{"id":84523,"date":"2026-03-23T21:24:06","date_gmt":"2026-03-23T19:24:06","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=84523"},"modified":"2026-03-23T21:25:59","modified_gmt":"2026-03-23T19:25:59","slug":"der-historische-kontext-der-biblischen-buecher-messianische-koenige-die-fruehchristliche-kirche-und-der-grosse-juedische-aufstand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/der-historische-kontext-der-biblischen-buecher-messianische-koenige-die-fruehchristliche-kirche-und-der-grosse-juedische-aufstand\/","title":{"rendered":"Der historische Kontext der biblischen B\u00fccher \u2013 Messianische K\u00f6nige, die fr\u00fchchristliche Kirche und der Gro\u00dfe J\u00fcdische Aufstand"},"content":{"rendered":"<p>Das vorletzte Treffen der Teilnehmer des Kurses, der im gro\u00dfen Saal des Salvatorianerklosters in Temeswar-Elisabethstadt unter der Leitung von Dr. Theol. Imogen Tietze, Bildungsreferentin der Di\u00f6zese Temeswar, stattfindet, wurde am Samstag, dem 21. M\u00e4rz d.J., zwischen 10.00 und 16.00 Uhr (mit Mittagessen) abgehalten. Die Hauptthemen des Tages waren die Umwandlung Jud\u00e4as in eine r\u00f6mische Provinz nach dem Tod von K\u00f6nig Herodes dem Gro\u00dfen, das Konzept der messianischen K\u00f6nige, der Gro\u00dfe J\u00fcdische Aufstand sowie der Fall Jerusalems.<\/p>\n<p>Die Vorstellung eines von Gott gesalbten K\u00f6nigs (<em>mashiach<\/em> = der Gesalbte) entstand bereits in der Zeit der K\u00f6nige von Israel und Juda, von denen David und Salomon die bekanntesten sind. Nach der Teilung des Reiches (Israel im Norden, Juda im S\u00fcden) wurden die Gestalten dieser beiden K\u00f6nige idealisiert, und die Propheten wie auch das Volk begannen von einem zuk\u00fcnftigen K\u00f6nig zu sprechen, der ihnen \u00e4hnlich sein w\u00fcrde, aus dem Hause Davids hervorgehen, das alte Reichsgebiet wiederherstellen, Gerechtigkeit und Frieden bringen und das Volk im Namen Gottes f\u00fchren w\u00fcrde. Diese Erwartungen verst\u00e4rkten sich umso mehr, je schwieriger die politische Lage wurde. So versuchten bereits Herodes der Gro\u00dfe \u2013 der faktisch als Vasall Roms herrschte \u2013 und einige seiner Nachfolger, sich das Bild eines von Gott gesandten K\u00f6nigs zu geben. Nach dem Tod von Herodes dem Gro\u00dfen musste die Thronfolge geregelt werden. In seinem Testament bestimmte er drei seiner S\u00f6hne, Herodes Antipas, Philippus und Archelaus zu Erben. Da sie jedoch nicht ohne die Zustimmung des r\u00f6mischen Kaisers regieren konnten, reiste Archelaus nach Rom, um diese Genehmigung zu erhalten. Diese Reise des Archelaus wird in zwei Gleichnissen erw\u00e4hnt: im Lukasevangelium 19, 11\u201317 und im Matth\u00e4usevangelium 25, 14\u201330 \u2013 erkl\u00e4rte Frau Dr. Imogen Tietze. Sie betonte, dass ein Gleichnis keine Allegorie sei. \u201eEin Gleichnis ist immer konzentriert auf einen Vergleichspunkt, aus dem die beabsichtigte Lehre zu erschliessen ist. In einer Allegorie hingegen hat jede Figur eine symbolische Bedeutung. So kann beispielsweise der K\u00f6nig, der im Gleichnis als hart und streng beschrieben wird, nicht mit Gott oder mit Jesus Christus identifiziert werden\u201c, erl\u00e4uterte Frau Dr. Tietze.<\/p>\n<p>Aus der chronologischen Tabelle dieser Epoche erfuhren die Kursteilnehmer unter anderem:<\/p>\n<p>Um die Jahre 1\u20132 n.Chr. lie\u00df Philippus, der Sohn von Herodes dem Gro\u00dfen und Tetrarch, die St\u00e4dte Julias (auch bekannt als Betsaida, Heimat der Apostel Petrus, Andreas und Philippus) sowie Paneas bzw. C\u00e4sarea Philippi ausbauen. Dort bekannte der Apostel Petrus Jesus als den Messias: \u201eDu bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!\u201c<\/p>\n<p>Zwischen 6\u201315 n.Chr. wurde Paulus in Tarsus geboren. Er war Sch\u00fcler des Gamaliel.<\/p>\n<p>Um das Jahr 17 n.Chr. gr\u00fcndete Herodes Antipas die Stadt Tiberias.<\/p>\n<p>Zwischen 26\u201336 n.Chr. war Pontius Pilatus r\u00f6mischer Statthalter (Prokurator) von Jud\u00e4a.<\/p>\n<p>Im Jahr 27 n.Chr. heiratete Herodes Antipas Herodias, die Frau seines Halbbruders Philippus, obwohl er bereits mit der Tochter des nabat\u00e4ischen K\u00f6nigs verheiratet war. Daf\u00fcr wurde er vom hl. Johannes dem T\u00e4ufer kritisiert.<\/p>\n<p>Um das Jahr 35 n.Chr. kam es zum samaritanischen Aufstand auf dem Berg Garizim, bei dem auf Befehl von Pontius Pilatus viele Samaritaner von r\u00f6mischen Soldaten get\u00f6tet wurden.<\/p>\n<p>Im Jahr 43 oder 44 n.Chr. lie\u00df Agrippa I. Jakobus, den Bruder des Johannes t\u00f6ten und den Petrus gefangen nehmen, da er glaubte, damit christenfeindlichen j\u00fcdischen Kreisen einen Gefallen zu tun (Apg 12). Die Spaltung zwischen Christen und Juden begann sich zu vertiefen.<\/p>\n<p>Auch die Spannungen zwischen Juden und Rom versch\u00e4rften sich, ebenso der Wunsch des j\u00fcdischen Volkes nach nationaler und religi\u00f6ser Unabh\u00e4ngigkeit. So brach im Jahr 66 n.Chr. ein j\u00fcdischer Aufstand in Alexandria aus, gefolgt von Unruhen in Jerusalem und C\u00e4sarea. Der Konflikt weitete sich aus und gipfelte in der Belagerung Jerusalems und der Zerst\u00f6rung des Zweiten Tempels im Jahr 70 n.Chr. durch die Truppen des Titus, Sohn des Kaisers Vespasian.<\/p>\n<p>In der Diskussion in Kleingruppen wurde ein Ausschnitt aus dem ersten Brief des heiligen Apostels Paulus an die Thessalonicher besprochen. Dieser ist das \u00e4lteste Dokument des Neuen Testaments und damit der fr\u00fcheste erhaltene christliche Text. Er wurde etwa 52 n.Chr. in Korinth verfasst (vgl. Apg 17\u201318). Der Brief ist \u00e4lter als die Evangelien sowie \u00e4lter als die Briefe an die R\u00f6mer, Galater oder Korinther. Er stellt das erste schriftliche Zeugnis \u00fcber den Glauben an die Auferstehung Christi und das Leben der fr\u00fchen christlichen Gemeinschaft dar.<\/p>\n<p>Das letzte Treffen des Kurses findet am 18. April d.J. statt.<\/p>\n<p>Pressestelle der Di\u00f6zese Temeswar<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das vorletzte Treffen der Teilnehmer des Kurses, der im gro\u00dfen Saal des Salvatorianerklosters in Temeswar-Elisabethstadt unter der Leitung von Dr. Theol. Imogen Tietze, Bildungsreferentin der Di\u00f6zese Temeswar, stattfindet, wurde am Samstag, dem 21. M\u00e4rz d.J., zwischen 10.00 und 16.00 Uhr (mit Mittagessen) abgehalten. 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