{"id":87234,"date":"2026-06-17T19:46:11","date_gmt":"2026-06-17T16:46:11","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=87234"},"modified":"2026-06-17T19:51:02","modified_gmt":"2026-06-17T16:51:02","slug":"unter-dem-schutz-der-gottesmutter-tiroler-siedler-im-banat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/unter-dem-schutz-der-gottesmutter-tiroler-siedler-im-banat\/","title":{"rendered":"Unter dem Schutz der Gottesmutter: Tiroler Siedler im Banat"},"content":{"rendered":"<p>Das historische Tiroler Land geh\u00f6rt heute teils zu \u00d6sterreich, teils zu Italien. Doch nicht nur diese Region tr\u00e4gt diesen Namen. Es gibt auch eine gleichnamige Ortschaft im heutigen S\u00fcdtirol in Italien, die im 11. Jahrhundert als Sitz der Grafschaft Tirol diente und praktisch dem gesamten Land den Namen gab. Dar\u00fcber hinaus finden sich zwei weitere Ortschaften in S\u00fcdamerika: Dorf Tirol in Brasilien und Puerto Tirol in Argentinien. Beide wurden von Tiroler Auswanderern gegr\u00fcndet \u2013 ebenso wie das banater Dorf Tirol im Jahr 1810, das auf Deutsch auch <em>K\u00f6nigsgnad<\/em> genannt wird.<br \/>\nWer seine Heimat verl\u00e4sst, kann nur wenig Besitz mitnehmen. So machten sich auch die Tiroler mit nur wenigen pers\u00f6nlichen Habseligkeiten auf den Weg in ihre neue Heimat. Doch im Herzen trugen sie Hoffnung, Entschlossenheit, Ausdauer und ihr Vertrauen in ihre F\u00fcrsprecherin, die Heilige Maria, deren Bild \u2013 <em>Mariahilf<\/em> \u2013 sie als kostbaren Schatz in ihrer Kirche bewahrten. In ihrer alten Heimat Tirol \u2013 ja, im gesamten Alpenraum \u2013 wurde das Mariahilf\u2011Gnadenbild am meisten verehrt. Es zeigt die innige, zutiefst vertraute Beziehung zwischen der Gottesmutter und dem Jesuskind. Zugleich ist der Ruf <em>Maria hilf!<\/em> auch ein inst\u00e4ndiges Gebet.<\/p>\n<p><strong>Historischer Hintergrund<\/strong><br \/>\nNach der Franz\u00f6sischen Revolution von 1789 f\u00fcrchteten die Monarchien Europas \u2013 darunter auch das r\u00f6misch-deutsche Kaisertum \u2013, dass sich die revolution\u00e4ren Ideen auf ihre eigenen Gebiete ausbreiten k\u00f6nnten. Napoleon, der Feldherr des revolution\u00e4ren Frankreichs, f\u00fchrte mehrere Feldz\u00fcge gegen das Haus Habsburg, um den Einfluss Frankreichs zu st\u00e4rken. Tirol geh\u00f6rte damals zum Kaiserreich \u00d6sterreich und war ein strategisch wichtiges Gebiet: ein Durchgang zwischen Nord- und S\u00fcdeuropa \u00fcber die Alpen. Wer das zwischen den Bergen eingeklemmte Tiroler Land beherrschte, kontrollierte die Verkehrswege nach Deutschland, Italien und \u00d6sterreich.<br \/>\nNapoleon eroberte zun\u00e4chst Norditalien und gelangte damit unmittelbar an die Grenze Tirols. In der Schlacht bei Austerlitz (1805) besiegte er das russisch\u2011\u00f6sterreichische Heer, und im Frieden von Pressburg (1805) musste \u00d6sterreich Tirol an Bayern, Napoleons Verb\u00fcndeten, abtreten. Unter bayerischer Herrschaft wurden in der tief religi\u00f6sen, traditionsbewussten Tiroler Bev\u00f6lkerung die bisherigen kirchlichen Privilegien aufgehoben und neue Steuern eingef\u00fchrt \u2013 und all dies geschah im Schatten der Macht des franz\u00f6sischen Kaisers aus eigenen Gnaden.<br \/>\nDie Einheimischen blieben jedoch weiterhin den Habsburgern treu und erhoben sich deshalb 1809 gegen die Fremdherrschaft. Der Aufstand wurde von Andreas Hofer angef\u00fchrt und war zun\u00e4chst erfolgreich, doch Napoleon entsandte erneut Truppen und schlug die Erhebung blutig nieder. Nach Hofers Hinrichtung verlie\u00dfen viele Tiroler als politische Fl\u00fcchtlinge ihre Heimat. Ein Teil von ihnen siedelte sich in den \u00f6stlichen Provinzen des Habsburgerreiches an, darunter auch im Banat, wo sie auf ein neues Leben hofften.<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/16.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload wp-image-35115 alignleft\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/16-1024x768.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/16-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"479\" height=\"359\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27479%27%20height%3D%27359%27%20viewBox%3D%270%200%20479%20359%27%3E%3Crect%20width%3D%27479%27%20height%3D%27359%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/16-200x150.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/16-300x225.jpg 300w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/16-400x300.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/16-600x450.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/16-768x576.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/16-800x600.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/16-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/16-1200x900.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/16-1536x1152.jpg 1536w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 479px) 100vw, 479px\" \/><\/a>In der neuen Heimat<\/strong><br \/>\nDar\u00fcber, wie das neue Leben im Banat \u2013 im Gebiet des heutigen Karasch\u2011Sewerin (Cara\u0219\u2011Severin) \u2013 aussah, k\u00f6nnen sich Interessierte im Werk <em>Die Gr\u00fcndung der Tiroler Kolonie K\u00f6nigsgnade im Banat<\/em> von Ferdinand Hirn informieren. Der Autor beschreibt darin mit umfassender Gr\u00fcndlichkeit die Umst\u00e4nde der Gr\u00fcndung der Siedlung \u201eK\u00f6nigsgnad\u201c und widmet mehrere Seiten sowohl dem historischen Hintergrund als auch der Lage, die zur Flucht der Tiroler f\u00fchrte.<br \/>\n\u00dcber die Anf\u00e4nge von Tirol ist folgendes zu lesen:<br \/>\n\u201eIn der kaiserlichen Entschlie\u00dfung vom 1. September 1810 (\u2026) der Monarch verh\u00e4lt alle Beh\u00f6rden, der Ansiedelung der Tiroler die gr\u00f6\u00dfte Aufmerksamkeit zu widmen; da die erwartete Einwanderung aus den illyrischen Provinzen v\u00f6llig ausgeblieben sei, ordnet er die Erbauung von 30 H\u00e4usern im Gemeindegebiete von F\u00fczes an, (\u2026) und den Komitatsingenieur, weist einen Reisevorschu\u00df von 50 fl. wie auch zur Anschaffung der ersten Einrichtungsgegenst\u00e4nde eine Unterst\u00fctzung von je 100 fl. an, die jedoch erst dann auszubezahlen sei, wenn die Siedler am Orte ihrer Bestimmung eingetroffen w\u00e4ren. (\u2026) Nun erging an die ungarische Hofkammer der Befehl, sofort durch die Temeser Kameralverwaltung mit den Bauen von 30 H\u00e4usern beginnen zu lassen; sie seien aus gestampfter Erde aufzuf\u00fchren und im Geschmacke der Tiroler zu halten; diese h\u00e4tten hiebei Handlangerdienste zu leisten.\u201c<br \/>\nDie ersten Tiroler, die zu einer \u201eErkundungsreise\u201c ins Banat aufbrachen, waren zwei hochangesehene M\u00e4nner: Speckbacher und Thalguter. Die Beh\u00f6rden \u201eMit R\u00fccksicht auf die gute Absicht, welche die Bittsteller leitete, wird auch das weitere Verlangen, es solle tunlichst bald zur Erbauung der Kirche, eines katholischen Pfarrhofes und der Schule geschritten werden, mit der Bemerkung gut gehei\u00dfen, da\u00df diese Last ohnehin der Grundherrschaft obliege, die hierf\u00fcr das Patronatsrecht in Anspruch nehmen d\u00fcrfe. (\u2026) Fast ein halbes Jahr bevor alle die Siedlung betreffenden Fragen in der erw\u00e4hnten Weise ihre Erledigung fanden, waren die ersten Tiroler in die neue Heimat aufgebrochen; ihr Geschick gestaltete sich wahrhaft ersch\u00fctternd. Die unfreiwillige lange Rast in Ofen zehrte rasch den sp\u00e4rlichen Reisevorschu\u00df auf, welchen sie in Wien erhalten hatten; die ungarische Hofkammer zahlte daher die zweite Rate von 30 fl. aus, ein Vorgehen, das der Hof v\u00f6llig billigte. Des Zwanges m\u00fcde, zogen sie dann auf eigene Faust in das Banat weiter. Im Herbst 1810 folgten verschiedene andere, zumeist junge Leute und Stellenfl\u00fcchtlinge.\u201c<br \/>\nDas Elend der ersten Siedler wurde durch den hereinbrechenden Winter noch verst\u00e4rkt. Deshalb \u201eKameralbeamte Karl Richter in Detta nach dem Auskunftsmittel gegriffen, sie bei den dortigen deutschen Untertanen einquartieren und verpflegen zu lassen. Wohl waren f\u00fcr den Unterhalt t\u00e4glich 30 Kreuzer angewiesen worden; der Beamte bem\u00fchte sich \u00fcberdies nach besten Kr\u00e4ften, den Armen noch Verdienst zu verschaffen. Allein die Ankunft der Leute war zu einer Zeit erfolgt, als der Winter vor der T\u00fcre stand; es fand sich nur selten eine passende Arbeitsgelegenheit; daher steigerte sich die Not der Heimatlosen mit jedem Tage. Die ungeordnete Lebensweise wie auch die fremdartigen klimatischen Verh\u00e4ltnisse sch\u00e4digten die Gesundheit der Angekommenen. Mit r\u00fchmenswertem Eifer nahm sich der Chirurg in Detta Franz J\u00e4ger der Kranken an.\u201c<br \/>\nWie der Autor am Ende des 1920 erschienenen Bandes anmerkt, \u201eNur 22 Familien blieben in K\u00f6nigsgnade zur\u00fcck, von denen der unerbittliche Tod alle bis auf eine einzige hinwegraffte; heute befindet sich in <em>Kir\u00e1lykegye<\/em> nur noch die Familie Zauner, deren Ahnen einst aus Tirol einwanderten.\u201c<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/1-kicsi.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload  wp-image-87213 alignright\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/1-kicsi-743x1024.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/1-kicsi-743x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"529\" height=\"729\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27529%27%20height%3D%27729%27%20viewBox%3D%270%200%20529%20729%27%3E%3Crect%20width%3D%27529%27%20height%3D%27729%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/1-kicsi-200x276.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/1-kicsi-218x300.jpg 218w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/1-kicsi-400x551.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/1-kicsi-600x827.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/1-kicsi-743x1024.jpg 743w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/1-kicsi-768x1058.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/1-kicsi-800x1102.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/1-kicsi-1115x1536.jpg 1115w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/1-kicsi.jpg 1156w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 529px) 100vw, 529px\" \/><\/a>Das Geschenk des Kaisers: ein vergoldetes Kreuz und ein Marien-Bild<\/strong><br \/>\nWerfen wir einen Blick in ein anderes mehrb\u00e4ndiges Werk, in die umfassende Reihe <em>Erbe und Auftrag<\/em> des emeritierten temeswarer Bischofs Martin Roos. Im Band I, 2b schreibt der Autor \u00fcber die Gr\u00fcndung der Ortschaft Tirol \/ K\u00f6nigsgnad, die aus Dankbarkeit \u201eder k\u00f6niglichen Gnade\u201c gewidmet wurde, Folgendes: \u201eAls Napoleon auf seinem Siegeszug nach Osten auch das Land Tirol unter seine Herrschaft brachte, erhob sich hier Kind und Kegel gegen die fremden Besatzer. Dabei stand auch der Klerus nicht abseits. Napoleon wieder schickte unter einem franz\u00f6sischen General Bayerische Abteilungen ins Land, die durch ihre Grausamkeiten an der Zivilbev\u00f6lkerung sich den elementaren Ha\u00df der Landeskinder zuzogen. Unter Andreas Hofer und Josef Speckbacher errangen die Tiroler am 13. April 1809 am Bergisel bei Innsbruck einen gl\u00e4nzenden Sieg. Nur mit M\u00fche konnte sich der Franzose aus der verdammten Provinz \u2013 wie es die Besiegten sahen \u2013 nach Bayern fl\u00fcchten.<br \/>\nAndreas Hofer aber wurde im Januar 1810 gefangen genommen und in den Festungsgr\u00e4ben von Mantua am 19. Februar erschossen. Im Wiener Friedens-vertrag, der f\u00fcr die \u00d6sterreicher sehr nachteilig ausgefallen war, mu\u00dfte der Kaiser auch Tirol seinem Schicksal \u00fcberlassen. Die Getreuen Hofers erbaten sich unter Josef Speckbacher von Kaiser Franz I. einen Siedlungsplatz in Ungarn, was ihnen gerne gew\u00e4hrt wurde. Nach l\u00e4ngerem Suchen entschieden sich die Tiroler Fl\u00fcchtlinge f\u00fcr ein Gel\u00e4nde im Banater Bergland im Komitat Karasch, zwischen Doklin, Fizesch und Binisch, dass sie rodeten und aus Dankbarkeit K\u00f6nigsgnad nannten.<br \/>\nDie ersten Familien lie\u00dfen sich hier im Fr\u00fchsommer 1810 nieder (eher 1812), denen dann weitere im Sp\u00e4therbst desselben Jahres und im Fr\u00fchjahr 1811 (1813) folgten. Unter den Letzteren war auch Pfarrer Matth\u00e4us Johannes Stueffer, der sich aus seinem Versteck ebenfalls zur Auswanderung entschlossen hatte, der sich zusammen mit seinem j\u00fcngeren Bruder Aloys, der kaiserlicher Leutnant in der Armee war, in K\u00f6nigsgnad einfand. Matth\u00e4us wurde der erste Ortspfarrer und sein Bruder war f\u00fcr die Sicherheit im Dorf zust\u00e4ndig.<br \/>\nDas Wohlwollen des Kaisers den Siedlern gegen\u00fcber war gesichert, die Beh\u00f6rden aber angewiesen worden, den Fl\u00fcchtlingen gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Unterst\u00fctzung angedeihen zu lassen. Bei der kaiserlichen Audienz schenkte der Monarch seinen Tiroler Getreuen ein vergoldetes Holzkreuz mit einer Kreuzreliquie, die Beh\u00f6rden am Ort aber der kleinen Holzkapelle, die man schon bald errichtet hatte, ein <em>Maria-Hilf<\/em>-Bild. Beide befinden sich auch heute noch in der Kirche von K\u00f6nigsgnad, dass man auch als Tirol kennt (Inzwischen wurden beide Gegenst\u00e4nde ins Di\u00f6zesanmuseum gebracht und das Maria-Hilf-Bild am Hauptaltar durch eine Kopie ersetzt).<br \/>\nDoch die Tiroler blieben nicht lange. Viele wanderten, als sich die politischen Verh\u00e4ltnisse wieder stabilisiert hatten, in ihre alte Heimat zur\u00fcck, und auch Pfarrer Stueffer erhielt Anfang 1818 die Pfarrei der Temeswarer Josefstadt, wo er noch 42 Jahre bis zu seinem Tod segensreich wirkte. Ein Gro\u00dfteil seiner Gl\u00e4ubigen folgten ihm und lie\u00dfen sich in der Tiroler Gasse in den Alten Meyerh\u00f6fen zu Temeswar, sp\u00e4ter Elisabethstadt genannt, nieder.\u201c Ebenda bemerkt der Autor, der emeritierte Bischof Martin Roos, dass Bischof Josef Lonovics anl\u00e4sslich seiner ersten Visitationsreise am 18. August 1838 auch die Ortschaft Tirol aufgesucht hat.<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/5.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload  wp-image-87216 alignright\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/5-682x1024.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/5-682x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"398\" height=\"598\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27398%27%20height%3D%27598%27%20viewBox%3D%270%200%20398%20598%27%3E%3Crect%20width%3D%27398%27%20height%3D%27598%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/5-200x300.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/5-400x600.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/5-600x901.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/5-682x1024.jpg 682w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/5-768x1153.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/5-800x1201.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/5-1023x1536.jpg 1023w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/5-1200x1801.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/5.jpg 1207w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 398px) 100vw, 398px\" \/><\/a>Was genau ist das \u201eMariahilf\u201c-Bild?<\/strong><br \/>\nDer Mariahilf\u2011Typus ist eine ikonographische Bildform, deren urspr\u00fcngliches und bekanntestes Beispiel aus der Werkstatt von Lucas Cranach d. \u00c4. (1472\u20131553) stammt. Cranach war eine der zentralen Gestalten der deutschen Renaissance, Zeitgenosse Albrecht D\u00fcrers und Hofmaler der s\u00e4chsischen Kurf\u00fcrsten; seine Werkstatt befand sich in Wittenberg.<br \/>\nDas Mariahilf\u2011Bild ist nicht ein einzelnes Werk, sondern ein Bildtypus, den Cranach und seine Werkstatt in mehreren Varianten geschaffen haben. Die Komposition ist schlicht, klar, fast ikonenhaft und leicht zu vervielf\u00e4ltigen \u2013 daher verbreitete sie sich rasch. Die bekannteste Fassung ist das Gnadenbild im Innsbrucker Dom, nach dessen Vorbild auch das Tiroler Mariahilf\u2011Bild entstand.<br \/>\nCharakteristisch ist die Darstellung der Gottesmutter im Halbprofil oder leicht zur Seite gewandt, w\u00e4hrend sie das Jesuskind auf dem Arm h\u00e4lt. Das Kind schmiegt sich eng an Maria und ber\u00fchrt ihr Gesicht. Die Farbgebung folgt den klassischen Marienfarben: tiefblaues Gewand, roter Mantel, wei\u00dfer Schleier.<br \/>\nF\u00fcr die Siedler, die in ihre neue Heimat aufbrachen, wurde das in Innsbruck verehrte Marien\u2011Gnadenbild zu einem Zeichen ihrer Identit\u00e4t und zu einem Symbol der alten Heimat. Die Tiroler Fassung des Mariahilf\u2011Bildes ist eine barocke Nachbildung des Originals, gepr\u00e4gt von w\u00e4rmeren Farbt\u00f6nen, weicheren Gesichtsz\u00fcgen und einem ausdrucksstarken, innigen Blick.<br \/>\nEine \u00e4hnliche Darstellung der Gottesmutter findet sich auch am Seitenaltar des hl. Josef in der Domkirche zum hl. Georg in Temeswar, eingefasst in einen reich verzierten, vergoldeten Barockrahmen. Dar\u00fcber schreibt der emeritierte Temeswarer Bischof Martin Roos im ersten Band seines Werkes \u201eDie Kathedrale zum hl. Georg zu Temeswar\u201c: \u201eAuf der Mensa, dem Altartisch ist das Gnadenbild Maria-Hilf in einem hervorragend gearbeiteten Rahmen mit dem Marien-Monogramm und einem Strahlenkranz abgestellt. Vor dem Original des Gnadenbildes zu Passau suchte und fand Kaiser Leopold I, zur Zeit der T\u00fcrkenbelagerung Wiens 1683 Zuflucht und Hilfe.\u201c<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/4.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload wp-image-87219 alignleft\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/4-1024x682.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/4-1024x682.jpg\" alt=\"\" width=\"494\" height=\"329\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27494%27%20height%3D%27329%27%20viewBox%3D%270%200%20494%20329%27%3E%3Crect%20width%3D%27494%27%20height%3D%27329%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/4-200x133.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/4-300x200.jpg 300w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/4-400x267.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/4-600x400.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/4-768x512.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/4-800x533.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/4-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/4-1200x800.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/4-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/4.jpg 1868w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 494px) 100vw, 494px\" \/><\/a>Dargebrachte M\u00fcnzen und Medaillen<\/strong><br \/>\nDas Marien\u2011Gnadenbild der Kirche von K\u00f6nigsgnad wurde im Laufe der Zeit mit zwei vergoldeten Silberkronen gekr\u00f6nt. Zugleich legten die Tiroler vor dem Mariahilf\u2011Gnadenbild der Kirche im Laufe der Jahre Silberm\u00fcnzen und Medaillen nieder \u2013 als Dankopfer und als Bitte um Schutz.<br \/>\nUnter den elf M\u00fcnzen und Medaillen befinden sich:<\/p>\n<ul>\n<li>M\u00fcnze aus der Regierungszeit Kaiser Franz\u2019 I. (1792\u20131835), die sowohl in Ungarn als auch im Temescher Banat im Umlauf war.<\/li>\n<li>30\u2011Kreuzer\u2011Silberm\u00fcnze von 1749 aus der Regierungszeit von Franz I., r\u00f6misch\u2011deutscher Kaiser (Franz Stephan von Lothringen, Gemahl Maria Theresias; reg. 1745\u20131765), mit der Aufschrift <em>In Te Domine Speravi<\/em> \u2013 \u201eAuf Dich, Herr, habe ich gehofft\u201c. Diese Umlaufm\u00fcnze wurde wegen des Psalmzitates h\u00e4ufig auch als Votivmedaille verwendet.<\/li>\n<li>Silberm\u00fcnze zum Millennium der ungarischen Landnahme: <em>Zur Erinnerung an das tausendj\u00e4hrige Ungarn<\/em>, im Wert von 1 Krone, aus der Regierungszeit Kaiser Franz Josephs I.<\/li>\n<li>Offizielle Tiroler Erinnerungsmedaille f\u00fcr die Verteidiger Tirols mit dem Portr\u00e4t Kaiser Franz\u2019 II. (1790\u20131805). Aufschrift: <em>FRANZ II R. K. ERZ. ZU OEST. GEF. GRAF VON TYROL<\/em> \u2013 Franz II., r\u00f6misch\u2011deutscher Kaiser (1792\u20131806, sp\u00e4ter Kaiser Franz I. von \u00d6sterreich), r\u00f6misch\u2011kaiserlicher Erzherzog von \u00d6sterreich, gef\u00fcrsteter Graf von Tirol. Dies ist keine Umlaufm\u00fcnze, sondern eine Treue\u2011 und Ehrenmedaille, die in Tirol zu Ehren des Kaisers herausgegeben wurde, besonders w\u00e4hrend der franz\u00f6sischen Kriege. Unter dem Portr\u00e4t steht der Name des Siegelschneiders: L. W. WIRT. (Ludwig W. Wirt, Tiroler Medailleur). R\u00fcckseite: <em>DEN TAPFEREN VERTEIDIGERN DES VATERLANDES MDCCXCVII<\/em>.<\/li>\n<li>5\u2011Kronen\u2011Silbergedenkm\u00fcnze von 1908 zum 60\u2011j\u00e4hrigen Regierungsjubil\u00e4um Kaiser Franz Josephs I. Vorderseite: <em>FRANC IOS I D G IMP AVSTR REX BOH GAL ILL ETC ET AP REX HVNG.<\/em> R\u00fcckseite: <em>1848 1908 5 COR DVODECIM LVSTRIS GLORIOSE PERACTIS<\/em>.<\/li>\n<\/ul>\n\n\t\t<style type=\"text\/css\">\n\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 33%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-87234 gallery-columns-3 gallery-size-large'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a data-rel=\"iLightbox[postimages]\" data-title=\"2\" data-caption=\"\" href='https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/2-1.jpg'><img width=\"1024\" height=\"556\" 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data-sizes=\"auto\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t<\/div>\n\n<p>Unter dem Schutz der Gottesmutter fanden die Tiroler im Banat eine neue Heimat. Die Geschichte von K\u00f6nigsgnad erinnert uns bis heute daran, dass aus dem Glauben erwachsener Mut und das Vertrauen in die Gottesmutter eine neue Heimat, einen neuen Anfang und eine neue Zukunft schenken k\u00f6nnen \u2014 und dass dieses aus Gnade geborene Erbe bis heute unter uns lebendig ist.<\/p>\n<p>Pressestelle der Di\u00f6zese Temeswar<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das historische Tiroler Land geh\u00f6rt heute teils zu \u00d6sterreich, teils zu Italien. Doch nicht nur diese Region tr\u00e4gt diesen Namen. Es gibt auch eine gleichnamige Ortschaft im heutigen S\u00fcdtirol in Italien, die im 11. Jahrhundert als Sitz der Grafschaft Tirol diente und praktisch dem gesamten Land den Namen gab. 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