{"id":83363,"date":"2026-02-18T22:55:40","date_gmt":"2026-02-18T20:55:40","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=83363"},"modified":"2026-02-18T22:56:24","modified_gmt":"2026-02-18T20:56:24","slug":"ehrendomherr-mathias-lischerong-zum-145-geburtstag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/ehrendomherr-mathias-lischerong-zum-145-geburtstag\/","title":{"rendered":"Ehrendomherr Mathias Lischerong  zum 145. Geburtstag"},"content":{"rendered":"<p>Der sp\u00e4tere Priester und Ehrenmitglied des Temeswarer Domkapitels wurde am 17. Februar 1881 in Klek, in der N\u00e4he von Zrenjanin \/ Gro\u00df-Betschkerek (heute Serbien) geboren. Er war das zweite Kind von elf Geschwistern der Eheleute Lorenz Lischerong und Barbara Arbeiter, mittelst\u00e4ndige Bauern. Sein j\u00fcngster Bruder, Kaspar (G\u00e1sp\u00e1r) Lischerong (1889 &#8211; 1972), wurde Jesuitenpater in Ungarn und in den Vereinigten Staaten, Missionar in China (im Rahmen der Ungarischen Jesuitenmission) und schlie\u00dflich, zwischen 1947 und 1972 Apostolischer Administrator der neu errichteten Di\u00f6zese Daming \/ Taming (<em>Dioecesis <\/em><em>Tamimen(sis)<\/em>) in der Kirchenprovinz Beijing. Hoch respektiert vom Volk, erlebte er die Hungersnot nach dem Krieg und die kommunistische Verfolgung. Von diesem letzten Regime 1954 des Landes verwiesen, nahm er zwischen 1962 &#8211; 1965 am zweiten Vatikanischen Konzil teil und starb sp\u00e4ter in Chiayi auf der Insel Formosa, Taiwan. Behielt seinen Titel bis zu seinem Tod.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/1-3.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload size-large wp-image-83351 aligncenter\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/1-3-1024x576.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/1-3-1024x576.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"576\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%271024%27%20height%3D%27576%27%20viewBox%3D%270%200%201024%20576%27%3E%3Crect%20width%3D%271024%27%20height%3D%27576%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/1-3-200x112.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/1-3-300x169.jpg 300w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/1-3-400x225.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/1-3-600x337.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/1-3-768x432.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/1-3-800x450.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/1-3-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/1-3-1200x675.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/1-3-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/1-3.jpg 1800w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><br \/>\nMathias Lischerong besuchte 1887 bis1892 die Volksschule in seiner Heimatstadt und anschlie\u00dfend zwischen 1892 und 1900 das Piaristengymnasium ebenfalls in Gro\u00df-Betschkerek. Im Jahr 1900 begann er das Studium der Theologie in Temeswar, wo er am 31. Januar 1904 durch die Handauflegung des Weihbischofs Dr. Josef N\u00e9meth zum Priester geweiht wurde.<br \/>\nNach der Priesterweihe: f\u00fcr eine Zeit lang wurde er Kaplan in Mokrin (ebenfalls heute in Serbien), danach wurde er ebenda zum Pfarradministrator (administrator paroeciae) ernannt. Sp\u00e4tere Kaplanstellen waren Sz\u0151regh (heute eine Vorstadt von Szeged) und danach Rekasch.<br \/>\nVor dem ersten Weltkrieg lebten im Altreich (Rum\u00e4nien), vor allem in den Gro\u00dfst\u00e4dten wie Bukarest, Br\u0103ila, Galatz, Turnu-Sewerin, Craiova viele Ungarn, meistens aus Siebenb\u00fcrgen gekommen, die dort Arbeit gesucht haben. Die Erzdi\u00f6zese Bukarest arbeitete mit dem Bistum Tschanad zusammen und somit wurden \u00f6fter Priester aus unserer Di\u00f6zese ins Altreich gesendet, die dort vor allem in der Fastenzeit oder zu den gr\u00f6\u00dferen Festen aushalfen, da sie Ungarisch konnten. In diesem Rahmen kann man auch die Pr\u00e4senz von Kaplan Lischerong zwischen 1906 und 1913 in Br\u0103ila verstehen, wo er als Missionar bzw. Aushilfeseelsorger f\u00fcr die dort lebenden katholischen Ungarn (aber oft auch f\u00fcr die Deutschen) t\u00e4tig war. Der sp\u00e4tere Bischof Augustin Pacha war auch eine Zeit lang, in seinen Jugendjahren, als ungarischer und deutscher Seelsorger in Br\u0103ila t\u00e4tig. Mathias Lischerong aber blieb fast sieben Jahre lang ununterbrochen im Altreich, Augustin Pacha verbrachte hingegen k\u00fcrzere Pastoralaufenthalte dort.<br \/>\nParallel zu seiner Stelle in Br\u0103ila war Kaplan Lischerong auch als Religionslehrer in den katholischen Schulen in Bukarest t\u00e4tig. Auch hier war seine Mehrsprachigkeit eine sehr wichtige Eigenschaft. In diesem Kontext war er oft bei Erzbischof Dr. Raymund Netzhammer zu Tisch eingeladen, der Lischerong in seinen aufschlussreich verfassten und wertvollen Memoiren \u201eBischof in Rum\u00e4nien\u201c erw\u00e4hnt.<br \/>\nNach Temeswar zur\u00fcckgekehrt, \u00fcbernahm Mathias Lischerong 1913 die Stelle eines Katecheten (Religionslehrer) und die des Direktors des katholischen Gesellenvereins in Temeswar &#8211; Fabrikstadt. Diese befand sich damals noch in der Tigergasse, am Gebiet der Fabrikst\u00e4dter Pfarre. Diese Aufgabe erf\u00fcllte er zwei Jahre lang, bis 1915, als man ihn zum Kaplan in Temeswar I. &#8211; Innere Stadt ernannt hat.<br \/>\nF\u00fcnf Jahre lang, zwischen 1916 und 1921, erf\u00fcllte Kaplan Lischerong die Aufgabe des Spirituals (Beichtvater) im Mutterhaus der Armen Schulschwestern (Notre-Dame-Schwestern) in Temeswar IV. &#8211; Josefstadt und unterrichtete auch als Religionslehrer in deren hiesigen ber\u00fchmten Schulen, was auch f\u00fcr seine p\u00e4dagogischen F\u00e4higkeiten spricht.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Pacha-Lischerong-ante-1948.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload  wp-image-83354 alignright\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Pacha-Lischerong-ante-1948-837x1024.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Pacha-Lischerong-ante-1948-837x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"318\" height=\"389\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27318%27%20height%3D%27389%27%20viewBox%3D%270%200%20318%20389%27%3E%3Crect%20width%3D%27318%27%20height%3D%27389%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Pacha-Lischerong-ante-1948-200x245.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Pacha-Lischerong-ante-1948-245x300.jpg 245w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Pacha-Lischerong-ante-1948-400x489.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Pacha-Lischerong-ante-1948-600x734.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Pacha-Lischerong-ante-1948-768x939.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Pacha-Lischerong-ante-1948-800x978.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Pacha-Lischerong-ante-1948-837x1024.jpg 837w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Pacha-Lischerong-ante-1948-1200x1467.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Pacha-Lischerong-ante-1948-1256x1536.jpg 1256w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Pacha-Lischerong-ante-1948.jpg 1472w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 318px) 100vw, 318px\" \/><\/a>Seine erste Seelsorgestelle, die er alleine als Pfarradministrator versah, war Lenauheim, wo er ab 1921 t\u00e4tig war. Nach nur drei Jahren, 1924, wollte der inzwischen nicht mehr so junge Priester dem Franziskanerorden beitreten und trat dem Orden, vorerst wie gew\u00f6hnt, als Novize bei. Er \u00fcberlegte es sich aber und trat in den Di\u00f6zesanklerus wieder zur\u00fcck, sodass er am 25. Mai 1925 zum Pfarradministrator in Reschitza ernannt wurde. Nach nur einigen Monaten bekam er die Ernennung zum Pfarrer ebenda und wurde in dieses Amt am 22. November 1925 eingef\u00fchrt. Seine p\u00e4dagogische Erfahrung in Temeswar und Bukarest brachte ihm auch die Ernennung zum Inspektor f\u00fcr die katholischen, konfessionellen Schulen des Reschitzaer Distrikts (Dekanats). Ab 1929 erf\u00fcllte Pfr. Lischerong auch den Dienst des Dechants des Karascher Dekanats und ab 1940 wurde er als Ehrendomherr ins Domkapitel von Temeswar einberufen, jedoch mit Beibehaltung seiner bisherigen Auftr\u00e4ge.<br \/>\nDechant-Pfarrer Mathias Lischerong ist am 24. November 1950 eines pl\u00f6tzlichen Todes (\u201eHerzkrise\u201c in den damaligen Dokumenten) im Herrn entschlafen. Er wurde am 26. November 1950 an einem Sonntag in Reschitza beerdigt. Das Requiem zelebrierte um 10:00 Uhr vormittags Ordinarius Msgr. Josef Pless, Domherr &#8211; Bischof Augustin Pacha war schon im Sommer 1950 in Karaschowa verhaftet worden und wurde in den Kerker von Sighet, sp\u00e4ter dann nach Jilava eingeliefert. Die Traueransprache am Requiem von Pfr. Lischerong hielte Abt-Pfarrer G\u00e9za K\u00e1roly Rech von Temeswar &#8211; Fabrikstadt. Die Trauerfeier mit Beisetzung setzte sich um 15:00 Uhr von der Reschitzaer Pfarrkirche in Bewegung. Die Einsegnung nahm ebenfalls Ordinarius Msgr. Josef Pless vor. Sehr viele Priester aus dem Bistum, wie auch aus dem Dekanat nahmen an den Trauerzeremonien teil. Abschiedsworte bei der Beerdigung sprach auch P. Johannes Blum SDS aus Temeswar. Kaplan Paul Lackner, der Nachfolger Lischerongs im Pfarramt von Reschitza, war ebenfalls anwesend. Auch die Vertreter der anderen Konfessionen, mit dem rum\u00e4nisch-orthodoxen Protopopen Dr. Iosif Ieremia nahmen an der Beerdigung teil.<br \/>\nPfr. Mathias Lischerong lie\u00df seinerzeit die Reschitzaer Pfarrkirche vollst\u00e4ndig renovieren und durch den Maler Prof. G\u00e9za Ulrich ausmalen, baute das Katholische Heim, kaufte die neue Wegenstein-Orgel f\u00fcr das Gotteshaus und beschaffte neue Glocken (da die alten im Weltkrieg requiriert werden mussten). Er entfaltete mit Hilfe des Elisabethvereins vor allem w\u00e4hrend der Wirtschaftskrise eine rege karitative T\u00e4tigkeit. Seinerzeit entfalteten auch der M\u00e4nnerverein, der Rosenkranzverein, der M\u00e4dchen-Club, der Jugendverein und die Herz-Garde zahlreiche karitative, kulturelle und soziale Programme.<\/p>\n<p><strong><em>Erg\u00e4nzung<\/em><\/strong>: Der Kultur- und Erwachsenenbildungsverein \u201eDeutsche Vortragsreihe Reschitza\u201c und das Demokratische Forum der Banater Berglanddeutschen haben bereits vor 5 Jahren Ehrendomherr Mathias Lischerong durch einen Sonderstempel und einen Sonderbriefumschlag, anl\u00e4sslich seines 140. Geburtstags, geehrt. Nun wurde diese Initiative wieder aufgenommen. Die gesamte Postversendung, die am 17. Februar aus und durch das Postamt Reschitza 1 weltweit versendet wurde, trug den diesj\u00e4hrigen Sonderstempel, entworfen von den beiden Reschitzaer deutschen Organisationen (Erwin Josef \u021aigla).<\/p>\n<p><strong>von Dr. Claudiu Sergiu C\u0103lin<\/strong><br \/>\n<strong>Di\u00f6zesanarchivar in Temeswar<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der sp\u00e4tere Priester und Ehrenmitglied des Temeswarer Domkapitels wurde am 17. Februar 1881 in Klek, in der N\u00e4he von Zrenjanin \/ Gro\u00df-Betschkerek (heute Serbien) geboren. Er war das zweite Kind von elf Geschwistern der Eheleute Lorenz Lischerong und Barbara Arbeiter, mittelst\u00e4ndige Bauern. Sein j\u00fcngster Bruder, Kaspar (G\u00e1sp\u00e1r) Lischerong (1889 &#8211; 1972), wurde Jesuitenpater in Ungarn und [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":83357,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[66],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/83363"}],"collection":[{"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=83363"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/83363\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":83365,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/83363\/revisions\/83365"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/83357"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=83363"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=83363"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=83363"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}