{"id":80280,"date":"2025-11-03T22:11:56","date_gmt":"2025-11-03T20:11:56","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=80280"},"modified":"2025-11-03T22:11:56","modified_gmt":"2025-11-03T20:11:56","slug":"unter-der-obhut-schutzheiliger-hl-karl-borromaeus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/unter-der-obhut-schutzheiliger-hl-karl-borromaeus\/","title":{"rendered":"Unter der Obhut Schutzheiliger \u2013 Hl. Karl Borrom\u00e4us"},"content":{"rendered":"<p>Im Deutschen Katholischen Lexikon sowie im Ungarischen lesen wir \u00fcber den Begriff \u201eSchutzheiliger\u201c folgendes: \u201eSchutzpatron, Patron, Patronin: ein von einem Volk, einer Di\u00f6zese, einer Ortschaft oder einer amtlichen Person mit Zustimmung des Heiligen Stuhls als himmlischer Besch\u00fctzer gew\u00e4hlter Heiliger. Bei Kirchen ist es der Titularheilige, zu dessen Ehren der Hauptaltar geweiht ist und unter dessen Schutz das betreffende Kloster oder die betreffende Siedlung oder Einrichtung gew\u00f6hnlich steht\u201c. Und der Titel einer Kirche (lateinisch: titulus ecclesiae) ist \u201eeine g\u00f6ttliche oder irdische Person (Heiliger), zu deren Ehren eine Kirche geweiht oder benannt ist. Neben dieser Person kann der Titel der Kirche auch das g\u00f6ttliche Geheimnis sein, das zu ihr geh\u00f6rt\u201c.<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/ez27-scaled.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload  wp-image-80265 alignleft\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/ez27-725x1024.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/ez27-725x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"455\" height=\"643\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27455%27%20height%3D%27643%27%20viewBox%3D%270%200%20455%20643%27%3E%3Crect%20width%3D%27455%27%20height%3D%27643%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/ez27-200x283.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/ez27-212x300.jpg 212w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/ez27-400x565.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/ez27-600x848.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/ez27-725x1024.jpg 725w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/ez27-768x1085.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/ez27-800x1130.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/ez27-1087x1536.jpg 1087w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/ez27-1200x1696.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/ez27-1449x2048.jpg 1449w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/ez27-scaled.jpg 1812w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 455px) 100vw, 455px\" \/><\/a>\u201eAmatissimi figliuoli\u201c &#8211; Allerliebste Kinder<\/strong>\u2026<br \/>\n\u201e&#8230;entflammt euch f\u00fcr das, was Kindern geb\u00fchrt: Wir m\u00fcssen stets bem\u00fcht sein, die Werke Gottes vor Augen zu haben und seine m\u00e4chtige Hand nicht nur im Gl\u00fcck, sondern auch in den Widrigkeiten dieser Welt zu erkennen; so wollen wir ihn in allem preisen und ihm unaufh\u00f6rlich danken, wie es uns die Heilige Schrift und die Beispiele der Heiligen so oft lehren. Wir m\u00fcssen ebenso bem\u00fcht sein zu erkennen, was die g\u00f6ttliche Majest\u00e4t durch solche Geschehnisse von uns will, denn ihre ganze G\u00fcte ist auf unser Wohl ausgerichtet. Besonders aber sollen wir dies mit gr\u00f6\u00dferer Aufmerksamkeit tun, immer dann, wenn sie uns ihre Liebe durch eine neue Gnade offenbart \u2013 wie in diesem Fall, dass sie endlich die Pest ausgel\u00f6scht hat, mit der sie begonnen hatte, diese Stadt und so viele Teile ihrer Di\u00f6zese auf erschreckende Weise zu z\u00fcchtigen.\u201c So wandte sich Kardinal Karl Borrom\u00e4us, Erzbischof von Mailand, in einem im Jahr 1579 erschienenen <em>Memorial<\/em> an sein geliebtes Volk \u2013 verfasst nach der Pestepidemie unter dem Titel: <em>Memoriale di Monsignor Illustrissimo e Reverendissimo Cardinale di S. Prassede, Arcivescovo, al suo diletto popolo della Citt\u00e0 e Diocesi di Milano<\/em>.<br \/>\nHeute, Jahrhunderte sp\u00e4ter, erklingen diese Worte mit besonderer Kraft in der Kirche der Gemeinde Gro\u00df-Jetscha, die dem heiligen Karl Borrom\u00e4us geweiht ist.<br \/>\nAuch wenn heute nur noch wenige r\u00f6misch-katholische Gl\u00e4ubige im Ort leben, bewahrt jedes Treffen, jedes Gebet die lebendige Sehnsucht, Gott f\u00fcr seine Gaben und Gnaden zu danken und in Zeiten der Pr\u00fcfung vereint zu bleiben. Die Worte des heiligen Karl Borrom\u00e4us ermutigen auch heute: Sie sprechen von F\u00fcrsorge f\u00fcr den N\u00e4chsten und von Hoffnung \u2014 Werte, die auch in unserer Zeit das Fundament des christlichen Glaubens bilden.<br \/>\nGro\u00df-Jetscha ist heute eine Filiale der Pfarrei Hatzfeld, und die kleine Gemeinde feiert das Kirchenpatrozinium am 4. November, dem Festtag ihres Schutzpatrons. Nach der Heiligen Messe um 10.00 Uhr begeben sich die Gl\u00e4ubigen zum Friedhof, um an den Gr\u00e4bern ihrer Vorfahren zu beten.<\/p>\n<p><strong>Reformator und Schutzheiliger gegen die Pest<\/strong><br \/>\nKarl Borrom\u00e4us wurde am 2. Oktober 1538 in Arona geboren, das damals zum Herzogtum Mailand geh\u00f6rte und heute in der Provinz Novara, Italien liegt. Aus seiner Biografie geht hervor, dass er Kirchenrecht und Zivilrecht an der Universit\u00e4t Pavia studierte, wo er sich durch Ernsthaftigkeit und akademische Strenge auszeichnete. Im Alter von 21 Jahren erlangte er den Doktortitel in beiden Rechtsgebieten (<em>utroque iure<\/em>), eine zu jener Zeit \u00e4u\u00dferst angesehene Qualifikation. Seine juristische Ausbildung bildete die Grundlage f\u00fcr die Reformen, die er sp\u00e4ter in der Kirche f\u00f6rderte \u2013 mit Schwerpunkt auf Disziplin, Bildung und seelsorglichem Dienst. Im Alter von nur 22 Jahren wurde er von seinem Onkel, Papst Pius IV., zum Kardinal ernannt und sp\u00e4ter zum Erzbischof von Mailand. Karl Borrom\u00e4us war eine der zentralen Pers\u00f6nlichkeiten der katholischen Reform im 16. Jahrhundert. Nachdem er zum Kardinal und Erzbischof von Mailand ernannt worden war, wurde Karl Borrom\u00e4us zum Hauptf\u00f6rderer der Umsetzung der Beschl\u00fcsse des Konzils von Trient (1545\u20131563), die auf die geistliche und disziplinarische Erneuerung der Kirche abzielten. Als Staatssekret\u00e4r des Vatikans unterst\u00fctzte er die Wiederaufnahme der Konzilsarbeiten und trug zur Abfassung des R\u00f6mischen Katechismus bei. Als Erzbischof setzte Karl Borrom\u00e4us die tridentinischen Reformen in seiner Di\u00f6zese um: Er gr\u00fcndete Priesterseminare, f\u00f6rderte die Ausbildung des Klerus, besuchte pers\u00f6nlich die Pfarrgemeinden und ermutigte zu einem vertieften liturgischen Leben. \u201eWenn der Papst der gr\u00f6\u00dfte Unterst\u00fctzer des Konzils von Trient war, dann war der heilige Karl Borrom\u00e4us zweifellos dessen eifrigster Vollstrecker. Er empfand eine tiefe Ehrfurcht gegen\u00fcber dem Konzil, das er als heiliges und g\u00f6ttliches Ereignis betrachtete \u2014 als klare Offenbarung des Willens Gottes, als lebendiges Wort des Heiligen Geistes. So sehr sch\u00e4tzte er die Beschl\u00fcsse des Konzils, dass er jede Missachtung als Widerstand gegen Gott ansah. Wie er das Evangelium kniend und mit entbl\u00f6\u00dftem Haupt las, so wollte er auch jede Entscheidung und jedes Dekret des Konzils kennenlernen: er las sie, studierte sie, meditierte sie unz\u00e4hlige Male, bis er sie vollst\u00e4ndig und vollkommen verstand. Deshalb nannten ihn seine Zeitgenossen \u201edas lebendige Konzil von Trient\u201c \u2014 schrieb Cesare Orsenigo in seinem Werk <em>Vita di S. Carlo Borromeo<\/em> (1911).\u201c Auch an dieser Stelle bemerkt der Autor: \u201eDie Umsetzung der Reform war f\u00fcr Karl Borrom\u00e4us keine blo\u00dfe Pflicht, sondern eine brennende Mission. Mit gro\u00dfer Energie f\u00f6rderte er die geistliche Erneuerung sowohl in Rom als auch dar\u00fcber hinaus \u2013 mit einer Intensit\u00e4t, die nicht unbeachtet blieb. In einem vertraulichen Schreiben bemerkte der Humanist Annibal Caro voller Bewunderung: \u00bbRom reicht f\u00fcr seinen Eifer nicht aus. Er will dasselbe mit der ganzen Welt tun.\u00ab\u201c<br \/>\nEin weiteres Kapitel im Leben des heiligen Karl Borrom\u00e4us zeigt den Erzbischof von Mailand als einen wahren Hirten seines Volkes \u2013 in Zeiten zweier gro\u00dfer Katastrophen, die die Stadt und die gesamte Di\u00f6zese ersch\u00fctterten: die Hungersnot von 1570, die besonders die Schw\u00e4chsten traf, sowie die gro\u00dfe Pestepidemie von 1576, die nicht nur die K\u00f6rper, sondern auch die Seelen der Gemeinschaft auf eine harte Probe stellte. Der Erzbischof zeigte jedes Mal t\u00e4tiges Mitgef\u00fchl und Mut, denn er bem\u00fchte sich, das Leid der Menschen zu lindern: Er gab sein eigenes Verm\u00f6gen f\u00fcr Lebensmittel und den Bau von Krankenh\u00e4usern aus, in denen er mit Hilfe der Kapuzinerbr\u00fcder auch die Pflege der Kranken sicherstellte. W\u00e4hrend der Hungersnot begann er mit dem Bau eines Priesterseminars, um auf diese Weise Arbeitspl\u00e4tze zu schaffen und den Bed\u00fcrftigen ein Mindestma\u00df an Einkommen zu erm\u00f6glichen.<br \/>\nKarl Borrom\u00e4us starb am 3. November 1584 in Mailand, im Alter von nur 46 Jahren. \u201eSeine kirchlichen Gegenst\u00e4nde vermachte er der Domkirche \/ Kathedrale von Mailand, seine Bibliothek dem Domkapitel, und seine Predigten sowie Manuskripte dem Bischof von Vercelli. Sein gesamtes Verm\u00f6gen \u2014 mit Ausnahme bescheidener Pensionen (Renten) f\u00fcr seine Diener \u2014 schenkte er dem gro\u00dfen Krankenhaus von Mailand, das er zu seinem allgemeinen Erben bestimmte. Er verf\u00fcgte, dass sein Leib, wo auch immer ihn der Tod ereilen sollte, in der Kathedrale von Mailand beigesetzt werde \u2014 nicht in einem Sarkophag, sondern in einem einfachen Grab, zu den F\u00fc\u00dfen des Hochaltars, in der Erde. Er wollte, dass Priester und Gl\u00e4ubige, die an diesem Ort verweilen, sich leichter an ihn erinnern und das Gebet f\u00fcr seine Seele aufrichtiger emporsteige. Die Beerdigung sollte so schlicht wie m\u00f6glich sein: auf dem Altar nicht mehr als sechs Kerzen, neben dem Katafalk nicht mehr als acht Fackeln, und nirgendwo sonst in der Kirche sollten zu diesem Anlass Kerzen angez\u00fcndet werden\u201c \u2014 schrieb Cesare Orsenigo \u00fcber das Testament des Erzbischofs Karl Borrom\u00e4us, der am 1. November 1610 von Papst Paul V. zur Ehre der Alt\u00e4re erhoben wurde. Aufgrund seiner F\u00fcrsorge f\u00fcr die Kranken wurde der heilige Karl Borrom\u00e4us auch zum Schutzpatron der Pestkranken gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/ez03-scaled.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload wp-image-80268 alignleft\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/ez03-750x1024.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/ez03-750x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"474\" height=\"647\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27474%27%20height%3D%27647%27%20viewBox%3D%270%200%20474%20647%27%3E%3Crect%20width%3D%27474%27%20height%3D%27647%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/ez03-200x273.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/ez03-220x300.jpg 220w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/ez03-400x546.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/ez03-600x820.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/ez03-750x1024.jpg 750w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/ez03-768x1049.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/ez03-800x1093.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/ez03-1124x1536.jpg 1124w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/ez03-1200x1639.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/ez03-1499x2048.jpg 1499w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/ez03-scaled.jpg 1874w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 474px) 100vw, 474px\" \/><\/a>\u201eGROS IEZA IN TEMESW BANNAT\u201d<\/strong><br \/>\n\u00dcber die Ortschaft Gro\u00df-Jetscha kann man im Werk S.E. Martin Roos, emeritierter Bischof von Temeswar, mit dem Titel \u201eErbe und Auftrag\u201c (Band I\/2a, Kapitel 5) Folgendes lesen: \u201eGro\u00df-Jetscha geh\u00f6rt zu den klassischen deutschen Siedlungen der Banater Heide, die zur Zeit der sp\u00e4teren Theresianischen Ansiedlung entstanden sind. Administrationsrat von Hildebrand und Inge-nieur Johann Sax haben das schachbrettartig ange-legte Dorf mit 200 Wohnpl\u00e4tzen ausgemessen und auf dem Pr\u00e4dium Jecza aufgebaut. Die Siedler kamen aus Lothringen, Luxemburg und aus dem Rheinland. Der erste Status Animarum weist 1767 508 Seelen auf, die ein Jahr sp\u00e4ter bei 808 liegen und 1769 die Tausend \u00fcberschritten haben. Familien mit zehn-zwanzig Kindern seien auch sp\u00e4ter in Gro\u00df-Jetscha keine Seltenheit gewesen, so hei\u00dft es. (\u2026) Das Gemeindeamt f\u00fchrte im Siegel die Pflugschar \u00fcber einem Baumstumpf aus dem zwei neuen Triebe entsprie\u00dfen, die den Schar flankierten. Dazu die etwas unbeholfene, grammatikalisch holperig klingende Umschrift: GROS IEZA IN TEMESW BANNAT.<br \/>\nDie Gro\u00df-Jetschaer Katholiken erhielten um 1780 ihre aus Steinen und festem Material erbaute, sowohl dem ausgehenden Barock wie dem anbre-chenden Klassizismus verpflichtete Pfarrkirche. N\u00e4here Angaben \u00fcber den Vorgang wie auch die ausf\u00fchrenden Handwerker und Meister fehlen, doch d\u00fcrften sie im Ort und in der n\u00e4heren Umgebung beheimatet gewesen sein. Mit Sicherheit aber wurde die Einrichtung der neuen Kirche vor Ort gefertigt. Die 36 B\u00e4nke waren von Tischler arbeit. Aber auch die Alt\u00e4re und Statuen wurden in Gro\u00df-Jetscha von dem hier seit 1767 ans\u00e4\u00dfigen Altarbauer Konrad Staud angefertigt. W\u00e4hrend vor dem Kirchbau, etwa 1773, im Inventarium ein Altar Von Br\u00e4der aufgeschlagen und ebenso ein Predig stuhl Von Br\u00e4der aufge-schlagen gesprochen wird, l\u00e4\u00dft sich die sukzessive Ausstattung der Kirche nach 1780 schrittweise verfolgen: 1784 gibt es das Hoch Altar bestehend in einem neuen Tabernacul samt 6 stuck vergoldeten Leuchtern &#8230; die Bildnu\u00df Caroli Boromaei, die Cantzel ist noch die alte, Ein gro\u00dfes Crucifix auf dem heilig Kreutz Altare, daneben ein weiterer noch ungefaster Altar, Ein altar blatt Von Brettern zusammengemacht mit Wasserfarben entworfen; 1793 ist der Hochaltar bereits vergold, blau marmorirt, auf Leinwand der heilige Karolus, dann der heil: Dreyfaltigkeit abgemahlen ist, der Immakulata Nebenaltar ist auch schon blau marmorirt und vergold, ebenso ist die Kanzel schon fertig und Auf dem Chor befindet sich eine mit 6 Mudationen, gr\u00fcnaufgestrichene und vergoldete Orgl, die 1805 schon Mangelhaft bis unbrauchbar war; die im Kirchturme befindlichen drei Metalene Glocken werden 1805 wie folgt spezifiziert: 4 Zentner, 2 Zentner 7 Pfund und die kleinste 1 Zentner; 1810 gab es auch schon Ein Sch\u00fctzen Standart die Bildni\u00df ist Caroly Boromaeus; seit 1832 hatte die Kirche eine f\u00fcnfte Glocke mit 8 Zentnern und um die Jahrhundertmitte eine Orgel von Johann Josephi mit 12 Registern.\u201d<br \/>\nDer Historiker Samu Borovszky vermerkte: \u201eAn der Stelle der heutigen Gemeinden Klein-Jetscha und Gro\u00df-Jetscha befand sich im Mittelalter die Ortschaft namens \u00d6cse (oder \u0150sze), die im Jahr 1467 zum Komitat Temesch geh\u00f6rte, 1479 zum Komitat Tschanad und zwischen 1482 und 1497 erneut zu Temesch. Die Ortschaft wurde w\u00e4hrend der osmanischen Besatzung zerst\u00f6rt. Auf der von Mercy angefertigten Karte erscheint sie unter dem Namen \u201aJetsaa\u2018 im Bezirk Temeswar und wird unter den unbewohnten Orten aufgef\u00fchrt.\u201c <em>(Quelle: <\/em><em>Magyarorsz\u00e1g v\u00e1rmegy\u00e9i \u00e9s v\u00e1rosai &#8211; Toront\u00e1l v\u00e1rmegye<\/em> <em>\/ Ungarns Komitate und St\u00e4dte \u2013 Komitat Torontal, 1896\u20131914).<\/em><\/p>\n<p><strong>Von Gro\u00df-Jetscha in die B\u0103r\u0103gan-Steppe<\/strong><br \/>\n\u201eDas vergangene Jahrhundert wird auch als das Jahrhundert der Vertreibung in die Geschichte eingehen. Die Banater Schwaben waren Opfer zweier Deportationen: im Januar 1945 in die Sowjetunion und im Juni 1951 in die B\u0103r\u0103gan-Steppe. Es waren Ereignisse, die die Gemeinschaften bis ins Mark ersch\u00fctterten und unermessliches Leid \u00fcber viele Familien brachten. Sie hinterlie\u00dfen tiefe Spuren im kollektiven Ged\u00e4chtnis der Banater Schwaben\u201c \u2014 hei\u00dft es im Band <em>Deportiert in den B\u0103r\u0103gan, 1951\u20131956: Banater Schwaben gedenken der Verschleppung vor f\u00fcnfzig Jahren<\/em>, herausgegeben von Walther Konschitzky, Peter-Dietmar Leber und Walter Wolf. Das Buch enth\u00e4lt auch Zeitzeugenberichte deportierter Banater Deutscher sowie Angaben zur Zahl der aus den Heimatgemeinden Verschleppten. Aus Gro\u00df-Jetscha wurden 388 deutsche Einwohner in die B\u0103r\u0103gan-Steppe deportiert.<br \/>\n\u201eHeute muss man lange suchen, um noch die \u00abDisteln des B\u0103r\u0103gan\u00bb (\u201eciulinii B\u0103r\u0103ganului\u201c) zu finden, wie sie Panait Istrati beschreibt. Sie sind fast verschwunden aus diesem Landstrich, wo kaum noch ein freies St\u00fcck Erde existiert, denn die Kleinst\u00e4dte bieten wenig Arbeitspl\u00e4tze und das Ackerland ist kostbar. \u201eF\u00fcr viele von uns ist es das Einzige, was uns am Leben h\u00e4lt\u201c, sagt Hedwig Ion, geborene Gilde. (\u2026) Hedwig Gilde erz\u00e4hlt, dass die einzige W\u00e4rme, die sie je gesp\u00fcrt habe \u2014 als deportiertes Kind in einer Lehmh\u00fctte und sp\u00e4ter in einem aus Erde improvisierten Haus \u2014 von solchen Disteln kam. Sie berichtet, dass sie im Alter von dreizehn Jahren aus Gro\u00df-Jetscha hierher gebracht wurde, zusammen mit ihren Eltern, doch sie wuchs bei den Gro\u00dfeltern auf. Es f\u00e4llt ihr nicht leicht, dar\u00fcber zu sprechen, doch sie f\u00e4hrt fort: Ihre Mutter wurde 1945 nach Russland deportiert; ihr Vater befand sich bereits in einem Kriegsgefangenenlager. Die beiden Lager lagen eigentlich nicht weit voneinander entfernt, doch die Familie wusste das damals nicht \u2014 sie erfuhren es erst, als der Vater im Mai 1951 aus Russland zur\u00fcckkehrte. Wenige Wochen sp\u00e4ter wurde die Familie ausgew\u00e4hlt und in die B\u0103r\u0103gan-Steppe verschleppt. Dort verbrachte Hedwig die letzten Jahre ihrer Kindheit und ihre Jugend in Armut. Als die Deportation Ende 1955 aufgehoben wurde und im Fr\u00fchjahr 1956 allen die R\u00fcckkehr in die Heimat erlaubt war, geh\u00f6rten Adam Gilde und seine Familie zu den wenigen, die zu weiteren zw\u00f6lf Jahren Zwangsaufenthalt im B\u0103r\u0103gan verurteilt wurden. Hedwig Gilde war damals neunzehn Jahre alt. \u00abAls ich die Nachricht h\u00f6rte&#8230;\u00bb \u2014 beginnt sie zu weinen, und wer k\u00f6nnte es ihr verdenken? \u00abEs war die schwerste Zeit meines Lebens, als alle anderen in ihre schw\u00e4bischen D\u00f6rfer zur\u00fcckkehrten, als alle meine Freunde und alle Banater Jugendlichen den B\u0103r\u0103gan verlie\u00dfen, und ich hierbleiben musste&#8230; und hier bin ich geblieben bis heute\u00bb\u201c \u2014 so lautet ihr Zeugnis in diesem Band.<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/DSC_7796.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload wp-image-80274 alignright\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/DSC_7796-786x1024.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/DSC_7796-786x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"292\" height=\"380\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27292%27%20height%3D%27380%27%20viewBox%3D%270%200%20292%20380%27%3E%3Crect%20width%3D%27292%27%20height%3D%27380%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/DSC_7796-200x260.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/DSC_7796-230x300.jpg 230w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/DSC_7796-400x521.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/DSC_7796-600x781.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/DSC_7796-768x1000.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/DSC_7796-786x1024.jpg 786w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/DSC_7796-800x1042.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/DSC_7796-1180x1536.jpg 1180w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/DSC_7796-1200x1563.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/DSC_7796.jpg 1440w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 292px) 100vw, 292px\" \/><\/a>Zeichen der Verehrung des hl. Karl Borrom\u00e4us in Temeswar<\/strong><br \/>\nIn seinem Werk <em>Erbe und Auftrag<\/em> (Band I\/2a, Kapitel 2) zitiert S.E. Martin Roos, emeritierter Bischof von Temeswar, einige Zeilen aus dem Tagebuch der Jesuitenpatres von Temeswar, aufgezeichnet am 30. Mai 1739, unmittelbar nach der Pestepidemie, die auch diese Stadt verw\u00fcstete. Die Beschreibung der Vorbereitungen f\u00fcr die Dankmesse, die am Sonntag, dem 31. Mai 1739 gefeiert werden sollte, erw\u00e4hnt, dass auf einem der bemalten Altartafeln auch der hl. Karl Borrom\u00e4us dargestellt ist. So wurde dieser Heilige bereits damals in Temeswar verehrt. Eine Statue des hl. Karl Borrom\u00e4us befindet sich auch auf der Pests\u00e4ule am Domplatz (Pia\u021ba Unirii) in Temeswar \u2014 ein historisches Denkmal mit dem LMI-Code TM-III-m-A-06313, errichtet zwischen 1755 und 1758. Der Erzbischof von Mailand ist mit einem Kreuz in der Hand dargestellt, mit dem Gesicht zur Domkirche zum hl. Georg gewandt. In der r\u00f6misch-katholischen Kathedrale von Temeswar steht rechts vom Hauptaltar eine weitere Statue des hl. Karl Borrom\u00e4us, aus Holz geschnitzt und vergoldet, da der Erzbischof von Mailand auch der geistliche Patron von Kaiser Karl VI. war, dem Stifter des Temeswarer Doms.<\/p>\n<p><strong>Gemeinsames Gedenken und gemeinsames Gebet<\/strong><br \/>\nDas Beispiel des heiligen Karl Borrom\u00e4us bleibt auch heute ein Aufruf zum Dienst, zur Hoffnung und zur Verantwortung gegen\u00fcber der Gemeinschaft. Seine Gestalt ist weiterhin ein Wegweiser f\u00fcr alle, die dem Glauben treu bleiben.<br \/>\nDiejenigen, die ihn verehren, k\u00f6nnen durch die dem heiligen Karl gewidmete Novene beten, die derzeit auf Ungarisch und Englisch verf\u00fcgbar ist. Diese Novene hilft, die Spiritualit\u00e4t des Heiligen zu vertiefen, und bietet die M\u00f6glichkeit einer pers\u00f6nlichen Verbindung unter den Betenden. So wird das Gedenken zum Gebet, und das Gebet zu einer lebendigen Beziehung: mit dem heiligen Karl, miteinander und mit Gott.<\/p>\n<p>Pressestelle des Bistums Temeswar<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Deutschen Katholischen Lexikon sowie im Ungarischen lesen wir \u00fcber den Begriff \u201eSchutzheiliger\u201c folgendes: \u201eSchutzpatron, Patron, Patronin: ein von einem Volk, einer Di\u00f6zese, einer Ortschaft oder einer amtlichen Person mit Zustimmung des Heiligen Stuhls als himmlischer Besch\u00fctzer gew\u00e4hlter Heiliger. 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