{"id":82662,"date":"2026-01-27T19:53:41","date_gmt":"2026-01-27T17:53:41","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=82662"},"modified":"2026-01-27T19:55:27","modified_gmt":"2026-01-27T17:55:27","slug":"maria-lactans-von-der-kaiserkapelle-in-wien-bis-nach-merzydorf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/maria-lactans-von-der-kaiserkapelle-in-wien-bis-nach-merzydorf\/","title":{"rendered":"\u201eMaria lactans\u201c: Von der Kaiserkapelle in Wien bis nach Merzydorf"},"content":{"rendered":"<p>Was verbindet die Kaiserliche Kapelle (Kaiserkapelle) in der Kapuzinerkirche in Wien mit der Kirche in Merzydorf (Carani) im Banat? Auf den ersten Blick: <em>nichts<\/em>. Doch wenn wir unsere Aufmerksamkeit auf die Innenausstattung dieser beiden heiligen R\u00e4ume richten, entdecken wir eine seltene und r\u00fchrende Darstellung der Gottesmutter: das Bild Mariens als Mutter, die ihr Kind stillt \u2013 der ikonographische Typus \u201eMaria lactans\u201c. Schon auf den ersten Blick zeigen die beiden Darstellungen erstaunliche \u00c4hnlichkeiten, die kaum zuf\u00e4llig sein k\u00f6nnen. Vom Gnadenbild der Kaiserkapelle wurden mehrere Kopien angefertigt, von denen einige auch nach Ungarn und Siebenb\u00fcrgen gelangten. Daher ist es nicht ausgeschlossen, dass sie \u2013 zumindest eine \u2013 auch das Banat erreichten. Oder hat vielleicht ein K\u00fcnstler dieser Region eine Kopie der Wiener Ikone geschaffen?<\/p>\n<p><strong>Reproduktionen der Ikone<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/3s.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload wp-image-82639 alignleft\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27428%27%20height%3D%27572%27%20viewBox%3D%270%200%20428%20572%27%3E%3Crect%20width%3D%27428%27%20height%3D%27572%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/3s-752x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"428\" height=\"572\" \/><\/a>Eine Kopie der Ikone aus der Kaiserlichen Kapelle, die im Laufe der Zeit verloren ging, wurde in der Pfarrkirche von Gaubitsch in der Erzdi\u00f6zese Wien aufbewahrt. Nach einem Kupferstich aus dem 18. Jahrhundert, angefertigt von J. C. Winkler, lautete die Inschrift unter dem Bild: <em>\u201eS. MARIA, die Tr\u00f6sterin der Betr\u00fcbten, wird in der Pfarrkirche von Gaubitsch mit Andacht verehrt.\u201c <\/em>(Quelle: <a href=\"https:\/\/sites.google.com\/site\/sobottamagdeburg\/startseite\/themen\/wallfahrtsorte-in-%C3%B6sterreich\/wallfahrtsorte-in-%C3%B6sterreich-g\">sites.google.com<\/a>)<em>.<\/em><br \/>\nAuf dem Gebiet des heutigen Ungarn, in der Di\u00f6zese Raab\/ Gy\u0151r, liegt V\u00e9rtessoml\u00f3 (in der Sprache seiner deutschen Bewohner: Semmling), ein Wallfahrtsort, an dem eine Kopie der Wiener Ikone aufbewahrt wird. Laut Angaben der Seite <a href=\"https:\/\/bucsujaras.hu\/vertessomlo\/\">bucsujaras.hu<\/a>: <em>\u201eIm Jahr 1736 fertigte Frau Krisztina Julianna Fahrer eine Kopie der Ikone der Gottesmutter an, die das Jesuskind mit ihrer Milch n\u00e4hrt und sich in der Kirche der Kapuziner in Wien befindet. Diese Kopie wurde mit dem Originalbild ber\u00fchrt und sp\u00e4ter den Kapuzinern von \u00d3v\u00e1r (Mosonmagyar\u00f3v\u00e1r\/ <\/em><em>Wieselburg-Ungarisch Altenburg\/ Stari Grad<\/em><em>) geschenkt. Von dort brachte Pater Andr\u00e1s die Ikone in die Einsiedelei von V\u00e9rtessoml\u00f3.\u201c<\/em> Vor 1736 befand sich am Waldrand nahe der Ortschaft eine verfallene Kapelle. <em>\u201eGraf J\u00f3zsef Esterh\u00e1zy vergr\u00f6\u00dferte sie und stattete sie mit einem sch\u00f6nen Heiligtum aus; Julianna Fahrer, die fromme Ehefrau eines Wiener Kaufmanns, lie\u00df f\u00fcr diese Kapelle eine Kopie der wundert\u00e4tigen Ikone der Gottesmutter anfertigen, die in der Kirche der Kapuziner in Wien aufbewahrt wurde. Zu dieser Ikone begann bald das Volk aus der Umgebung in gro\u00dfer Zahl zu pilgern, sodass der Ort zu einem Wallfahrtsziel wurde. Im Jahr 1875 wurde die Kapelle in eine Kirche umgewandelt\u201c<\/em> \u2013 berichtet der Historiker Samu Borovszky in seinem Werk <em>\u201eKomitate und St\u00e4dte Ungarns \u2013 Komitat Kom\u00e1rom und die Freie K\u00f6nigliche Stadt Kom\u00e1rom\u201c<\/em>.<br \/>\nIn seinem Werk <em>\u201eMarienverehrung in Siebenb\u00fcrgen. Mariendarstellungen in den Kirchen Siebenb\u00fcrgens\u201c<\/em> erw\u00e4hnt Dr. Zsolt Kov\u00e1cs, Dozent f\u00fcr Kunstgeschichte an der Babe\u0219\u2013Bolyai-Universit\u00e4t: \u201eDie Gnadenikone r\u00f6mischen Ursprungs, <em>Maria lactans<\/em> \u2013 die Gottesmutter, die das Kind stillt \u2013 wurde in der Kirche der Kapuziner in Wien als eine Darstellung der Anrufung aus der Lauretanischen Litanei, \u00bbTr\u00f6sterin der Betr\u00fcbten\u00ab, verehrt. Der ikonographische Typus der stillenden Maria zeigt die Gottesmutter als Quelle des Lebens und des Heils. Das \u00d6lgem\u00e4lde in der r\u00f6misch-katholischen Kirche von Salzmarkt (Ocna Sibiului), die am Ende des 18. Jahrhunderts erbaut wurde, entstand h\u00f6chstwahrscheinlich in der zweiten H\u00e4lfte des Jahrhunderts als Kopie des Wiener Bildes. Maria ist frontal dargestellt, tr\u00e4gt ein rotes Kleid und einen gr\u00fcnen Mantel, und auf ihrem Scho\u00df sitzt das in Wei\u00df gekleidete Jesuskind. Charakteristische Details sind die mit Bl\u00e4ttern verzierte goldene Krone sowie die doppelte Perlenkette am Kragen des Gewandes, geschm\u00fcckt in der Mitte mit einem roten Kreuz.\u201c<br \/>\nDie Ikone von Merzydorf zeigt eine \u00e4hnliche Darstellung: die Gottesmutter als K\u00f6nigin und zugleich als Mutter, die ihr Kind stillt. Sie tr\u00e4gt ein rotes Kleid mit doppelter Perlenkette am Kragen und einem roten Kreuz, dar\u00fcber einen blauen Mantel und eine goldene Krone. In ihren Armen h\u00e4lt sie das Jesuskind, das in eine wei\u00dfe Tunika gekleidet ist. Als wertvolles St\u00fcck des Di\u00f6zesanmuseums in Temeswar, wo sie heute aufbewahrt wird, vermittelt die Ikone der heutigen Generation die Marienverehrung ihrer Zeit und bewahrt zugleich die Erinnerung an die wiener Kapuziner.<\/p>\n<p><strong>Die Kapuziner und die Verehrung der Gottesmutter<\/strong><br \/>\nLaut dem <a href=\"https:\/\/www.heiligenlexikon.de\/Orden\/Kapuziner.htm\"><em>\u00d6kumenisches Heiligenlexikon<\/em><\/a>\u00a0sind \u201edie Kapuziner &#8211; lateinisch\u00a0Ordo Fratrum Minorum Capuccinorum (OFMCap.) &#8211; ein selbstst\u00e4ndiger Zweig des\u00a0Franziskanerordens. Sie entstanden als Reformgruppe, wurden 1528 durch Papst Clemens VII. anerkannt und verpflichten sich zu noch radikalerer Armut. Ein zentrales Anliegen ihres pastoralen Wirkens war die tiefe N\u00e4he zum Volk, die sich vor allem in leidenschaftlichen und eindringlichen Bekehrungspredigten zeigte \u2013 daher die Bezeichnung \u00abKapuzinerpredigt\u00bb. Ein seelsorglicher Schwerpunkt ist ihr sehr volksnahes Apostolat, das sich vor allem in feurigen und dramatischen Bu\u00dfpredigten \u00e4u\u00dferte, daher der Ausdruck\u00a0Kapuzinerpredigt. Ihre Beliebtheit unter den Katholiken verdanken die Kapuziner vor allem ihrem Engagement f\u00fcr Arme und Notleidende, Obdachlose und Kranke.\u201c Die Verehrung der Gottesmutter hat ihre Wurzeln ebenfalls in der Spiritualit\u00e4t des hl. Franz von Assisi, der Maria \u201eHerrin, heilige K\u00f6nigin\u201c nannte und sprach: <em>\u201e<\/em><em>du bist Jungfrau, zur Kirche gemacht und erw\u00e4hlt vom heiligsten Vater im Himmel,<br \/>\ndie er geweiht hat mit seinem heiligsten geliebten Sohn und dem Heiligen Geiste, dem Tr\u00f6ster; in der war und ist alle F\u00fclle der Gnade und jegliches Gute<\/em><em>.\u201c<\/em> Mitglieder des Kapuzinerordens sind auch heute weltweit pr\u00e4sent \u2013 sowohl an marianischen Wallfahrtsorten wie Alt\u00f6tting (Deutschland), Maria Fieberbr\u00fcndl (Oststeiermark), Zell am Harmersbach (Deutschland), Dublin (Irland), Loreto (Italien) \u2013 als auch im missionarischen Dienst.<\/p>\n<p><strong>Die Kaiserliche Kapelle in Wien<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/2-s.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload wp-image-82642 alignleft\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/2-s-768x1024.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/2-s-768x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"667\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27500%27%20height%3D%27667%27%20viewBox%3D%270%200%20500%20667%27%3E%3Crect%20width%3D%27500%27%20height%3D%27667%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/2-s-200x267.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/2-s-225x300.jpg 225w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/2-s-400x533.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/2-s-600x800.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/2-s-768x1024.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/2-s-800x1066.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/2-s-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/2-s-1200x1599.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/2-s.jpg 1460w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a>Seit 380 Jahren ist die an Kirche und Kloster angeschlossene Kapuzinergruft als Begr\u00e4bnisst\u00e4tte der Habsburger untrennbar mit \u00d6sterreichs Geschichte verbunden. Die Kapuziner waren von Anfang an \u201eH\u00fcter\u201c dieser Begr\u00e4bnisst\u00e4tte, in der 12 Kaiser, 19 Kaiserinnen und zahlreiche weitere Mitglieder der Familie Habsburg bzw. Habsburg-Lothringen bestattet sind. Die Grundsteinlegung f\u00fcr Kapuzinerkloster und Kirche erfolgte im Jahr 1622. Aufgrund der politischen Verh\u00e4ltnisse wurde die Weihe der Kirche in zwei Schritten vorgenommen: Alt\u00e4re und Seitenkapelle 1627, die gesamte Kirche erst 1632. (cf. <a href=\"https:\/\/www.erzdioezese-wien.at\/site\/home\/nachrichten\/article\/53638.html\">www.erzdioezese-wien.at<\/a>).<br \/>\nDer \u00f6sterreichische Privatforscher Paul Harrer\u2011Lucienfeld schreibt in seinem Werk <em>\u201eWien, seine H\u00e4user, Menschen und Kultur\u201c<\/em> (Bd. 6, 1. Teil, 1956): \u201eDas Kircheninnere repr\u00e4sentiert sich uns als einschiffiges Langhaus mit Tonnengew\u00f6lbe geradem Chorschluss und je einer Seitenkapelle. Den Vorschriften des Ordens gem\u00e4ss schlicht gehalten, zeigt nur die linke Seitenkapelle, die sogenannte Kaiserkapelle, eine etwas reichere Ausstattung. Sie ist das einzige erhaltene Beispiel echt italienischer Hochrenaissance in Wien.<br \/>\nKaiserin Anna hatte 1618 knapp vor ihrem Tode testamentarisch verf\u00fcgt: \u00abIch verschaffe auch zur erbauung Einer daselbstigen Capelle und Altar sambt unserer Begr\u00e4bnus 12 .000 fl (10800 hatte die Kaiserin zur Erbauung der Kirche gestiftet) und meine Heiligthumb alle, so mir von unterschidlichen orthen geschickt und geschenckht worden, zu z\u00fcrung der gesagten Capellen und Altar, da Ihro Kayl .May. mein liebster Herr und Gemahl ordnen wird, gesezt und iederzeit fleissig erhalten und verwahret werden sollen.\u00bb 1628 bewilligte der Hof 1000 Gulden, \u00abf\u00fcr die hantwerkhsleith so bei der kaiserlichen Capellen daselbst arbeithen\u00bb. 1631 wieder 2000 Gulden. 1632 fand die Einweihung der Kapelle statt. Mit dem Kirchenschiff steht sie durch eine hohe Arkade in Verb\u00fcndung,- dar\u00fcber eine grosse Knorpelwerkkartusche mit der lateinischen Inschrift, die sich auf die Gr\u00fcndung bezieht. Der urspr\u00fcnglich von Hofbildhauer Hanns Frech ausgef\u00fchrte Altar wurde am 23. Juli 1632 aufgestellt. Der gegenw\u00e4rtige Marmoraltar, bereits klassizierend, mit dem Gnadenbild \u00abMari\u00e4, Tr\u00f6sterin der Betr\u00fcbten\u00bb, tr\u00e4gt reiche Silberfassung, und stammt aus dem Jahr 1751. Er d\u00fcrfte von Jean Nicolas Jadot de Ville Lassy entworfen sein, der zur gleichen Zeit die Maria Theresien Gruft erbaute.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/1-s.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload wp-image-82658 alignright\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/1-s-768x1024.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/1-s-768x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"325\" height=\"433\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27325%27%20height%3D%27433%27%20viewBox%3D%270%200%20325%20433%27%3E%3Crect%20width%3D%27325%27%20height%3D%27433%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/1-s-200x267.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/1-s-225x300.jpg 225w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/1-s-400x533.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/1-s-600x800.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/1-s-768x1024.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/1-s-800x1067.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/1-s-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/1-s-1200x1600.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/1-s.jpg 1421w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 325px) 100vw, 325px\" \/><\/a>Das von Kapuzinerpater Josef Anton aus Trivigliano nach Wien gebrachte Gnadenbild war ein Geschenk an die kaiserliche Familie. Die Legende, die sich an dieses Bild kn\u00fcpft, erz\u00e4hlt Realis, Curiosit\u00e4ten und Memorabilienlexikon von Wien, I, 379, S. 16f. \u00dcber Wunsch der Kaiserin Elisabeth Christine wurde das Bild zuerst auf dem Hochaltar aufgestellt, kam aber dann in die Kaiserkapelle.<br \/>\nKaiserin Maria Theresia war eine h\u00e4ufige Besucherin der Kapelle, wo sie sich auch die heilige Communion spenden liess.\u201c<\/p>\n<p><strong>Madonna di San Guglielmo \u2013 Vorbild der Wiener Ikone?<\/strong><br \/>\nDer \u00f6sterreichische Kunsthistoriker Hans H. Aurenhammer schreibt in seinem Werk <em>\u201eDie Mariengnadenbilder Wiens und Nieder\u00f6sterreichs in der Barockzeit\u201c<\/em>, dass die Ikone der Kaiserlichen Kapelle in Wien in Wirklichkeit eine Kopie der \u201eMadonna di San Guglielmo\u201c sei, die im Benediktinerkloster Montevergine in Italien aufbewahrt wird. \u201eMontevergine, Benediktinerkloster, Coretto di Notte. Tempera auf Holz, 231 X 99 cm, stark besch\u00e4digt, Goldgrund erneuert, Antlitz der Madonna etwas \u00fcbermalt. S\u00fcditalienisch, 1270\u201480.<br \/>\nIkonographie und Typus: Das Gnadenbild ist ikonographisch eine Galaktotrophusa (3, 4, 5, 8) in einer bemerkenswert altert\u00fcmlichen Form der Darstellung. Die Muttergottes streng frontal sitzend gegeben, das Kind wird von ihrer linken bzw. rechten Hand gehalten, wobei es fast aufrecht \u2014 von der anderen Hand der Mutter unterst\u00fctzt \u2014 sich der entbl\u00f6\u00dften Brust n\u00e4hert\u201c \u2013 schreibt der Autor und bemerkt, dass die Ikone in der Kapuzinerkirche, der Kaiserlichen Kapelle, eine \u201eKopie vom Anfang des 18. Jahrhunderts eines Wallfahrtserinnerungsbildes, einer \u00abCopia auf Papier gemalt\u00bb der \u00abMadonna di San Guglielmo\u00bb. Trotzdem in einer wenig sp\u00e4teren Literaturstelle, das Gnadenbild von Vallabona in der Di\u00f6zese Sabina als unmittelbares Vorbild des Wiener Gnadenbildes angef\u00fchrt wird, mu\u00df hier auf die \u00abMadonna di San Guglielmo\u00bb zur\u00fcckgegriffen werden, da sie offenbar auch den Urtypus f\u00fcr das Bild von Vallabona darstellt, falls dieses \u00fcberhaupt existiert (in der einschl\u00e4gigen Literatur konnte es nicht nachgewiesen werden). Seine Existenz w\u00fcrde allerdings manche Modifizierung des Wiener Bildes gegen \u00fcber dem Urtypus erkl\u00e4ren. Die Gleichheit zwischen dem Wiener Bild und der \u00abMadonna di San Guglielmo\u00bb besteht vor allem im allgemeinen Habitus der Muttergottes, der in seiner strengen Form sowohl in der Entstehungszeit des Wiener Gnadenbildes, als auch fr\u00fcher bei der Madonna lactans un\u00fcblich ist. Sie erstreckt sich sogar auf die offenbar vom Kopisten mi\u00dfverstandene Form der Krone der Muttergottes. Abweichend vom Gnadenbild des Montevergine ist der Grad der Vermenschlichung, der sich im Verhalten des Kindes zeigt. Es liegt nicht nur halb, sondern umklammert sogar die m\u00fctterliche Brust \u2014 Z\u00fcge, die nach Lasareff der Kunst des Trecento und der folgenden Zeit zu eigen sind. Da sich aber ein Muttergottesbild dieser Art, das den Typus der \u00abMadonna di San Guglielmo\u00bb abwandelt, nicht feststellen l\u00e4\u00dft, mu\u00df angenommen werden, da\u00df entweder der Kopist diese \u00c4nderung vorgenommen hat, oder das bis jetzt nicht nachzuweisende Gnadenbild von Vallabona als das notwendige Mittelglied die Reihe Montevergine\u2014Wien, Kapuzinerkirche vervollst\u00e4ndigt. Nach dem \u201eGr\u00fcndlichen und wahrhaften Bericht&#8217;* (1) fand der Kapuzinerpater Joseph Antonius von Trivigliano auf einer Missionsreise in der Gegend von Bari eine Kopie auf Papier, ein Wallfahrtserinnerungsbild des Gnadenbildes von Vallabona in der Di\u00f6zese Sabina und verehrte sie selbst sehr. Als apostolischer Mission\u00e4r brachte er 1727 das gefundene Bild mitsamt einer inzwischen angefertigten Kopie nach Wien. Das erstere schenkte er Karl VI., der es selbst verehrte und an Maria Theresia weitergab, die es in ihrem Schlafzimmer zur Verehrung anbringen lie\u00df. Dieses Bild ist heute verschollen. Die Kopie kam als Eigentum der Kaiserin Elisabeth Christine zuerst vor\u00fcbergehend und dann st\u00e4ndig zu den Kapuzinern, die sie noch im selben Jahr 1727 zur Verehrung in der Kaiserkapelle aufstellten.\u201c [(1) \u201eGr\u00fcndlicher und wahrhafter Bericht von dem wunderbaren Ursprung des marianischen Gnadenbildes unter dem Titul: Tr\u00f6sterin der Be tr\u00fcbten in der Kirche der P. P. Kapuziner &#8230; Wien 1777.]<\/p>\n<p><strong>Merzydorf \u2013 im Licht der historischen Daten<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/5s.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload size-large wp-image-82645 aligncenter\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/5s-1024x665.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/5s-1024x665.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"665\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%271024%27%20height%3D%27665%27%20viewBox%3D%270%200%201024%20665%27%3E%3Crect%20width%3D%271024%27%20height%3D%27665%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/5s-200x130.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/5s-300x195.jpg 300w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/5s-400x260.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/5s-600x390.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/5s-768x499.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/5s-800x519.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/5s-1024x665.jpg 1024w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/5s-1200x779.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/5s-1536x997.jpg 1536w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/5s.jpg 1848w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/p>\n<p>\u201eDie ersten Ansiedler waren Italiener und einige Franzosen. Die ersten deutschen Ansiedler kamen 1764 nach dem Siebenj\u00e4hrigen Krieg, Pest und Sumpffieber unter Anweisung von Maria Theresia. Die eigentliche deutsche Kolonisierung unserer Gemeinde wurde 1765 durchgef\u00fchrt. So entstanden viele neue Koloniestenh\u00e4user. 1768\/69 erfolgte eine letzte gro\u00dfe Einwanderung aus dem Elsass-Lothringen, Luxemburg und Trier. Durch die Umst\u00e4nde des 2. Weltkrieges begann schon die Auswanderung der deutschen Bev\u00f6lkerung die sich \u00fcber die Jahre verst\u00e4rkte und nach der Revolution 1989 ihren Abschluss fand\u201c \u2013 hei\u00dft es auf der Webseite der Heimatortsgemeinschaft Merzydorf.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/6s.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload  wp-image-82654 alignright\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/6s-704x1024.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/6s-704x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"227\" height=\"331\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27227%27%20height%3D%27331%27%20viewBox%3D%270%200%20227%20331%27%3E%3Crect%20width%3D%27227%27%20height%3D%27331%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/6s-200x291.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/6s-206x300.jpg 206w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/6s-400x582.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/6s-600x873.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/6s-704x1024.jpg 704w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/6s-768x1117.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/6s-800x1164.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/6s-1056x1536.jpg 1056w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/6s-1200x1746.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/6s.jpg 1273w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 227px) 100vw, 227px\" \/><\/a>In Samu Borovszkys Werk <em>\u201eKomitate und St\u00e4dte Ungarns\u201c<\/em> befindet sich f\u00fcr die im Komitat Temesch gelegene Ortschaft Mercydorf folgende Beschreibung: \u201eIm Steuerregister des Jahres 1717 erscheint im Distrikt Temeswar ein Ort namens Kayragn, in dem damals 16 H\u00e4user bestanden. Dieser scheint identisch zu sein mit \u00bbPusta Karan\u00ab, das auf der zwischen 1723 und 1725 von Graf Mercy erstellten Karte erw\u00e4hnt wird. Hier siedelte General Engelshofen Italiener und Spanier an, und die neue Ortschaft erhielt nach Graf Claudius Florimund de Mercy den Namen Mercydorf. Weder die Spanier noch die Italiener konnten sich an das Klima hier gew\u00f6hnen und verschwanden bald; die wenigen italienischen Familien, die blieben, gingen im Laufe der Zeit in den Deutschen auf, die sich 1764\u20131765 hier niederlie\u00dfen. Auf der offiziellen Karte von 1761 erscheint der Ort unter der Bezeichnung \u201eKaran oder Mercydorf\u201c. Die alte r\u00f6misch\u2011katholische Kirche wurde 1735 erbaut, die heutige im Jahr 1788. Die Gemeinde wurde von vielen Ungl\u00fccken heimgesucht: 1738 verw\u00fcstete die Pest, 1823 zerst\u00f6rte ein Sturm die gesamte Ernte, 1829 vernichtete ein Schneesturm den gesamten Viehbestand auf der Weide, 1863 herrschte Hungersnot, und 1869 richtete ein gro\u00dfer Brand verheerende Sch\u00e4den an.\u201c Einer der ersten Pfarrer von Merzydorf, der Italiener Carlo Tazzoli, wurde Domherr der Kathedrale (Domkirche) in Temeswar, wo er 1751 starb. Er war der erste Geistliche, der in der Domkrypta beigesetzt wurde, sein Grab ist bis heute erhalten geblieben.<\/p>\n<p><strong>Die Ikone von Merzydorf \u2013 auf dem Feld gefunden<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/4s.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload wp-image-82648 alignleft\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/4s-768x1024.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/4s-768x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"352\" height=\"469\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27352%27%20height%3D%27469%27%20viewBox%3D%270%200%20352%20469%27%3E%3Crect%20width%3D%27352%27%20height%3D%27469%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/4s-200x267.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/4s-225x300.jpg 225w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/4s-400x533.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/4s-600x800.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/4s-768x1024.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/4s-800x1067.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/4s-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/4s-1200x1600.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/4s.jpg 1350w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 352px) 100vw, 352px\" \/><\/a>S.E. Martin Roos, emeritierter Bischof von Temeswar, schreibt in seinem umfassenden Werk \u00fcber die Geschichte der Di\u00f6zese Tschanad und Temeswar, <em>\u201eErbe und Auftrag\u201c<\/em> (Bd. I,2a, Kap. 3):<br \/>\n\u201eEine gro\u00dfe Seltenheit in unseren Gefilden ist die Darstellung der Gottesmutter als die Stillende, Maria lactans, wie die Fachleute solche Bilder nennen. Dennoch ist es ein menschlich ber\u00fchrendes Moment, was die sorgende, n\u00e4hrende, erhaltende, das Leben sch\u00fctzende Darstellung uns zeigt, eine Sorge, auf die jeder am Anfang seines irdischen Daseins angewiesen war. Immer wieder kehrt der Mensch gerne an diesen bergenden Quell der M\u00fctterlichkeit zur\u00fcck \u2013 sich erinnernd in Dankbar-keit und meditierend im Gebet. Maria mit dem Kind ist daf\u00fcr Symbol und Wirklichkeit zugleich.<br \/>\nDer Ursprung dieser Darstellungsart der Gottes-mutter liegt in \u00c4gypten, wo sie sehr beliebt war und in den \u00e4ltesten Beispielen in das 5.\/6. Jahrhundert zur\u00fcckreicht. Nach der Zeit der Bilderst\u00fcrmer fand diese Darstellung auch im Byzantinischen Kaiserreich Verbreitung und ist hier als Galaktatrophusa bekannt. Ihre Spuren lassen sich auch in der europ\u00e4i-schen Kunst des 14.\/15. Jahrhunderts nachweisen.<br \/>\n\u00dcber Entstehungszeit und Herkunft unserer Darstellung ist wenig bekannt. Sie befand sich urspr\u00fcnglich in der Pfarrkirche von Merzydorf, ist in einen Metallrahmen mit Krone und Strahlenkranz gestellt und galt im Volksmund als Gnadenbild, das die Pilger bei ihrer Wallfahrt nach Maria Radna stets mittrugen. In einen Holzkasten gesenkt und von einem breiten, feinen Filigran- und Perlenband umgeben, zeigt das Bild die thronende Gottesmutter, das Jesuskind auf dem Scho\u00df haltend und ihm die m\u00fctterliche Brust darbietend. Angeblich, so das Heimatbuch von Merzydorf, soll es auf dem Feld gefunden worden sein.<br \/>\nIm Inventarverzeichnis des Jahres 1770 findet sich folgender Hinweis: 1. Maria bild Mit Rahm und gla\u00df, worin 4 ordinarij schn\u00fcr, weisse perl, Darzu Einen blauen seydenen Mandel Mit silberne b\u00f6rtel. Dies kann sich nur auf unser Bild bezie-hen, denn ein anderes Marienbild wird hier nicht genannt. Doch schon 1768, dem \u00e4ltesten Inventar-verzeichnis zur Kirche von Merzydorf hei\u00dft es, ohne das Bild n\u00e4her zu beschreiben: Die opfer bey der Mutter gottes 1 Silbernes Herz, 1 Cremnizer Ducate, 1 Silberner Ring, 2 Mehr stuck eines gulden gr\u00f6sse, 1 Eingefaster Johannes Nepomuceni.<br \/>\nBeachtet man diese Hinweise, so l\u00e4\u00dft sich zu unserem Bild folgendes festhalten: Das Bild war sp\u00e4testens 1768 in der Merzydorfer Pfarrkirche und wurde als Gnadenbild hoch verehrt. Da\u00df es etwas Au\u00dferordentliches f\u00fcr unsere Gegend bedeutet, f\u00e4llt auf den ersten Blick wohltuend auf.<br \/>\nUnd dies erst recht, wenn man zwei Jahre sp\u00e4ter im Inventarverzeichnis lesen darf: 1 Silbernes Herz bey der Mutter Gottes, 2 Cremnitzer Ducaten, 5 Kayser-liche dahller, 2 Kayserliche Gulten, 1 Venetschiani-sches silbernes stuck, 16 Silberne Cre\u00fctzel, 2 silberne Ring, 1 gr\u00fcner schreckstein mit silber Ein gefa\u00dft, 3 zwantziger bey der Mutter gottes. Die Verehrung des Gnadenbildes war anscheinend noch gewachsen.\u201c<\/p>\n<p>x x x<\/p>\n<p>Aufgrund ihrer Seltenheit ist die \u201eMaria lactans\u201c-Ikone von Merzydorf nicht nur ein Schatz der lokalen Gemeinschaft, sondern auch ein besonderer Bezugspunkt f\u00fcr die gesamte Region. Dieser ikonographische Typus, der eine der sensibelsten und menschlichsten Formen der Marienverehrung darstellt, schafft eine Br\u00fccke zwischen Wien, Montevergine und dem Banat. Ihre Bewahrung und Weitergabe bedeutet nicht nur Respekt vor der Vergangenheit, sondern auch die St\u00e4rkung der gemeinschaftlichen Identit\u00e4t und des Glaubens \u2013 eine Quelle der Kraft f\u00fcr kommende Generationen. Die F\u00fcrsprache Mariens sei uns stets Trost.<\/p>\n<p><strong>Pressestelle der Di\u00f6zese Temeswar<\/strong><\/p>\n<p>Foto: Pressestelle der Di\u00f6zese Temeswar; Archiv der Di\u00f6zese Temeswar; dr. Zolt\u00e1n Eperjesi<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was verbindet die Kaiserliche Kapelle (Kaiserkapelle) in der Kapuzinerkirche in Wien mit der Kirche in Merzydorf (Carani) im Banat? Auf den ersten Blick: nichts. 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