{"id":81359,"date":"2025-12-07T21:06:18","date_gmt":"2025-12-07T19:06:18","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=81359"},"modified":"2025-12-07T21:06:18","modified_gmt":"2025-12-07T19:06:18","slug":"gedenken-an-bischof-nikola-stanislavic-in-der-temeswarer-domkirche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/gedenken-an-bischof-nikola-stanislavic-in-der-temeswarer-domkirche\/","title":{"rendered":"Gedenken an Bischof Nikola Stanisl\u00e1vi\u010d in der Temeswarer Domkirche"},"content":{"rendered":"<p>Am Samstag, dem 6. Dezember, dem Tag des Heiligen Bischofs Nikolaus von Myra, versammelte sich die bulgarische Gemeinde der Di\u00f6zese Temeswar um den Hauptaltar der Domkirche zum Hl. Georg, der r\u00f6misch-katholischen Kathedrale in Temeswar. Seit vielen Jahren ist es bereits Brauch, den Heiligen Nikolaus in der bulgarischen Gemeinde, insbesondere in der Stadt Temeswar, zu ehren aber in diesem Jahr hatte die Feier eine ganz besondere Bedeutung: Bischof Nikola Stanisl\u00e1vi\u010d, eine pr\u00e4gende Pers\u00f6nlichkeit f\u00fcr die Bulgaren im Banat, aber auch f\u00fcr die Di\u00f6zese Temeswar und f\u00fcr die katholische Pr\u00e4senz in der Walachei im 18. Jahrhundert, wurde in besonderer Weise geehrt. An diesem Tag, dem Namenstag von Bischof Stanisl\u00e1vi\u010d, wurden drei ganz besondere Momente gefeiert: 300 Jahre seit seiner Ernennung und Weihe zum Bischof, in Rom, f\u00fcr die Di\u00f6zese Nicopolis mit Sitz in Craiova, 285 Jahre seit seiner Best\u00e4tigung als Bischof der Di\u00f6zese Tschanad mit Sitz in Temeswar und 275 Jahre seit seinem Tod in Temeswar.<br \/>\nDie katholischen bulgarischen Gl\u00e4ubigen aus Alt-Beschenowa, Winga, Temeswar, Arad, Gro\u00df-Sanktnikolaus, Detta, Denta und nicht zuletzt Breschtea versammelten sich bereits um 10.00 Uhr in gro\u00dfer Zahl in der Domkirche und begannen das Programm wie an einem Wallfahrtstag: mit dem Rosenkranzgebet. Um 10.30 Uhr gab der Kinderchor <em>Zvan\u010de<\/em> unter der Leitung von Prof. Elena Doycheva-Dragomir ein kleines Konzert mit Advents- und Weihnachtsliedern auf den Stufen des Altars.<br \/>\nDie feierliche Heilige Messe wurde um 11.00 Uhr von Msgr. Georg (Gjuka) Augustinov, Pfarrer der bulgarischen Personalpfarrei in Temeswar, in Konzelebration mit Pfr. Petru Velciov, Pfarrverwalter von Alt-Beschenowa, Pfr. Salman Demeter, Pfarrer von Nadlak, und Pfr. Piry Radulov, Pfarrer von Vinga gefeiert. Ein gro\u00dfer gemischter Chor, bestehend aus Gl\u00e4ubigen aus Alt-Beschenowa und anderen Orten, sorgte f\u00fcr die musikalische Umrahmung der Heiligen Messe und lud die gesamte Gemeinde zum Singen und Beten ein.<br \/>\nUnter den anwesenden Amtstr\u00e4gern sind Herr Dejan Popov, Unterpr\u00e4fekt des Kreises Temesch (Verband der Serben in Rum\u00e4nien), Herr Gheorghe Nacov, Abgeordneter der bulgarischen Minderheit im rum\u00e4nischen Parlament und Honorarkonsul Bulgariens in Temeswar, Herr Bono Cucalan, B\u00fcrgermeister der Gemeinde Alt-Beschenowa, Frau Anca Panici, Vorsitzende der Temeswarer Filiale des Verbands der Bulgaren in Banat-Rum\u00e4nien, Herr Prof. Petru Topciov, Leitzr des Gymnasiums \u201eHll. Kiril und Methodius\u201c in Alt-Beschenowa, sowie mehrere Vorsitzende und Mitglieder der UBB-R-Filialen im Banat.<br \/>\nDie Einleitung wurde in bulgarischer und rum\u00e4nischer Sprache gehalten, und die erste Lesung wurde von einem jungen Ministrant in bulgarischer Sprache vorgetragen. Die Passage aus dem Heiligen Evangelium wurde in bulgarischer und rum\u00e4nischer Sprache von Pfr. Salman Demeter verk\u00fcndet, woraufhin Msgr. Augustinov seine Predigt hielt. Der Prediger bezog sich in seinem Lehrwort, ausgehend vom Beispiel des Heiligen Nikolaus, auf die pastorale T\u00e4tigkeit des Bischofs Nikola Stanisl\u00e1vi\u010d, auf seinen unerm\u00fcdlichen Einsatz f\u00fcr die Ehre Gottes, zum Wohle der Kirche und der Menschen in schweren Zeiten der Verfolgung, des Exils, der Naturkatastrophen und der Armut.<br \/>\nNach dem Schlussgebet und dem Schlusssegen lud Msgr. Augustinov Frau Nicoleta Rafaela Ciocan, Journalistin und Moderatorin der bulgarischsprachigen Sendung bei TVR Temeswar ein, ein Gedicht in banater-bulgarischer Sprache zu rezitieren, das vom Dichter Gyuka Gergulov geschrieben wurde und den Titel \u201eDas letzte Gebet von Bischof Nikola Stanisl\u00e1vi\u010d\u201c tr\u00e4gt. Frau Nicoleta Rafaela Ciocan hat zur Zeit eine Reihe von Sendungen \u00fcber die Pers\u00f6nlichkeit von Bischof Stanisl\u00e1vi\u010d produziert, die auf TVR Timi\u0219oara, Radio Timi\u0219oara und im Internet auf den Seiten der genannten Radio- und Fernsehsender ausgestrahlt werden.<br \/>\nDas Leben und Wirken von Bischof Stanisl\u00e1vi\u010d wurde von Dr. Claudiu C\u0103lin, Di\u00f6zesanarchivar, in rum\u00e4nischer Sprache vorgestellt. Auf Initiative der r\u00f6misch-katholischen Di\u00f6zese Temeswar \u2013 des Di\u00f6zesanmuseum \u2013, deren Verantwortlicher ebenfalls Dr. Claudiu C\u0103lin ist, wurde vor dem Altar des Heiligen Gerhard das Portr\u00e4t von Bischof Stanisl\u00e1vi\u010d ausgestellt, ein Kunstwerk aus Wien, das lange Zeit in Vinga aufbewahrt wurde und sich derzeit im Di\u00f6zesanmuseum befindet.<br \/>\nDie Mitglieder des Kinderchors <em>Zvan\u010de<\/em> unter der Leitung von Prof. Elena Doycheva-Dragomir kehrten vor dem Hauptaltar zur\u00fcck, um zur Freude der gesamten Gemeinde ein weiteres kleines Musikprogramm zum Advent und Weihnachten zu pr\u00e4sentieren.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/1.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload wp-image-81291 alignright\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/1-1024x768.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/1-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"375\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27500%27%20height%3D%27375%27%20viewBox%3D%270%200%20500%20375%27%3E%3Crect%20width%3D%27500%27%20height%3D%27375%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/1-200x150.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/1-300x225.jpg 300w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/1-400x300.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/1-600x450.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/1-768x576.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/1-800x600.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/1-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/1-1200x900.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/1-1536x1152.jpg 1536w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a>Nach der Heiligen Messe begaben sich die Priester, die W\u00fcrdentr\u00e4ger und alle Anwesenden, die dies w\u00fcnschten, in die Domkrypta zum Grab von Bischof Stanisl\u00e1vi\u010d, wo mehrere Gebete f\u00fcr die Seele des so bekannten Hirten dieser Gemeinschaft gesprochen, Trauerlieder gesungen und die alte Inschrift auf dem Grabstein des verstorbenen Hirten in lateinischer Sprache vorgelesen und in rum\u00e4nischer Sprache erkl\u00e4rt wurden.<br \/>\nM\u00f6ge das geistliche und v\u00e4terliche Erbe des Hirten, der durch sein ganzes Leben und Wirken das Leben der bulgarischen Gemeinde im Banat, des Apostolischen Vikariats der Walachei, der Di\u00f6zese Nicopolis und der alten Di\u00f6zese Tschanad gepr\u00e4gt hat, die Gegenwart und Zukunft seiner heutigen geistlichen S\u00f6hne endlich von der Sorge um das Gemeinwohl, vom Glauben, vom Frieden und vom guten Einvernehmen gepr\u00e4gt sein m\u00f6ge.<\/p>\n<p>Pressestelle der Di\u00f6zese Temeswar<\/p>\n<p><strong>Aus dem Leben der bulgarischen Katholiken in Bulgarien Ende des 17. Jahrhunderts und einige Momente aus dem Leben und Wirken von Bischof Nikola Stanisl\u00e1vi\u010d<\/strong><\/p>\n<p><strong>1. Der Aufstand der bulgarischen Katholiken gegen den Halbmond<\/strong><\/p>\n<p>Am 6. September 1689 fand in der bulgarischen Stadt Chiprov\u021bi (Ciprovetz) der Gro\u00dfe Aufstand zur Befreiung Bulgariens von der t\u00fcrkischen Herrschaft statt. Dieser Aufstand wurde ein halbes Jahrhundert lang vorbereitet, und seinen Hauptorganisatoren \u2013 den Geistlichen Petar Bogdan Bak\u0161ev (Baksi\u0107), Petar Parchevi\u0107, Francesco Soymirovi\u0107 und \u0160tefan Kne\u017eevi\u0107 \u2013 gelang es, fast ganz Christlich-Europa in ihre Pl\u00e4ne zur Befreiung Bulgariens einzubeziehen. Etwa 200.000 Menschen beteiligten sich an der von den katholischen Bisch\u00f6fen initiierten Bewegung. Der Aufstand wurde von den osmanischen Armeen blutig niedergeschlagen. Die kompakteste Gruppe, die dieses Massaker \u00fcberlebte \u2013 die (sp\u00e4teren) Banater Bulgaren, die 50 Jahre lang fl\u00fcchten mussten \u2013, wurde von Banden gebildet aus Tataren und T\u00fcrken in verschiedenen Gebieten der Walachei und des Habsburger Reiches angegriffen, w\u00e4hrend sie darauf warteten, dass die Konflikte endeten und sie in ihre Heimat zur\u00fcckkehren konnten. Bevor sie sich endg\u00fcltig im Banat niederlie\u00dfen, gr\u00fcndeten die katholischen Bulgaren mit Unterst\u00fctzung der \u00f6sterreichischen Milit\u00e4rverwaltung eine Gemeinde in Craiova, dann je eine in R\u00e2mnic und in Br\u0103diceni.<br \/>\nDer osmanische Sultan erlie\u00df einen Firman, in dem er befahl, die katholischen D\u00f6rfer in Bulgarien vollst\u00e4ndig zu zerst\u00f6ren: <em>Stein f\u00fcr Stein sollte nichts \u00fcbrig bleiben<\/em>. Die jungen Frauen und Kinder wurden in die Sklaverei verschleppt, die alten Menschen und Frauen wurden get\u00f6tet.<br \/>\nMit demselben Firman verbot Sultan Suleiman II. f\u00fcr die n\u00e4chsten 50 Jahre die Ansiedlung von Katholiken in den zerst\u00f6rten rebellischen D\u00f6rfern und St\u00e4dten, die zum Osmanischen Reich geh\u00f6rten, und befahl seiner Armee, Katholiken zu t\u00f6ten, die gegen dieses Dekret verstie\u00dfen. Einem Drittel dieser Bev\u00f6lkerung gelang es zu fliehen und sich in verschiedenen Teilen Bulgariens, Serbiens, der Walachei und in ganz Europa niederzulassen. Eine gro\u00dfe Gruppe, angef\u00fchrt vom letzten katholischen Erzbischof von Sofia, Stefan Graf von Kne\u017eevi\u0107, \u00fcberquerte (viele sogar schwimmend) die Donau und wurde vom F\u00fcrsten Constantin Br\u00e2ncoveanu mit Verst\u00e4ndnis und Offenheit empfangen. Unter anderem wegen seiner indirekten Beteiligung an den anti-osmanischen Aufst\u00e4nden wurde Br\u00e2ncoveanu gefangen genommen und zusammen mit seinen vier S\u00f6hnen nach Konstantinopel gebracht, wo diese vor seinen Augen enthauptet wurden, und schlie\u00dflich t\u00f6teten die T\u00fcrken auch ihn auf die gleiche Weise. Ihre K\u00f6pfe wurden als Abschreckung f\u00fcr Rebellen durch die ganze Stadt getragen.<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/p>\n<p><strong>2. Das Leben und Wirken von Bischof Nikola Stanisl\u00e1vi\u010d (1694\u20131750)<\/strong><\/p>\n<p>Der zuk\u00fcnftige Bischof wurde \u2013 im oben beschriebenen politischen und milit\u00e4rischen Kontext \u2013 am 9. Mai 1694 in Craiova als Sohn von Mihai Pauliganich\/ Stanisl\u00e1vi\u010d und seiner Frau Helena de Vuko et Branko (aus dieser Familie stammte sp\u00e4ter auch der Temeswarer Dompropst und Werschetzer Dechant, Paul de Vuko et Branko). Nikola trat 1713 in Craiova in den Franziskanerorden ein, wo er sein Noviziat absolvierte, anschlie\u00dfend studierte er Theologie in Italien, in Rom (nach einigen Quellen auch in Loretto, nach anderen Quellen auch in B\u00f6hmen\/dem heutigen Tschechien) und wurde am 11. April 1717 zum Priester geweiht. Im Jahr 1725 wird er in historischen Quellen als Guardian in Craiova bzw. als Pfarrer dieser katholischen Gemeinde erw\u00e4hnt.<br \/>\nDie Ernennung zum Bischof von Nicopolis ad Hystrum mit Sitz in Craiova erfolgte am 11. Juni 1725, die Weihe wurde am 24. Juni desselben Jahres in Rom gefeiert. Im September 1725 erhielt er vom Papst, dem Heiligen Vater Clemens XII., den Adelstitel eines r\u00f6mischen Grafen. \u00dcber Bischof Stanisl\u00e1vi\u010d sagt der Historiker Marius Oan\u021b\u0103: \u201eSeine T\u00e4tigkeit als Bischof von Nicopolis, dessen Sitz sich jedoch in Craiova befand, einer Stadt, die damals unter Habsburger-Herrschaft stand, war besonders interessant, fruchtbar und zugleich vielversprechend. Sie dauerte jedoch nur etwas mehr als zehn Jahre, bis ein neuer Konflikt zwischen dem Osmanischen Reich und dem Habsburgerreich diesem modernisierenden und zivilisierenden Intermezzo f\u00fcr die walachischen Gebiete ein endg\u00fcltiges Ende setzte.\u201c<br \/>\nZu Beginn seiner Amtszeit erhielt Bischof Nikola Stanisl\u00e1vi\u010d vom F\u00fcrsten der Walachei, Nicolae Mavrocordat, die Befreiung des Klosters von T\u00e2rgovi\u0219te von den Abgaben an die F\u00fcrstenkasse.<br \/>\n\u201eDer Zeitraum von 1717 bis 1725, in dem er seine missionarische T\u00e4tigkeit ausschlie\u00dflich im Apostolischen Vikariat von Walachei aus\u00fcbte, f\u00e4llt mit dem Beginn der \u00f6sterreichischen Verwaltung \u00fcber Oltenien zusammen, als die \u00f6sterreichischen Beh\u00f6rden versuchten, eine Reihe von Verwaltungsreformen in dieser Provinz einzuleiten. Es ist sicher bekannt, dass der bulgarische Bischof versuchte, einen bedeutenden Teil der bulgarischen Katholiken, die seine Vorg\u00e4nger, die Bisch\u00f6fe von Nicopolis und die Erzbisch\u00f6fe von Sofia, nicht in der Walachei oder in Oltenien (nach 1716 eine eigenst\u00e4ndige Provinz unter Habsburgischen Verwaltung) zu vereinen\u201c, bekr\u00e4ftigt Marius Oan\u021b\u0103 erneut.<br \/>\nZwischen 1728 und 1729 versuchte Bischof Stanisl\u00e1vi\u010d, die noch in Bulgarien lebenden Katholiken zu versammeln und sie nach Oltenien zu rufen \u2013 mit Hilfe des Pfarrers von Russe, Blasius Milli, der sp\u00e4ter Pfarrer in Alt-Beschenowa wurde.<br \/>\nF\u00fcr den Wiederaufbau des Pfarrhauses in Craiova bat Stanisl\u00e1vi\u010d 1730 Prinz Eugen von Savoyen um Unterst\u00fctzung, da in dieser Gemeinde, der Hauptstadt des habsburgischen Olteniens, nicht weniger als 2000 Katholiken lebten, die meisten davon Bulgaren. Sp\u00e4ter bekundete er gegen\u00fcber den kaiserlichen Beh\u00f6rden seine Absicht, auch die Kirche in Craiova zu vergr\u00f6\u00dfern, ein lateinisch-deutsches Gymnasium und ein theologisches Seminar zu er\u00f6ffnen und schlug sogar die Gr\u00fcndung eines katholischen Bistums in Oltenien vor.<br \/>\nDie wichtigsten bulgarischen katholischen Zentren in der Walachei waren damals Craiova, R\u00e2mnic, Br\u0103diceni, Cerne\u021b und Islaz, f\u00fcr die Bischof Stanisl\u00e1vi\u010d erneut Steuerbefreiungen und Abgabenbefreiungen beantragte und erhielt.<br \/>\nAm 15. Oktober 1732 wurde Bischof Stanisl\u00e1vi\u010d auch zum Vikar des Apostolischen Vikariats der Walachei ernannt, wobei er den Titel des Bischofs von Nicopolis ad Hystrum behielt.<br \/>\nIm Jahr 1737, als die Osmanen erneut Oltenien, das Banat und Serbien angegriefen haben \u2013 Provinzen die damals unter habsburgischer Herrschaft standen \u2013 kommt es zu einer Massenflucht der bulgarischen Katholiken aus der Walachei ins Banat, \u00fcber Orschowa, Mehadia nach Rekasch, Alt-Beschenowa und Vinga; unter den Fl\u00fcchtlingen befand sich auch Bischof Stanisl\u00e1vi\u010d. Nachdem Oltenien\/Kleinwalachei zwischen 1737 und 1739 erneut unter osmanischer Obhut geraten war, lebte der Bischof sowohl in Temeswar als auch vor allem in Wien.<br \/>\nAm 27. September 1739 starb Bischof Adalbert von Falkenstein in Temeswar, und innerhalb von etwa drei Wochen, nach Abschluss des Informativprozesses \u00fcber die Kandidaten, ernannte Kaiser Karl VI. am 21. Oktober 1739 Nikola Stanisl\u00e1vi\u010d zum Bischof von Tschanad, der 1740 auch vom Heiligen Stuhl in diesem Amt best\u00e4tigt wurde. Nach der Amtseinf\u00fchrung von Bischof Stanisl\u00e1vi\u010d in der Jesuitenkirche in Temeswar, als Bischof von Tschanad, am 5. Februar 1741 erhielt er auch das Amt des Obergespan des Komitats Tschanad, in das er bereits am 2. Januar 1741 von Kaiser Karl VI. berufen worden war. Die Amtseinf\u00fchrung in dieses Amt fand am 27. Februar 1741 in Mak\u00f3 statt. In dieser Zeit ermutigte er auch die in Siebenb\u00fcrgen ans\u00e4ssigen Bulgaren in Vin\u021bu de Jos\/Unterwintz, Deva\/Diemrich und Alba Iulia\/Karlsburg, ins Banat zu kommen.<br \/>\nBischof Stanisl\u00e1vi\u010d war eine dynamische Pers\u00f6nlichkeit, ein Priester und sp\u00e4ter ein eifriger Bischof, der sich seiner Rolle sowohl gegen\u00fcber seinen Landsleuten als auch \u2013 vor allem \u2013 gegen\u00fcber dem katholischen Glauben und den ihm anvertrauten Di\u00f6zesen bewusst war. Er trug wesentlich zum Bau der Temeswarer Domkirche in den Jahren 1740-1750 bei \u2013 aus diesem Grund lesen wir im Triumphbogen der Kathedrale, die Inschrift, die seinen Namen erw\u00e4hnt.<br \/>\nBischof Nikola Stanisl\u00e1vi\u010d bereiste die Di\u00f6zese und f\u00fchrte 1741, 1743 und 1747 kanonische Visitationen durch und gr\u00fcndete zehn neue Pfarreien: Mehadia, Vinga, Dognatschka, Sanktanna, Tschanad, Bultsch\/Zela, Deutsch-Saska und Kudritz \u2013 letzte, heute in Serbien. In diesem Zusammenhang teilte er das Di\u00f6zesangebiet in vier Dekanate auf, da die Zahl der Pfarreien leicht gestiegen war. Um die finanzielle Stabilit\u00e4t des Bistums zu gew\u00e4hrleisten, bem\u00fchte er sich um den Erwerb des Mak\u00f3-Gutshofs im Jahr 1742 f\u00fcr die Bed\u00fcrfnisse der Di\u00f6zesanverwaltung, wodurch er ihr ein sicheres Einkommen sicherte und Arbeitspl\u00e4tze in Mak\u00f3 schuf.<br \/>\nEr k\u00fcmmerte sich auch um zwei griechisch-katholische Pfarreien: Z\u0103brani (bei Guttenbrunn) und Temeswar-Fabrikstadt. Er war es offenbar, der 100 Jahre vor der Gr\u00fcndung eines griechisch-katholischen Bistums in Lugosch die Entstehung eines solchen Bistums vorschlug und damit eine klare organisatorische Vision in kanonischen Fragen bewies.<br \/>\nEs war ebenfalls Bischof Stanisl\u00e1vi\u010d, der 1741 die Pfarrei Vinga gr\u00fcndete und sich um ihre Ausstattung k\u00fcmmerte, woraufhin er den Grundstein f\u00fcr die erste Kirche des Ortes legte. Da er Verwandte in Vinga hatte, k\u00fcmmerte er sich in den Jahren nach dem Exodus aus Oltenien ins Banat auch um deren Situation und erlangte f\u00fcr seine Verwandten Privilegien, darunter auch die Erhebung in den Adelsstand.<br \/>\nMit Beginn der theresianischen Kolonisation kamen immer mehr deutsche, katholische Familien ins Banat, sodass Bischof Stanisl\u00e1vi\u010d in diesem Zusammenhang 1743 die Pfarrei Tschanad (wieder) gr\u00fcndete und sorgte f\u00fcr den Bau einer Kirche dort, aus den mittelalterlichen Ruinen der alten Kultst\u00e4tten und den \u00dcberresten der alten Bischofsresidenzen.<br \/>\nEr war von relativ schwacher Gesundheit und befand sich mehrmals in lebensbedrohlichen Situationen, sodass er 1750, nach dem Osterfest, am 26. April im Alter von nur 56 Jahren im Herrn entschlafen ist und in der Krypta der Domkirche beigesetzt wurde. Auf seinem Grabstein steht unter anderem in aller Bescheidenheit \u201eS\u00fcnder\u201d geschrieben&#8230;<\/p>\n<p>Dr. Claudiu C\u0103lin, Di\u00f6zesanarchivar<\/p>\n\n\t\t<style type=\"text\/css\">\n\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 50%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-81359 gallery-columns-2 gallery-size-large'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a data-rel=\"iLightbox[postimages]\" data-title=\"2\" data-caption=\"\" href='https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/2.jpg'><img width=\"1024\" height=\"681\" 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Dezember, dem Tag des Heiligen Bischofs Nikolaus von Myra, versammelte sich die bulgarische Gemeinde der Di\u00f6zese Temeswar um den Hauptaltar der Domkirche zum Hl. Georg, der r\u00f6misch-katholischen Kathedrale in Temeswar. 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