{"id":86330,"date":"2026-05-10T21:04:21","date_gmt":"2026-05-10T18:04:21","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=86330"},"modified":"2026-05-12T08:07:25","modified_gmt":"2026-05-12T05:07:25","slug":"unter-der-obhut-schutzheiliger-selige-gisela","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/unter-der-obhut-schutzheiliger-selige-gisela\/","title":{"rendered":"Unter der Obhut Schutzheiliger \u2013 Selige Gisela"},"content":{"rendered":"<p>Im Ungarischen Katholischen Lexikon sowie im Deutschen lesen wir \u00fcber den Begriff \u201eSchutzheiliger\u201c folgendes: \u201eSchutzpatron, Patron, Patronin: ein von einem Volk, einer Di\u00f6zese, einer Ortschaft oder einer amtlichen Person mit Zustimmung des Heiligen Stuhls als himmlischer Besch\u00fctzer gew\u00e4hlter Heiliger. Bei Kirchen ist es der Titularheilige, zu dessen Ehren der Hauptaltar geweiht ist und unter dessen Schutz das betreffende Kloster oder die betreffende Siedlung oder Einrichtung gew\u00f6hnlich steht\u201c. Und der Titel einer Kirche (lateinisch: <em>titulus ecclesiae<\/em>) ist \u201eeine g\u00f6ttliche oder irdische Person (Heiliger), zu deren Ehren eine Kirche geweiht oder benannt ist. Neben dieser Person kann der Titel der Kirche auch das g\u00f6ttliche Geheimnis sein, das zu ihr geh\u00f6rt\u201c.<br \/>\nIm Schematismus der Di\u00f6zese Tschanad aus dem Jahr 1913 wurden \u00fcber die Kirche in Arad\u2011Gai folgende Angaben festgehalten: <em>Vorstadt der Freien K\u00f6niglichen Stadt Arad, seit 1904 Lokalkaplanei. Die Kirche wurde zwischen 1856 und 1858 erbaut und zu Ehren der Seligen Gisela geweiht. In der Pfarrei mit den Filialen Arad\u2011Schega und Sanktpaul lebten insgesamt 3425 r\u00f6misch\u2011katholische Gl\u00e4ubige; die gesprochenen Sprachen unter den Katholiken sind Ungarisch, Deutsch und Slawisch. Im Jahr 1912 wurden in der Pfarrei 154 Taufen, 29 Trauungen und 90 Begr\u00e4bnisse verzeichnet<\/em><em>. <\/em><br \/>\nHeuer feiert die aus Gl\u00e4ubigen rum\u00e4nischer, ungarischer und deutscher Herkunft bestehende Gemeinde unter der Leitung von Pfarrer Zolt\u00e1n Gy\u00f6rgy ihr Patrozinium am Sonntag, dem 10. Mai, um 12.00 Uhr. Die Pfarrgemeinde z\u00e4hlt heute etwa 700 Mitglieder. Diese Kirche ist die einzige in der Di\u00f6zese Temeswar, die unter dem Schutz der Seligen K\u00f6nigin Gisela steht.<\/p>\n<p><strong>Gisela \u2013 K\u00f6nigin<\/strong><br \/>\nDie B\u00fcste der Seligen Gisela vor der Kirche in Arad\u2011Gai zeigt die Patronin des Gotteshauses in k\u00f6niglicher Kleidung und mit einer Krone auf dem Haupt. Das Hauptaltarbild hingegen stellt sie als Ehefrau und Mutter dar, gemeinsam mit den zwei heiliggesprochenen Mitgliedern ihrer Familie: dem hl. Stephan, K\u00f6nig von Ungarn, ihrem Ehemann, und dem hl. Emmerich, ihrem Sohn.<br \/>\n\u201eIm Jahr 2008 malte die K\u00fcnstlerin und Restauratorin Magda Luk\u00e1csovits-Hatzack sechs Szenen in Secco\u2011Technik, die wichtige Momente aus dem Leben der K\u00f6nigin Gisela darstellen. Und am 10. Mai 2009 wurde die Bronzeb\u00fcste der Seligen Gisela vor der Kirche gesegnet \u2013 ein Werk des Arader K\u00fcnstlers Rudolf Kocsis\u201c, berichtete Pfarrer Zolt\u00e1n Gy\u00f6rgy, der Seelsorger der Gemeinde.<br \/>\nWie das <em><a href=\"https:\/\/www.heiligenlexikon.de\/BiographienG\/Gisela_von_Ungarn.html\">\u00d6kumenisches Heiligenlexikon<\/a> <\/em>berichtet, wurde Gisela um das Jahr 985 in der Burg Abbach bei Regensburg in Bayern geboren. Sie war die Tochter von Herzog Heinrich II., dem Z\u00e4nker, und Gisela von Burgund sowie die Schwester des sp\u00e4teren Kaisers Heinrich II. Im Alter von zehn Jahren wurde sie die Ehefrau des F\u00fcrsten Stephan, der sp\u00e4ter der erste christliche K\u00f6nig Ungarns werden sollte. Als K\u00f6nigin ab dem Jahr 997 engagierte sich Gisela tief f\u00fcr die Verbreitung des christlichen Glaubens in Ungarn und unterst\u00fctzte den Bau von Kirchen und Kl\u00f6stern. Ihr Sohn Emmerich starb im Jahr 1031 bei einem Jagdunfall.<br \/>\n\u201eDe anno, quo S. Stephanus nuptias contraxit cum Gisela, S. Henrici imperatoris sorore, minime convenit inter scriptores, qui annos assignant multum diversos. Antiquorum hac de re dissensio effecit, ut neoterici quoque in varias abierint sententias. Inchoferus in Annalibus nuptias Stephani cum Gisela alligat anno 1005; at nuptias citius contractas videbimus. Schwartzius pag. 7, num. 6 de tempore nuptiarum haec scribit: \u201cNuptias eius ad annum MX Sigebertus ponit, cuius quidem calculus vitio non caret, fateor\u2026\u201c Propius ad rem accedit Aventinus, nuptiarum annum scribens MV. Id longe est certissimum: ante annum MII matrimonium principum non coaluisse. Idem enim omnes perhibent: fratrem Giselae, Henricum, ea tempestate imperii habenas tenuisse; eas vero anno MII adeptus est. Ita quidem ille intrepide definit; at cum falsum sit omnes asserere Henricum tempore matrimonii huius imperatorem fuisse, incerta mihi est ea opinio, imo minus probabilis ob rationes mox dandas\u201c \u2013 Wie in den <a href=\"http:\/\/www.documentacatholicaomnia.eu\/20vs\/202_Acta_Sanctorum\/1643-1925,_Societe_des_Bollandistes,_Acta_Sanctorum_09_Septembris_Tomus_01_1746,_LT.pdf\"><em>Acta sanctorum Bollandiana<\/em><\/a>\u00a0\u00fcber das Jahr der Eheschlie\u00dfung der Seligen Gisela mit K\u00f6nig Stephan zu lesen ist: \u201eBez\u00fcglich des Jahres, in dem der hl. Stephan die Ehe mit Gisela, der Schwester des hl. Kaisers Heinrich, geschlossen hat, besteht keinerlei \u00dcbereinstimmung unter den Autoren; sie nennen sehr unterschiedliche Jahreszahlen. Die Uneinigkeit der alten Autoren hat dazu gef\u00fchrt, dass auch die neueren zu verschiedenen Meinungen gelangt sind. Inchofer setzt in den Annales die Ehe zwischen Stephan und Gisela auf das Jahr 1005; doch wir werden sehen, dass die Hochzeit fr\u00fcher stattgefunden hat. Schwartzius schreibt auf S. 7, Nr. 6: \u00bbSigebert datiert sie auf das Jahr 1010, obwohl ich zugebe, dass diese Berechnung nicht fehlerfrei ist\u2026\u00abAventinus kommt der Wahrheit n\u00e4her, indem er das Jahr 1000 angibt. Sicher ist jedoch, dass die f\u00fcrstliche Ehe vor dem Jahr 1002 nicht geschlossen worden war. Alle behaupten dasselbe: dass Giselas Bruder Heinrich damals die Herrschaft \u00fcber das Reich innehatte; diese Macht erlangte er jedoch erst im Jahr 1002.\u201c<br \/>\nDie Autoren der <em>Acta Sanctorum Bollandiana<\/em> folgern daraus, dass Gisela im Jahr 1000 bereits im Hause Stephans lebte, sodass die Eheschlie\u00dfung h\u00f6chstwahrscheinlich um 995\u2013996 stattgefunden hat.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/4-2.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload size-large wp-image-86284 aligncenter\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/4-2-1024x654.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/4-2-1024x654.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"654\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%271024%27%20height%3D%27654%27%20viewBox%3D%270%200%201024%20654%27%3E%3Crect%20width%3D%271024%27%20height%3D%27654%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/4-2-200x128.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/4-2-300x192.jpg 300w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/4-2-400x256.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/4-2-460x295.jpg 460w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/4-2-600x383.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/4-2-768x491.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/4-2-800x511.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/4-2-1024x654.jpg 1024w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/4-2-1200x767.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/4-2-1536x982.jpg 1536w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/4-2.jpg 1568w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Gisela \u2013 \u00c4btissin<\/strong><br \/>\nDas Schicksal der K\u00f6nigin Gisela war kein leichtes: Sie musste mindestens f\u00fcnf ihrer Kinder zu Grabe tragen, darunter auch den Thronerben, den hl. Emmerich. Nach dem Tod K\u00f6nig Stephans brach ein Konflikt unter seinen Vettern aus, die Anspruch auf den Thron erhoben; in diesem Zusammenhang wurde auch Gisela verfolgt und h\u00f6chstwahrscheinlich in der Burg von Veszpr\u00e9m\/Wesprim gefangen gehalten. Erst um das Jahr 1046 wurde sie durch Kaiser Heinrich III. befreit.<br \/>\nDie verwitwete K\u00f6nigin zog sich anschlie\u00dfend in das Kloster Niedernburg in Passau zur\u00fcck, wo sie bis zu ihrem Lebensende blieb und 1057 zur \u00c4btissin der dortigen Schwestern ernannt wurde. Gisela starb am 7. Mai, vermutlich im Jahr 1065 (nach anderen Quellen 1055).<\/p>\n<p><strong>Gisela \u2013 Mitarbeiterin K\u00f6nig Stephans<\/strong><br \/>\nIn ihrer neuen Heimat Ungarn war K\u00f6nigin Gisela nicht nur eine treue Ehefrau und Mutter, sondern auch eine bedeutende Mitarbeiterin K\u00f6nig Stephans beim Aufbau der katholischen Kirchenstruktur. Dar\u00fcber berichtet Dr. Konr\u00e1d Sz\u00e1nt\u00f3 OFM in seinem Werk <em>Das Leben der Seligen Gisela, der ersten K\u00f6nigin Ungarns<\/em> (1988): <em>\u201eObwohl Giselas religi\u00f6ser Eifer Stephan in seinem Entschluss st\u00e4rkte, die Seelen der getauften Massen wahrhaft christlich zu formen, nahm Gisela im eigentlichen Sinne nur indirekt an dieser missionarischen Arbeit teil. Sie wurde jedoch die n\u00fctzlichste Helferin ihres Gatten und die hingebungsvollste Mitarbeiterin bei der Gr\u00fcndung neuer Kirchen und Kl\u00f6ster sowie bei der Ausstattung und Ausschm\u00fcckung der bereits errichteten. Die von Stephan oder der Seligen Gisela oder von beiden gemeinsam gegr\u00fcndeten Kirchen und Kl\u00f6ster verdanken Gisela zum gro\u00dfen Teil die f\u00fcr den Gottesdienst notwendigen liturgischen Gew\u00e4nder \u2014 sowohl deren Zuschnitt als auch deren Stickerei.\u201c<\/em><br \/>\n\u201eDie Kirche von <strong>Tschanad<\/strong> erhielt vom K\u00f6nig f\u00fcnfhundert Mark Gold und Silber, zehn Rollen Purpurstoff und vier Rollen feines Leinen; von der K\u00f6nigin weitere vier Rollen Purpur und vier Rollen feines Leinen. Das Kloster von P\u00e9csv\u00e1rad erhielt vom Heiligen K\u00f6nig neunundzwanzig Messgew\u00e4nder, zw\u00f6lf Dalmatiken (die liturgischen Gew\u00e4nder der Diakone und Subdiakone), sechzig Pluviale, siebenundzwanzig Altart\u00fccher, neunundzwanzig Altardecken, vier Stuhl\u00fcberw\u00fcrfe, f\u00fcnfzig Messhemden, zweiundzwanzig wei\u00dfe Chorhemden (Karing), zehn Seidentapisserien, zehn Teppiche f\u00fcr die Altartreppen, neun Kreuze, sieben Reliquiare, f\u00fcnf Tragalt\u00e4re, vier Weihrauchf\u00e4sser, sechs Leuchter, elf Kelche, zw\u00f6lf Schalen, einige Kr\u00fcge, drei Silbertruhen sowie drei\u00dfig Stolen und Armreifen \u2014 all dies zur Weihe der Kirche.<br \/>\nDer Schatz des Klosters Pannonhalma, aus der Zeit des hl. Ladislaus, aber zum gro\u00dfen Teil sicher von hl. Stephan stammend, war noch reicher. Dort befanden sich unter anderem vierundzwanzig Kelche, davon dreizehn aus reinem Gold und drei mit Edelsteinen verziert; vierzehn Kruzifixe, davon zehn aus reinem Gold; zwei silberne und ein goldener Weihrauchf\u00e4sser; silberne Kr\u00fcge und Schalen; acht zweihenkelige Kelche f\u00fcr die Kommunionspendung; einundvierzig Messgew\u00e4nder; dreiundf\u00fcnfzig Pluviale, zwei davon mit goldenen Gl\u00f6ckchen versehen und eines mit perlenbesticktem Rand.\u201c (Hermann, E.: <em>Geschichte der katholischen Kirche in Ungarn bis 1914<\/em>, M\u00fcnchen, 1973, S. 36)<br \/>\nNeben den verschiedenen neuen liturgischen Gew\u00e4ndern war es auch notwendig, die abgenutzten St\u00fccke zu ersetzen und die besch\u00e4digten zu reparieren. In all dem gab K\u00f6nigin Gisela ein leuchtendes Beispiel. Sooft sie konnte, begleitete sie ihren Gemahl auf seinen Reisen durch das Land. Bei solchen Gelegenheiten hielten sie an Orten mit Kirchen an, und alles, was zu diesen geh\u00f6rte, wurde sorgf\u00e4ltig \u00fcberpr\u00fcft. W\u00e4hrend K\u00f6nig Stephan vor allem den baulichen Zustand der Kirchen begutachtete, untersuchte Gisela die Alt\u00e4re, Kelche, liturgischen Gew\u00e4nder und andere Gegenst\u00e4nde \u2013 und was sie nur konnte, reparierte sie mit ihren eigenen H\u00e4nden.<br \/>\nDavon berichtet auch J\u00e1nos Thur\u00f3czi, der zwischen 1435 und 1490 lebte, in seiner <em>Chronica Hungarorum<\/em>: <em>\u201eIn Anbetracht dessen lie\u00df sich K\u00f6nigin Gisela, wann immer sie zu einer Kirche in Ungarn kam, alle Gegenst\u00e4nde im Hause des Herrn zeigen, und jedes Jahr besserte sie alle Seiden- oder Samtstoffe aus, die einer Reparatur bedurften.\u201c<\/em> (Budapest, 1978, S. 109)<\/p>\n<p><strong>Gisela \u2013 als Selige verehrt<\/strong><br \/>\nDr. Konr\u00e1d Sz\u00e1nt\u00f3 OFM schreibt in seinem Werk <em>Das Leben der Seligen Gisela, der ersten K\u00f6nigin Ungarns<\/em> (1988): \u201eDie Verehrung Giselas nahm erheblich zu, nachdem ihr Gemahl und ihr Sohn im Jahr 1083 heiliggesprochen wurden, sowie ihr Bruder, Kaiser Heinrich, im Jahr 1146. Vor allem aber verdiente sie die Bewunderung ihrer Zeitgenossen und der Nachwelt dadurch, dass sie der Kirche Gottes zwei Heilige schenkte. Nur der ist f\u00e4hig, andere zu heiligen, der selbst den Gipfel der Vollkommenheit erreicht hat. Dass aus ihrem Gemahl Stephan der heilige Stephan wurde und aus ihrem Sohn Emmerich der keusche und heilige Prinz Emmerich, daran hatte Giselas Gottesliebe einen wesentlichen Anteil.<br \/>\nUnter den Tugenden, die Gisela von Kindheit an bis zum Ende ihres Lebens mit Konsequenz \u00fcbte, leuchteten drei in besonderer Weise hervor: ihr brennender Eifer f\u00fcr die Sache Gottes, ihre Geduld im Tragen der Kreuze und die heroische Aus\u00fcbung der N\u00e4chstenliebe. Alle ihre Biographen loben ihre barmherzige G\u00fcte gegen\u00fcber den Bed\u00fcrftigen, die Aufnahme der Verfolgten und ihre gro\u00dfz\u00fcgige F\u00fcrsorge f\u00fcr G\u00e4ste.<br \/>\nIn j\u00fcngerer Zeit war ein entscheidender Moment in der Geschichte der Gisela\u2011Verehrung die Initiative des Bistums Passau. Im April 1975 bat die Bistumsleitung um die Genehmigung eines eigenen liturgischen Textes f\u00fcr das Fest der K\u00f6nigin, das seit alters her am 7. Mai gefeiert wurde. Die Kongregation f\u00fcr den Gottesdienst genehmigte am 11. Juli 1975 die eigenen liturgischen Texte f\u00fcr dreiundzwanzig deutsche Di\u00f6zesen. In diesem Rahmen wurde auch der Antrag des Bistums Passau angenommen, und in der offiziellen Antwort wurde Gisela als \u201eSancta Gizela\u201c, also die heilige Gisela, bezeichnet.<br \/>\nAufgrund dieser offiziellen kirchlichen Anerkennung wurde am 7. Mai des folgenden Jahres in einer besonders feierlichen Liturgie zum ersten Mal der von Rom approbierte liturgische Text in der alten Kirche von Niedernburg zu Ehren der heiligen Gisela vorgetragen. Am selben Tag fanden auch in Passau und in den \u00fcbrigen Kirchen der Di\u00f6zese festliche Gedenkfeiern statt.\u201c<\/p>\n<p><strong>Schlussfolgerung<\/strong><br \/>\nBetrachtet man Giselas Leben als Ganzes, wird deutlich, dass Heiligkeit nicht nur aus au\u00dfergew\u00f6hnlichen Taten entsteht, sondern aus der t\u00e4glichen Treue zu Gott, aus dem unerm\u00fcdlichen Dienst an der Kirche und aus der konkreten, gelebten Liebe zum N\u00e4chsten. Obwohl sie nicht durch ein kanonisches Verfahren offiziell zur Ehre der Alt\u00e4re erhoben wurde, haben die ungarische und die deutsche Tradition seit dem Mittelalter in ihr das Bild einer Frau erkannt, die ihren Glauben heroisch gelebt hat.<br \/>\nIhre Verehrung \u2013 gest\u00e4rkt durch die Heiligsprechung ihres Gatten und ihres Sohnes \u2013 \u00fcberdauerte die Jahrhunderte, getragen von der Kraft ihres Beispiels. Und die liturgische Anerkennung, die die Kirche ihr 1975 gew\u00e4hrte, best\u00e4tigte lediglich, was das gl\u00e4ubige Volk immer wusste: dass Gisela, die K\u00f6nigin von Ungarn, ein Segen f\u00fcr das Land war, dem sie diente, und ein Geschenk f\u00fcr die Kirche Gottes.<\/p>\n<p>Pressestelle der Di\u00f6zese Temeswar<\/p>\n\n\t\t<style type=\"text\/css\">\n\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 33%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-86330 gallery-columns-3 gallery-size-large'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a data-rel=\"iLightbox[postimages]\" 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