{"id":86013,"date":"2026-05-04T22:18:45","date_gmt":"2026-05-04T19:18:45","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=86013"},"modified":"2026-05-04T22:18:45","modified_gmt":"2026-05-04T19:18:45","slug":"euer-alltag-ist-der-ort-an-dem-das-evangelium-fleisch-wird-predigt-von-msgr-edgar-pena-parra-apostolischer-nuntius-gehalten-in-temeswar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/euer-alltag-ist-der-ort-an-dem-das-evangelium-fleisch-wird-predigt-von-msgr-edgar-pena-parra-apostolischer-nuntius-gehalten-in-temeswar\/","title":{"rendered":"\u201eEuer Alltag ist der Ort, an dem das Evangelium Fleisch wird\u201c \u2013 Predigt von Msgr. Edgar Pe\u00f1a Parra, Apostolischer Nuntius, gehalten in Temeswar"},"content":{"rendered":"<p>Am 1. und 2. Mai 2026 stattete Seine Exzellenz Msgr. Edgar Pe\u00f1a Parra, Titularerzbischof von Telepte, Apostolischer Nuntius in Italien und in der Republik San Marino, der Di\u00f6zese Temeswar einen Besuch ab.<br \/>\nAm ersten Tag des Besuchs, Freitag, dem 1. Mai 2026, zelebrierte Msgr. Edgar Pe\u00f1a Parra um 18.30 Uhr die Heilige Messe im Hohen Dom zum Hl. Georg, der r\u00f6misch-katholischen Kathedrale von Temeswar, gemeinsam mit S.E. Iosif Csaba P\u00e1l, Di\u00f6zesanbischof und S.E. Martin Roos, emeritierter Bischof. An dieser Heiligen Messe nahmen auch die 31 Theologiestudenten teil, die sich am R\u00f6misch-Katholischen Theologischen Seminar in Alba Iulia \/Karlsburg auf den priesterlichen Dienst vorbereiten und in Begleitung ihrer Oberen (Rektor, Vizerektor, Spiritual und Pr\u00e4fekt) in die Di\u00f6zese Temeswar gekommen waren.<br \/>\nIm Folgenden geben wir die Predigt Seiner Exzellenz Msgr. Edgar Pe\u00f1a Parra wieder, die er in unserer Domkirche gehalten hat.<\/p>\n<p><em><a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/1-1.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload  wp-image-86008 alignright\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/1-1-622x1024.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/1-1-622x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"419\" height=\"690\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27419%27%20height%3D%27690%27%20viewBox%3D%270%200%20419%20690%27%3E%3Crect%20width%3D%27419%27%20height%3D%27690%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/1-1-182x300.jpg 182w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/1-1-200x329.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/1-1-400x658.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/1-1-600x988.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/1-1-622x1024.jpg 622w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/1-1-768x1264.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/1-1-800x1317.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/1-1-933x1536.jpg 933w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/1-1.jpg 1043w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 419px) 100vw, 419px\" \/><\/a>Liebe Br\u00fcder und Schwestern,<\/em><br \/>\n<em>Gelobt sei Jesus Christus!<\/em><\/p>\n<p>Ich freue mich, dieser Eucharistiefeier im Dom St. Georg vorstehen zu d\u00fcrfen. Ich bin hier als Pilger, innerhalb dieser Mauern, die vom Glauben durchdrungen und von einer so reichen Geschichte der Heiligkeit gepr\u00e4gt sind. Es ist das erste Mal, dass ich die Di\u00f6zese Temeswar besuche, die Erbin der historischen Di\u00f6zese Tschanad, welche sich darauf vorbereitet, im Jahr 2030 das Millennium ihrer Gr\u00fcndung zu feiern. Die Kathedrale ist das sichtbare Zeichen der Einheit der Di\u00f6zesankirche, die sich um ihren Hirten, den Bischof, den Nachfolger der Apostel, versammelt.<\/p>\n<p>Aus diesem erfreulichen Anlass m\u00f6chte ich Seiner Exzellenz, dem Bischof der Di\u00f6zese, Msgr. Josef Csaba P\u00e1l, meinen ehrerbietigen Gru\u00df und meinen tief empfundenen Dank aussprechen, der mich mit br\u00fcderlicher Wohlwollen eingeladen hat, heute hier zu sein. In Gemeinschaft mit ihm gr\u00fc\u00dfe ich ebenso herzlich Seine Exzellenz Msgr. Martin Roos, emeritierter Bischof von Temeswar, der diese kirchliche Gemeinschaft nicht weniger als neunzehn Jahre lang mit Treue und Hingabe geleitet hat.<br \/>\nIch richte meinen Gru\u00df und meine guten W\u00fcnsche auch an euch alle, an die Gl\u00e4ubigen und Priester der Di\u00f6zese, und in besonderer Weise an die Seminaristen des Seminars von Alba Iulia sowie an ihre Ausbilder, die sie auf dem Weg ihrer Berufung begleiten. W\u00e4hrend wir uns an diesem Ort versammeln, denke ich mit Dankbarkeit an Monsignore Zolt\u00e1n, der mein Mitarbeiter in der Abteilung f\u00fcr Allgemeine Angelegenheiten des Staatssekretariates war, als ich das Amt des Substituten innehatte.<br \/>\nNun, da ich dem Herrn als Apostolischer Nuntius diene, erkenne ich in diesem Titel den Sinn meiner Gegenwart in eurer Mitte: die Verk\u00fcndigung des Wortes Gottes. Es ist eine Verk\u00fcndigung, die wir in der Liebe zu Jesus Christus teilen, den wir im Glauben als den lebendigen Gott, als unseren Bruder und Erl\u00f6ser bekennen.<br \/>\nDas heutige Evangelium stellt uns eine Form des Wissens vor Augen, die sich nicht der Liebe \u00f6ffnet, sondern sich in Misstrauen verschlie\u00dft. In der Synagoge von Nazareth, angesichts der Weisheit Jesu, entsteht eine Frage: \u201eIst das nicht der Sohn des Zimmermanns?\u201c (Mt 13,55). Es ist eine Frage, die eine Wahrheit ausdr\u00fcckt, aber nicht die ganze Wahrheit. Es ist ein begrenztes, oberfl\u00e4chliches Wissen, das nicht \u00fcber den \u00e4u\u00dferen Anschein hinausgeht. Und so geschieht es, dass Jesus dort \u201enicht viele Wunder wirkte, wegen ihres Unglaubens\u201c (Mt 13,58).<br \/>\nHier offenbart sich ein Paradox: Gerade diejenigen, die Jesus am n\u00e4chsten stehen, haben Schwierigkeiten, Ihn zu erkennen. Vertrautheit und Gewohnheit werden zu einem Hindernis. Es schleicht sich die Gefahr ein zu glauben, wir kennten Gott bereits, und uns nicht mehr von Seiner Gegenwart \u00fcberraschen zu lassen. Auch wir k\u00f6nnen in diese Versuchung geraten, wenn wir den Glauben wie eine Routine leben, ohne Staunen, ohne Verwunderung. Doch wenn das Herz sich den Werken Gottes verschlie\u00dft, finden Seine Wunder keinen Raum mehr in unserem Leben.<br \/>\nUnd doch wird gerade diese menschliche Begrenztheit zu einem Ruf, unseren Blick zu bekehren. Der Herr wird niemals m\u00fcde, durch unser Leben zu gehen, leise an die T\u00fcr unseres Herzens zu klopfen und uns immer wieder eine neue M\u00f6glichkeit zu schenken, Ihn zu erkennen. Jeder Tag kann zu einem neuen \u201eNazareth\u201c werden, das uns einl\u00e4dt, aus unseren Verschlossenheiten herauszutreten und uns f\u00fcr die Neuheit Gottes zu \u00f6ffnen.<br \/>\nDie Ereignisse von Nazareth warnen uns genau davor: vor der Gewohnheit, die das Staunen erstickt. Der Herr l\u00e4dt uns ein, unseren Blick zu erneuern und Seine Gegenwart im allt\u00e4glichen Gef\u00fcge unseres Lebens zu erkennen, in den Menschen und Situationen, die wir allzu leicht f\u00fcr banal halten. Deshalb wollen wir unser Gebet erheben: um ein einfaches Herz bitten, offen f\u00fcr das Staunen, gehorsam im H\u00f6ren, bereit, die Stimme Gottes zu erkennen, selbst dann, wenn sie durch das uns Vertraute erklingt. So wird unser Leben zu einem Raum, in dem Er erneut Seine Wunder wirken kann.<br \/>\nAuf diesem Weg begleitet uns die Gestalt des heiligen Josef, den wir heute als den \u201eArbeiter\u201c verehren: ein gerechter Mann, mit einfachem und offenem Herzen, f\u00e4hig, Gott im Alltag zu erkennen. In ihm betrachten wir die stille Gr\u00f6\u00dfe dessen, der das G\u00f6ttliche in den kleinen Dingen zu entdecken wei\u00df und in der t\u00e4tigen Stille die Gegenwart Gottes bewahrt.<br \/>\nDer heilige Josef lehrt uns auch den Wert der in Treue gelebten Zeit. Sein Leben ist nicht von spektakul\u00e4ren Ereignissen gepr\u00e4gt, sondern von einer best\u00e4ndigen Bereitschaft gegen\u00fcber dem Willen Gottes. Gerade in der Ausdauer des Alltags wird er zum Mitarbeiter im g\u00f6ttlichen Heilsplan. So sind auch wir eingeladen zu entdecken, dass Heiligkeit nicht nur in au\u00dfergew\u00f6hnlichen Momenten entsteht, sondern in der dem\u00fctigen und best\u00e4ndigen Treue gegen\u00fcber den kleinen Dingen.<\/p>\n<p>Liebe <strong>Mitbr\u00fcder im priesterlichen Dienst<\/strong>, das Wort des Apostels ermahnt uns mit Nachdruck: \u201eDient dem Herrn Christus\u201c (Kol 3,24). In diesem Wort liegt das Zentrum unseres priesterlichen Dienstes. Wie der heilige Josef sind auch wir berufen, den Herrn zu suchen und Ihm treu zu dienen. M\u00f6ge die Liebe das Band all unseres pastoralen Handelns sein, der Friede Christi das Kriterium unserer Entscheidungen und die Dankbarkeit der Atem unserer Sendung.<br \/>\nDer heilige Johannes Paul II. bringt diese Wahrheit mit gro\u00dfer Tiefe zum Ausdruck: \u201eDurch seine Arbeit in der Werkstatt, in der er gemeinsam mit Jesus seinem Handwerk nachging, hat Josef die menschliche Arbeit dem Geheimnis der Erl\u00f6sung nahegebracht\u201c (Apostolisches Schreiben Redemptoris custos, 22). Auch unser Dienst ist dazu berufen: das Heil im konkreten Leben der Menschen sichtbar zu machen \u2013 durch einen dem\u00fctigen, treuen und oft verborgenen Dienst. Lassen wir uns im Alltag von Gott formen, damit unser Wirken zur Transparenz Seiner Gegenwart werde.<\/p>\n<p>Liebe <strong>Seminaristen<\/strong>, euch gilt in besonderer Weise das Wort: \u201eIn euren Herzen herrsche der Friede Christi. Seid dankbar!\u201c (Kol 3,15). Frieden und Dankbarkeit entspringen einem Herzen, das sich formen l\u00e4sst. So war es beim heiligen Josef, in der Einfachheit von Nazareth. Auch f\u00fcr euch ist die Zeit der Ausbildung bereits eine Zeit der Verwandlung: ein Weg, der mit Hingabe und Dankbarkeit gegangen werden will.<br \/>\nSeid dankbar f\u00fcr die empfangene Berufung, f\u00fcr den Weg, den ihr geht, f\u00fcr die Freuden und sogar f\u00fcr die Pr\u00fcfungen. Vergesst nicht: Ein dankbares Herz ist ein freies Herz, f\u00e4hig zu wachsen und sich hinzugeben.<\/p>\n<p>Liebe <strong>Gl\u00e4ubige<\/strong>, auch an euch richtet sich ein Wort der Orientierung und der Hoffnung: \u201eVor allem aber bekleidet euch mit der Liebe; sie ist das Band der Vollkommenheit\u201c (Kol 3,14). Euer t\u00e4gliches Leben \u2013 die Arbeit, die Familie, die Beziehungen \u2013 ist der Ort, an dem das Evangelium Fleisch annimmt. Dort wirkt Gott, verwandelt und heiligt, so wie es im Leben eurer Vorfahren geschehen ist, w\u00e4hrend der tausendj\u00e4hrigen Geschichte des Christentums in diesen Landen.<br \/>\nPapst Franziskus schenkt uns einen wertvollen Schl\u00fcssel, um den Sinn unseres t\u00e4glichen Handelns zu verstehen: \u201eDie Arbeit wird zur Teilhabe an dem Werk der Erl\u00f6sung selbst\u201c (Apostolisches Schreiben Patris corde, 6). Das bedeutet, dass eure Arbeit niemals vergeblich ist: selbst dann nicht, wenn sie m\u00fchsam, unscheinbar oder verborgen ist. Sie tr\u00e4gt zum Guten bei, baut Gemeinschaft auf, tr\u00e4gt das Leben der Familie und er\u00f6ffnet Horizonte der Hoffnung.<br \/>\nGenau in dieser Wahrheit hat die christliche Hoffnung ihre Wurzeln: in der Gewissheit, dass nichts von dem, was in Liebe gelebt wird, vor Gott verloren geht und dass jede im Herrn vollbrachte Handlung einen Wert in sich tr\u00e4gt, der die Grenzen der Zeit \u00fcbersteigt.<br \/>\nDennoch fehlen nicht jene Momente, in denen die M\u00fchen des Alltags das Herz beschweren und den Blick tr\u00fcben. In solchen Situationen sind wir gerufen, das Ged\u00e4chtnis des Glaubens zu erneuern: Gott ist nicht abwesend, sondern wirkt leise und verborgen \u2013 so wie es in Nazareth geschah. Dann tr\u00e4gt und f\u00fchrt uns der Glaube: Er lehrt uns, zu vertrauen, auch wenn wir nicht sehen, auszuharren, auch wenn wir nicht alles verstehen, in der Gewissheit, dass der Herr jeden Schritt unseres Weges begleitet und st\u00e4rkt.<\/p>\n<p>Geliebte Br\u00fcder und Schwestern,<br \/>\ndas Evangelium erinnert uns daran, dass dort, wo das Herz sich verschlie\u00dft, die Wunder nicht mehr geschehen; doch wenn es sich \u00f6ffnet, kann Gott wirken. So sehen wir es auch im Leben des heiligen Josef: nicht in au\u00dfergew\u00f6hnlichen Gesten vor den Augen der Welt, sondern in der stillen Treue, in der t\u00e4glichen Arbeit, in der diskreten Gegenwart. Gerade dort hat Gott Sein Werk vollbracht. Und ebenso m\u00f6chte Er es auch mit uns tun. In der Einfachheit unseres Lebens, in den allt\u00e4glichen Wirklichkeiten, in der Arbeit und in unseren Beziehungen wirkt Gott weiter. \u00d6ffnen wir daher vertrauensvoll unsere Herzen, und wir werden sehen, dass der Herr auch heute Seine Wunder vollbringt.<\/p>\n<p>Indem wir Seine Worte im Herzen bewahren, empfehle ich euch alle \u2013 die Bisch\u00f6fe, die Mitbr\u00fcder, die Seminaristen und die Gl\u00e4ubigen der Di\u00f6zese \u2013 dem m\u00fctterlichen Schutz Mariens von Radna. Durch die F\u00fcrsprache des heiligen Gerhard von Sagredo, eures Patrons, segne der Herr diese Lande. Amen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 1. und 2. Mai 2026 stattete Seine Exzellenz Msgr. Edgar Pe\u00f1a Parra, Titularerzbischof von Telepte, Apostolischer Nuntius in Italien und in der Republik San Marino, der Di\u00f6zese Temeswar einen Besuch ab. Am ersten Tag des Besuchs, Freitag, dem 1. Mai 2026, zelebrierte Msgr. 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