{"id":80668,"date":"2025-11-21T19:54:17","date_gmt":"2025-11-21T17:54:17","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=80668"},"modified":"2026-05-05T19:12:36","modified_gmt":"2026-05-05T16:12:36","slug":"botschaft-von-papst-leo-xiv-zum-40-weltjugendtag-23-november-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/botschaft-von-papst-leo-xiv-zum-40-weltjugendtag-23-november-2025\/","title":{"rendered":"Botschaft von Papst Leo XIV. zum 40. Weltjugendtag &#8211; 23. November 2025"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie die Botschaft, die Papst Leo XIV. zum n\u00e4chsten Weltjugendtag (WJT) formuliert hat, in ihrer offiziellen deutschen Fassung. S\u00e4mtliche Wortmeldungen des Papstes werden auf der Internetseite des Heiligen Stuhls www.vatican.va publiziert.<\/p>\n<p><b><i>\u00bbAuch ihr legt Zeugnis ab, weil ihr bei mir seid\u00ab (vgl. Joh 15,27)<\/i><\/b><\/p>\n<p><strong>Liebe Jugendliche!<\/strong><br \/>\nZu Beginn dieser meiner ersten Botschaft an euch m\u00f6chte ich zun\u00e4chst einmal Danke sagen! Danke f\u00fcr die Freude, die ihr verbreitet habt, als ihr zu eurer Heiligjahrfeier nach Rom gekommen seid, und danke auch an alle jungen Menschen aus aller Welt, die sich uns im Gebet angeschlossen haben. Es war ein kostbares Ereignis, um die Glaubensfreude zu erneuern und die Hoffnung weiterzugeben, die in unseren Herzen brennt! Sorgen wir also daf\u00fcr, dass dieses Treffen im Heiligen Jahr kein isolierter Moment bleibt, sondern f\u00fcr jeden von euch einen Fortschritt im christlichen Leben und eine starke Ermutigung darstellt, weiterhin den Glauben zu bezeugen.<br \/>\nGenau diese Dynamik steht im Mittelpunkt des n\u00e4chsten Weltjugendtags, den wir am Christk\u00f6nigssonntag, dem 23. November, begehen werden und der unter dem Motto steht:<i>\u00a0\u00bbAuch ihr legt Zeugnis ab, weil ihr bei mir seid\u00ab<\/i>\u00a0(vgl.<i>\u00a0Joh\u00a0<\/i>15,27). In der Kraft des Heiligen Geistes bereiten wir uns als Pilger der Hoffnung darauf vor, mutige Zeugen Christi zu werden. Machen wir uns also ab jetzt auf den Weg, der uns zum internationalen WJT in Seoul im Jahr 2027 f\u00fchren wird. In diesem Sinne m\u00f6chte ich mich auf zwei Aspekte des Zeugnisgebens konzentrieren: unsere Freundschaft mit Jesus, die wir von Gott als Geschenk annehmen, und das gesellschaftliche Engagement eines jeden von uns als Baumeister des Friedens.<\/p>\n<p><strong><i>Freunde, also Zeugen<\/i><\/strong><br \/>\nDas christliche Zeugnis entspringt der Freundschaft mit dem Herrn, der zum Heil aller Menschen gekreuzigt wurde und auferstanden ist. Dieses Zeugnis ist nicht mit ideologischer Propaganda zu verwechseln, sondern ist ein echtes Prinzip der inneren Umgestaltung und der sozialen Sensibilisierung. Jesus wollte seine J\u00fcnger \u201eFreunde\u201c nennen, sie, denen er das Reich Gottes verk\u00fcndet und die er gebeten hat, bei ihm zu bleiben, damit sie eine Gemeinschaft bilden und er sie aussenden kann, um das Evangelium zu verk\u00fcnden (vgl. <i>Joh<\/i>\u00a015,15.27). Wenn Jesus also zu uns sagt: \u201eGebt Zeugnis\u201c, dann versichert er uns damit, dass er uns als seine Freunde betrachtet. Er allein wei\u00df wirklich, wer wir sind und warum wir hier sind: Er kennt die Herzen von euch Jugendlichen, eure Entr\u00fcstung angesichts von Diskriminierung und Ungerechtigkeit, eure Sehnsucht nach Wahrheit und Sch\u00f6nheit, nach Freude und Frieden; als euer Freund h\u00f6rt er euch zu, er motiviert und geleitet euch und ruft jeden einzelnen zu einem neuen Leben.<br \/>\nJesu Blick, der uns immer und ausschlie\u00dflich wohlwollend betrachtet, kommt uns zuvor (vgl. <i>Mk<\/i>\u00a010,21). Er will uns weder als Knechte noch als \u201eAktivisten\u201c einer Partei: Er l\u00e4dt uns ein, als Freunde bei ihm zu sein, damit unser Leben erneuert wird. Und aus der freudvollen Neuheit dieser Freundschaft erw\u00e4chst spontan das Zeugnis. Es ist eine einzigartige Freundschaft, die uns Gemeinschaft mit Gott schenkt; eine treue Freundschaft, die uns unsere W\u00fcrde und die der anderen entdecken l\u00e4sst; eine ewige Freundschaft, die nicht einmal der Tod zerst\u00f6ren kann, weil sie in dem gekreuzigten und auferstandenen Herrn ihren Ursprung hat.<br \/>\nDenken wir an die Botschaft, die uns der Apostel Johannes am Ende des Vierten Evangeliums \u00fcberliefert: \u00bbDies ist der J\u00fcnger, der all das bezeugt und der es aufgeschrieben hat; und wir wissen, dass sein Zeugnis wahr ist\u00ab <i>(Joh<\/i>\u00a021,24). Der gesamte vorausgehende Text wird von einem J\u00fcnger, der seinen Namen nicht nennt, sondern sich \u201eder J\u00fcnger, den Jesus liebte\u201c nennt, voller Dankbarkeit und Staunen zusammenfassend als \u201eZeugnis\u201c bezeichnet. Diese Benennung spiegelt eine Beziehung wider: Es handelt sich nicht um den Namen einer Person, sondern um das Zeugnis einer pers\u00f6nlichen Verbundenheit mit Christus. Das ist es, was f\u00fcr Johannes wirklich z\u00e4hlt: ein J\u00fcnger des Herrn zu sein und sich als von ihm geliebt zu erfahren. Wir verstehen also, dass das christliche Zeugnis die Frucht einer Glaubens- und Liebesbeziehung zu Jesus ist, in dem wir das Heil unseres Lebens finden. Was der Apostel Johannes schreibt, gilt auch f\u00fcr euch, liebe Jugendliche. Ihr seid von Christus eingeladen, ihm zu folgen und euch neben ihn zu setzen, um sein Herz zu h\u00f6ren und nah an seinem Leben teilzunehmen! Jeder ist f\u00fcr Ihn ein \u201egeliebter J\u00fcnger\u201c, und aus dieser Liebe erw\u00e4chst die Freude des Zeugnisgebens.<br \/>\nEin weiterer mutiger Zeuge des Evangeliums ist der Vorl\u00e4ufer Jesu, Johannes der T\u00e4ufer, der Zeugnis ablegte \u00bbf\u00fcr das Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kommen\u00ab <i>(Joh<\/i>\u00a01,7). Obwohl er im Volk gro\u00dfen Ruhm genoss, war er sich wohl bewusst, dass er nur eine \u201eStimme\u201c war, die auf den Erl\u00f6ser verwies: \u00bbSeht, das Lamm Gottes\u00ab\u00a0<i>(Joh<\/i>\u00a01,36). Sein Beispiel erinnert uns daran, dass der wahre Zeuge nicht danach strebt, die Szene zu beherrschen, und dass er keine Anh\u00e4nger sucht, die er an sich bindet. Der wahre Zeuge ist dem\u00fctig und innerlich frei, vor allem von sich selbst, d.h. von dem Anspruch, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen. Deshalb ist er frei, zuzuh\u00f6ren und die Wahrheit allen gegen\u00fcber auszulegen und auszusprechen, auch vor den M\u00e4chtigen. Von Johannes dem T\u00e4ufer lernen wir, dass das christliche Zeugnis nicht Verk\u00fcndigung unser selbst ist und dass es nicht um unsere geistigen, intellektuellen oder moralischen F\u00e4higkeiten geht. Wahres Zeugnis besteht darin, auf Jesus, den einzigen Erl\u00f6ser, hinzuweisen und ihn zu erkennen, wenn er in Erscheinung tritt. Johannes erkannte ihn unter den S\u00fcndern, inmitten der gew\u00f6hnlichen Menschen. Deshalb hat Papst Franziskus immer wieder betont: Wenn wir nicht aus uns selbst und aus unserer Komfortzone herausgehen, wenn wir uns nicht zu den Armen und zu denen begeben, die sich vom Reich Gottes ausgeschlossen f\u00fchlen, begegnen und bezeugen wir Christus nicht. Dann verlieren wir die wunderbare Freude, die einem beim H\u00f6ren oder Verk\u00fcnden der Frohen Botschaft erf\u00fcllt.<br \/>\nLiebe Freunde, ich lade euch alle ein, in der Bibel weiter nach den Freunden und Zeugen Jesu zu suchen. Beim Lesen der Evangelien werdet ihr feststellen, dass alle von ihnen in der lebendigen Beziehung zu Christus den wahren Sinn des Lebens gefunden haben. Tats\u00e4chlich finden unsere tiefsten Fragen weder Geh\u00f6r noch Antwort im endlosen <i>Scrollen<\/i>\u00a0auf dem Smartphone, das unsere Aufmerksamkeit fesselt, unseren Verstand erm\u00fcdet und unser Herz leer zur\u00fcckl\u00e4sst. Diese Fragen bringen uns nicht sehr weit, wenn wir sie in uns selbst oder in einem zu engen Kreis gefangen halten. Die Verwirklichung unserer wahren Sehns\u00fcchte kommt immer dadurch zustande, dass wir aus uns selbst heraustreten.<\/p>\n<p><strong><i>Zeugen, also Missionare<\/i><\/strong><br \/>\nAuf diese Weise k\u00f6nnt ihr Jugendlichen mit Hilfe des Heiligen Geistes zu Missionaren Christi in der Welt werden. Viele eurer Altersgenossen sind der Gewalt ausgesetzt, werden gezwungen, Waffen zu benutzen, von ihren Lieben getrennt zu leben, zu migrieren und zu fliehen. Vielen fehlt es an Bildung und anderen wesentlichen Dingen. Sie alle teilen mit euch die Suche nach Sinn und die damit einhergehende Unsicherheit, die Belastung durch zunehmenden sozialen oder beruflichen Druck, die Schwierigkeit, famili\u00e4re Krisen zu bew\u00e4ltigen, das schmerzliche Gef\u00fchl der Chancenlosigkeit und die Reue \u00fcber begangene Fehler. Ihr selbst k\u00f6nnt anderen jungen Menschen zur Seite stehen, sie begleiten und zeigen, dass Gott in Jesus jedem Menschen nahegekommen ist. Wie Papst Franziskus zu sagen pflegte: \u00bbChristus zeigt, dass Gott N\u00e4he, Mitgef\u00fchl und Z\u00e4rtlichkeit ist\u00ab (Enzyklika <i>Dilexit nos<\/i>, 35).<br \/>\nEs ist wahr: Zeugnis abzulegen ist nicht immer einfach. In den Evangelien finden wir oft die Spannung zwischen Annahme und Ablehnung Jesu: \u00bbUnd das Licht leuchtet in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht erfasst\u00ab <i>(Joh<\/i>\u00a01,5). Auf \u00e4hnliche Weise erf\u00e4hrt auch der J\u00fcnger bzw. Zeuge selbst Ablehnung und manchmal sogar heftigen Widerstand. Der Herr verschweigt diese schmerzliche Tatsache nicht: \u00bbWenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen\u00ab\u00a0<i>(Joh<\/i>\u00a015,20). Doch gerade das wird zum Anlass, das oberste Gebot in die Tat umzusetzen: \u00bbLiebt eure Feinde und betet f\u00fcr die, die euch verfolgen\u00ab\u00a0<i>(Mt<\/i>\u00a05,44). Das ist es, was die M\u00e4rtyrerinnen und M\u00e4rtyrer seit den Anf\u00e4ngen der Kirche getan haben.<br \/>\nLiebe Jugendliche, das ist keine Geschichte, die nur der Vergangenheit angeh\u00f6rt. Auch heute leiden Christen und Menschen guten Willens an vielen Orten der Welt unter Verfolgung, L\u00fcgen und Gewalt. Vielleicht seid auch ihr von dieser schmerzhaften Erfahrung betroffen gewesen und vielleicht wart ihr versucht, instinktiv zu reagieren und euch auf die gleiche Stufe mit denen zu stellen, die euch abgelehnt haben, indem ihr eine aggressive Haltung eingenommen habt. Erinnern wir uns jedoch an den weisen Rat des heiligen Paulus: \u00bbLass dich nicht vom B\u00f6sen besiegen, sondern besiege das B\u00f6se durch das Gute\u00ab<i>\u00a0<\/i>(<i>R\u00f6m<\/i>\u00a012,21).<br \/>\nLasst euch also nicht entmutigen: Wie die Heiligen seid auch ihr dazu berufen, in der Hoffnung standhaft zu bleiben, besonders wenn ihr mit Schwierigkeiten und Hindernissen zu k\u00e4mpfen habt.<\/p>\n<p><strong><i>Geschwisterlichkeit als Band des Friedens<\/i><\/strong><br \/>\nAus der Freundschaft mit Christus, die ein Geschenk des Heiligen Geistes in uns ist, ergibt sich eine Lebensweise, die den Charakter der Geschwisterlichkeit in sich tr\u00e4gt. Ein junger Mensch, der Christus begegnet ist, bringt die \u201eW\u00e4rme\u201c und den \u201eGeschmack\u201c der Geschwisterlichkeit \u00fcberall hin, und jeder, der mit ihm oder ihr in Kontakt kommt, f\u00fchlt die Anziehungskraft einer neuen und tiefen Dimension selbstloser N\u00e4he, aufrichtigen Mitgef\u00fchls und treuer G\u00fcte. Der Heilige Geist l\u00e4sst uns unsere N\u00e4chsten mit neuen Augen sehen: In dem anderen steckt ein Bruder, eine Schwester!<br \/>\nDas Zeugnis der Geschwisterlichkeit und des Friedens, das die Freundschaft mit Christus in uns weckt, befreit uns aus der Gleichg\u00fcltigkeit und geistigen Tr\u00e4gheit und l\u00e4sst uns Verschlossenheit und Misstrauen \u00fcberwinden. Es verbindet uns auch miteinander und spornt uns an, uns gemeinsam zu engagieren, von der ehrenamtlichen Arbeit bis zur politisch aktiven N\u00e4chstenliebe, mit dem Ziel, neue Lebensbedingungen f\u00fcr alle zu schaffen. Folgt nicht denen, die die Worte des Glaubens benutzen, um zu spalten: Tut euch stattdessen zusammen, um Ungleichheiten zu beseitigen und polarisierte und unterdr\u00fcckte Gemeinschaften zu vers\u00f6hnen. Meine lieben Freunde, lasst uns deshalb auf die Stimme Gottes in uns h\u00f6ren, unseren Egoismus \u00fcberwinden und zu engagierten Friedensstiftern werden. Dann wird dieser Friede, der ein Geschenk des auferstandenen Herrn ist (vgl. <i>Joh<\/i>\u00a020,19), durch das gemeinsame Zeugnis derer, die seinen Geist in ihren Herzen tragen, in der Welt sichtbar werden.<br \/>\nLiebe Jugendliche, angesichts der Leiden und der Hoffnungen der Welt, lasst uns unseren Blick auf Jesus richten. Kurz vor seinem Tod am Kreuz vertraute er Johannes die Jungfrau Maria als Mutter an und ihn ihr als Sohn. Dieses letzte Geschenk der Liebe ist f\u00fcr alle J\u00fcnger, f\u00fcr uns alle gedacht. Deshalb lade ich euch ein, diese heilige Verbundenheit mit Maria, unserer liebenden und verst\u00e4ndnisvollen Mutter, zu suchen und sie vor allem durch das Rosenkranzgebet zu pflegen. Auf diese Weise werden wir in allen Lebenslagen erfahren, dass wir nie allein sind, sondern stets von Gott geliebte Kinder, denen er vergibt und die er ermutigt. Bezeugt dies mit Freude!<\/p>\n<p><i>Aus dem Vatikan, am 7. Oktober 2025, dem Gedenktag Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz.<\/i><\/p>\n<p>LEO PP. XIV<br \/>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/papst\/news\/2025-10\/wortlaut-botschaft-weltjugendtag-wjt-papst-leo-xiv-glaube-jugend.html\">www.vaticannews.va\/de<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie die Botschaft, die Papst Leo XIV. zum n\u00e4chsten Weltjugendtag (WJT) formuliert hat, in ihrer offiziellen deutschen Fassung. 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