{"id":87465,"date":"2026-06-29T17:17:56","date_gmt":"2026-06-29T14:17:56","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=87465"},"modified":"2026-06-29T17:17:56","modified_gmt":"2026-06-29T14:17:56","slug":"wortlaut-papst-leo-xiv-beim-angelus-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wortlaut-papst-leo-xiv-beim-angelus-2\/","title":{"rendered":"Wortlaut: Papst Leo XIV. beim Angelus"},"content":{"rendered":"<p class=\"article__subTitle\">Hier finden Sie die Ansprache, die Papst Leo XIV. vor seinem Angelusgebet von diesem Sonntag gehalten hat, in ihrer offiziellen deutschen Fassung.<\/p>\n<div>\n<p><b><i>S\u00e4mtliche Wortmeldungen des Papstes werden, in verschiedene Sprachen \u00fcbersetzt,\u00a0<a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/vatican\/de.html\" target=\"_blank\" rel=\"external noopener\">auf der Internetseite des Heiligen Stuhls<\/a>\u00a0ver\u00f6ffentlicht.<\/i><\/b><\/p>\n<p>Br\u00fcder und Schwestern, ich w\u00fcnsche euch einen sch\u00f6nen Sonntag!<\/p>\n<p>Auch im heutigen Evangelium (<i>Mt<\/i>\u00a010,37-42) h\u00f6ren wir einige Ermahnungen Jesu, um in der Nachfolge zu leben und Zeugen seines Reiches zu sein. Es geht nicht um irgendwelche \u00e4u\u00dferliche Taten, sondern darum, dass wir uns ganz und gar auf eine Liebesbeziehung mit ihm einlassen. Und um Frucht zu bringen, braucht die Liebe mindestens drei Dinge:\u00a0<i>Loslassen<\/i>,\u00a0<i>Verlust<\/i>\u00a0und\u00a0<i>Aufnahmebereitschaft.<\/i><\/p>\n<p>Zuerst das\u00a0<i>Loslassen<\/i>. Jesus sagt: \u00bbWer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert\u00ab (V. 37). In dem Augenblick, in dem der Herr beginnt, seine Apostel in die Mission zu schicken, m\u00f6chte er, dass sie von allen Bindungen frei sind. F\u00fcr alle gilt indes, dass auch die wichtigsten Verbundenheiten ihre F\u00fclle dank der Liebe finden, die Christus uns schenkt. Denken wir zum Beispiel an das Eheleben: Man kann es nur dann voll und ganz leben, wenn man das Elternhaus \u201everl\u00e4sst\u201c (vgl.\u00a0<i>Mt<\/i>\u00a019,6), um sich ganz auf die eheliche Beziehung einzulassen. Denken wir auch an die Erziehung der Kinder: Man hilft ihnen, sich zu entfalten und gl\u00fccklich zu sein, indem man sie dazu erzieht, \u201eauf eigenen Beinen zu stehen\u201c und ihre eigenen Entscheidungen zu treffen. Der heilige Augustinus sagt: \u00bbEs ist schmerzhaft, das zu verlieren, was man liebt. Aber auch der Bauer verliert vor\u00fcbergehend das, was er s\u00e4t\u00ab (<i>Sermo\u00a0<\/i>330, 2). Nur wenn er diesen Samen, den er in die Erde geworfen hat, \u201everliert\u201c, kann er ihn aufkeimen sehen.<\/p>\n<p>In diesem Sinne ist die Liebe auch\u00a0<i>Verlust<\/i>. Es f\u00e4llt uns schwer, das zu verstehen, besonders in einer Welt, in der Verlieren eine Schw\u00e4che zu sein scheint und wir davon besessen sind, zu haben und zu besitzen. Die Liebe tr\u00e4gt jedoch nur dann Fr\u00fcchte, wenn wir uns verschenken: Wenn wir bereit sind, ein bisschen von uns selbst herzugeben, um dem anderen Platz zu machen, etwas Zeit zu opfern, um einem Freund zuzuh\u00f6ren und ein wenig Bequemlichkeit aufzugeben, um eine schwierige Situation gemeinsam zu meistern. Wer das Leben nur f\u00fcr sich selbst findet \u2013 so hei\u00dft es im Evangelium \u2013, der verliert es in Wirklichkeit (vgl. V. 39), weil es nicht f\u00fcr die Freude der Liebe offen ist und unfruchtbar wird. Deshalb l\u00e4dt Jesus uns ein, das Kreuz zu umarmen: Er hat sich hingegeben, hat sich selbst verloren und genau dadurch haben wir sein Leben in F\u00fclle empfangen k\u00f6nnen. Ebenso werden auch wir, wenn wir nach der Logik der Hingabe leben, in der Lage sein, in unseren Beziehungen neues Leben hervorzubringen.<\/p>\n<p>Und schlie\u00dflich die<i>\u00a0Aufnahmebereitschaft<\/i>. Denn Liebe dr\u00fcckt sich in konkreten Entscheidungen und Taten aus, in einem Engagement, das aus kleinen allt\u00e4glichen Gesten besteht, wie zum Beispiel jemandem, der Durst hat, ein Glas Wasser anzubieten (vgl. V. 42). Als Jesus seine J\u00fcnger vor sich her sandte, forderte er sie auf, ohne Proviant auszuziehen, also bed\u00fcrftig zu sein, weil sie auf diese Weise bei denen, denen sie begegnen, Aufnahmebereitschaft wecken. Und so nehmen wir, wenn wir jemanden aufnehmen, der im Namen Jesu kommt, ihn selbst auf und den himmlischen Vater, der ihn gesandt hat. Die Liebe zum Herrn zeigt sich stets in der Aufnahmebereitschaft gegen\u00fcber den Br\u00fcdern und Schwestern.<\/p>\n<p>Meine Lieben, lasst uns zur Jungfrau Maria beten, die ihren Sohn geliebt hat und ihn auch zu verlieren wusste: M\u00f6ge sie uns helfen, sowohl dem\u00fctige als auch freudige Zeugen der Liebe Christi zu sein.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/papst\/news\/2026-06\/wortlaut-angelus-papst-leo-xiv-gebet-jesus-nachfolge.html\">www.vaticannews.va\/de<\/a><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie die Ansprache, die Papst Leo XIV. vor seinem Angelusgebet von diesem Sonntag gehalten hat, in ihrer offiziellen deutschen Fassung. S\u00e4mtliche Wortmeldungen des Papstes werden, in verschiedene Sprachen \u00fcbersetzt,\u00a0auf der Internetseite des Heiligen Stuhls\u00a0ver\u00f6ffentlicht. Br\u00fcder und Schwestern, ich w\u00fcnsche euch einen sch\u00f6nen Sonntag! 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