{"id":82970,"date":"2026-02-05T21:56:24","date_gmt":"2026-02-05T19:56:24","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=82970"},"modified":"2026-02-05T22:16:28","modified_gmt":"2026-02-05T20:16:28","slug":"die-verschleppung-in-die-udssr-im-januar-1945-3-interview-mit-s-e-martin-roos-emeritierter-bischof-von-temeswar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/die-verschleppung-in-die-udssr-im-januar-1945-3-interview-mit-s-e-martin-roos-emeritierter-bischof-von-temeswar\/","title":{"rendered":"Die Verschleppung in die UdSSR im Januar 1945 (3.) \u2013 Interview mit S.E. Martin Roos, emeritierter Bischof von Temeswar"},"content":{"rendered":"<p><em>Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde durch den Erlass Nr. 7161 des Staatlichen Verteidigungskomitees der Sowjetunion, unterzeichnet am 16. Dezember 1944 von Iosif Wissarionowitsch Stalin, dem Generalsekret\u00e4r der Kommunistischen Partei der Sowjetunion, beschlossen: \u201eDie Mobilisierung und Internierung zur Arbeit in der UdSSR aller arbeitsf\u00e4higen Deutschen \u2013 M\u00e4nner zwischen 17 und 45 Jahren und Frauen zwischen 18 und 30 Jahren, die sich in den von der Roten Armee befreiten Gebieten Rum\u00e4niens, Jugoslawiens, Ungarns, Bulgariens und der Tschechoslowakei befinden.\u201c<\/em><br \/>\n<em>Ab Januar 1945 wurden aus dem Banat etwa 33.000 Schwaben \u201emobilisiert\u201c, das hei\u00dft zur sogenannten Wiederaufbauarbeit in die UdSSR deportiert.<\/em><br \/>\n<em>Unter denen, die in die \u00fcberf\u00fcllten Viehwaggons verladen und an die Grenze zur UdSSR gebracht wurden, befand sich auch eine junge Mutter aus Knees\/-Satchinez. Sie lie\u00df ihren erst zweij\u00e4hrigen Sohn in der Obhut ihrer Schwiegereltern zur\u00fcck, ohne zu wissen, ob sie ihn jemals wiedersehen w\u00fcrde.<\/em><br \/>\n<em>Im Strudel des Krieges waren die Schicksale von Millionen Familien betroffen. Doch das Schicksal des kleinen Jungen aus Knees, der mehrere Jahre von seinen Gro\u00dfeltern gro\u00dfgezogen wurde, nahm einen ganz besonderen Verlauf. Das Kind, das damals die Trag\u00f6die der Welt um sich herum noch nicht begreifen konnte, sollte sp\u00e4ter Priester und schlie\u00dflich Bischof werden: Seine Exzellenz Martin Roos, emeritierter Bischof von Temeswar, den die Mitglieder des Presseb\u00fcros der Di\u00f6zese gebeten haben, sich an jene Zeiten zur\u00fcck zu erinnern.<\/em><\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/5-1.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload wp-image-82941 alignleft\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/5-1-972x1024.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/5-1-972x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"378\" height=\"398\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27378%27%20height%3D%27398%27%20viewBox%3D%270%200%20378%20398%27%3E%3Crect%20width%3D%27378%27%20height%3D%27398%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/5-1-200x211.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/5-1-285x300.jpg 285w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/5-1-400x421.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/5-1-600x632.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/5-1-768x809.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/5-1-800x843.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/5-1-972x1024.jpg 972w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/5-1.jpg 1195w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 378px) 100vw, 378px\" \/><\/a>\u2013 Hochw\u00fcrdigster Herr Bischof, welche pers\u00f6nlichen Erinnerungen wecken diese Gedenktage der Deportationen in Ihnen, zumal auch Ihre Mutter zu jenen geh\u00f6rte, die zur Zwangsarbeit in die UdSSR verschleppt wurden?<\/strong><br \/>\n\u2013 Von dem 15. Januar 1945 habe ich keine pers\u00f6nlichen Erinnerungen. Ich war damals knapp zwei Jahre alt und habe vermutlich, als die Mutter sich verabschieden musste, geschlafen. Ich habe von der Aufregung um mich herum nichts mitbekommen. Nat\u00fcrlich habe mit der Zeit das Fehlen der Mutter wahrgenommen und gesp\u00fcrt. Im Winter war bei uns jeden Abend die \u201eSpinnstube\u201c. Da kamen die Nachbarn zusammen, die Frauen haben gesponnen, die M\u00e4nner besprachen die Dorfpolitik oder haben Karten gespielt. Eines Abends, ich seh mich heute noch, sa\u00df ich auf dem Diwan, auf dem Sofa, und habe lauthals geheult, geweint. Als die Leute langsam zusammenkamen, fragte einer nach dem anderen: <em>Was hat er denn, warum weint denn der Martin?<\/em> Da antwortete die Gro\u00dfmutter, die Bescheid wusste: <em>Er weint um seine Mutter.<\/em>\u00a0Darauf weinten alle mit, denn jeder hatte jemanden aus der Familie oder der Verwandtschaft unter den Verschleppten\u2026 Dies ist meine erste Erinnerung an das Fehlen der Mutter, der Eltern. Geblieben ist diese Erinnerung bis zum heutigen Tag!<\/p>\n<p><strong>\u2013 Wie verlief das Zusammenholen der zur Deportation bestimmten Leute? Gab es einen Sammelpunkt, an den sie abgeholt wurden?<\/strong><br \/>\n\u2013 Alles, was ich wei\u00df, habe ich sp\u00e4ter erfahren oder mir selber zusammengereimt. Wahrscheinlich wurden die Leute vorher verst\u00e4ndigt. Auch liefen schon Tage vor der \u201eAushebung\u201c Ger\u00fcchte im Dorf herum, man wusste, dass Listen im Rathaus angefertigt wurden, manche, die schon vorher erfahren hatten, was bevorsteht, machten sich \u201eaus dem Staub\u201c, versteckten sich, um dem Schicksal zu entfliehen. Mit dem 15. Januar hat man die Leute mit Lebensmittel f\u00fcr mehrere Wochen und warmer Kleidung in die Schule bestellt. Von hier wurden die Ungl\u00fccklichen mit Pferdewagen von Knez nach Winga gefahren, wo sie einige Tage ebenfalls in der Schule lagerten, bevor sie mit den Verschleppten aus der gesamten Gegend gesammelt und in Viehwaggons verladen wurden. W\u00e4hrend dieser Zeit konnte man die Angeh\u00f6rigen hier besuchen und mit dem einen oder anderen noch versorgen. Man kann sich vorstellen, welche Szenen sich noch in diesen wenigen Tagen auf dem Bahnhof von Winga abgespielt haben. Irgendwann wurden dann die Waggons von einem Zug abgeholt und die mehrw\u00f6chtige Fahrt konnte beginnen. Ich wei\u00df nicht, auf welchem Wege der Zug gefahren ist. Ein Teil wurde \u00fcber Sighetul Marma\u021biei\/Marmaroschsiget in die Ukraine gefahren. Ein anderer Zug nahm die Route \u00fcber die Moldau und bei Foc\u0219ani \u00fcber die Grenze. In diesen beiden Grenzstationen wurden unsere Leute in sowjetische Waggone umverladen und auf den breiteren russischen Eisenbahngeleisen in die Ukraine transportiert. In Foc\u0219ani lie\u00df man die Leute bei der Umverladung sich mit Wasser versorgen, so umlagerte man den einzigen Brunnen. Aus Knez stand im Gew\u00fchle ein ziemlich hagerer, schlecht gekleideter Mann da und wartete, dass die Reihe an ihn kommen solle, um sich mit Wasser zu versorgen. Der russische Posten, in der Meinung, er habe es mit einem Moldowener zu tun, fuhr ihn barsch an: \u201eWas suchst du da? Schau, dass du weiterkommst!\u201c Das lie\u00df sich unser Landsmann nicht zweimal sagen und machte sich stante pede zu Fu\u00df aus der Moldau nach Knez auf den Weg. Nach Wochen tauchte er zu Hause auf. Insofern ist er mit dem Leben davongekommen, denn mit seiner geschw\u00e4chten Gesundheit und seiner armseligen Aufmachung w\u00e4re er in Russland oder auch schon auf dem Weg dahin erfroren. Man wusste zun\u00e4chst nicht, wohin die Leute verbracht wurden, auf wie lange oder ob diese jemals wieder nach Hause zur\u00fcckkommen w\u00fcrden. In dieser Unsicherheit lebten wir monatelang. Im Dorf gab es nunmehr nur noch Alte und Kinder und die \u201eKolonisten\u201c. Ich hatte das Gl\u00fcck, dass ich allein war und die Gro\u00dfeltern von Vaters Seite mich weiterhin umsorgt haben. Die Gro\u00dfeltern von der Mutter, die drei T\u00f6chter und drei Schwiegers\u00f6hne in Russland und den Sohn im Krieg hatten, umsorgten zwei weitere Enkelkinder, Cousins von mir. Eine andere Tante stand da allein mit zwei Kindern, der Mann und Vater, nach Ru\u00dfland verschleppt, kam nie wieder nach Hause, ist in Russland an den Entbehrungen verstorben. \u2013 Andere Kinder hatten niemanden. Der Vater war im Krieg, die Mutter nach Russland verschleppt. F\u00fcr diese verlassenen Kinder schuf Pr\u00e4lat Nischbach das sogenannte <em>Kinderhilfswerk<\/em>. In den Pfarreien wurden Lebens-mittel und Kleider gesammelt. Die Kinder wurden meist von den Lioba-Schwes-tern beherbergt, aber auch im Temeswarer katholischen Waisenhaus in der Bonnaz-Gasse bei den Notre-Dame-Schulschwestern versorgt. Im Di\u00f6zesanarchiv gibt es noch Listen von diesen Sammlungen. Vor allem w\u00e4re das Kinderhilfswerk von Neuarad mit seinen flei\u00dfigen Helfern zu nennen.<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/INCARC1.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload wp-image-82944 alignright\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/INCARC1-782x1024.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/INCARC1-782x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"471\" height=\"617\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27471%27%20height%3D%27617%27%20viewBox%3D%270%200%20471%20617%27%3E%3Crect%20width%3D%27471%27%20height%3D%27617%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/INCARC1-200x262.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/INCARC1-229x300.jpg 229w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/INCARC1-400x524.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/INCARC1-600x785.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/INCARC1-768x1005.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/INCARC1-782x1024.jpg 782w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/INCARC1-800x1047.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/INCARC1-1173x1536.jpg 1173w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/INCARC1-1200x1571.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/INCARC1.jpg 1443w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 471px) 100vw, 471px\" \/><\/a>\u2013 Wie viele Personen wurden aus Ihrem Heimatdorf Knees deportiert, und wie viele von ihnen sind wieder nach Hause zur\u00fcckgekehrt?<\/strong><br \/>\n\u2013 Ungef\u00e4hr 150 Personen wurden deportiert, davon sind 38 infolge der Entbehrungen ums Leben gekommen. Nachdem die Leute verschleppt waren, kamen nach den ersten Monaten hier und da eine Karte mit wenigen Worten, aber doch ein Lebenszeichen: <em>Es geht mir gut, bin gesund. Gr\u00fc\u00dfe an die Kinder, an die Eltern<\/em> und so viel. Aber es war eine erste Nachricht und man erfuhr, wo sie sind. Die meisten waren im Donezkbecken, in den Kohlengruben. Andere arbeiteten in der Landwirtschaft oder beim Aufbau. Sie schleppten Steine und M\u00f6rtel. Irgendwelche Ruinen, die vom Krieg bombardiert waren, wurden wieder brauchbar gemacht. Da man im Winter auch bei tiefen Temperaturen arbeiten musste, fror der M\u00f6rtel schnell und im Fr\u00fchjahr fiel das Ganze wieder zusammen. Insofern war die Arbeit nicht einmal sehr sinnvoll. Solange Russland von Amerika mit Konserven und Lebensmitteln beliefert wurde, ging es den Verschleppten halbwegs gut. Sonst gab es eine leere Krautsuppe, die nicht lange vorhielt. In der Not ging man betteln, wobei die Einheimischen selbst kaum etwas hatten, doch fiel auch f\u00fcr die Lagerleute immer noch etwas ab\u2026 Ab 1946 kamen die ersten Krankentransporte nach Hause. Abgemagert bis auf die Knochen, starb so mancher an den Folgen dahin, andere waren schon unterwegs an Unterern\u00e4hrung gestorben.<\/p>\n<p><strong>\u2013 Wie gestaltete sich das Wiedersehen mit Ihrer Mutter bei deren R\u00fcckkehr aus der UdSSR? Wie verlief die Heimreise?<\/strong><br \/>\n\u2013 Ende1949 entlie\u00df man schlie\u00dflich die \u00dcberlebenden aus den Lagern nach Hause. Mutter kam am 21. November, ihrem 28. Geburtstag, zu Hause an. Ich erinnere mich noch sehr gut.<br \/>\nNachdem die ersten Transporte angekommen waren, versammelte sich fast das halbe Dorf st\u00e4ndig zu jedem ankommenden Zug auf dem Bahnhof. Man wartete gespannt, wann wohl die eigenen Angeh\u00f6rigen dem Zug entsteigen w\u00fcrden\u2026Wir hatten von meiner Patentante, die ein-zwei Tage fr\u00fcher angekommen war, erfahren, dass meine Mutter mit einem der n\u00e4chsten Z\u00fcge eintreffen werde. So eilte die alte Gro\u00dftante mit mir zum Bahnhof und wir warteten aufgeregt von einem Zug auf den n\u00e4chsten. Als am 21. November nachmittags der \u201eMotor\u201c von Temeswar einfuhr und meine Mutter aus einem der hinteren Wagen stieg, zerrte mich die Gro\u00dftante mit sich nach fort und sagte pl\u00f6tzlich nur noch so viel: \u201eDa ist deine Mutter!\u201c Das war nach f\u00fcnf Jahren die erwartete Begegnung. Wie die Mutter sp\u00e4ter selber erz\u00e4hlte, \u00fcberschaute sie beim Aussteigen zuerst mal die gro\u00dfe Ansammlung der Menschen und entdeckte zun\u00e4chst die Gro\u00dftante, dann neben ihr \u201eden herangewachsenen Jungen\u201c, dabei dachte sie f\u00fcr sich: \u201eDas muss er wohl sein!\u201c. Nach einer kurzen Begr\u00fc\u00dfung nahmen wir uns beide an der Hand und gingen so nebeneinander gemeinsam nach Hause. Die alte Gro\u00dftante haben wir unterwegs irgendwo ganz aus den Augen verloren.<\/p>\n<p><strong>\u2013 Was erz\u00e4hlte Ihre Mutter \u00fcber das Lager?\u00a0<\/strong><br \/>\n\u2013 F\u00fcr das Gespr\u00e4chsthema der n\u00e4chsten Wochen und Monate war gesorgt: Das Lagerleben, das Leben der Einheimischen um das Lager herum, die Bettelg\u00e4nge, die Arbeit in den Gruben, auf dem Bau, in der Landwirtschaft. Man erz\u00e4hlte sich, wie sie in \u00fcberf\u00fcllten Viehwaggons transportiert wurden, w\u00e4hrend der langen, drei bis vier Wochen dauernden Fahrt. Man a\u00df, was man von zu Hause mitgenommen hatte. Sie hatten etwas Proviant eingepackt, aber irgendwann ging alles zur Neige. In den Lagern standen die aus Holz zusammengezimmerten Baracken, vielerorts waren die Geb\u00e4ude noch in den Tr\u00fcmmern gelegen, ohne T\u00fcren und ohne Fenster. Mit der Zeit brachten die M\u00e4nner diese irgendwie in einen besseren Zustand. Im Januar und Februar 1945 war es bitterkalt. Die Bewacher erlaubten den Deportierten in der Regel nur dann, im Lager zu verbleiben, wenn es mindestens minus vierzig Grad kalt war.<br \/>\nSchon bald nach dem Abtransport der Verschleppten erreichten uns die ersten Todesnachrichten, was meine ersten und \u00e4ltesten Erinnerungen an das Trauma \u201eRussland\u201c darstellen. Dabei versammelte man sich im Trauerhaus um gemeinsam zu beten und miteinander zu weinen, lie\u00df Trauerbildchen drucken und verteilte diese als Erinnerung und Gebetszettelchen. Davon findet man auch heute noch in den alten Gebetb\u00fcchern welche. Man m\u00fc\u00dfte diese sammeln und irgendwo hinterlegen. Es sind eindrucksvolle Dokumente der Zeitgeschichte!<br \/>\nWas man in Russland erlebt und durchgestanden hatte, wurde oft in ein Gedicht oder noch mehr, in ein Lied gefasst: \u201eTief in Russland bei Stalino\u201c, \u201eNach meiner Heimat da zieht\u00b4s mich wieder\u201c, \u201eHeute Nacht bin ich aufgewacht und hab\u00b4 geweinet\u201c\u2026 dabei sang man sich das Leid und die schlimmen Erlebnisse von der Seele. Schon in Russland selbst entstand eine ganze Lagerliteratur.<\/p>\n<p><strong>\u2013 Wo und wie wurden jene beerdigt, die leider verstorben sind? Gab es Priester, die die Beerdigungen durchf\u00fchrten?<\/strong><br \/>\n\u2013 Wer im Lager verstarb, wurde von Lagerinsa\u00dfen auf einem Friedhof bestattet. Es gab aber keinen Priester, und nur selten kam ein Kreuz auf das Grab. Die Verwandten oder Nachbarn pflegten nat\u00fcrlich, solange sie da waren, die Gr\u00e4ber ihrer Angeh\u00f6rigen und verabschiedeten sich wehm\u00fctig von ihren Toten, als es hie\u00df, \u201eEs geht nach Hause!\u201c<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Gemalde_1_Jager_Russlandverschleppung.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload size-full wp-image-82950 aligncenter\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Gemalde_1_Jager_Russlandverschleppung.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Gemalde_1_Jager_Russlandverschleppung.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"461\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27800%27%20height%3D%27461%27%20viewBox%3D%270%200%20800%20461%27%3E%3Crect%20width%3D%27800%27%20height%3D%27461%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Gemalde_1_Jager_Russlandverschleppung-200x115.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Gemalde_1_Jager_Russlandverschleppung-300x173.jpg 300w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Gemalde_1_Jager_Russlandverschleppung-400x231.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Gemalde_1_Jager_Russlandverschleppung-600x346.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Gemalde_1_Jager_Russlandverschleppung-768x443.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Gemalde_1_Jager_Russlandverschleppung.jpg 800w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><\/strong><\/p>\n<p><strong>\u2013 Wie verlief die Heimreise?<\/strong><br \/>\n\u2013 Jeder packte seine Habseligkeiten zusammen und machte sich mit den anderen meist in gr\u00f6\u00dferen Gruppen auf den Weg. In Sighetu Marma\u021biei betraten die Verschleppten abermals das Land. Meine Mutter brachte mir sogar Bonbons mit. In den letzten Jahren erhielten sie einen kleinen Lohn f\u00fcr ihre Arbeit, und im gr\u00f6\u00dferen Nachbarort konnten sie auf dem Markt kaufen, was angeboten wurde. Doch oft waren sie verschuldet, weil die Lebensmittel im Lager teurer waren als der monatliche Verdienst. Neben dem bereits erw\u00e4hnten <em>Kinderhilfswerk<\/em> gr\u00fcndete Pr\u00e4lat Nischbach 1947 auch das <em>Heimkehrerhilfswerk<\/em>, dessen Ziel es war, den zur\u00fcckkehrenden Deportierten eine erste Hilfe angedeihen zu lassen. An den Grenz\u00fcberg\u00e4ngen erwarteten die Benediktinerinnen der Lioba-Kongregation sowie Priester aus dem Bistum die Heimkehrenden mit Geld, Medikamenten, Lebensmitteln und Kleidung, um ihnen den weiteren Heimweg zu erleichtern. Finanziert wurde all dies durch Sammlungen, die die Caritas der Di\u00f6zese organisierte. Diese beiden Stiftungen der Di\u00f6zese bedeuteten eine erhebliche Hilfe. Hier sind die Schwester Patrizia Zimmermann von den Benediktinerinnen wie der damalige Kaplan Stefan Fischer zu nennen. Beide bezahlten ihren Einsatz an der Grenze mit einigen Jahren Gef\u00e4ngnis unter der kommunistischen Herrschaft.<\/p>\n<p><strong>\u2013 Wie erfolgte die Wiedereingliederung in die Gemeinschaft und in die Gesellschaft? Musste Ihre Mutter sich regelm\u00e4\u00dfig bei der Miliz melden?<\/strong><br \/>\n\u2013 Nein, die Heimkehrer wurden nicht mehr schikaniert. Jeder versuchte, Arbeit zu finden, und das sogenannte normale Leben begann wieder. Im Grunde musste sich jeder so durchschlagen, wie er konnte.<br \/>\nEinige jedoch wurden einige Jahre sp\u00e4ter, im Sommer 1951, in den B\u0103r\u0103gan deportiert. In diesem Fall war nicht ihre Nationalit\u00e4t der \u201eGrund\u201c, sondern die bessere wirtschaftliche Lage der Familie. Man war wohlhabender als der Durchschnitt, diese waren damals die \u201eChiaburii\u201c, \u201eFeinde der Arbeiterklasse\u201c, die aber durchaus ehrbare Leute waren, die keinem etwas B\u00f6ses getan hatten. Auch aus unserer entfernteren Verwandtschaft wurde eine Familie f\u00fcr f\u00fcnf Jahre in die B\u0103r\u0103gan-Steppe verschleppt und unter freiem Himmel, auf freiem Felde ausgeladen, ihrem Schicksal \u00fcberlassen, dabei war der alte Gro\u00dfonkel bereits \u00fcber 90!<br \/>\nUns selber lie\u00df man in Ruhe, da in unserer Familie drei alte Leute waren, ein minderj\u00e4hriges Kind und als alleinverdienende Person die Mutter. Wir waren insgesamt zu f\u00fcnft in der vorderen Stube des Hauses, in der Kammer hausten die beiden Kolonisten. Eine keineswegs beneidenswerte Lage. Aber das ist bereits ein anderes Kapitel!<\/p>\n<p><strong>\u2013 Mit den Kolonisten!?<\/strong><br \/>\n\u2013 Ja. Aus dem Motzenland, aus dem Gebiet der drei Kreisch-Fl\u00fcsse, kamen die sogenannten Krischenjer, Siedler in die H\u00e4user der deutschen Familien. Wo es zwei Zimmern gab, wurde in eines davon eine Motzenfamilie einquartiert. Wir hatten Gl\u00fcck, denn zu uns kamen nur der Familienvater, der \u201eMo\u0219 Petre\u201c und sein \u00e4ltester Sohn, Nicolae, aus der Gegend von Va\u021ba de Jos\/Brad. Die Mutter und zwei weitere Kinder blieben zu Hause in Tome\u0219ti. Den Sohn holte man sp\u00e4ter zum Milit\u00e4r, und der Vater kehrte schlie\u00dflich in sein Heimatdorf zur\u00fcck, weil er im Banat keine entsprechende Arbeit fand. Er war n\u00e4mlich Zimmermann von Beruf. Bis 1951 wohnte er jedoch in unserem Haus. Aufgrund des im Jahr 1945 erlassenen Gesetzes Nr. 187 erhielten diese Kolonisten das von den Deutschen beschlagnahmte Land, das Vieh sowie die landwirtschaftlichen Ger\u00e4te und Maschinen. Auch Mo\u0219 Petre bekam 9 Katastraljoch Ackerland, das er aber nicht selber bearbeitete, sondern weiterverpachtete. Jeden Herbst kam er, um seinen Anteil abzuholen, den er dann sofort am Ort verkaufte und mit dem Geld wieder nach Tome\u0219ti zur\u00fcckkehrte. Es waren wahrlich seltsame Zeiten!<\/p>\n<p><strong>\u2013 Wurden aus der Di\u00f6zese Temeswar auch Priester deportiert? Welche Kenntnisse haben Sie \u00fcber deren Schicksal?<\/strong><br \/>\n\u2013 Vom Gebiet unseres Bistums, allein aus dem Kreis Karasch-Sewerin wurden Priester deportiert, weil man es vers\u00e4umte, dort die Verordnung &#8211; wonach Priester und Ordensleute von der Deportation ausgenommen seien &#8211; nicht rechtzeitig bekannt gemacht hatte. So wurden die Seelsorger Matthias Albert, Fidel Deschu, P. Placidus Harnisch OFM, Geysa Heinrich, Franz H\u00f6nig, Anton Keller, Alfred Luffi, Stephan Missa, Nikolaus Schwarz, Franz Wachter und Nikolaus Wagner verschleppt. Die Pfarrer Geysa Heinrich und Alfred Luffi wurden sp\u00e4ter nach Deutschland entlassen; sie meldeten sich beim Bischof von W\u00fcrzburg, der sie in seine Di\u00f6zese aufgenommen hat. Nikolaus Schwarz kehrte in die Di\u00f6zese Temeswar zur\u00fcck und wurde in seiner fr\u00fcheren Pfarrei Russkberg wieder angestellt. In Deutschland habe ich die meisten von diesen Mitbr\u00fcdern noch pers\u00f6nlich kennengelernt und erlebt.<\/p>\n<p><strong>\u2013 Vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch!<\/strong><\/p>\n<p><strong>X X X X X <\/strong><\/p>\n<p><strong>Anhang<\/strong><\/p>\n<p><strong>I. Deportierte Priester und Ordensleute<\/strong><\/p>\n<p>Matthias Albert, Neupriester &#8211; Primiziant, wurde am 19. Januar 1945 in die UdSSR deportiert.<br \/>\nFidel Deschu, Kaplan in Steierdorf, wurde am 19. Januar 1945 in die UdSSR deportiert.<br \/>\nJosef Harnisch, P. Placidus, Fanziskaner, wurde 1945 von Hermannstadt mit den dortigen katholischen Gl\u00e4ubigen in die UdSSR deportiert.<br \/>\nGeysa Heinrich, ehemaliger Pfarraverweser in Nadrag, wurde 1945 zur Zwangsarbeit in die UdSSR deportiert.<br \/>\nFranz H\u00f6nig, Pfarrverweser in Mehadia, wurde zwischen 1945-1947 zur Zwangsarbeit in die UdSSR deportiert.<br \/>\nAnton Keller, Kaplan in Arad-Sanktmartin, Sackelhausen und Guttenbrunn; wurde zwischen 1945-1947 zur Zwangsarbeit in die UdSSR deportiert.<br \/>\nAlfred Luffi, Pfarrverweser in Bulci\/Bultsch, wurde zwischen 1945-1947 zur Zwangsarbeit in die UdSSR deportiert.<br \/>\nStephan Missa, Neupriester &#8211; Primiziant, wurde am 15. Januar 1945 in die UdSSR deportiert. Gestorben am 5. Januar 1948.<br \/>\nNikolaus Schwarz, Pfarrverweser in Russberg, wurde vom 15. Januar 1945 bis am 31. Dezember 1946 in die UdSSR zur Zwangsarbeit deportiert.<br \/>\nFranz Wachter, 1944 zum Priester geweiht, im Milit\u00e4rdienst, wurde zwischen 1945-1947 zur Zwangsarbeit in die UdSSR deportiert.<br \/>\nNikolaus Wagner, Pfarrverweser in Bethausen, wurde zwischen 1945-1947 zur Zwangsarbeit in die UdSSR deportiert.<br \/>\n(Quelle: Schematismus Dioecesis Timi\u0219oaraensis, 1948, Liste der verfolgten Priester \u2013 Di\u00f6zesanarchiv Temeswar)<\/p>\n<p>1. In der von Dr. Ilie Schipor verfassten Arbeit <em>Deportarea \u00een fosta URSS a etnicilor germani din Rom\u00e2nia. Argumente arhivistice ruse<\/em> befinden sich auch zahlreiche Angaben \u00fcber das deportierte kirchliche Personal. So zum Beispiel:<\/p>\n<p>\u201eEiner der ersten Schritte von General R\u0103descu, mit denen er die Ausnahme bestimmter geschlossener sozial\u2011, berufs- sowie ethnischer Gruppen von der Deportation beantragte, erfolgte am 21. Januar 1945. An diesem Tag \u00fcbermittelte der rum\u00e4nische Regierungschef der Alliierten Kontrollkommission vier Listen mit \u00fcber 1000 Personen, und zwar:<\/p>\n<ul>\n<li>eine Sonderliste mit 67 Personen, \u00d6sterreicher aus dem Lager Ciurel, die von der Kommission politisch \u00fcberpr\u00fcft worden waren und dennoch zur Zwangsarbeit herangezogen wurden;<\/li>\n<li>eine Liste mit 169 Personen aus dem Lager T\u00e2rgu Jiu, bei denen festgestellt wurde, dass sie keinerlei politische T\u00e4tigkeit ausge\u00fcbt hatten und daher von der Verschleppung auszunehmen seien;<\/li>\n<li>eine Sonderliste mit 228 Ordensm\u00e4nnern und Ordensfrauen, f\u00fcr die die Apostolische Nuntiatur in Rum\u00e4nien interveniert hatte;<\/li>\n<li>eine Sonderliste mit 609 Mitgliedern der Gesellschaft der Sozialschwestern, f\u00fcr die ebenfalls die Apostolische Nuntiatur interveniert hatte.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Liste der 228 Ordensleute enthielt Namen von Angeh\u00f6rigen der katholischen Kirche, die die Apostolische Nuntiatur der rum\u00e4nischen Regierung \u00fcbermittelt hatte, um die notwendigen Ma\u00dfnahmen zur Ausnahme von der Deportation in die UdSSR zu veranlassen. Sie stammten aus: dem Ordensinstitut \u201eSf\u00e2nta Ursula\u201c in Hermannstadt\/Sibiu (17), den diakonischen Ordensgemeinschaften in Bukarest, Kronstadt\/Bra\u0219ov und Constan\u021ba (16), den Franziskaner\u2011 und \u201eNotre\u2011Dame\u201c-Orden (9), dem Ordenspersonal aus Temeswar\/Timi\u0219oara (132), Ordensleuten, die im Lager T\u00e2rgu Jiu interniert waren (11), sowie Ordenspersonal in anderen als den oben genannten Situationen (33).<br \/>\nIn der Liste der 609 Mitglieder der Gesellschaft der Caritas(Sozial)\u2011Schwestern waren genannt: 31 Mitglieder der Leitung der Gesellschaft; 58 Schwestern des Ordens \u201eSurorile Sfintei Francisca\u201c; 29 Benediktinerinnen; 14 Schwestern des Ordens \u201eSf\u00e2nta Vincen\u0163ia\u201c aus Gro\u00dfkomlosch\/ Comlo\u0219u Mare und Marienfeld\/ Teremia Mare; sowie 477 Schwestern des \u201eNotre\u2011Dame\u201c-Ordens aus Temeswar\/ Timi\u0219oara, Perjamosch\/ Periam, Lippa\/ Lipova, Orawitz\/ Oravi\u021ba, Detta\/ Deta, Orzydorf\/ Or\u021bi\u0219oara, Lugosch\/ Lugoj, Neu\u2011Arad\/ Aradu Nou, Gro\u00dfsanktnikolaus\/ S\u00e2nnicolau Mare, Warjasch\/ Varia\u0219, Glogowatz\/ Glogov\u0103\u021b, (Arad)Sanktmartin\/ S\u00e2nmartin, Neubeschenowa\/ Be\u0219enova Nou\u0103 (heute Dude\u0219tii Noi, Kreis Temesch), Hatzfeld\/ Jimbolia, Arad und Lipova\/Lippa\u2011Teresianum.\u201c<br \/>\n\u201eOft f\u00fchrten die von den ausl\u00e4ndischen diplomatischen Vertretungen in Bukarest unternommenen Schritte \u2013 ebenso wie viele Interventionen der rum\u00e4nischen Regierung, der Ministerien, verschiedener Institutionen oder Privatpersonen \u2013 nicht zur R\u00fcckholung und Freilassung jener B\u00fcrger, f\u00fcr die eine Ausnahme von der Deportation beantragt worden war. Oberst Moss, Leiter des Sekretariats der Britischen Milit\u00e4rmission in der Alliierten Kontrollkommission, schrieb am 22. Januar 1945 an General Winogradov: \u00bbIn Fortsetzung meines Schreibens Nr. 11.542 vom 17. Januar 1945, in dem ich Ihnen eine Liste von Geistlichen aus dem Banat zur Pr\u00fcfung vorgelegt habe, muss ich Ihnen mitteilen, dass drei von ihnen \u2013 Priester aus dem Kreis Severin \u2013 leider am 17. Januar d.J. in Karansebesch in die Waggons verladen wurden, und zwar: DESHO [<em>Deschu<\/em>] Fidelis, Vikar in Steierdorf, geboren am 5. Mai 1917; HEINRICH Geza, Vikar in Rusca Montan\u0103 [richtig: in <em>Nadrag<\/em>], geboren am 28. September 1917; SCHWARTZ Iosif, Kurator in Rusca Montan\u0103, geboren am 28. Juli 1900.\u00ab\u201c<\/p>\n<p>2. Auf der Facebook\u2011Seite der Diplomatischen Archive des rum\u00e4nischen Au\u00dfenministeriums wurde am 10. Januar 2024 eine Zusammenfassung der tragischen Ereignisse des Winters 1945 sowie eine Reihe digitalisierter Dokumente aus dem Bestand dieser Institution ver\u00f6ffentlicht. Dort ist Folgendes zu lesen: \u201eUnter den in Bukarest akkreditierten ausl\u00e4ndischen diplomatischen Missionen ragen die Interventionen des p\u00e4pstlichen Nuntius Andrea Cassulo hervor, der in unserem Land eine bemerkenswerte humanit\u00e4re T\u00e4tigkeit entfaltete und die Rechte aller verfolgten, leidenden und notleidenden Menschen verteidigte \u2013 unabh\u00e4ngig von ihrer ethnischen Zugeh\u00f6rigkeit oder Religion.\u201c (Quelle: \u2026 <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/arhivelediplomaticeMAE\/posts\/pfbid0SDBg3fTbk4DdJwq8evr4Za5SgiEgnB937pxmNT3gJTJEDfrfkC9zgDhPXkhACzzyl\">\u2013 Diplomatische Archive des Au\u00dfenministeriums | Facebook<\/a>)<\/p>\n<p><strong>II. Kinderhilfswerk und Heimkehrerhilfswerk \u2013 zwei caritative Werke<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_82967\" style=\"width: 174px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Nischbach-Josef.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-82967\" decoding=\"async\" class=\"lazyload size-full wp-image-82967\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27164%27%20height%3D%27238%27%20viewBox%3D%270%200%20164%20238%27%3E%3Crect%20width%3D%27164%27%20height%3D%27238%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Nischbach-Josef.jpg\" alt=\"\" width=\"164\" height=\"238\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-82967\" class=\"wp-caption-text\">Pr\u00e4lat Josef Nischbach<br \/>Foto: <a href=\"https:\/\/banat.dvhh.org\/biographies\/nischbach-josef\/\">banat.dvhh.org<\/a><\/p><\/div>\n<p>\u00dcber die Zahl der Opfer des Zweiten Weltkriegs liegen keine exakten Daten vor. Sch\u00e4tzungen zufolge kamen im Krieg etwa 60 Millionen Menschen ums Leben, davon rund zwei Drittel Zivilisten (etwa 20 Millionen Soldaten und 40 Millionen Zivilpersonen &#8211; Quelle: <a href=\"https:\/\/ro.scribd.com\/document\/41686523\/World-War-II\">ro.scribd.com<\/a>). Viele Zivilisten verloren ihr Leben infolge von Genoziden, Massakern, Bombardierungen, Krankheiten und Hunger. Neben den Toten gab es eine noch weit gr\u00f6\u00dfere Zahl von Zivilisten, die direkt oder indirekt unter den Folgen des Krieges litten. Zu ihnen geh\u00f6rten auch jene inneren und \u00e4u\u00dferen Fl\u00fcchtlinge, Vertriebenen, Evakuierten oder Umgesiedelten, Deportierten, zur Zwangsarbeit Verschleppten, Repatriierten und Kriegsgefangenen, die w\u00e4hrend des Krieges und unmittelbar danach \u201eunterwegs\u201c durch Europa waren.<br \/>\nNach Forschungen des <a href=\"https:\/\/www.iwm.org.uk\/\"><em>Imperial War Museum<\/em><\/a> in Gro\u00dfbritannien k\u00f6nnte die Zahl der Menschen in Europa, die von den erzwungenen Bev\u00f6lkerungsbewegungen w\u00e4hrend des Krieges und in den folgenden Jahren betroffen waren, bis zu 65 Millionen erreichen.<br \/>\nNach 1945 gab es auf unserem Kontinent zahlreiche Menschen, Familien und Kinder, die nicht nach Hause zur\u00fcckkehren durften, keinen Ort mehr hatten, wohin sie zur\u00fcckkehren konnten, nicht unter sowjetische Herrschaft zur\u00fcckkehren wollten, politische Repressalien f\u00fcrchteten, ihre Angeh\u00f6rigen nicht wiederfanden oder zu Waisen geworden waren.<br \/>\nAufgrund des Krieges und der Deportationen blieben auch im Banat, auf dem Gebiet unserer Di\u00f6zese, Hunderte, wenn nicht Tausende von Kindern ohne beide Eltern zur\u00fcck. Gleichzeitig ben\u00f6tigten auch die Deportierten Hilfe, die aus den Arbeitslagern der Sowjetunion zur\u00fcckkehrten. In diese caritative Arbeit waren sowohl Priester der Di\u00f6zese Temeswar\/ Timi\u0219oara als auch Ordensleute eingebunden, insbesondere Benediktinerinnen. Zu den herausragenden kirchlichen Pers\u00f6nlichkeiten dieser Zeit und dieser Hilfst\u00e4tigkeiten geh\u00f6rten Domherr Josef Nischbach, p\u00e4pstlicher Pr\u00e4lat, sowie Sr. Dr. Hildegardis Wulff OSB, Priorin des Benediktinerinnenklosters St. Lioba in Temeswar\/ Timi\u0219oara.<br \/>\nNach den biografischen Unterlagen von Schw Hildegardis Wulff, die im Di\u00f6zesanarchiv des R\u00f6misch\u2011Katholischen Bistums Temeswar\/ Timi\u0219oara aufbewahrt werden, wurde die Kinderhilfsbewegung <em>Kinderhilfswerk<\/em> im M\u00e4rz 1945 gegr\u00fcndet; im September desselben Jahres entstand auch das <em>Heimkehrerhilfswerk<\/em>, das den aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden aus der UdSSR zur\u00fcckkehrenden Deportierten Unterst\u00fctzung bieten sollte.<br \/>\nIn seinen Erinnerungen schrieb Pr\u00e4lat Nischbach: \u201e<em>Nachdem ich die Situation mit Dr. Augustin Pacha, unserem Bischof, besprochen hatte, begann ich auf seine Anweisung hin als Domherr die caritative T\u00e4tigkeit. Zun\u00e4chst sammelte ich in gr\u00f6\u00dferen Heimen die Kinder unserer deportierten Gl\u00e4ubigen aus Temeswar\/Timi\u0219oara. Mit Hilfe der Gl\u00e4ubigen organisierten wir ihre Verpflegung und Betreuung. Als in den Monaten Oktober\u2013November 1945 unsere deutschen Gl\u00e4ubigen \u2013 M\u00e4nner und Frauen \u2013, die nach Russland deportiert worden waren und dort erkrankt zur\u00fcckkehrten, allm\u00e4hlich heimkamen, richtete ich mehrere Hilfsstellen f\u00fcr die R\u00fcckkehrenden ein. Die Russen brachten sie nur bis zur Grenzstation, lie\u00dfen sie dort zur\u00fcck und \u00fcberlie\u00dfen sie ihrem Schicksal. Wir organisierten Hilfsstellen in Sighetu Marma\u021biei, Oradea, Curtici, Ia\u0219i, Foc\u0219ani, Bukarest und Gro\u00dfsanktnikolaus\/ S\u00e2nnicolau Mare. Diese Hilfsstellen wurden gr\u00f6\u00dftenteils von unseren Di\u00f6zesanpriestern und den Benediktinerinnen geleitet. Von Seiten der Di\u00f6zese versorgten wir die Hilfsstellen mit Lebensmitteln, Geld, Kleidung und Medikamenten. Wir setzten diese caritative T\u00e4tigkeit bis 1949 fort, bis alle unsere Banater Gl\u00e4ubigen aus Russland zur\u00fcckgekehrt waren.<\/em>\u201c (Zitat aus: Het\u00e9nyi Varga K\u00e1roly: <em>Papi sorsok a horogkereszt \u00e9s a v\u00f6r\u00f6s csillag \u00e1rny\u00e9k\u00e1ban<\/em> II., S. 262.) Zugleich leisteten die Priester diesen Menschen auch geistlichen Beistand.<\/p>\n<p><strong>Kinderhilfswerk 1944-1948<\/strong><br \/>\n\u00dcber das <em>Kinderhilfswerk<\/em> schreibt Schw. Dr. Hildegardis Wulff OSB in ihrer Autobiographie \u201eCanadischer Brief\u201c Folgendes:<\/p>\n<div id=\"attachment_82956\" style=\"width: 490px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Hildegardis-Wulf-jpg.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-82956\" decoding=\"async\" class=\"lazyload size-full wp-image-82956\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Hildegardis-Wulf-jpg.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Hildegardis-Wulf-jpg.jpg\" alt=\"\" width=\"480\" height=\"569\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27480%27%20height%3D%27569%27%20viewBox%3D%270%200%20480%20569%27%3E%3Crect%20width%3D%27480%27%20height%3D%27569%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Hildegardis-Wulf-jpg-200x237.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Hildegardis-Wulf-jpg-253x300.jpg 253w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Hildegardis-Wulf-jpg-400x474.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Hildegardis-Wulf-jpg.jpg 480w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 480px) 100vw, 480px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-82956\" class=\"wp-caption-text\">Schw. Hildegardis Wulff OSB<\/p><\/div>\n<p>\u201e<em>Nach der Verschleppung der Eltern waren Hunderte von deutschen Kindern verlassen zur\u00fcckgeblieben. Rum\u00e4nien hatte damals gar keinerlei Einrichtungen zur Betreuung dieser deutschen Kinder. In manchen Familien waren 3-4 und mehr kleine Kinder im Alter von 2-10 Jahren mutterseelenallein im Haus. Wer sollte f\u00fcr sie sorgen? Einige hatten Verwandte, die meisten waren verlassen und allein.<\/em><br \/>\n<em>Es war nur selbstverst\u00e4ndlich, dass wir Schwestern, die aus unserer Stadt kommenden Kinder bei uns aufnahmen; dass ich mich an einige sozial t\u00e4tige Pers\u00f6nlichkeiten der Stadt Temeschwar wendete, die noch aus der \u201ealten Zeit\u201c stammend, Verst\u00e4ndnis f\u00fcr diese Fragen hatten. Die alte Leiterin des \u201eRum\u00e4nischen Rotes Kreuz\u201c, der Armenfond der Stadt Temeschwar stellte uns die ersten Hilfsmittel zur Verf\u00fcgung. (\u2026) F\u00fcr uns andere Schwestern bedeutete das Kinderhilfswerk einen grossen Arbeitzuwachs. Das Kinderheim war kein &#8222;Ferienlager&#8220; f\u00fcr kurze Wochen, es war auch kein Kindergarten f\u00fcr eine bestimmte Altersstufe. Wir hatten Buben und M\u00e4dchen von 1-14 Jahren. Sie kamen oft schon morgens um 6 Uhr, wenn die betreuenden Personen zur Arbeit gingen und ein grosser Teil blieb auch zum Nachtessen noch da. Die Kinder hatten bei uns ihre Bettchen, wo die Kleineren vor oder nach Tisch schliefen, sie wurden gebadet und gewaschen, N\u00e4gel und Z\u00e4hne gepflegt, \u00e4rztlich beobachtet und betreut. Wir mussten ihnen nicht nur zu Essen geben, sondern sie kleiden, ihre Kleider reinhalten und pflegen, sie brauchten Schulb\u00fccher, man musste sie beaufsichtigen beim Lernen, eine Anzahl schlief sogar in unserem Hause. Au\u00dferdem f\u00fcllten sie nun Sommers und Winters fast den ganzen Tag Hof und Garten. (\u2026) Unser Kinderhilfswerk war so popul\u00e4r, dass &#8211; man denke, es war schon mitten im Kommunismus &#8211; die Temeschwarer Arbeiter ohne R\u00fccksicht auf Confession und Nationalit\u00e4t, einen stattlichen Anbau an unser Kinderheim vollkommen kostenlos errichtet haben: Grund und Boden waren unser, die Ziegeln gab die Kirchengemeinde aus einem vorhandenen Bestand, alle notwendigen Dinge: Holz, Cement, Kalk, Sand brachten die Bauarbeiter von den Staatsbauten, wo sie gerade besch\u00e4ftigt waren mit (Die Vorstellung, dass auch Staatseigentum \u201eheilig\u201c ist und nicht genommen werden darf, hat erst der Kommunismus in Rum\u00e4nien eingef\u00fchrt) alles Andere wurde geschenkt die Arbeiten leisteten die Braven Samstagnachmittag und Sonntags, so, dass wir ganz ohne geringste Unkosten zu einer notwendigen Vergr\u00f6\u00dferung des Heimes gekommen sind! Im Zusammenhang mit dem Kinderheim m\u00fcssen wir unserer gro\u00dfen Wohlt\u00e4terin und Freundin Dr. med Elisabeth Radu, der Kinder\u00e4rztin gedenken. Sie stammte, als echte Temeswarerin, von deutschen, rum\u00e4nischen, ungarischen und j\u00fcdischen Vorfahren, war katholisch getauft, einer ihrer Br\u00fcder war sogar Domherr gewesen. (\u2026) Frau Dr. Radu k\u00fcmmerte sich um das leibliche und seelische Wohlbefinden der Schwestern und der Kinder und war wirklich eine hervorragende, erfahrene \u00c4rztin und Freundin<\/em>.\u201c<\/p>\n<p><strong>Heimkehrerhilfswerk<\/strong><br \/>\nIn den biografischen Unterlagen von Schw. Dr. Hildegardis Wulff OSB wird erw\u00e4hnt, dass diese T\u00e4tigkeit praktisch ein landesweites Hilfsnetz darstellte, mit Anlaufstellen und Zentren in mehreren Ortschaften Rum\u00e4niens.<br \/>\n\u201e1945<br \/>\nEnde September Heimkehrerhilfswerk, Schw. Patricia und 3 Notre-Dame\u00adSchwestern.<br \/>\nHilfsstelle des Heimkehrerhilfswerkes in Maramuresch mit Pfarrer Josef Sundhausen, zusammen mit Schw. Patricia.<br \/>\nHilfsstelle in Grosswardein, in Bukarest mit Stadtpfarrer [Josef] Schubert, Kaplan Pojar und Kaplan Baltheiser.<\/p>\n<p>1946<br \/>\nHilfsstelle in Foc\u0219ani mit Kpl. Stefan Fischer und Schw. Adelheid<br \/>\nHilfsstelle in Ia\u0219i, Priorin mit Lehrer Joh. Weber im Lebensmittelwaggon nach Ia\u0219i zu Kaplan Fischer<br \/>\nHilfsstelle Maramuresch, Kapl. Michael Sauer und Schw. Patricia pendeln zwischen Maramuresch und Grosswardein<br \/>\nHilfsstelle Grosswardein-Oradea mit Schw. Gerburg\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/1-1.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload  wp-image-82959 alignleft\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/1-1-853x1024.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/1-1-853x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"507\" height=\"609\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27507%27%20height%3D%27609%27%20viewBox%3D%270%200%20507%20609%27%3E%3Crect%20width%3D%27507%27%20height%3D%27609%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/1-1-200x240.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/1-1-250x300.jpg 250w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/1-1-400x480.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/1-1-600x720.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/1-1-768x921.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/1-1-800x960.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/1-1-853x1024.jpg 853w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/1-1-1200x1440.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/1-1-1280x1536.jpg 1280w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/1-1.jpg 1326w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 507px) 100vw, 507px\" \/><\/a>In ihrer Schrift \u201eCanadischer Brief\u201c schreibt Schw. Dr. Hildegardis Wulff OSB \u00fcber das <em>Heimkehrerhilfswerk<\/em> Folgendes:<br \/>\n\u201e\u2026<em>als aus der weiter n\u00f6rdlich ebenfalls an der Grenze gelegenen Stadt Gro\u00dfwardein von kirchlicher Seite ein anderer Hilferuf an uns kam. Von den im Januar 1945 nach Russland Verschickten kamen Kranke, Sterbende, M\u00fctter mit kleinen Kindern, alle in furchtbarem Zustand, verhungert, ohne Kleider und Mittel zur\u00fcck. W\u00e4hrend in sp\u00e4teren Jahren der kommunistische rum\u00e4nische Staat sich um diese Heimkehrer angenommen hat, entsprach es der Mentalit\u00e4t der damaligen neuen kommunistischen Beh\u00f6rden und ihrer fremdnationalen Vertreter diesen Ungl\u00fccklichen nicht nur keine Hilfe angedeihen zu lassen, sondern sie eher noch zu qu\u00e4len oder zu strafen.<\/em><br \/>\n<em>Schon war Schwester Patricia f\u00fcr ihre umsichtige, praktische, tatkr\u00e4ftige T\u00e4tigkeit so bekannt, dass man sie nach Grosswardein erbat. W\u00e4hrend zur gleichen Zeit der unerm\u00fcdliche Domherr Nischbach, paralell mit dem Kinderhilfswerk das Heimkehrer-Hilfswerk errichtete, und daf\u00fcr Geld und Lebensmittel sammelte, fuhr Schwester Patricia nach Grosswardein.<\/em><br \/>\n<em>Der Ort ist mit der Eisenbahn nicht so ganz einfach zu erreichen gewesen, die Reisen waren immer sehr erm\u00fcdend und langwierig. Wenn ich daran denke wie viele N\u00e4chte wir in der Ecke eines rum\u00e4nischen Dritter-Klass-Wagens an den harten B\u00e4nken zwischen Bauern, Zigeunen und Soldaten zugebracht haben um dann am Morgen, angekommen, sofort den ganzen Tag weiterzuarbeiten! Schwester Patricia richtete ihr Hauptquartier im Kloster der Vincentinerrinnen ein, einem sehr altmodischen, weitl\u00e4ufigen Geb\u00e4udekomplex, unweit der Bahn. Man stellte ihr auch f\u00fcr die Nahrungsmittel im Keller Magazine zur Verf\u00fcgung. Zeitweilig hat wohl auch ein junger Geistlicher unserer Di\u00f6zese oder ein Vertreter der lutherischen Kirche aus Siebenb\u00fcrgen mitgearbeitet. Ich glaube aber sagen zu d\u00fcrfen, dass die Hauptsache in ihrer Hand war. (\u2026) Diese Arbeit an der Grenze forderte sehr sehr viel M\u00fche, Courage und Geschicklichkeit. Schwester Patricia hat sich damit ein grosses Verdienst geschaffen. Die Kirche war die einzige K\u00f6rperschaft, die damals so etwas wagen durfte und konnte. Aber wir mussten es ja sp\u00e4ter hoch bezahlen. Man kam im Rahmen dieser Arbeit mit hunderten von Menschen zusammen und es lie\u00df sich nicht umgehen, dabei auch Menschen zu helfen, die das kommunistische Rum\u00e4nien verlassen wollten. (\u2026) Solche Dinge sind nicht leicht zu arrangieren. Sie hat dann sp\u00e4ter daf\u00fcr acht bittere Jahre im Zuchthaus absitzen m\u00fcssen. Aber die Familienv\u00e4ter, junge Menschen, Br\u00e4ute und Kinder, denen sie geholfen hat, konnten mit ihrer Familie vereint ein christliches Leben f\u00fchren und in der Freiheit sein<\/em>.\u201c<br \/>\nIm Archiv der Di\u00f6zese Temeswar befindet sich auch ein Schreiben mit dem Aktenzeichen 266\/1945, adressiert an den \u201eHerrn Pr\u00e4fekten des Kreises Arad\u201c, in dem die R\u00f6misch\u2011Katholische Pfarrei Neu\u2011Arad die Ausstellung einer Genehmigung f\u00fcr \u201edie Ordensschwester Patrizia Varvara Zimmermann, Caritasschwester mit Wohnsitz in Temeswar III \u2013 derzeit in Neu\u2011Arad \u2013, zur Sammlung von Lebensmitteln f\u00fcr die in das Land zur\u00fcckkehrenden Repatriierten beantragt. Die Genehmigung sollte f\u00fcr die Kreise Arad und Temesch\u2011Torontal gelten. Die genannte Ordensschwester war vom R\u00f6misch\u2011Katholischen Bistum Temeswar entsandt worden, um die Kinder der Familien, die nun in das Land zur\u00fcckkehren, mit Nahrung zu versorgen und zu betreuen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Unterst\u00fctzung f\u00fcr Bessaraber, Dobrudscha\u2011Deutsche und Bukowiner<\/strong><br \/>\n\u201eHeim ins Reich\u201c war die Bezeichnung des Programms und der Politik des nationalsozialistischen Deutschlands, das auf die massenhafte Umsiedlung der deutschst\u00e4mmigen Bev\u00f6lkerung aus mehreren L\u00e4ndern und Regionen Europas \u2013 darunter auch aus Bessarabien, der Dobrudscha und der Bukowina \u2013 in das Gebiet des Dritten Reiches abzielte.<br \/>\nDer Umsiedlung dieser deutschen Gemeinschaften lagen folgende Faktoren zugrunde:<\/p>\n<ul>\n<li>Der deutsch\u2011sowjetische Nichtangriffspakt vom 23. August 1939 (Molotow\u2011Ribbentrop\u2011Pakt) und sein geheimes Zusatzprotokoll, durch das Bessarabien in die Einflusszone der Sowjetunion eingegliedert wurde. Nach der Besetzung Bessarabiens und der Nordbukowina durch die UdSSR im Juni 1940 schlossen Deutschland und die Sowjetunion im September 1940 ein Sonderabkommen \u00fcber die \u00dcberf\u00fchrung der deutschen Bev\u00f6lkerung aus diesen Gebieten in das Reich.<\/li>\n<li>Das der am 26. Juni 1940 von der Sowjetunion an Rum\u00e4nien gestellte Ultimatum, in dem es hei\u00dft: \u201eDie Regierung der UdSSR schl\u00e4gt der K\u00f6niglichen Regierung Rum\u00e4niens vor:<\/li>\n<\/ul>\n<ol>\n<li>Bessarabien unter allen Umst\u00e4nden an die Sowjetunion zur\u00fcckzugeben;<\/li>\n<li>Den n\u00f6rdlichen Teil der Bukowina gem\u00e4\u00df der beigef\u00fcgten Karte an die Sowjetunion zu \u00fcbertragen. Die sowjetische Regierung bringt die Hoffnung zum Ausdruck, dass die rum\u00e4nische Regierung die vorliegenden Vorschl\u00e4ge der UdSSR annehmen wird und dass dies die M\u00f6glichkeit er\u00f6ffnet, den langwierigen Konflikt zwischen der UdSSR und Rum\u00e4nien auf friedlichem Wege zu l\u00f6sen. Die sowjetische Regierung erwartet die Antwort der K\u00f6niglichen Regierung Rum\u00e4niens im Laufe des 27. Juni dieses Jahres.\u201c<\/li>\n<\/ol>\n<p>Die Gebiete wurden zwischen dem 28. Juni und dem 3. Juli 1940 evakuiert und von der Roten Armee besetzt, was bedeutete, dass ein gro\u00dfer Teil der deutschen Gemeinschaften in diesen Regionen unter sowjetische Verwaltung geraten w\u00e4re \u2013 eine Situation, die das nationalsozialistische Deutschland vermeiden wollte.<\/p>\n<ul>\n<li>Das Abkommen zwischen der rum\u00e4nischen Regierung und der nationalsozialistischen deutschen Regierung vom 22. Oktober 1940, das die Umsiedlung der deutschst\u00e4mmigen Bev\u00f6lkerung aus der S\u00fcdbukowina und der Dobrudscha in das Dritte Reich regelte. Diese Umsiedlung wurde von der Volksdeutsche Mittelstelle (VoMi) organisiert.<\/li>\n<li>Ebenfalls nicht zu vernachl\u00e4ssigen ist die unter dem Motto \u201eHeim ins Reich\u201c durchgef\u00fchrte Propagandakampagne, durch die die deutsche Bev\u00f6lkerung in den von sowjetischem Einfluss betroffenen oder politisch instabilen Regionen ermutigt wurde, ihre Heimat zu verlassen, wobei ihnen die deutsche Staatsb\u00fcrgerschaft, Land und Besitz in Deutschland versprochen wurden. Leider erf\u00fcllten sich diese Versprechen f\u00fcr viele nicht, und die Menschen brachen nur mit dem Allernotwendigsten auf.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das Drama dieser Gemeinschaften endete nicht mit ihrer Umsiedlung. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs geriet ein gro\u00dfer Teil Deutschlands unter sowjetische Besatzung. Aus Angst vor der neuen politischen Lage machten sich viele der bessarabiendeutschen, dobrudschadeutschen und bukowinadeutschen Familien erneut auf den Weg und versuchten, \u201ein die Heimat\u201c zur\u00fcckzukehren, in ihre alte Heimat \u2013 eine \u201eHeimat\u201c, das in Wirklichkeit nirgendwo auf der Welt mehr existierte, wie Schw. Hildegardis Wulff in ihrem \u201eCanadischer Brief\u201c hervorhob:<br \/>\n\u201e<em>Als ich im Sommer 1945 in Bukarest war und schon alle Hebel zur Befreiung der Reichsdeutschen Schwestern in Bewegung gesetzt hatte, erhielt ich einen Telefonaufruf aus Temeschwar. Schwester Veronica teilte mir mit, dass der Pfarrer des nah an der ungarischen Grenze liegenden Ortes Neu-Arad, Herr [P\u00e4pstlicher] K\u00e4mmerer Kienitz, in Temeschwar dringend um eine Schwester zur Hilfe angefragt habe, denn an der ungarisch\/ rum\u00e4nischen Grenze in Arad seien gro\u00dfe Transporte deutscher Menschen angekommen, welche die rum\u00e4nische Beh\u00f6rde nicht ins Land lasse, die Ungarn aber verwehrten ihnen die R\u00fcckreise.<\/em><br \/>\n<em>Was waren das f\u00fcr Leute? In den ersten zwei Kriegsjahren hatte Adolf Hitler Petroleum, Holz, Schweine und andere Produkte des reichen Rum\u00e4niens gebraucht, aber keine Devisen gehabt, um sie zu zahlen. Daher hatte man aus Bessarabien, der Dobrudgea und der Bukowina in grossen Trecks die deutschen Menschen angesiedelt, deren Vorfahren vor hundert oder zweihundert Jahren aus dem \u00fcberv\u00f6lkerten Deutschland dort hingezogen waren. Mit Wagen und Pferden und allem Hausrat waren diese Menschen 1939 und 1940 in dem guten Glauben nach Deutschland gezogen, der <\/em><em>\u201e<\/em><em>F\u00fchrer\u201c g\u00e4be ihnen wirklich dort neues Feld und neue H\u00e4user zur Ansiedelung. Die Versprechungen blieben leer und unerf\u00fcllt, die Russen kamen ins Land, und beraubt, vergewaltigt und verzweifelt hatten diejenige der Umsiedler, die nicht inzwischen weiter nach dem Westen entkommen waren, den Weg in die alte Heimat gesucht. Dabei war den armen Leuten meistens ihre eigentliche Rechtslage unklar. Mit ihren in Rum\u00e4nien liegenden Besitzt\u00fcmern waren ja die rum\u00e4nischen Lieferungen an die deutsche Armee bezahlt worden, die Leute hatten einen Schein als deutsche Staatsb\u00fcrger in der Hand, die rum\u00e4nische Regierung hatte keinerlei Verpflichtungen mehr ihnen gegen\u00fcber. Der Nationalsozialismus war vor\u00fcber, seine Versprechungen wertlos, was sollten die armen Menschen tun? Jetzt hatten sie eine<\/em> <em>Verzweiflungsreise hinter sich, je Familie in einem grossen G\u00fcterwagen, wo die Gro\u00dfm\u00fctter und das Neugeborene, Kranke und Gesunde, die Ziege und die Matratzen wild nebeneinander untergebracht waren. Die Reise durch Europa hatte drei Wochen gedauert, nun standen die Waggons auch schon lange an der Grenze, die Leute hungerten, viele waren krank. Sie. wollten \u00abin die Heimat\u00bb, aber auf dieser Welt hatten sie keine mehr.<\/em><br \/>\n<em>Man konnte die Leute nicht ohne Hilfe lassen. (\u2026) Schwester Patricia gelang es, ihre Landsleute in den umliegenden Ortschaften f\u00fcr ihre caritative Aufgaben zu gewinnen; im Handumdrehen sammelte sie bei den damals noch wohlhabenden Bauern Wagenladungen von Lebensmitteln. In einigen der grossen, stattlichen Neu-Arader Bauerngeh\u00f6ften wurden in riesigen Kesseln Eintopfgerichte gekocht, Brote gebacken, Zwiebeln, Tomaten, Gurken in K\u00f6rben gesammelt und mit mehreren Wagen und Pferden fuhr sie zu den ausgehungerten Menschen und konnte den Verzweifelten wenigstens eine t\u00e4gliche S\u00e4ttigung verschaffen. Schwester Patricia gelang es auch, einige \u00c4rzte und Krankenh\u00e4user in Arad so weit zu interessieren, dass den Kranken unter den Ank\u00f6mmlingen geholfen werden konnte. Es handelte sich noch um etwas ganz anderes: Der Kommunismus, der sich in Rum\u00e4nien immer mehr durchsetzte, nahm keine R\u00fccksicht mehr auf die Tatsache, dass die k\u00f6niglich-rum\u00e4nische Regierung von 1940 bis 1944 die volksdeutschen M\u00e4nner und Burschen zum Eintritt in die deutsche Waffen-SS gezwungen hatte. Kein deutscher Mann konnte w\u00e4hrend des Krieges in der rum\u00e4nischen Armee dienen. Wer deutscher Muttersprache war, wenn auch auf rum\u00e4nisches Gebiet geboren, musste seinen Kriegsdienst bei den Deutschen machen. Ausnahlnslos alle, die von der deutschen Armee nach dem Krieg in ihr rum\u00e4nisches Geburtsland zur\u00fcckkehren wollten, wurden von der neuen rum\u00e4nischen Beh\u00f6rde als Feind und Landesverr\u00e4ter betrachtet und hatten mit Gef\u00e4ngnisstrafen zu rechnen. (\u2026) Schwester Patiricia hat mit ihrer Arbeit bei diesen armen Heimatvertriebenen viel Gutes geleistet<\/em>.\u201c<\/p>\n<p><strong>Schlussfolgerung<\/strong><br \/>\nBetrachtet man sowohl die pers\u00f6nlichen Zeugnisse als auch die Archivdokumente, die diplomatischen Interventionen, die Listen, die caritativen Initiativen sowie die Berichte \u00fcber die allein zur\u00fcckgebliebenen Kinder oder \u00fcber jene, die krank aus den Lagern heimkehrten, entsteht das Bild einer Epoche, in der sich individuelles Leid und kollektive Trag\u00f6die auf eine Weise miteinander verflochten, die sich kaum in Worte fassen l\u00e4sst. Die Deportationen des Winters 1945 bedeuteten einen tiefen Bruch im Leben der Menschen, in den Gemeinschaften und in der moralischen Struktur der Gesellschaft selbst.<br \/>\nMitten in diesem Chaos zeigt die Reaktion der Kirche und jener, die sich in den Werken <em>Kinderhilfswerk<\/em> und <em>Heimkehrerhilfswerk<\/em> engagierten, dass es jenseits der unpers\u00f6nlichen Mechanismen der Geschichte Menschen gab, die nicht gleichg\u00fcltig blieben. Priester, Ordensschwestern, \u00c4rzte, Freiwillige und einfache Gl\u00e4ubige versuchten, das zu heilen, was noch zu heilen war: zu n\u00e4hren, zu pflegen, zu tr\u00f6sten, zu suchen, heimzubringen und den Vertriebenen ihre W\u00fcrde zur\u00fcckzugeben. In einer Zeit, in der der Staat keine Unterst\u00fctzung bot und Angst das \u00f6ffentliche Leben beherrschte, wurden diese Gesten zu Formen moralischen Widerstands.<br \/>\nDas Schicksal des Kindes aus Satchinez \u2013 des sp\u00e4teren Bischofs Martin Roos \u2013 ist nur eines von unz\u00e4hligen Beispielen, die zeigen, dass das Leben trotz tiefer Wunden weiterging und die Gemeinschaften die Kraft fanden, sich wieder aufzurichten. Das Zeugnis Seiner Exzellenz, zusammen mit den vorgelegten Dokumenten und Berichten, erinnert uns daran, dass die Erinnerung an jene Jahre nicht nur eine historische Pflicht ist, sondern auch ein Akt der Verantwortung gegen\u00fcber der Gegenwart.<br \/>\nHeute, acht Jahrzehnte sp\u00e4ter, laden uns diese Seiten der Geschichte dazu ein zu verstehen, wie zerbrechlich das Leben der Menschen in Zeiten politischer Unordnung werden kann und wie wesentlich gegenseitige Unterst\u00fctzung ist. Zugleich zeugen sie von der Kraft des Glaubens, vom stillen Mut der Helfenden und von der W\u00fcrde der Leidenden.<\/p>\n<p>Pressestelle der Di\u00f6zese Temeswar<\/p>\n<p>Foto Startseite: Sanktandres, Kreis Temesch \u2013 Abtransport der Deutschen zur Deportation in die UdSSR. Naives Gem\u00e4lde von Julianne Rausch (Hrsg. G\u00fcnther Czernetzky et alli, Lager Lyrik, Schiller Verlag Hermannstadt 2015, S. 13)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde durch den Erlass Nr. 7161 des Staatlichen Verteidigungskomitees der Sowjetunion, unterzeichnet am 16. Dezember 1944 von Iosif Wissarionowitsch Stalin, dem Generalsekret\u00e4r der Kommunistischen Partei der Sowjetunion, beschlossen: \u201eDie Mobilisierung und Internierung zur Arbeit in der UdSSR aller arbeitsf\u00e4higen Deutschen \u2013 M\u00e4nner zwischen 17 und 45 Jahren und Frauen zwischen 18 [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":82962,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[66],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/82970"}],"collection":[{"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=82970"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/82970\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":82978,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/82970\/revisions\/82978"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/82962"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=82970"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=82970"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=82970"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}