{"id":82333,"date":"2026-01-13T18:10:25","date_gmt":"2026-01-13T16:10:25","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=82333"},"modified":"2026-05-05T18:47:41","modified_gmt":"2026-05-05T15:47:41","slug":"papst-leo-xiv-wuerdigt-das-erbe-des-heiligen-franziskus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/papst-leo-xiv-wuerdigt-das-erbe-des-heiligen-franziskus\/","title":{"rendered":"Papst Leo XIV. w\u00fcrdigt das Erbe des heiligen Franziskus"},"content":{"rendered":"<p>Anl\u00e4sslich des 800. Jahrestages des Todes des heiligen Franz von Assisi hat Papst Leo XIV. eine eindringliche Botschaft an die Weltkirche gerichtet. In einem Brief, den das vatikanische Presseamt an diesem Samstag ver\u00f6ffentlichte, zeichnet das katholische Kirchenoberhaupt das Bild eines Heiligen, dessen Friedensbotschaft in einer Zeit globaler Konflikte und \u00f6kologischer Krisen notwendiger ist denn je.<\/p>\n<p><b><i>Mario Galgano &#8211; Vatikanstadt<\/i><\/b><\/p>\n<p>Genau acht Jahrhunderte sind vergangen, seit der \u201ePoverello\u201c, der Arme von Assisi, am 3. Oktober 1226 in der Portiuncula-Kapelle verstarb. Papst Leo XIV. nimmt dieses historische Datum zum Anlass, um an die radikale Umkehr und den unersch\u00fctterlichen Frieden zu erinnern, den Franziskus verk\u00f6rperte. Der Brief ist an die Generalminister der Franziskanischen Familie gerichtet, spricht aber weit dar\u00fcber hinaus die gesamte Gesellschaft an.<\/p>\n<p><strong>Frieden als aktives Geschenk<\/strong><br \/>\n\u201eWas f\u00fcr eine Illusion w\u00e4re es zu glauben, man k\u00f6nne den Frieden allein mit menschlichen Kr\u00e4ften aufbauen!\u201c, schreibt der Papst mit Blick auf die aktuelle Weltlage. Der franziskanische Friedensgru\u00df \u201eDer Herr gebe dir den Frieden\u201c sei keine blo\u00dfe H\u00f6flichkeitsformel, sondern die Verk\u00fcndigung des Sieges Christi \u00fcber den Tod. Leo XIV. betont, dass der Friede zwar ein Geschenk \u201evon oben\u201c sei, aber dennoch ein \u201eaktives Geschenk\u201c, das jeden Tag neu angenommen und gelebt werden m\u00fcsse.<br \/>\nIn einer \u00c4ra, die von \u201eendlos scheinenden Kriegen sowie inneren und sozialen Spaltungen\u201c gepr\u00e4gt sei, biete das Leben des Heiligen aus Assisi zwar keine technischen L\u00f6sungen, weise aber auf die \u201eauthentische Quelle des Friedens\u201c hin.<\/p>\n<p><strong>Geschwisterlichkeit mit der gesamten Sch\u00f6pfung<\/strong><br \/>\nEin zentrales Thema des Schreibens ist die untrennbare Verbindung zwischen dem Frieden unter den Menschen und dem Frieden mit der Natur. Franziskus, der Sonne und Mond als Geschwister bezeichnete, erinnere uns heute daran, dass die \u201egemeinsame Heimat bedroht ist und unter der Ausbeutung st\u00f6hnt\u201c. Der Heilige Vater ruft zu einer \u201euniversalen Vers\u00f6hnung\u201c auf, die den Schutz der Sch\u00f6pfung als integralen Bestandteil der christlichen Berufung begreift.<\/p>\n<p><strong>Ein Gebet f\u00fcr den Frieden<\/strong><br \/>\nZum Abschluss seines Briefes \u00fcbergibt der Papst der Kirche ein eigens verfasstes Gebet. Darin bittet er um die F\u00fcrsprache des Heiligen: \u201eSchenke uns den Mut, Br\u00fccken zu bauen, wo die Welt Grenzen errichtet.\u201c Franziskus wird darin als \u201eentwaffneter Zeuge\u201c angerufen, der uns lehren soll, Mauern niederzurei\u00dfen.<br \/>\nDer Brief, der bereits auf den 7. Januar datiert ist, wurde an diesem Samstag offiziell zug\u00e4nglich gemacht und bildet den geistlichen Auftakt f\u00fcr die weltweiten Gedenkveranstaltungen zum \u201eVIII. Centenarium des Transitus\u201c.<br \/>\n(vatican news)<\/p>\n<p>Dokumentation: Der Brief des Papstes (Arbeits-\u00dcbersetzung)<\/p>\n<p><b>An die Generalminister der Konferenz der Franziskanischen Familie<\/b><br \/>\n\u201eUnsere Schwester Tod\u201c, rief der heilige Franziskus am 3. Oktober 1226 in der Portiuncula aus, als er ihr als ein endlich vers\u00f6hnter Mann entgegenging. Acht Jahrhunderte sind seit dem Tod des Poverello von Assisi vergangen, der das Wort des Heils Christi in die Herzen der Menschen seiner Zeit mit pr\u00e4gnanten Schriftz\u00fcgen eingeschrieben hat.<br \/>\nIndem ich an den bedeutsamen Anlass des 800. Jahrestages seines Heimgangs (Transitus) erinnere, m\u00f6chte ich mich geistlich mit der gesamten Franziskanischen Familie und all jenen verbinden, die an den Gedenkveranstaltungen teilnehmen werden, in der Hoffnung, dass die Botschaft des Friedens im Heute der Kirche und der Gesellschaft ein tiefes Echo finden m\u00f6ge.<br \/>\nZu Beginn seines evangelischen Lebens hatte er einen Ruf vernommen: \u201eDer Herr offenbarte mir, dass wir diesen Gru\u00df sagen sollten: \u201aDer Herr gebe dir den Frieden\u2018.\u201c Mit diesen wesentlichen Worten \u00fcbergibt er seinen Br\u00fcdern und jedem Gl\u00e4ubigen das innere Staunen, das das Evangelium in sein Dasein gebracht hatte: Der Friede ist die Summe aller G\u00fcter Gottes, ein Geschenk, das von oben herabsteigt. Welche Illusion w\u00e4re es zu glauben, man k\u00f6nne ihn allein mit menschlichen Kr\u00e4ften aufbauen! Und doch ist er ein aktives Geschenk, das man jeden Tag annehmen und leben muss.<br \/>\nEs ist derselbe Gru\u00df, den der auferstandene Herr am Osterabend an seine J\u00fcnger richtet, die ver\u00e4ngstigt und im Abendmahlssaal eingeschlossen waren: \u201eFriede sei mit euch\u201c. Es ist keine H\u00f6flichkeitsformel, sondern die sichere Verk\u00fcndigung des Sieges Christi \u00fcber den Tod. Wie die Stimme der Engel in der Heiligen Nacht \u2013 \u201eEhre sei Gott in der H\u00f6he und auf Erden Frieden den Menschen seines Wohlgefallens\u201c \u2013 so ist der Friede, den der Seraphische Vater verk\u00fcndet, jener, den Christus selbst zwischen Himmel und Erde hat erklingen lassen.<br \/>\nIn dieser Epoche, die von so vielen Kriegen gepr\u00e4gt ist, die endlos scheinen, von inneren und sozialen Spaltungen, die Misstrauen und Angst erzeugen, spricht er weiterhin zu uns. Nicht weil er technische L\u00f6sungen anbietet, sondern weil sein Leben auf die authentische Quelle des Friedens hinweist.<br \/>\nDie franziskanische Vision des Friedens beschr\u00e4nkt sich nicht auf die Beziehungen zwischen den Menschen, sondern umfasst die gesamte Sch\u00f6pfung. Franziskus, der die Sonne \u201eBruder\u201c und den Mond \u201eSchwester\u201c nennt, der in jedem Gesch\u00f6pf einen Widerschein der g\u00f6ttlichen Sch\u00f6nheit erkennt, erinnert uns daran, dass der Friede sich auf die gesamte Familie der Sch\u00f6pfung erstrecken muss. Eine solche Intuition klingt mit besonderer Dringlichkeit in unserer Zeit wider, wenn das gemeinsame Haus bedroht ist und unter der Ausbeutung st\u00f6hnt. Der Friede mit Gott, der Friede unter den Menschen und mit der Sch\u00f6pfung sind untrennbare Dimensionen eines einzigen Rufes zur universalen Vers\u00f6hnung.<br \/>\nLiebe Br\u00fcder, m\u00f6ge das Beispiel und das geistige Erbe dieses Heiligen, der stark im Glauben, fest in der Hoffnung und brennend in der t\u00e4tigen Liebe zum N\u00e4chsten war, in allen das Bewusstsein daf\u00fcr wecken, wie wichtig es ist, auf den Herrn zu vertrauen, sich in einer dem Evangelium treuen Existenz zu verzehren sowie jeden Umstand und jede Handlung des Lebens mit dem Glauben und dem Gebet anzunehmen und zu erhellen.<br \/>\nIn diesem Jahr der Gnade m\u00f6chte ich euch ein Gebet \u00fcbergeben, damit der heilige Franz von Assisi weiterhin in uns allen die vollkommene Freude und die Eintracht einfl\u00f6\u00dfen m\u00f6ge:<br \/>\n<i>Heiliger Franziskus, unser Bruder,<\/i>\u00a0<i>du, der du vor achthundert Jahren<\/i>\u00a0<i>unserer Schwester Tod als vers\u00f6hnter Mann entgegengegangen bist,<\/i>\u00a0<i>interzediere f\u00fcr uns beim Herrn.<\/i>\u00a0<i>Du hast im Kruzifix von San Damiano den wahren Frieden erkannt,<\/i>\u00a0<i>lehre uns, in Ihm die Quelle jeder Vers\u00f6hnung zu suchen,<\/i>\u00a0<i>die jede Mauer niederrei\u00dft.<\/i>\u00a0<i>Du, der du unbewaffnet die Linien des Krieges<\/i>\u00a0<i>und des Unverst\u00e4ndnisses \u00fcberschritten hast,<\/i>\u00a0<i>schenke uns den Mut, Br\u00fccken zu bauen,<\/i>\u00a0<i>wo die Welt Grenzen errichtet.<\/i>\u00a0<i>In dieser von Konflikten und Spaltungen geplagten Zeit<\/i>\u00a0<i>bitte f\u00fcr uns, dass wir zu Werkzeugen des Friedens werden:<\/i>\u00a0<i>unbewaffnete und entwaffnende Zeugen des Friedens, der von Christus kommt.<\/i>\u00a0<i>Amen.<\/i><br \/>\nMit diesen Gef\u00fchlen dr\u00fccke ich meine herzlichen Segensw\u00fcnsche aus, besonders f\u00fcr euch alle, die ihr dem Charisma des Poverello von Assisi folgt, und f\u00fcr all jene, die auf verschiedene Weise an den Tag seines Heimgangs (dies natalis) erinnern werden, w\u00e4hrend ich von Herzen den ersehnten Apostolischen Segen sende.<\/p>\n<p>Aus dem Vatikan, 7. Januar 2026<\/p>\n<p>LEO PP. XIV<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/papst\/news\/2026-01\/papst-leo-xiv-wuerdigt-erbe-heiligen-franziskus-brief-orden.html\">www.vaticannews.va\/de<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anl\u00e4sslich des 800. Jahrestages des Todes des heiligen Franz von Assisi hat Papst Leo XIV. eine eindringliche Botschaft an die Weltkirche gerichtet. In einem Brief, den das vatikanische Presseamt an diesem Samstag ver\u00f6ffentlichte, zeichnet das katholische Kirchenoberhaupt das Bild eines Heiligen, dessen Friedensbotschaft in einer Zeit globaler Konflikte und \u00f6kologischer Krisen notwendiger ist denn je. 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