{"id":80804,"date":"2025-11-24T10:15:46","date_gmt":"2025-11-24T08:15:46","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=80804"},"modified":"2026-05-05T19:10:54","modified_gmt":"2026-05-05T16:10:54","slug":"papst-leo-xiv-wuerdigt-das-konzil-von-nizaea","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/papst-leo-xiv-wuerdigt-das-konzil-von-nizaea\/","title":{"rendered":"Papst Leo XIV. w\u00fcrdigt das Konzil von Niz\u00e4a"},"content":{"rendered":"<p>Papst Leo XIV. erhofft sich vom Gedenken an das Konzil von Niz\u00e4a vor 1.700 Jahren Auftrieb f\u00fcr die \u00f6kumenischen Beziehungen. Das gibt er in einem Apostolischen Schreiben zu erkennen, welches an diesem Sonntag ver\u00f6ffentlicht wurde.<\/p>\n<p><b><i>Stefan von Kempis \u2013 Vatikanstadt<\/i><\/b><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/papst\/news\/2025-11\/wortlaut-papst-leo-xiv-apostolisches-schreiben-in-unitate-fidei.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Das zehnseitige Schreiben mit dem Titel \u201eIn unitate fidei\u201c (<i>In der Einheit des Glaubens<\/i>) w\u00fcrdigt vor allem das Glaubensbekenntnis, das auf dem Konzil im Jahr 325 unter der Leitung von Kaiser Konstantin formuliert wurde<\/a>. In einer auf einem sp\u00e4teren Konzil erg\u00e4nzten Fassung (<i>niz\u00e4no-konstantinopolitanisches Credo<\/i>) stellt es auch heute noch, wie das Schreiben hervorhebt, \u201edas gemeinsame Bekenntnis aller christlichen Traditionen\u201c dar (8). Papst Leo wird in ein paar Tagen w\u00e4hrend seiner ersten Auslandsreise, die ihn in die T\u00fcrkei f\u00fchrt, am Ort des Konzils von Niz\u00e4a im heutigen Iznik an einem christlichen Gebetstreffen teilnehmen.<\/p>\n<p><strong>Nein zu einer sogenannten \u201eR\u00fcckkehr-\u00d6kumene\u201c<\/strong><br \/>\nIn \u00f6kumenischer Hinsicht ist das Glaubensbekenntnis von Niz\u00e4a nach Einsch\u00e4tzung von \u201eIn unitate fidei\u201c von \u201eh\u00f6chstem Wert\u201c: Es bilde \u201edie Grundlage und den Bezugspunkt\u201c f\u00fcr den gemeinsamen Weg der christlichen Kirchen und Gemeinschaften. Einer sogenannten \u201eR\u00fcckkehr-\u00d6kumene\u201c erteilt das Papstschreiben eine klare Absage. Zugleich d\u00fcrfe man sich aber auch nicht mit einer \u201egegenseitigen Anerkennung des derzeitigen Status quo der Verschiedenheit\u201c zufriedengeben, sondern solle durch \u201eReue und Umkehr von Seiten aller\u201c auf \u201ewirkliche Einheit in legitimer Verschiedenheit\u201c abzielen (12). Mit seiner Lehre von der g\u00f6ttlichen Dreifaltigkeit habe Niz\u00e4a f\u00fcr ein solches Einheitsmodell die Blaupause geliefert.<\/p>\n<p><strong>Wenn die Frage nach Gott allm\u00e4hlich erl\u00f6scht<\/strong><br \/>\nBesorgt zeigt sich Leo XIV. \u00fcber das allm\u00e4hliche Erl\u00f6schen der Gottesfrage bei vielen Menschen. Eine Teilschuld daran gibt er (angelehnt an ein Zitat des Zweiten Vatikanischen Konzils) den Christen, \u201eweil sie den wahren Glauben nicht bezeugen und das wahre Antlitz Gottes durch ihren Lebensstil \u2026 verdunkeln\u201c. Im Namen Gottes sei im Lauf der Jahrhunderte \u201egemordet, verfolgt und diskriminiert\u201c worden, beklagt der Papst. \u201eStatt einen barmherzigen Gott zu verk\u00fcnden, hat man von einem r\u00e4chenden Gott gesprochen, der Schrecken verbreitet und bestraft.\u201c Darum rufe uns das Glaubensbekenntnis von Niz\u00e4a heute zu einer Gewissenserforschung auf. \u201eWas bedeutet mir Gott, und wie bezeuge ich meinen Glauben an Ihn? \u2026 Bin ich dazu bereit, die G\u00fcter der Erde, die allen geh\u00f6ren, gerecht und gleichm\u00e4\u00dfig mit anderen zu teilen? Wie behandle ich die Sch\u00f6pfung, die das Werk Seiner H\u00e4nde ist?\u201c (10)<br \/>\nF\u00fcr einen \u201eneuen Elan beim Bekenntnis des Glaubens\u201c<br \/>\nEine weitere, f\u00fcr n\u00f6tig erachtete Gewissenserforschung sollte nach Leos Daf\u00fcrhalten der Frage gelten, wie es um die Rezeption des Credos von Niz\u00e4a heute bestellt ist. \u201eSp\u00fcren wir, dass es auch unsere heutige Situation betrifft? Verstehen und leben wir das, was wir jeden Sonntag sagen, und was bedeutet das, was wir sagen, f\u00fcr unser Leben?\u201c (9) F\u00fcr eine theologische Einordnung des ersten Konzils der Christenheit verweist das neue Papstschreiben auf ein Dokument der Internationalen Theologischen Kommission (die beim vatikanischen Glaubensdikasterium angesiedelt ist). <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/roman_curia\/congregations\/cfaith\/cti_documents\/rc_cti_doc_20250403_1700-nicea_ge.html\" target=\"_blank\" rel=\"external noopener\">Dieses Dokument tr\u00e4gt den Titel \u201eJesus Christus, Sohn Gottes, Erl\u00f6ser\u201c und wurde im Fr\u00fchjahr 2025 ver\u00f6ffentlicht, also noch im Pontifikat von Papst Franziskus.<\/a>Doch beschr\u00e4nkt sich \u201eIn unitate fidei\u201c nicht auf den Appell zu einem \u201eneuen Elan beim Bekenntnis des Glaubens in der ganzen Kirche\u201c (1), sondern schl\u00e4gt durchaus einige theologische Pfl\u00f6cke ein. So wird betont, das Konzil habe mit der Formulierung, dass Christus \u201eeines Wesens (<i>homoo\u00fasios<\/i>) mit dem Vater\u201c sei, keineswegs \u201edie biblischen Erkl\u00e4rungen durch griechische Philosophie ersetzen\u201c wollen: \u201eIm Gegenteil, das Konzil hat diese Begriffe benutzt, um den biblischen Glauben deutlich von der hellenisierenden Irrlehre des Arius zu unterscheiden. Die Anklage der Hellenisierung trifft also nicht die V\u00e4ter von Niz\u00e4a, sondern die falsche Lehre des Arius und seiner Anh\u00e4nger.\u201c Das zielt auf den Priester und Theologen Arius, der Jesus als dem Vater untergeordnet ansah und daher Abstriche an Jesu g\u00f6ttlicher Natur machte; seine Lehre wurde von Niz\u00e4a verworfen. Positiv gesprochen hat Niz\u00e4a, so schreibt Leo XIV., den biblischen Monotheismus mit dem \u201eRealismus der Menschwerdung\u201c (5) Gottes in Einklang gebracht.<\/p>\n<p><strong>Eine thematische Verbindung zu \u201eDilexi te\u201c<\/strong><br \/>\nDer Papst streicht heraus, dass das Bekenntnis von Niz\u00e4a \u201enicht von einem fernen, unerreichbaren, unbewegten Gott spricht\u201c, sondern von einem Gott, \u201eder uns nahekommt und uns auf unserem Weg begleitet\u201c. Aufgrund der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus \u201ebegegnen wir dem Herrn in unseren bed\u00fcrftigen Br\u00fcdern und Schwestern\u201c, und durch sein Heilswerk habe Gott \u201eunsere menschliche W\u00fcrde als Abbild Gottes wiederhergestellt\u201c. (7) Das verbindet dieses Apostolische Schreiben Leos thematisch mit seiner ersten, unl\u00e4ngst ver\u00f6ffentlichten Apostolischen Exhortation. <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/leo-xiv\/de\/apost_exhortations\/documents\/20251004-dilexi-te.html\" target=\"_blank\" rel=\"external noopener\">Jene tr\u00e4gt den Titel \u201eDilexi te\u201c und arbeitet heraus, dass die Liebe zu den Armen zentral f\u00fcr das Christentum ist.<\/a><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/papst\/news\/2025-11\/apostolisches-schreiben-konzil-nizaea-papst-leo-xiv-oekumene.html\">www.vaticannews.va\/de<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Papst Leo XIV. erhofft sich vom Gedenken an das Konzil von Niz\u00e4a vor 1.700 Jahren Auftrieb f\u00fcr die \u00f6kumenischen Beziehungen. Das gibt er in einem Apostolischen Schreiben zu erkennen, welches an diesem Sonntag ver\u00f6ffentlicht wurde. 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