauptrolle in der Welt zu erf\u00fcllen: missionarisch zu sein.\u201c<br \/>\nEr forderte die Gl\u00e4ubigen auf, die Priester zur Teilnahme an den Prozessen einzuladen. Besonders in Nordamerika liege in den bestehenden Strukturen (wie Pastoralr\u00e4ten) gro\u00dfes Potenzial, diese in <b>\u201einklusivere Erfahrungen\u201c<\/b>\u00a0zu verwandeln, um\u00a0<b>Mitverantwortung<\/b>\u00a0(<i>co-responsibility<\/i>), Rechenschaftspflicht (<i>accountability<\/i>) und Transparenz zu f\u00f6rdern.<br \/>\nIm Gespr\u00e4ch mit einem Teilnehmer aus Afrika hob der Papst hervor, dass der synodale Prozess in erster Linie der prim\u00e4ren Aufgabe der Kirche dienen m\u00fcsse: <b>missionarisch zu sein<\/b>.<br \/>\n\u201eDer synodale Prozess, wie Papst Franziskus uns bei zahlreichen Gelegenheiten in Erinnerung gerufen hat, sollte der Kirche helfen, ihre Hauptrolle in der Welt zu erf\u00fcllen: missionarisch zu sein.\u201c<br \/>\nMit Blick auf den lateinamerikanischen synodalen Weg betonte der Papst, dass wahre Inspiration von engagierten Gl\u00e4ubigen komme, nicht von b\u00fcrokratischen Abl\u00e4ufen.<br \/>\n\u201ePers\u00f6nlich habe ich mich im Leben selten von einem Prozess inspiriert gef\u00fchlt. Ich f\u00fchle mich inspiriert von den Menschen, die Begeisterung im Glauben leben.\u201c<\/p>\n<p><b>Hoffnungszeichen und \u00d6kumene im Nahen Osten<\/b><br \/>\nIn einer besonderen W\u00fcrdigung der <b>Orientalischen Kirchen<\/b>\u00a0nannte der Papst den Nahen Osten einen Ort, der dringend Zeichen der Hoffnung brauche. Er hob die\u00a0<b>Gabe des Glaubens<\/b>\u00a0der Christen in der Diaspora hervor, die trotz des Verlusts von allem\u00a0<b>\u201eSt\u00e4rke, Ausdauer und Mut\u201c<\/b>\u00a0beweisen.<br \/>\nDie synodale Haltung erfordere hier auch den <b>Respekt vor den Unterschieden<\/b>\u00a0zwischen der Lateinischen und den \u00d6stlichen Kirchen. Papst Leo XIV. betonte, Synodalit\u00e4t sei eine\u00a0<b>\u201egeistliche Reise\u201c<\/b>\u00a0(<i>spiritual journey<\/i>), die durch Gebet, Vergebung und Vers\u00f6hnung gekennzeichnet sei, um inmitten der Zerst\u00f6rung durch Hass und Krieg Einheit zu schaffen.<br \/>\nDas Jubil\u00e4um sei eine Einladung zur Bekehrung und zur Neuentdeckung der evangelischen Spiritualit\u00e4t der Gemeinschaft. Die Kirche m\u00fcsse diese \u00dcberzeugung leben, um andere f\u00fcr den gemeinsamen Weg zu gewinnen.<\/p>\n<p><b>Rolle der Frauen und kulturelle Barrieren<\/b><br \/>\nZur Rolle der Frauen in einer synodalen Kirche teilte Papst Leo XIV. zwei pers\u00f6nliche Anekdoten, darunter die seiner Mutter, die sich selbst als <b>\u201eschon besser\u201c<\/b>\u00a0als M\u00e4nner bezeichnete, und von Ordensfrauen in Peru, die mutig missionarische Aufgaben inklusive Taufen und Heiratsbezeugungen \u00fcbernehmen.<br \/>\nEr betonte, dass die Herausforderung nicht im Mangel an M\u00f6glichkeiten liege, sondern in <b>kulturellen Hindernissen<\/b>: \u201eIch denke, das Problem ist nicht, dass es keine M\u00f6glichkeiten g\u00e4be, sondern es gibt kulturell Hindernisse. Und das muss man anerkennen.\u201c<br \/>\nDer Papst forderte die Kirche auf, eine Kultur zu f\u00f6rdern, in der die Rechte aller respektiert werden und Diskriminierungen \u2013 sei es aufgrund des Geschlechts oder des sozialen Ranges \u2013 beseitigt werden. Er stellte fest, dass die gelebte Form des Glaubens oft st\u00e4rker von der Kultur als von den evangelischen Werten bestimmt sei, und rief zur Bekehrung auf.<br \/>\n\u201eLeider wird die Art und Weise, wie wir den Glauben leben, oft st\u00e4rker von unserer Kultur als von unseren evangelischen Werten bestimmt.\u201c<\/p>\n<p><strong>Immense Arbeit<\/strong><br \/>\nZur <b>Kirche in Asien<\/b>, wo das Christentum \u2013 mit Ausnahme der Philippinen \u2013 zumeist eine Minderheit darstellt, sprach der Papst seinen\u00a0<b>Dank und seine Gl\u00fcckw\u00fcnsche<\/b>\u00a0aus. Er w\u00fcrdigte die immense Arbeit, die trotz sprachlicher, kultureller und geografischer Herausforderungen geleistet werde. Er betonte, dass die asiatischen Kirchen einen\u00a0<b>\u201eSinn f\u00fcr das Geheimnis und das Verst\u00e4ndnis des G\u00f6ttlichen\u201c<\/b>\u00a0b\u00f6ten, der einen Schatz f\u00fcr die ganze Kirche darstelle und den\u00a0<b>mystischen und kontemplativen<\/b>\u00a0Aspekt der Synodalit\u00e4t vertiefen k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/papst\/news\/2025-10\/papst-leo-xiv-synodaler-weg-geduld-mission-ehrlichkeit.html\">www.vaticannews.va\/de<\/a><\/p>\n<p>Foto: <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/papst\/news\/2025-10\/papst-leo-xiv-synodaler-weg-geduld-mission-ehrlichkeit.html\">www.vaticannews.va\/de<\/a>, Die Audienz im Vatikan \u00a0 (@Vatican Media)<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Papst Leo XIV. hat an diesem Freitagabend die Teilnehmer des Jubil\u00e4ums der Synodalen Teams und der kirchlichen Partizipationsgremien in der Audienzhalle empfangen. 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