{"id":82569,"date":"2026-01-26T12:34:17","date_gmt":"2026-01-26T10:34:17","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=82569"},"modified":"2026-05-05T18:36:27","modified_gmt":"2026-05-05T15:36:27","slug":"papst-leo-xiv-wir-sind-eins-wir-sind-es-bereits","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/papst-leo-xiv-wir-sind-eins-wir-sind-es-bereits\/","title":{"rendered":"Papst Leo XIV.: \u201eWir sind eins \u2013 wir sind es bereits!\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Papst Leo XIV. ruft die christlichen Kirchen zu gemeinsamen Anstrengungen im Bereich der Evangelisierung auf.<\/p>\n<p><b><i>Stefan von Kempis \u2013 Vatikanstadt<\/i><\/b><\/p>\n<p>Noch bestehende Trennungen und Unverst\u00e4ndnis sollten die verschiedenen Konfessionen an dieser Gemeinsamkeit nicht hindern. \u201eWir teilen n\u00e4mlich den Glauben an den einen und einzigen Gott, den Vater aller Menschen, und wir bekennen gemeinsam den einen Herrn und wahren Sohn Gottes Jesus Christus und den einen Heiligen Geist, der uns beseelt und zur vollen Einheit und zum gemeinsamen Zeugnis f\u00fcr das Evangelium dr\u00e4ngt.\u201c<br \/>\nDas sagte der Papst an diesem Sonntagabend in Rom. Und er fuhr fort: \u201eWir sind eins! Wir sind es bereits! Erkennen wir es an, erleben wir es, bekunden wir es!\u201c<\/p>\n<p><strong>Hochrangige \u00f6kumenische Vertreter<\/strong><br \/>\nResonanzraum dieser Worte war die r\u00f6mische Basilika Sankt Paul vor den Mauern. Hier, am Grab des V\u00f6lkerapostels, nahm Papst Leo zum Fest der Bekehrung des Paulus an einer feierlichen <i>Zweiten Vesper<\/i>\u00a0teil. Der Termin markierte auch den Abschluss der \u201eWeltgebetswoche f\u00fcr die Einheit der Christen\u201c. Dazu waren, wie \u00fcblich, hochrangige G\u00e4ste aus anderen christlichen Konfessionen angereist; Leo begr\u00fc\u00dfte namentlich den griechisch-orthodoxen Metropoliten Polykarpos f\u00fcr das \u00d6kumenische Patriarchat von Konstantinopel, den armenisch-apostolischen Erzbischof Khajag Barsamian und den anglikanischen Bischof Anthony Ball. Vor Beginn des Gottesdienstes betete der Papst mit seinen G\u00e4sten vor der letzten Ruhest\u00e4tte des Paulus.<br \/>\nAn der Liturgie nahmen auch Kurienkardinal Kurt Koch, Abtprimas Jeremias Schr\u00f6der und Pfarrer Michael Jonas teil. Der Schweizer Koch leitet das Vatikan-Dikasterium f\u00fcr \u00d6kumene; Schr\u00f6der leitet vom r\u00f6mischen Aventin-H\u00fcgel aus die Benediktinische Konf\u00f6deration, und Jonas ist Pfarrer der deutschen evangelisch-lutherischen Gemeinde in Rom.<\/p>\n<div>\n<div class=\"article__embed article__embed--unwrap article__embed--photo\">\n<p><strong>\u201eEin Moment der Verwandlung\u201c<\/strong><br \/>\nIn seiner Predigt ging der Papst von der Bekehrung des Paulus aus. Jede echte Begegnung mit dem Herrn, so wie Saulus-Paulus sie damals erlebt habe, sei \u201eein Moment der Verwandlung, der eine neue Sichtweise und eine neue Ausrichtung schenkt\u201c. Das gelte auch f\u00fcr die Christen heute; sie sollten sich von der Begegnung mit Christus verwandeln lassen, um gemeinsam das Evangelium zu verbreiten.<br \/>\n\u201eEs ist die gemeinsame Aufgabe aller Christen, der Welt mit Demut und Freude zu sagen: Schaut auf Christus! Kommt zu ihm! Nehmt sein Wort an, das erleuchtet und tr\u00f6stet! Meine Lieben, die Gebetswoche f\u00fcr die Einheit der Christen ruft uns jedes Jahr dazu auf, unser gemeinsames Engagement f\u00fcr diese wichtige Sendung zu erneuern, in dem Bewusstsein, dass die Spaltungen unter uns zwar das Licht Christi nicht daran hindern zu leuchten, aber dennoch das Antlitz tr\u00fcben, das es gegen\u00fcber der Welt widerspiegeln soll.\u201c<br \/>\nDer Papst erinnerte an den 1700. Jahrestag des Konzils von Niz\u00e4a, den er zusammen mit anderen Christenf\u00fchrern im letzten Herbst bei seiner ersten Auslandsreise in der T\u00fcrkei begangen hat. Es gelte, wie die V\u00e4ter von Niz\u00e4a auch heute \u201eden M\u00e4nnern und Frauen unserer Zeit mit einer Stimme den Glauben zu verk\u00fcnden\u201c. Dabei helfe das Bewusstsein, jetzt schon in den wesentlichen Punkten geeint zu sein.<br \/>\nLeo kam auch auf den synodalen Erneuerungsprozess in der katholischen Kirche zu sprechen. Dieser Prozess m\u00fcsse, so sagte er mit einem Zitat seines Vorg\u00e4ngers Franziskus (2013-25), auch \u00f6kumenisch sein. Auch an den beiden Vollversammlungen der katholischen Weltsynode im Vatikan 2023 und 2024 h\u00e4tten \u201ebr\u00fcderliche Delegierte\u201c aus anderen christlichen Kirchen teilgenommen, und sei ein \u201etiefer \u00f6kumenischer Eifer\u201c sp\u00fcrbar gewesen.<\/p>\n<p><strong>Hinweis auf 2033<\/strong><br \/>\n\u201eIch glaube, dass dies ein Weg ist, um gemeinsam im gegenseitigen Verst\u00e4ndnis der jeweiligen synodalen Strukturen und Traditionen zu wachsen. W\u00e4hrend wir auf das 2.000-j\u00e4hrige Jubil\u00e4um des Leidens, des Todes und der Auferstehung des Herrn Jesus im Jahr 2033 blicken, wollen wir uns bem\u00fchen, die \u00f6kumenischen synodalen Praktiken weiterzuentwickeln und einander mitzuteilen, wer wir sind, was wir tun und was wir lehren.\u201c<br \/>\nDer Papst f\u00fchrte nicht genauer aus, wie er sich diesen gegenseitigen synodalen Lernprozess vorstellt. Interessant war sein Hinweis auf das Jahr 2033, f\u00fcr das die katholische Kirchenf\u00fchrung ein au\u00dferordentliches Heiliges Jahr angedacht hat. Bei seinem Besuch in der T\u00fcrkei hat Leo XIV. \u00fcber <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/welt\/news\/2026-01\/papst-leo-heiliges-jahr-2033-jerusalem-premiere-pilger-interview.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">die M\u00f6glichkeit einer gemeinsamen, christlichen Pilgerfahrt nach Jerusalem gesprochen<\/a>, um dort am originalen Schauplatz an Jesu Tod und Auferstehung vor 2.000 Jahren zu erinnern.<br \/>\nDer Papst fand in St. Paul vor den Mauern auch einige Worte f\u00fcr die Christen in Armenien, die dieses Jahr die Texte der Einheits-Gebetswoche erstellt hatten. Er bete darum, \u201edass die Samen des Evangeliums auf diesem Kontinent weiterhin Fr\u00fcchte der Einheit, der Gerechtigkeit und der Heiligkeit hervorbringen, auch zum Wohl des Friedens zwischen den V\u00f6lkern und Nationen der ganzen Welt\u201c. Und Leo zitierte auch seinen Vorg\u00e4nger Johannes Paul II. (1978-2005), mit einer Mahnung: \u201edass die Christen tief davon \u00fcberzeugt sein m\u00fcssen, dass die Einheit grundlegend ist, nicht wegen eines strategischen Vorteils oder politischen Verdienstes, sondern im Interesse der Verk\u00fcndigung des Evangeliums\u201c.<br \/>\nDie Basilika St. Paul vor den Mauern ist eine der vier p\u00e4pstlichen Basiliken von Rom. Sie steht an der Stelle, an der der Apostel Paulus nach seiner Hinrichtung beigesetzt worden ist. Bekannt ist die Basilika unter anderem durch die Mosaikportr\u00e4ts der P\u00e4pste, die im Langhaus angebracht sind. Diese Tradition soll auf das 5. Jahrhundert n.Chr. zur\u00fcckgehen. Seit kurzem ist auch das sogenannte <i>Tondo<\/i>\u00a0mit dem Portr\u00e4t von Leo XIV. in der Reihe zu sehen; es wurde an diesem Sonntagabend angestrahlt.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/papst\/news\/2026-01\/vesper-oekumene-paulus-leo-xiv-einheit-christen-kirche-2033.html\">www.vaticannews.va\/de<\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Papst Leo XIV. ruft die christlichen Kirchen zu gemeinsamen Anstrengungen im Bereich der Evangelisierung auf. 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