{"id":82759,"date":"2026-01-30T15:38:27","date_gmt":"2026-01-30T13:38:27","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=82759"},"modified":"2026-01-30T15:39:00","modified_gmt":"2026-01-30T13:39:00","slug":"geweihtes-leben-samen-des-friedens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/geweihtes-leben-samen-des-friedens\/","title":{"rendered":"Geweihtes Leben: Samen des Friedens"},"content":{"rendered":"<p>Das Dikasterium f\u00fcr die Institute des geweihten Lebens und die Gesellschaften des Apostolischen Lebens hat kurz vor dem 30. Welttag des geweihten Lebens am Montag (2. Februar) einen Brief an alle \u201eBr\u00fcder und Schwestern des geweihten Lebens&#8220; geschickt. Der Vatikan informierte am Mittwochabend \u00fcber das Schreiben mit dem Titel \u201eProphetische Pr\u00e4senz: Geweihtes Leben dort, wo die W\u00fcrde verletzt und der Glaube gepr\u00fcft wird.&#8220;<\/p>\n<p><b><i>Lorena Leonardi \u2013 Vatikanstadt<\/i><\/b><\/p>\n<p>Als \u201eProphetische Pr\u00e4senz der Gegenwart und Samen des Friedens\u201c in der Geschichte sind die Gottgeweihten aus aller Welt die Adressaten des Briefes, der am Mittwoch (28. Januar) von der Pr\u00e4fektin des Dikasteriums,\u00a0Schwester Simona Brambilla M.C., dem Pro-Pr\u00e4fekten, Salesianerkardinal \u00c1ngel Fern\u00e1ndez Artime, und Sekret\u00e4rin Tiziana Merletti S.F.P unterzeichnet wurde. Das Schreiben wurde wenige Tage vor dem 30. Welttag des geweihten Lebens ver\u00f6ffentlicht, der am 2. Februar, Fest der Darstellung des Herrn, gefeiert wird und dessen H\u00f6hepunkt die Messe mit Papst Leo XIV. um 17 Uhr im Petersdom ist.<\/p>\n<p><strong>Eine Pr\u00e4senz, die bleibt<\/strong><br \/>\nDie Spitzenvertreter des Dikasteriums schreiben, dass sie im Laufe des Vorjahres w\u00e4hrend ihrer Reisen und Pastoralbesuche das Leben vieler Geweihter kennenlernen durften. Dabei h\u00e4tten sie zahlreiche Menschen getroffen, die berufen sind, \u201ekomplexe Situationen\u201c auszuhalten: Kontexte, die gepr\u00e4gt sind von \u201eKonflikten, sozialer und politischer Instabilit\u00e4t, Armut, Ausgrenzung, Zwangsmigration, religi\u00f6sen Minderheiten, Gewalt und Spannungen\u201d &#8211; allesamt Elemente, die \u201edie W\u00fcrde der Menschen, ihre Freiheit und mitunter sogar den Glauben selbst auf die Probe stellen\u201d. Aber &#8211; so wird in besagtem Brief betont &#8211; diese Erfahrungen offenbarten zugleich, wie \u201estark\u201c die \u201eprophetische Dimension des Ordenslebens als eine bleibende Gegenwart\u201c sei, an der Seite \u201everwundeter V\u00f6lker und Personen, an Orten, an denen das Evangelium oft unter Bedingungen von Zerbrechlichkeit und Bew\u00e4hrung\u201c gelebt werde.<\/p>\n<p><strong>Zeichen eines Gottes, der sein Volk nicht verl\u00e4sst<\/strong><br \/>\nDieses \u201eAusharren\u201c, das \u201eunterschiedliche Gesichter und Formen annimmt\u201c, so wie auch die Komplexit\u00e4t der Gesellschaften unterschiedlich ist, je nachdem, ob das t\u00e4gliche Leben von \u201einstitutioneller Fragilit\u00e4t und Unsicherheit\u201c gepr\u00e4gt ist oder ob religi\u00f6se Minderheiten \u201eDruck und Einschr\u00e4nkungen\u201c erfahren. Aber auch dort, wo Wohlstand mit \u201eEinsamkeit, Polarisierung, neuen Formen von Armut und Gleichg\u00fcltigkeit\u201c einhergeht; und dort, \u201ewo Migration, Ungleichheiten und verbreitete Gewalt das zivile Zusammenleben herausfordern.&#8220; In vielen Teilen der Welt \u201estellt die politische und soziale Lage das Vertrauen auf die Probe und zerm\u00fcrbt die Hoffnung\u201c, hei\u00dft es in dem Brief. Deshalb sei die \u201etreue und dem\u00fctige, kreative und diskrete\u201c Pr\u00e4senz der Gottgeweihten ein \u201eZeichen daf\u00fcr, dass Gott sein Volk nicht verl\u00e4sst\u201c.<\/p>\n<p><strong>\u201eAusharren\u201d gem\u00e4\u00df dem Evangelium<\/strong><br \/>\nDar\u00fcber hinaus enth\u00e4lt das Dokument eine Reflexion \u00fcber das Konzept des \u201eAusharrens\u201d im Sinne des Evangeliums, das niemals \u201eStillstand oder Resignation\u201d sei, sondern \u201et\u00e4tige Hoffnung\u201c, die \u201eHaltungen und Gesten des Friedens\u201c hervorbringe: \u201eWorte, die entwaffnen, gerade dort, wo die Wunden der Konflikte die Geschwisterlichkeit auszul\u00f6schen scheinen; Beziehungen, die den Wunsch nach Dialog zwischen Kulturen und Religionen bezeugen\u201c. Dies geschieht durch \u201eEntscheidungen, die die Kleinen sch\u00fctzen\u201c, auch wenn \u201ees einen Preis kostet, an ihrer Seite zu stehen\u201c. Es brauche, \u201eGeduld in Prozessen, auch innerhalb der kirchlichen Gemeinschaft; Beharrlichkeit in der Suche nach Wegen der Vers\u00f6hnung\u201c &#8211; und \u201eMut zur Benennung von Situationen und Strukturen, die die W\u00fcrde der Menschen und die Gerechtigkeit verleugnen.\u201c Angesichts all dieser Elemente sei dieses \u201eAusharren\u201c nicht nur eine pers\u00f6nliche oder gemeinschaftliche Entscheidung, sondern werde zu einem \u201eprophetischen Wort f\u00fcr die ganze Kirche und f\u00fcr die Welt\u201c.<\/p>\n<p><strong>Viele Ausdrucksformen einer einzigen Prophezeiung<\/strong><br \/>\nWie bei dem \u201eSamen, der bereit ist in die Erde zu fallen und zu sterben, damit Leben aufbl\u00fchen kann\u201c, kommt in diesem Ausharren die Prophetie des gesamten geweihten Lebens zum Ausdruck, in all seinen unterschiedlichen und sich erg\u00e4nzenden Formen: So mache das apostolische Leben beispielsweise eine \u201et\u00e4tige N\u00e4he\u201c \u201esichtbar\u201c, die die verletzte W\u00fcrde st\u00fctzt; das kontemplative Leben \u201ebewahrt in F\u00fcrbitte und Treue die Hoffnung, wenn der Glaube auf gepr\u00fcft wird.\u201c Weiterhin z\u00e4hlt der Brief die Lebensformen auf: Die S\u00e4kularinstitute \u201ebezeugen das Evangelium als stilles Sauerteigwirken in der sozialen und beruflichen Welt\u201c; der <i>Ordo virginum<\/i>\u00a0offenbart die Kraft der Unentgeltlichkeit und der Treue, die \u201eZukunft er\u00f6ffnet\u201c; das eremitische Leben erinnert an \u201eden Vorrang Gottes und das Wesentliche in Erinnerung, das das Herz entwaffnet\u201d. In der Vielfalt all dieser Formen, so wird in dem Brief betont, \u201enimmt eine einzige Prophetie Gestalt an: mit Liebe zu bleiben, nicht zu fliehen, nicht zu schweigen, und das eigene Leben ins Wort f\u00fcr diese Zeit und diese Geschichte zu bringen.\u201d<\/p>\n<p><strong>Aufbl\u00fchen wie Samen des Friedens<\/strong><br \/>\nInnerhalb dieser \u201eProphetie des Ausharrens\u201d reife ein Zeugnis des Friedens, das \u2013 so das Schreiben weiter \u2013 als \u201eein anspruchsvoller und allt\u00e4glicher Weg\u201d verstanden werde, der \u201eH\u00f6ren, Dialog, Geduld, Umkehr des Denkens und des Herzens sowie die Absage an die Logik der Macht des St\u00e4rkeren\u201d verlange. Aus diesem Grund, so wird erkl\u00e4rt, wird das gottgeweihte Leben, \u201ewenn es an den Wunden der Menschheit bleibt, ohne der Logik der Konfrontation zu verfallen, aber ohne darauf zu verzichten, die Wahrheit Gottes \u00fcber den Menschen und die Geschichte auszusprechen\u201d, zum \u201eHandwerker des Friedens\u201d.<br \/>\nDas Dokument schlie\u00dft mit einem Dank an die Ordensleute f\u00fcr ihre Beharrlichkeit, der Aufforderung, im Geiste des ihnen gewidmeten Jubil\u00e4ums am 10. Oktober Pilger der Hoffnung auf dem Weg des Friedens zu bleiben, und der Bitte an den Herrn, dass er sie \u201efestige in der Hoffnung und sanftm\u00fctig im Herzen mache, f\u00e4hig auszuharren, zu tr\u00f6sten und neu zu beginnen: und so in Kirche und Welt prophetische Pr\u00e4senz zu leben und Same des Friedens zu sein.\u201c<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/vatikan\/news\/2026-01\/ordens-dikasterium-geweihtes-leben-brief-frieden.html\">www.vaticannews.va\/de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Dikasterium f\u00fcr die Institute des geweihten Lebens und die Gesellschaften des Apostolischen Lebens hat kurz vor dem 30. Welttag des geweihten Lebens am Montag (2. Februar) einen Brief an alle \u201eBr\u00fcder und Schwestern des geweihten Lebens&#8220; geschickt. 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