{"id":83227,"date":"2026-02-15T23:00:27","date_gmt":"2026-02-15T21:00:27","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=83227"},"modified":"2026-02-15T23:00:27","modified_gmt":"2026-02-15T21:00:27","slug":"ein-deutsches-kirchengesangbuch-mitten-im-rumaenischen-sozialismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/ein-deutsches-kirchengesangbuch-mitten-im-rumaenischen-sozialismus\/","title":{"rendered":"Ein deutsches Kirchengesangbuch mitten im rum\u00e4nischen Sozialismus"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u00dcber die Entstehung des katholischen Gebet- und Gesangbuches \u201eGotteslob\u201c, mit dem Anhang f\u00fcr Rum\u00e4nien vor 50 Jahren <\/strong><\/p>\n<p><strong>Von Dr. Franz Metz<\/strong><\/p>\n<p><strong>(Teil 1)<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/8.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload wp-image-83210 alignright\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/8-1024x802.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/8-1024x802.jpg\" alt=\"\" width=\"473\" height=\"371\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27473%27%20height%3D%27371%27%20viewBox%3D%270%200%20473%20371%27%3E%3Crect%20width%3D%27473%27%20height%3D%27371%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/8-200x157.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/8-300x235.jpg 300w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/8-400x313.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/8-600x470.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/8-768x602.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/8-800x627.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/8-1024x802.jpg 1024w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/8-1200x940.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/8-1536x1203.jpg 1536w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/8.jpg 1727w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 473px) 100vw, 473px\" \/><\/a>Das deutsche Gebet- und Gesangbuch \u201eGotteslob\u201c, als Ausgabe f\u00fcr Rum\u00e4nien, umh\u00fcllt mit einem braunen Einband, erschien 1978 in einer Auflage von etwa 20.000 Exemplaren. Eigentlich sollte es hei\u00dfen: Ausgabe f\u00fcr die Di\u00f6zese Temeswar. Doch dies war in der damaligen Zeit des \u201eglorreichen rum\u00e4nischen Sozialismus\u201c nicht erlaubt und nicht m\u00f6glich. (da die Di\u00f6zese 1948 vom kommunistischen Regime aufgel\u00f6st und auf das Niveau eines \u201eProtopopiat\u201c (Dekanat) herabgestuft worden war \u2013 Anm. d. Red.). Der Stammteil ist der gleiche wie im Gebet- und Gesangbuch \u201eGotteslob\u201c, das seit Anfang der 1970er Jahre in allen deutschsprachigen L\u00e4ndern Europas Verwendung fand, doch der Anhang wurde diesmal f\u00fcr die Banater Schwaben und f\u00fcr die Banater Berglanddeutschen zurechtgelegt. Gedruckt wurde es in Deutschland im Auftrag des Deutschen <em>Caritas<\/em>-Verbandes Freiburg und versendet von der Druckerei in Kevelaer nach Temeswar\/ Timi\u0219oara. Es hat einen abenteuerlichen Weg zur\u00fcckgelegt, bis es in die Banater St\u00e4dte und D\u00f6rfer gelangte. Und jene Gl\u00e4ubigen, denen es gewidmet war, sa\u00dfen bereits auf ihren Koffern, um die Ausreise anzutreten\u2026<\/p>\n<p><strong>Der steinerne Weg des Gebet- und Gesangbuches <\/strong><br \/>\nWir schreiben das Jahr 1975. F\u00fcr die Gesellschaft in Rum\u00e4nien bedeutete dies eine Tauwetter-Zeit in Politik und ein etwas bemerkbarer Fortschritt in der Wirtschaft. Dies muss nat\u00fcrlich relativ verstanden werden, denn es sind nur knapp zehn Jahre vergangen, seitdem die letzten katholischen Priester und Bisch\u00f6fe aus den ber\u00fcchtigten Gef\u00e4ngnissen entlassen wurden und 14 Jahre, seitdem die letzten Rum\u00e4niendeutschen aus der Deportation aus der Sowjetunion nach Hause kamen. (Allerdings gab es auch in den 70er Jahren vereinzelte Verhaftungen \u2013 Anm. d. Red.). Noch n\u00e4her in Erinnerung war damals die Zeit der Deportation vieler Familien aus dem Banat in die B\u0103r\u0103gan-Steppe. Danach wurden durch den deutschen Staat einige geistliche W\u00fcrdentr\u00e4ger, Ordensleute und einige relevantere politische Personen christlich-demokratischer Orientierung f\u00fcr das Deutschtum in Rum\u00e4nien vom rum\u00e4nischen Staat mit horrenden Summen abgekauft (eigentlich durch Kauf befreit \u2013 Anm. d. Red.). Auch die misslungene Einmischung des rum\u00e4nischen Staates in die inneren Angelegenheiten der r\u00f6misch-katholischen Kirche durch die Politik der sogenannten \u201eFriedenskirche\u201c (\u201eDie patriotische Kirche\u201c \u2013 eigentlich ein Konstrukt, das mit dem chinesischen identisch sein sollte, aber von Anfang an zum Scheitern verurteilt war \u2013 Anm. d. Red.) geh\u00f6rte ebenfalls bereits der Vergangenheit an. Staatspr\u00e4sident Nicolae Ceau\u0219escu wurde damals von vielen westlichen Staaten hofiert und zu Staatsbesuchen eingeladen. All dies f\u00fchrte dazu, dass die rum\u00e4nische Politik gegen\u00fcber den Kirchen in Rum\u00e4nien eine relative Entspannung der Situation bewirkte. Dies galt besonders der r\u00f6misch-katholischen und der evangelischen Kirche gegen\u00fcber, also den Kirchen der deutschen Minderheiten dieses Landes im Banat und in Siebenb\u00fcrgen. Die griechisch-katholische Kirche war ja, wie in allen Ostblockstaaten, seit 1948 verboten und der rum\u00e4nische Staat \u00fcbte geschickt eine Hinhaltetaktik gegen\u00fcber dem Heiligen Stuhl aus. Es gab zwar noch kein Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhl und dem kommunistischen rum\u00e4nischen Staat, aber man zeigte sich loyal gegen\u00fcber ausl\u00e4ndischen Kirchenvertretern wie z.B. dem Erzbischof aus Wien oder bestimmten Kardin\u00e4len aus Rom. Auch die deutschen Hilfen durch die Caritas f\u00fcr Priester und kirchliche Angestellte wurden zugelassen. Eigentlich war es die Ruhe vor dem Sturm, denn diese Entspannungspolitik entwich bald harten Restriktionen und diese f\u00fchrten schlie\u00dflich 1989 zum Sturz der Regierung. <em>W\u00e4hrend der gesamten Dauer des kommunistischen Regimes war die r\u00f6misch-katholische Kirche in Rum\u00e4nien die einzige historische Glaubensgemeinschaft, die keinen anerkannten, gesetzlich geregelten Status in Bezug auf den Staat hatte (Anm. d. Red.).<\/em><br \/>\nIn diese Zeit der relativen Entspannungspolitik fiel auch die Entstehung eines neuen deutschen Gebet- und Gesangbuches f\u00fcr die deutschsprachigen Katholiken Rum\u00e4niens. Infolge des Zweiten Vatikanischen Konzils entstand im deutschsprachigen Raum Europas 1972 das neue Gebet- und Gesangbuch \u201eGotteslob\u201c. Jede Di\u00f6zese und Erzdi\u00f6zese bekam au\u00dferdem die M\u00f6glichkeit, einen eigenen Anhang f\u00fcr ihr Bistum zusammenzustellen. Bereits im Jahre 1970 lie\u00df die <strong><em>Temeswarer kirchliche Oberbeh\u00f6rde<\/em><\/strong> (die vom Staat nicht als Di\u00f6zese\/Bistum anerkannt war und daher nur mit diesem Begriff bezeichnet werden konnte, der der kirchlichen Realit\u00e4t entsprach \u2013 Anm. d. Red.) die neue Messordnung in deutscher Sprache drucken: \u201eDie Feier der Gemeinschaftsmesse\u201c. Dieses kleinformatige Heft besteht nur aus 16 Seiten und enth\u00e4lt die Texte und Gebete der Gemeinde in deutscher Sprache. Dies war notwendig, da durch die Beschl\u00fcsse des Zweiten Vatikanums die bisherige lateinische Sprache durch die eigene Muttersprache ersetzt wurde. (Eigentlich wurde die Feier in der Volkssprache erlaubt, wobei Latein weiterhin die offizielle Sprache der Kirche blieb und auch liturgisch verwendet werden durfte \u2013 Anm. d. Red.). Gleichzeitig erschien ein \u00e4hnliches B\u00fcchlein der kirchlichen Oberbeh\u00f6rde in ungarischer Sprache. Trotzdem hielt man im Banat weiterhin in vielen st\u00e4dtischen Kirchen mit einer gemischtsprachigen Bev\u00f6lkerung an der lateinischen Sonntagsmesse fest. So konnte kein Streit zwischen den einzelnen Nationalit\u00e4ten entstehen.<br \/>\nBis etwa 1976 wurden die Gottesdienste in den gr\u00f6\u00dferen st\u00e4dtischen Pfarreien des Temeswarer Bistums nur in deutscher und ungarischer Sprache gehalten, in anderen d\u00f6rflichen Gemeinden in deutscher, ungarischer, kroatischer, slowakischer, tschechischer, rum\u00e4nischer oder bulgarischer Sprache, je nach \u00f6rtlichen Begebenheiten. Die ersten Gottesdienste in rum\u00e4nischer Sprache wurden im Temeswarer Bistum erst nach 1980 schrittweise eingef\u00fchrt. Nat\u00fcrlich warteten auch die deutschen Vertriebenen, Gefl\u00fcchteten und Aussiedler in Deutschland auf die Beachtung ihrer Rechte und sehns\u00fcchtig harrte man darauf, ihrem kirchlichen Liedgut einen w\u00fcrdigen Platz im neuen Gesangbuch einzur\u00e4umen. Doch diese Erwartungen waren vergebens. Seitens der Donauschwaben wendete sich um 1970 der Volksliedforscher Konrad Scheierling (1924-1992) an die \u201eGotteslob\u201c- Kommission mit der Bitte, auch einige deutsche Kirchenlieder aus dem s\u00fcdosteurop\u00e4ischen Siedlungsraum aufzunehmen. Auch dies w\u00fcrde ein Zeichen der Akzeptanz dieser Volksgruppe in der deutschen Gesellschaft setzen. Besonders nach 1945 hatten die Donauschwaben aus dem ehemaligen Jugoslawien gro\u00dfes Leid zu ertragen und wurden letztendlich vertrieben. Seine Klage aber blieb ungeh\u00f6rt. Fast gleichzeitig erschienen in Rum\u00e4nien zwischen 1974 und 1978 zwei neue deutsche Kirchengesangb\u00fccher: 1974 das \u201eGesangbuch der Evangelischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses in der Sozialistischen Republik Rum\u00e4nien\u201c und 1978 das \u201eGotteslob. Katholisches Gebet- und Gesangbuch. Ausgabe f\u00fcr Rum\u00e4nien\u201c. Obzwar dies sehr offiziell klingt, war ihre Entstehung sehr einfach: das evangelische Gesangbuch war gedacht f\u00fcr die Siebenb\u00fcrger Sachsen und das katholische \u201eGotteslob\u201c f\u00fcr die Banater Schwaben und die Banater Berglanddeutschen.<\/p>\n<p><strong>Die Auswahl der Banater Kirchenlieder<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_83213\" style=\"width: 460px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Kernweisz-K-1.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-83213\" decoding=\"async\" class=\"lazyload  wp-image-83213\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Kernweisz-K-1-702x1024.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Kernweisz-K-1-702x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"656\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27450%27%20height%3D%27656%27%20viewBox%3D%270%200%20450%20656%27%3E%3Crect%20width%3D%27450%27%20height%3D%27656%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Kernweisz-K-1-200x292.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Kernweisz-K-1-206x300.jpg 206w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Kernweisz-K-1-400x584.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Kernweisz-K-1-600x876.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Kernweisz-K-1-702x1024.jpg 702w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Kernweisz-K-1-768x1121.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Kernweisz-K-1-800x1168.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Kernweisz-K-1-1052x1536.jpg 1052w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Kernweisz-K-1-1200x1751.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Kernweisz-K-1.jpg 1310w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-83213\" class=\"wp-caption-text\">Ordinarius Msgr. Konrad Kernweisz<\/p><\/div>\n<p>Die Di\u00f6zese Temeswar, eine der drei Nachfolgedi\u00f6zesen des alten historischen Bistums Csan\u00e1d (Tschanad), hatte seit dem Tod des Bischofs Dr. Augustin Pacha keinen eigenen Oberhirten mehr und Dr. Adalbert Boros wurde als Bischof durch den rum\u00e4nischen Staat nicht anerkannt (Nach 1990 verlieh ihm der Heilige Stuhl den Titel eines Erzbischofs ad personam \u2013 Anm. d. Red.). Das Bistum Temeswar wurde durch den Staat nur noch als Dekanat (\u201eProtopopiat\u201c) anerkannt. Geleitet wurde dieses Bistum durch eine \u201ekirchliche Oberbeh\u00f6rde\u201c, an der Spitze mit einem <em>Ordinarius substitutus<\/em> (Msgr. Konrad Kernweisz, 1913-1981) \u2013 vom Staat nur mit dem Titel <em>Protopop<\/em> anerkannt (Anm. d. Red.) \u2013 und einem Generalvikar (Dr. Ferdinand Cziza). Im Jahre 1983 wurde zum neuen Ordinarius Msgr. Sebstian Kr\u00e4uter (1922-2008) ernannt. Die Zusammenarbeit zwischen der kirchlichen Oberbeh\u00f6rde in Temeswar und den Vertretern des Staates erwies sich damals als sehr komplex und nicht gerade vertrauensvoll. Aber man musste sich damit abfinden und das Beste daraus machen. Nachdem um 1974 einige wenige Exemplare des neuen Gebet- und Gesangbuches \u201eGotteslob\u201c inoffiziell ins Land gebracht wurden, fragte man seitens der Leitung der Freiburger Caritasverbandes in Temeswar nach, ob ein Interesse best\u00fcnde, auch ein neues \u201eGotteslob\u201c mit einem Anhang f\u00fcr die Di\u00f6zese Temeswar herauszubringen. Damals wirkte Dr. Hans Weresch (1902-1986), der aus dem Banat stammte, beim Freiburger Caritasverband. Vermutlich hat er auch die Initiative f\u00fcr dieses neue Gesangbuch ergriffen. Jedenfalls wurde Ordinarius Konrad Kernweisz angefragt wegen der Auswahl der etwa 50 Kirchenlieder aus dem Banat, die als Anhang zum \u201eGotteslob\u201c ver\u00f6ffentlicht werden sollen. Dieser hat sich bei Msgr. Ferdinand Hauptmann erkundigt, der damals Pfarrer der Temeswarer Innenstadt war und als ein guter Kenner der Kirchenmusik galt. Man hat die etwa 50 Lieder aus dem letzten Gebet- und Gesangbuch der Di\u00f6zese Temeswar aus dem Jahre 1927 ausgesucht, die damals durch Prof. Hans Eck (1899-1965) zusammengestelltwurden. Die Lieder des neuen\u201eGotteslob\u201c mit dem \u201eAnhang f\u00fcr Rum\u00e4nien\u201c wurden neu gesetzt und das gesamte Gesangbuch im Verlag Butzon &amp; Bercker in Kevelaer ver\u00f6ffentlicht. Die Auswahl dieser im Banat verbreiteten Kirchenlieder \u00fcbernahm letztendlich Ordinarius Konrad Kernweisz. Wie in fast allen Banater Gesangb\u00fcchern wird die Reihe der Messges\u00e4nge mit dem \u201eDeutschen Hochamt\u201c von Johann Michael Haydn er\u00f6ffnet, gefolgt von der \u201eDeutschen Messe\u201c von Franz Schubert. Es folgen zwei weitere Messen wie auch einige Messlieder, die man meist in Werktagsgottesdiensten gesungen hat. Leider fehlen bei s\u00e4mtlichen Kirchenliedern dieses Anhangs f\u00fcr Rum\u00e4nien die Quellen (Komponist, Verfasser des Textes). Einige der hier vorhandenen Lieder sind im Banat entstanden, andere, wie z.B. das Weihnachtslied Nr. 817 (\u201eEhre sei Gott in Himmelsh\u00f6hen\u201c) wurde aus dem ungarischen Weihnachtslied \u201eMennyb\u00f6l az angyal\u201c \u00fcbernommen.<\/p>\n<p><strong>20.000 Gesangb\u00fccher auf dem Weg nach Temeswar <\/strong><br \/>\nVon deutscher Seite aus war dadurch dieses Problem gekl\u00e4rt. Laut den Zolldokumenten aus dem Jahre 1978 \u2013 aufbewahrt im Di\u00f6zesanarchiv der r\u00f6misch-katholischen Di\u00f6zese Timi\u0219oara und f\u00fcr die Erstellung dieses Artikels zur Verf\u00fcgung gestellt (Anm. d. Red.) \u2013 erfahren wir, dass der Versand aus Deutschland im Auftrag des Deutschen Caritasverbandes Freiburg geschah, vermittelt durch Dr. Hans Weresch. Die Sendung bestand aus 24 Paletten mit einem Gewicht von 10,5 Tonnen. Laut den Akten der rum\u00e4nischen Zollbeh\u00f6rde vom 27.2.1979 enthielt diese Sendung knapp 20.000 Exemplare des Gebet- und Gesangbuches \u201eGotteslob\u201c und 200 Exemplare des dazugeh\u00f6renden Orgelbuches, mit einem Gesamtwert von 54.600 DM. In einem anderen Dokument wird erw\u00e4hnt, dass die Sendung 11.000 Exemplare des deutschen \u201eGotteslob\u201c enth\u00e4lt f\u00fcr die Gl\u00e4ubigen deutscher Nationalit\u00e4t und 2000 Gebetb\u00fccher und Katechismen in kroatischer Sprache f\u00fcr die Gl\u00e4ubigen kroatischer Nationalit\u00e4t. Die ganze Sendung musste, laut rum\u00e4nischem Zollamt, in einem sicheren, geschlossenen und versiegelten Raum untergebracht werden, bis die Zollbeh\u00f6rde die ganze Lieferung untersucht und abgenommen hat. Ob nun tats\u00e4chlich die riesige Summe an Zollgeb\u00fchren bezahlt wurde, oder ob die Sendung zollfrei \u00fcbernommen werden konnte, bleibt bis heute ungekl\u00e4rt. So gelangte schlie\u00dflich das neue \u201eGotteslob\u201c mit dem \u201eAnhang f\u00fcr Rum\u00e4nien\u201c letztendlich nach Temeswar.<\/p>\n<p><em>(Teil 2)<\/em><\/p>\n<p><strong>Werbung f\u00fcr das \u201eGotteslob\u201c<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/6-1.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload size-large wp-image-83216 aligncenter\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/6-1-1024x768.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/6-1-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%271024%27%20height%3D%27768%27%20viewBox%3D%270%200%201024%20768%27%3E%3Crect%20width%3D%271024%27%20height%3D%27768%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/6-1-200x150.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/6-1-300x225.jpg 300w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/6-1-400x300.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/6-1-600x450.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/6-1-768x576.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/6-1-800x600.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/6-1-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/6-1-1200x900.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/6-1-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/6-1.jpg 1796w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Am 1. M\u00e4rz 1979 wendete sich Ordinarius Konrad Kernweisz mit einem Schreiben an seine Priester und Gl\u00e4ubige, mit welchem er das neue Gebet- und Gesangbuch ank\u00fcndigte, das nun endlich auch im Banat vorlag: \u201eGotteslob, das katholische Gebet- und Gesangbuch liegt endlich auf und kann hier \u00fcbernommen werden. Es wird nicht per Post zugestellt. Es wird mit 40 Lei das St\u00fcck verkauft. Das dazugeh\u00f6rende Orgelbuch wird mit 250 je St\u00fcck nur an Pfarreien verkauft. Der Erl\u00f6s soll zur Renovierung unseres Domes verwendet werden, der so gut wie \u00fcber kein Einkommen verf\u00fcgt. (\u2026) Der Gesangteil wird uns zun\u00e4chst noch fremd sein. Begegnen wir ihm jedoch nicht mit Vorurteil. Viele Psalmen und Bibeltexte sind in ihm aufgearbeitet. Der Anhang vom Gotteslob enth\u00e4lt aus unserem alten Di\u00f6zesangesangbuch einiges Liedgut, das wir weiterpflegen wollen. Das Neue soll zum Alten hinzuwachsen. Was wir im Gesangteil der erneuerten Liturgie bisher vielleicht vernachl\u00e4ssigt haben, wie z.B. Eingangslied beim Einzug des Priesters, Kyrieruf, Zwischenges\u00e4nge, Allelujaruf usw. soll jetzt nachgeholt werden. Bleiben wir bei der Erneuerung der Liturgie nicht auf halbem Weg stehen. Der Gehorsam der Kirche und ihren Vorschriften gegen\u00fcber verlangt mehr von uns. Begn\u00fcgen wir uns nicht mit dem \u2018Kleinen Gehorsam\u2019 der die Vorschriften nur \u00e4u\u00dferlich einh\u00e4lt. Bem\u00fchen wir uns um den \u2018Gro\u00dfen Gehorsam\u2019, d.h. um innere Zustimmung und Bereitschaft, um ein Wort des verstorbenen Hl. Vaters Johannes Paul I. zu gebrauchen, das er an die Priester Roms gerichtet hat. \u2018Gotteslob\u2019 &#8211; also von ganzem Herzen, denn die lebendige Kirche soll ihrem Wesen nach eine Gemeinschaft zum Lobe Gottes sein!\u201c Ein knappes Jahr sp\u00e4ter wendete sich Ordinarius Konrad Kernweisz wieder an seine Gl\u00e4ubigen mit der Bitte und dem Aufruf, das neue deutschsprachige Gesangbuch \u201eGotteslob\u201c in den Gemeinden und in den Familien des Banats einzuf\u00fchren: \u201eNochmals muss ich zur\u00fcckkommen auf die Verbreitung und Ben\u00fctzung von \u2018Gotteslob\u2019 als wesentliches Hilfsmittel in unserer Seelsorge. Wir sind vielfach beim Liedteil gestolpert und stecken geblieben. Der Liedteil wird uns fremd bleiben, so lange er unangetastet bleibt, da unsere Kantoren kaum den Anhang beherrschen, da man es seinerzeit vers\u00e4umt hat, das Di\u00f6zesangebet- und Gesangbuch verpflichtend einzuf\u00fchren. Der Fehler von damals darf sich jetzt nicht wiederholen. \u00dcbrigens will ich hier nicht so sehr vom Liedteil sprechen, als vom Gebets- und belehrenden Teil. \u2018Gotteslob\u2019 ist das einzige Gedruckte, was wir den Gl\u00e4ubigen an religi\u00f6sem Material bieten k\u00f6nnen. Wo das gesprochene Wort nicht mehr hinkommt, soll das Gedruckte vielleicht noch einige erreichen. Es soll und muss von Gro\u00df und Klein gebraucht werden, damit unser ohnedies verk\u00fcmmertes religi\u00f6ses Leben nicht ein Haus ohne Fundament, ein Baum ohne Wurzel sei. Im RU (Religionsunterricht) kann die Liturgie (hl. Messe, Sakramente, Kirchenjahr) und die religi\u00f6se Lebenskunde (Gewissensbildung, Gewissenspflege, Gebetsleben) an Hand von \u2018Gotteslob\u2019 am gr\u00fcndlichsten unterrichtet werden. Den Erwachsenen ist es als Vorbereitung auf die Sakramente (Taufe, Beichte, Kommunion, Trauung) geradezu als \u2018Hausaufgabe\u2019 zu empfehlen. Bereiten wir auch die Osterbeichte mit Hilfe der Bu\u00dfandachten vor. Wir wissen ja, wie es vielfach mit der Beichtpraxis steht (ich bekenne meine wissentlichen und unwissentlichen S\u00fcnden\u2026 und im besseren Falle noch: bitte fragen). Die Bu\u00dfandacht ersetzt nat\u00fcrlich nicht die pers\u00f6nliche Beichte. So gut wie nirgends wurde das \u2018Gotteslob\u2019 als Firmungsgeschenk empfohlen oder Brautleuten in die Hand gegeben. Es handelt sich wirklich nicht darum, dass wir die letzten 3000 St\u00fcck noch verkaufen, statt sie in der Kanzlei oder im Lager verstauben zu lassen, sondern, dass wir es selber gr\u00fcndlich studieren, beherrschen und in der Seelsorge reichlich gebrauchen. Was ist das Ziel jeder Predigt und Unterweisung? Der religi\u00f6se Mensch, der aus dem Glauben lebt. Ich sehe also das Haupthindernis nicht bei unseren Gl\u00e4ubigen, sondern bei unserer Schwerf\u00e4lligkeit. Also nicht blo\u00df stolpern, sondern auch aufstehen und weitergehen.\u201c So wurden dann in den folgenden Jahren bestimmte Kontingente dieser B\u00fccher an die verschiedenen meist deutschsprachigen Pfarreien des Temeswarer Bistums verteilt. Davor wurden diese Gesangb\u00fccher mit folgendem Stempel, auf der letzten Seite (Anm. d. Red.) versehen: \u201eCopyright 1978 r\u00f6m. kath. kirchliche Oberbeh\u00f6rde in Timi\u0219oara\u201c.<\/p>\n<p><strong>Die Einf\u00fchrung des neuen Gesangbuches<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/5-2.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload size-large wp-image-83219 aligncenter\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/5-2-1024x745.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/5-2-1024x745.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"745\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%271024%27%20height%3D%27745%27%20viewBox%3D%270%200%201024%20745%27%3E%3Crect%20width%3D%271024%27%20height%3D%27745%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/5-2-200x146.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/5-2-300x218.jpg 300w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/5-2-400x291.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/5-2-600x437.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/5-2-768x559.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/5-2-800x582.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/5-2-1024x745.jpg 1024w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/5-2-1200x873.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/5-2-1536x1118.jpg 1536w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/5-2.jpg 1796w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Einf\u00fchrung des neuen deutschen Gesangbuches \u201eGotteslob\u201c in den Pfarrkirchen der Banater Schwaben und Banater Berglanddeutschen erwies sich als sehr schwierig. Man hatte sich zwischendurch an das Singen von der Orgelempore aus bereits gew\u00f6hnt. DerKantor oder die Kantorin sang die Kirchenlieder meist aus eigenen Sammlungen und Heften, die sich von Ort zu Ort unterschieden. Letztendlich hatte man meist das alte Di\u00f6zesangesangbuch aus dem Jahre 1927, das in mehreren Auflagen bis 1945 erschienen ist, zu Hilfe genommen. Viele Schwabend\u00f6rfer hatten dazu auch ihr eigenes Gesangbuch, aus dem man die Messlieder gesungen hat. Und dies meist zweistimmig: die b\u00f6hmische Terz durfte in einem \u201esch\u00f6nen\u201c Kirchenlied nicht fehlen. Um so schwieriger war die Einf\u00fchrung von neuen Kirchenliedern aus dem neuen \u201eGotteslob\u201c, das auch viele modale Kirchenlieder enth\u00e4lt, die man ohne Terzen singen sollte. Nachdem mich Generalvikar Dr. Ferdinand Cziza um 1980 gebeten hat, den verschiedenen Kirchench\u00f6ren in den Schwabend\u00f6rfern im Ein\u00fcben von Liedern des neuen \u201eGotteslob\u201c zu helfen, hatte ich in mehreren schw\u00e4bischen D\u00f6rfern der Banater Heide Chorproben abgehalten und einige dieser neuen Kirchenges\u00e4nge einge\u00fcbt. Doch diese Arbeit war damals sehr schwierig:<\/p>\n<ol>\n<li>Ein Gro\u00dfteil der Chormitglieder wartete bereits auf die Ausreisepapiere nach Deutschland und es bestand kein Interesse mehr, etwasNeueseinzuf\u00fchren. Dies best\u00e4tigten mir damals auch viele Priester und Kantoren.<\/li>\n<li>Man sang weiterhin lieber die \u201esch\u00f6nen\u201c alten, traditionellen Banater Kirchenlieder mit den entsprechenden b\u00f6hmischen Terzen. Und wenn man auch ein neues modales Lied aus dem neuen \u201eGotteslob\u201c sang, so durfte selbst hier die zweite Stimme nicht fehlen. Fazit: das neue deutsche Gesangbuch \u201eGotteslob\u201c kam f\u00fcr die deutschen Katholiken des Banats viel zu sp\u00e4t und seine Einf\u00fchrung war schwierig bis unm\u00f6glich. Dies bedeutet nicht, dass man dem neuen Kirchenlied keine Beachtung schenkte. In den katholischen Kirchen des Temeswarer Bistums war man gegen\u00fcber dem neuen rhythmischen geistlichen Liedgut sehr offen und man hat sich meist eigene abgeschriebene (oder sp\u00e4ter vervielf\u00e4ltigte) Sammlungen angelegt.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Zum Unterschied zum katholischen Gebet- und Gesangbuch \u201eGotteslob\u201c, mit dem Anhang f\u00fcr Rum\u00e4nien, entstand das evangelische Gesangbuch im Auftrag der 50. Landeskirchenversammlung (Dezember 1974) vom Landeskonsistorium der Evangelischen Kirche A. B. in der Sozialistischen Republik Rum\u00e4nien. Dieses bestand aus \u00fcber 700 Seiten. Gedruckt wurde dieses Gesangbuch in Hermannstadt\/ Sibiu. Mehrere Informationen sind aus dem auf speziellem d\u00fcnnen Papier gedruckten Gesangbuch nicht zu erfahren. Die meisten Lieder wurden aus \u00e4lteren Gesangb\u00fcchern Siebenb\u00fcrgens \u00fcbernommen.<\/p>\n<p><strong>Auswirkungen auf neue Publikationen<\/strong><br \/>\nDie Ver\u00f6ffentlichung des \u201eGotteslob\u201c mit dem Anhang f\u00fcr Rum\u00e4nien hatte auch Auswirkungen auf die hymnologischen Publikationen in Deutschland. So erschien in nur kurzer Zeit nach 1978 das B\u00fcchlein \u201eBeiheft zum \u2018Gotteslob\u2019 mit Kirchenliedern aus der Di\u00f6zese Timi\u0219oara\u201c mit 65 Kirchenliedern. Fast gleichzeitig ver\u00f6ffentlichte das Bisch\u00f6fliche Seelsorgeamt Rottenburg am Neckar das kleine Kirchenliederb\u00fcchlein \u201eLieder unserer Br\u00fcder aus dem Osten. Eine Auswahl f\u00fcr Gottesdienst und Familie\u201c mit 32 Liedern. Das Sudetendeutsche Priesterwerk K\u00f6nigstein im Taunus ver\u00f6ffentlichte 1981 die kleine Sammlung \u201eBeiheft zum \u2018Gotteslob\u2019 mit Kirchenliedern aus den Di\u00f6zesen B\u00f6hmens und M\u00e4hren-Schlesiens, aus den deutschen Sprachgebieten der Karpaten und des S\u00fcdostens\u201c, bestehend aus 100 Liedern. Das Geleitwort dazu verfasste Dr. Karl Rei\u00df, Apostolischer Protonotar, vom Sudetendeutschen Priesterwerk: \u201eWie jede Di\u00f6zese ihr heimisches Liedgut als Anhang zum \u2018Gotteslob\u2019 erhalten hat, so wollen auch die Heimatvertriebenen aus den Di\u00f6zesen B\u00f6hmens und M\u00e4hren-Schlesiens, aus den Karpaten und den deutschen Sprachgebieten des S\u00fcdostens ihre lieb gewordenen Kirchenlieder als Beiheft dem \u2018Gotteslob\u2019 anf\u00fcgen. (\u2026)<br \/>\nDie heimatvertriebenen Katholiken sind heute in das pfarrliche Leben der Aufnahmegemeinden eingegliedert oder sind in der Diaspora zum Kern neuer Gemeinden geworden. Es bleibt aber Aufgabe der Gemeinden, den Vertriebenen das beheimatende Element des Christlichen noch deutlicher erfahren zu lassen. Deswegen werden Pfarreien, in denen viele Heimatvertriebene aus den Di\u00f6zesen der oben genannten L\u00e4nder eine zweite Heimat gefunden haben, dieses Beiheft gern ins \u2018Gotteslob\u2019 einf\u00fcgen, damit alle gemeinsam singen k\u00f6nnen und das kirchliche Liedgut um so reicher erhalten bleibt.\u201c Als Reaktion auf das \u201eGotteslob\u201c und auf die Schwierigkeiten mit dessen Einf\u00fchrung in den Reihen der Banater Schwaben komponierte der in Lugosch t\u00e4tige Kantor Martin Metz (Martin Metz, 1933 Darowa \u2013 2003 Hechingen, wirkte als Kantor in Darowa und ab 1960 an der Lugoscher Minoritenkirche. Nach seiner Auswanderung 1988 wirkte er bis zu seinem Tode als Kirchenmusiker in Sch\u00f6naich, Di\u00f6zese Rottenburg-Stuttgart, Anfang der 1980er Jahre) die \u201eBanater Gemeinschaftsmesse\u201c \u2013 eine Huldigung der Singtradition der deutschsprachigen d\u00f6rflichen Gemeinden des Banats. Diese Messe besteht aus den Texten des deutschen Ordinariums und wurde sowohl f\u00fcr Vors\u00e4nger und Gemeinde als auch f\u00fcr Schola und Chor (2- bis 4-stimmig) konzipiert. Im Jahre 2011 hat das Gerhardsforum Banater Schwaben e.V. das \u201eKatholische Gesangbuch der Donauschwaben\u201c ver\u00f6ffentlicht, das zum ersten Mal die bekanntesten und beliebtesten Kirchenlieder der deutschen Katholiken S\u00fcdosteuropas enth\u00e4lt. Als Quellen wurden die nach 1990 entdeckten handschriftlichen Kantorenund Orgelb\u00fccher verwendet wie auch die in Druck erschienenen deutschen Gesang- und Orgelb\u00fccher S\u00fcdosteuropas. Auch der im \u201eGotteslob\u201c von 1978 enthaltene \u201eAnhang f\u00fcr Rum\u00e4nien\u201c wurde dabei ber\u00fccksichtigt. Dieses \u201eKatholische Gesangbuch der Donauschwaben\u201c soll 2026 in der 2. Auflage erscheinen.<\/p>\n<p>(Erschienen in der<strong> <em>Allgemeinen Deutschen Zeitung f\u00fcr Rum\u00e4nien<\/em><\/strong>, 34. Jahrgang\/Nr. 8218 Bukarest, Freitag, 16. Januar 2026, S. 8 und in der Nr. 8223 Bukarest, Freitag, 23. Januar 2026, S. 8.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber die Entstehung des katholischen Gebet- und Gesangbuches \u201eGotteslob\u201c, mit dem Anhang f\u00fcr Rum\u00e4nien vor 50 Jahren Von Dr. Franz Metz (Teil 1) Das deutsche Gebet- und Gesangbuch \u201eGotteslob\u201c, als Ausgabe f\u00fcr Rum\u00e4nien, umh\u00fcllt mit einem braunen Einband, erschien 1978 in einer Auflage von etwa 20.000 Exemplaren. Eigentlich sollte es hei\u00dfen: Ausgabe f\u00fcr die Di\u00f6zese Temeswar. 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