{"id":86183,"date":"2026-05-07T20:28:44","date_gmt":"2026-05-07T17:28:44","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=86183"},"modified":"2026-05-07T20:29:30","modified_gmt":"2026-05-07T17:29:30","slug":"ein-jahr-mit-papst-leo-xiv-zeugen-des-evangeliums-durch-einheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/ein-jahr-mit-papst-leo-xiv-zeugen-des-evangeliums-durch-einheit\/","title":{"rendered":"Ein Jahr mit Papst Leo XIV.: Zeugen des Evangeliums durch Einheit"},"content":{"rendered":"<p>Der rote Faden des Lehramtes von Leo XIV. \u00fcber die Mission und die Worte Jesu: \u201eDaran werden alle erkennen, dass ihr meine J\u00fcnger seid: wenn ihr einander liebt.\u201c<\/p>\n<p><b><i>Andrea Tornielli &#8211; Vatikanstadt<\/i><\/b><\/p>\n<p>Die beiden stets wiederkehrenden Hauptthemen im ersten Pontifikatsjahr von Leo XVI., der weiterhin um das Gebet in eben diesen Anliegen bittet, waren: \u201eFrieden\u201c und \u201eEinheit der Kirche\u201c. So wie sich das Thema des Friedens aufgrund der Zunahme sinnloser Kriege und der fortschreitenden Aush\u00f6hlung des V\u00f6lkerrechts als dringliche Notwendigkeit herausgestellt hat, ist die Einheit der Kirche ein roter Faden, der sich durch das gesamte Lehramt des in Chicago geborenen Bischofs von Rom zieht, der in Peru als Missionar t\u00e4tig war. Die Art und Weise, wie Leo seine Aufrufe zur Einheit derer, die an Christus glauben, wiederholt hat, ist besonders bedeutsam und hat nichts mit dem Bed\u00fcrfnis nach \u201eNormalit\u00e4t\u201c oder Beschaulichkeit zu tun, die Unterschiede bes\u00e4nftigt und Gegens\u00e4tze verw\u00e4ssert.<\/p>\n<p>Der Papst hat dies in seiner Ansprache an die Kardin\u00e4le w\u00e4hrend des au\u00dferordentlichen Konsistoriums am 7. Januar 2026 deutlich gemacht, als er die von seinen Vorg\u00e4ngern vertretene konziliare Perspektive erl\u00e4uterte. Dabei sprach er, Benedikt XVI. zitierend, \u00fcber die \u201eAnziehung\u201c: \u201eDie Kirche betreibt keinen Proselytismus. Sie entwickelt sich vielmehr durch ,Anziehung\u2018: Wie Christus mit der Kraft seiner Liebe, die im Opfer am Kreuz gipfelt, ,alle an sich zieht\u2018, so erf\u00fcllt die Kirche ihre Sendung in dem Ma\u00df, in dem sie, mit Christus vereint, jedes Werk in geistlicher und konkreter \u00dcbereinstimmung mit der Liebe ihres Herrn erf\u00fcllt.\u201c Nachdem Papst Leo daran erinnert hatte, dass sein Vorg\u00e4nger \u201ediesem Ansatz uneingeschr\u00e4nkt zustimmte und ihn mehrfach in verschiedenen Zusammenh\u00e4ngen wiederholte\u201c, f\u00fcgte er hinzu: \u201eHeute greife ich ihn mit Freude wieder auf und teile ihn mit euch. Und ich lade mich und euch ein, genau darauf zu achten, was Papst Benedikt als die ,Kraft\u2018 bezeichnet hat, die dieser Anziehung zugrunde liegt: Diese Kraft ist die\u00a0<i>Charis<\/i>, ist die\u00a0<i>Agape<\/i>, ist die Liebe Gottes, die in Jesus Christus Mensch geworden ist\u2026\u201c<\/p>\n<p>In dieser Ansprache sagte Leo auch, dass \u201edie Liebe Christi uns antreibt, weil sie uns besitzt, uns umgibt, uns fesselt. Dies ist die Kraft, die alle zu Christus hinzieht\u2026 Einheit zieht an, Spaltung zerstreut. Dies scheint mir auch in der Physik zu gelten, sowohl im Mikrokosmos als auch im Makrokosmos. Um also eine wirklich missionarische Kirche zu sein, das hei\u00dft eine Kirche, die f\u00e4hig ist, die Anziehungskraft der Liebe Christi zu bezeugen, m\u00fcssen wir vor allem sein Gebot in die Tat umsetzen, das einzige, das er uns gegeben hat, nachdem er seinen J\u00fcngern die F\u00fc\u00dfe gewaschen hatte: ,Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben.\u2018\u201c<\/p>\n<p>Die Worte Jesu verweisen auf das Herz der Mission: \u201eDaran werden alle erkennen, dass ihr meine J\u00fcnger seid: wenn ihr einander liebt.\u201c Die Einheit der Kirche offenbart sich also in dieser F\u00e4higkeit, aus Gnade die Beziehungen zu unseren Br\u00fcdern und Schwestern auf neue Weise zu leben. Sie zeigt sich in dieser F\u00e4higkeit gegenseitigen Wohlwollens und gegenseitiger Vergebung, so dass jene tiefe Gemeinschaft aufstrahlt, die in einer authentisch gelebten christlichen Erfahrung \u00fcber alle Differenzen und Spaltungen hinausgeht. Sie zeigt sich in dieser F\u00e4higkeit, Spannungen und Konflikte zu \u00fcberwinden, weil wir uns alle als Berufene erkennen; als S\u00fcnder, denen vergeben wurde und die Barmherzigkeit brauchen; als unn\u00fctze Diener, die alle gleicherma\u00dfen von einer unendlichen, unverdienten Liebe \u00fcberflutet werden. Sie zeigt sich in der F\u00e4higkeit, Synodalit\u00e4t zu leben, die nichts anderes ist als die konkrete Art und Weise, in der Kirche in Gemeinschaft zu sein.<\/p>\n<p>Nur so, nur wenn sie so lebt, ist die christliche Gemeinschaft anziehend. Sie zieht an, wenn sie nicht auf sich selbst konzentriert ist; wenn sie nicht meint, dass sie aus eigenem Licht strahlen kann oder die Marketingstrategien von Werbeagenturen nachahmen soll; wenn sie ideologische Polarisierung vermeidet. Die christliche Gemeinschaft ist anziehend und somit missionarisch, wenn sie durch ihre Einheit das Licht eines Anderen widerspiegelt und es versteht, allen die Umarmung der Barmherzigkeit anzubieten, die sie selbst als Erste erfahren hat und Tag f\u00fcr Tag in der Begegnung mit Christus neu erlebt.<\/p>\n<p>Die Einheit der Kirche ist weder Konformismus noch Beschaulichkeit, sondern sie ist das Resultat einer Liebe, die uns umgibt und sich \u00fcberall ausbreiten m\u00f6chte, indem sie das Miteinander \u00fcber das Streben nach Selbstdarstellung, die Gemeinschaft \u00fcber die Spaltung, die Sanftmut \u00fcber die \u00dcberheblichkeit und Worte des Friedens \u00fcber die Hassrede stellt, die leider einen Gro\u00dfteil der digitalen Welt belastet. Die Einheit der Kirche betrifft nicht nur die Christen und auch nicht nur die Gl\u00e4ubigen. Papst Leo hat dies in der heiligen Messe zum Beginn seines Petrusdienstes erl\u00e4utert, als er seinen gro\u00dfen Wunsch zum Ausdruck brachte: \u201eeine geeinte Kirche, als Zeichen der Einheit und der Gemeinschaft, die zum Ferment einer vers\u00f6hnten Welt wird\u201c. Dabei lud er die Welt ein, auf Christus zu schauen, sich ihm zu n\u00e4hern, auf \u201esein Angebot der Liebe\u201c zu h\u00f6ren, \u201edamit ihr zu seiner einen Familie werdet: In dem einen Christus sind wir eins. Und das ist der Weg, der gemeinsam zu gehen ist, innerhalb der Kirche, aber auch mit den christlichen Schwesterkirchen, mit denen, die andere religi\u00f6se Wege gehen, mit denen, die die Unruhe der Suche nach Gott in sich tragen, mit allen Frauen und M\u00e4nnern guten Willens, um eine neue Welt aufzubauen, in der der Friede herrscht.\u201c<\/p>\n<p>In einer dramatischen Stunde der Menschheitsgeschichte, in einer von Kriegen zerrissenen Welt, ist die Einheit der Kirche f\u00fcr alle eine Prophetie des Friedens.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/vatikan\/news\/2026-05\/papst-leo-xiv-zeugen-evangelium-einheit-jahrestag-wahl.html\">www.vaticannews.va\/de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der rote Faden des Lehramtes von Leo XIV. \u00fcber die Mission und die Worte Jesu: \u201eDaran werden alle erkennen, dass ihr meine J\u00fcnger seid: wenn ihr einander liebt.\u201c Andrea Tornielli &#8211; Vatikanstadt Die beiden stets wiederkehrenden Hauptthemen im ersten Pontifikatsjahr von Leo XVI., der weiterhin um das Gebet in eben diesen Anliegen bittet, waren: \u201eFrieden\u201c und [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":85970,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[66],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/86183"}],"collection":[{"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=86183"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/86183\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":86185,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/86183\/revisions\/86185"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/85970"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=86183"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=86183"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=86183"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}