{"id":88550,"date":"2026-08-12T22:27:32","date_gmt":"2026-08-12T19:27:32","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=88550"},"modified":"2026-08-12T22:27:32","modified_gmt":"2026-08-12T19:27:32","slug":"magnificat-anima-mea-dominum-interview-mit-pfr-bonaventura-dumea-anlaesslich-seines-60-jaehrigen-priesterjubilaeums","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/magnificat-anima-mea-dominum-interview-mit-pfr-bonaventura-dumea-anlaesslich-seines-60-jaehrigen-priesterjubilaeums\/","title":{"rendered":"\u201eMagnificat anima mea Dominum\u201c \u2013 Interview mit Pfr. Bonaventura Dumea anl\u00e4sslich seines 60-j\u00e4hrigen Priesterjubil\u00e4ums"},"content":{"rendered":"<p>\u201eMagnificat anima mea Dominum\u201c \u2013 mit diesen Worten der Freude und des Lobes der Heiligen Jungfrau Maria hat Pfr. Bonaventura Dumea seine sechs Jahrzehnte im Priesterdienst begleitet. Anl\u00e4sslich seines diamantenen Jubil\u00e4ums erklingt dasselbe Dankeslied im Zeugnis eines Lebens voller unersch\u00fctterlichen Glaubens und dem\u00fctiger Hingabe im Dienst an Gott und den Menschen.<br \/>\nAm ersten Tag des Monats Mai dieses Jahres wurde auf der Facebook-Seite der Gemeindeverwaltung von Billed folgender Beitrag ver\u00f6ffentlicht: \u201eLiebe Einwohner von Billed, heute richten wir einen Gedanken der Wertsch\u00e4tzung und Dankbarkeit an den katholischen Pfarrer Bonaventura Dumea, der am 1. Mai 1966 in Alba Iulia\/ Karlsburg zum Priester geweiht wurde. Seit April 1988 bis heute dient der Priester mit Hingabe der Gemeinde in Billed sowie den Gl\u00e4ubigen aus den umliegenden Ortschaften und ist eine st\u00e4ndige geistliche St\u00fctze f\u00fcr alle, die seine Schwelle \u00fcberschreiten. Anl\u00e4sslich dieses besonderen Jubil\u00e4ums laden wir alle, die daran teilnehmen m\u00f6chten, zur Jubil\u00e4umsmesse ein, die am Sonntag, dem 3. Mai, um 17:00 Uhr stattfindet. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!\u201c Bei dem Dankgottesdienst waren auch Mitglieder des Presseb\u00fcros der r\u00f6misch-katholischen Di\u00f6zese Temeswar anwesend, die Pfr. Bonaventura Dumea anschlie\u00dfend baten, den Lesern der Website der Di\u00f6zese anl\u00e4sslich dieses Jubil\u00e4ums einige Gedanken mitzuteilen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/60-Dumea.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload size-large wp-image-88532 aligncenter\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/60-Dumea-1024x715.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/60-Dumea-1024x715.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"715\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%271024%27%20height%3D%27715%27%20viewBox%3D%270%200%201024%20715%27%3E%3Crect%20width%3D%271024%27%20height%3D%27715%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/60-Dumea-200x140.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/60-Dumea-300x209.jpg 300w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/60-Dumea-400x279.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/60-Dumea-600x419.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/60-Dumea-768x536.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/60-Dumea-800x559.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/60-Dumea-1024x715.jpg 1024w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/60-Dumea.jpg 1127w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><strong><em><br \/>\n\u2013 Herr Pfarrer, wie sahen Ihre ersten Schritte auf dem Weg zu Ihrer Berufung aus?<\/em><\/strong><br \/>\n\u2013 Ich wurde am 31. Januar 1940 im Dorf Adjudeni im Kreis Neam\u021b geboren, das etwa 10 km von der Stadt Roman entfernt liegt. In den 1600er Jahren kam ein Gesandter aus Rom im Auftrag des Papstes, der einen Bericht \u00fcber die Lage der katholischen Gl\u00e4ubigen in der Moldau verfasste. (Es handelt sich um Marko Bandulovi\u010d\/Bandini [1644\u20131650], einen Missionar und Franziskanerpater bosnischer Herkunft, der sp\u00e4ter r\u00f6misch-katholischer Erzbischof und apostolischer Administrator der katholischen Gl\u00e4ubigen in der Moldau wurde \u2013 Anm. d. Red.) In diesem Bericht wird auch das Dorf <em>Gsiuda<\/em> <em>falva<\/em> erw\u00e4hnt. Mein Urgro\u00dfvater v\u00e4terlicherseits kam aus Siebenb\u00fcrgen in diese Gegend, weshalb er im Dorf als \u201eSecuiul\u201c (der Sekler) bekannt war, obwohl er kein Ungarisch sprach. Damals hatten die Menschen keine Nachnamen im eigentlichen Sinne des Wortes. Im Dorf waren sie bekannt als \u201ea lu\u00b4 Clopotaru\u201c (des Gl\u00f6ckners), \u201ea lu\u00b4 Dasc\u0103lu\u201c (des Lehrers\/Kantors), \u201ea lu\u00b4 Secuiu\u201c (des Seklers) usw., wodurch man sie leichter identifizieren und sich merken konnte. So waren auch wir bekannt: \u201ea lu\u00b4 Clopotaru\u201c (des Gl\u00f6ckners). Im Laufe der Zeit heirateten die Kinder dieser Familien auch in den Nachbard\u00f6rfern Buruiene\u0219ti und S\u0103b\u0103oani. Erst unter F\u00fcrst Alexandru Ioan Cuza, mit der Einf\u00fchrung des Zivilgesetzbuchs von 1865 und der Modernisierung der staatlichen Verwaltung, wurden die Familiennamen offiziell und dauerhaft in Urkunden festgehalten. Damals wurde auch der Name <em>Dumea<\/em> zum ersten Mal \u201ezu Papier gebracht\u201c.<br \/>\nDie Grundschulklassen besuchte ich in meinem Heimatdorf; damals wurde dies als \u201eZyklus I\u201c bezeichnet, der vier Klassen umfasste. Den \u201eZyklus II\u201c bis zur 7. Klasse absolvierte ich in S\u0103b\u0103oani. Dort war 1926 das erste Noviziat der Franziskaner-Konventualprovinz (Minoriten) in Rum\u00e4nien er\u00f6ffnet worden. Es war ein gro\u00dfer Ort mit 7.000 bis 8.000 Einwohnern; heute hat er etwa 10.000 Einwohner und vier r\u00f6misch-katholische Kirchen. In der gesamten Region des Siret-Tals, auf beiden Seiten des Flusses, gab es keine orthodoxen D\u00f6rfer und nicht einmal eine einzige orthodoxe Familie. Das Dorf Adjudeni hatte etwa 4.000 Einwohner und stets drei Priester, da es den Franziskanerpatres nicht gestattet war, allein zu wohnen. Zu einer bestimmten Zeit stammten die meisten Priester aus der Moldau aus meinem Heimatdorf. Auch aus meiner Familie wurde mein zwei Jahre j\u00fcngerer Bruder, Claudiu Dumea, Priester. Er ver\u00f6ffentlichte \u00fcber 60 B\u00fccher, ist jedoch im Herbst 2019 zum Herrn heimgegangen.<\/p>\n<p><strong><em>\u2013 Wie viele Geschwister hatte<\/em><\/strong><strong><em>n Sie<\/em><\/strong><strong><em>?<\/em><\/strong><br \/>\n\u2013 Wir w\u00e4ren insgesamt sieben gewesen, doch das erste Kind unserer Eltern starb ein oder zwei Wochen nach der Geburt. So wurde ich der \u00c4lteste unter den \u00fcberlebenden Geschwistern. Heute lebt leider nur noch einer meiner Br\u00fcder; er wohnt in Roman. Nach dem Zweiten Weltkrieg zogen wir von meiner Gro\u00dfmutter zur\u00fcck in unser eigenes Haus. W\u00e4hrend des Krieges wohnten wir bei ihr, da ihr Haus eher am Rande des Dorfes lag, wo es wegen der Bombenangriffe weniger gef\u00e4hrlich war. Dort, im Siret-Tal, flogen die russischen und rum\u00e4nischen Flugzeuge so tief, fast bis auf die D\u00e4cher der H\u00e4user. 1944 war ich vier Jahre alt und erinnere mich noch daran, dass wir sowohl russischen als auch deutschen und rum\u00e4nischen Soldaten begegnet sind. Sie kamen mit Lastwagen und versammelten sich in den H\u00f6fen einiger Familien, um ihr Essen zu kochen. Uns Kinder schickten sie los, um Tomaten zu stehlen und sie zum Kochen zu bringen. Sie beschlagnahmten alle Tiere im Dorf und schlachteten sie. Wer sich widersetzte, wurde erschossen. Meine Mutter und meine Verwandten fragten die russischen Soldaten manchmal, ob sie verheiratet seien und ob sie zu Hause eine Familie h\u00e4tten. Einer von ihnen hob drei Finger hoch und zeigte damit an, dass er drei Kinder habe. W\u00e4hrend der Bombardements schliefen wir in einem Keller, einem in den Boden gegrabenen Schutzraum im Garten. Am Rande des Dorfes befand sich eine freie Fl\u00e4che, die wir \u201eLunca\u201c (Wiese) nannten, zwischen Adjudeni und T\u0103m\u0103\u0219eni. Dort spielten wir Kinder. Als die Flugzeuge \u00fcber uns flogen und mit Maschinengewehren schossen, wurde direkt auf der Stra\u00dfe, drei H\u00e4user weiter, ein Kind getroffen. Meine Gro\u00dfmutter hatte ein gro\u00dfes, ger\u00e4umiges Haus. Mein Gro\u00dfvater war bei einem Unfall im Wald ums Leben gekommen, und meine Mutter war die j\u00fcngste der drei Schwestern. Der einzige Sohn meiner Gro\u00dfeltern, mein Onkel und zugleich mein Pate, wurde 1941 zum Milit\u00e4r eingezogen und nach Stalingrad geschickt, von wo er nie zur\u00fcckkehrte. Ich erinnere mich, dass ich ihn nur ein einziges Mal gesehen habe: Er kam in Milit\u00e4runiform nach Hause und besuchte uns bei meiner Gro\u00dfmutter, bei der wir wohnten. Er kam zusammen mit einem Kameraden an, und als sie abreisten, fuhren wir beide mit dem Pferdewagen zum Bahnhof in Roman. Er ging fort und kehrte nie wieder zur\u00fcck, und meine Gro\u00dfmutter wartete ein Leben lang auf ihn. Es gab Soldaten, die nach f\u00fcnf oder sogar sechs Jahren aus Sibirien zur\u00fcckkehrten. Deshalb lebte meine Gro\u00dfmutter immer in der Hoffnung, dass auch ihr Sohn zur\u00fcckkehren w\u00fcrde. Vergeblich baten ihre T\u00f6chter, die bereits verheiratet waren und in ihren eigenen H\u00e4usern lebten, sie, zu ihnen zu ziehen; meine Gro\u00dfmutter blieb zu Hause und wartete auf ihren Sohn. Sie sagte immer: \u201eWenn er doch zur\u00fcckkommt und ans Fenster klopft, soll jemand da sein, der ihm \u00f6ffnet \u2026\u201c<\/p>\n<p><strong><em><a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/22-1.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload wp-image-88538 alignright\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/22-1.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/22-1.jpg\" alt=\"\" width=\"442\" height=\"432\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27442%27%20height%3D%27432%27%20viewBox%3D%270%200%20442%20432%27%3E%3Crect%20width%3D%27442%27%20height%3D%27432%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/22-1-66x66.jpg 66w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/22-1-200x195.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/22-1-300x293.jpg 300w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/22-1-400x391.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/22-1-600x586.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/22-1-768x750.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/22-1-800x781.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/22-1.jpg 891w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 442px) 100vw, 442px\" \/><\/a>\u2013 Stammen Sie aus einer gl\u00e4ubigen Familie?<\/em><\/strong><br \/>\n\u2013 Ja, aus einer sehr gl\u00e4ubigen Familie. Ich erinnere mich noch heute daran, wie mein Vater und meine Mutter jeden Abend auf der Veranda des Hauses knieten und wir gemeinsam den Rosenkranz beteten. Mein Vater war Sch\u00fcler an einem Franziskanergymnasium gewesen. Zwischen Roman und Pa\u0219cani liegt das Dorf H\u0103l\u0103uce\u0219ti, eine recht gro\u00dfe katholische Ortschaft, in der es ein Gymnasium der Franziskanerminoriten gab. Dort war mein Vater mit vielen von denen in einer Klasse, die sp\u00e4ter Priester werden sollten. Nach dem Schulabschluss setzte er sein Studium jedoch nicht fort.<br \/>\nEr brachte eine Kiste voller religi\u00f6ser B\u00fccher und Brosch\u00fcren mit nach Hause. Ich entdeckte diese Kiste und holte, wann immer ich die Gelegenheit dazu hatte, etwas zum Lesen heraus. Sie gefielen mir sehr gut, denn vor dem Krieg wurde einfach und in einer ansprechenden Sprache geschrieben. Solange ich zu Hause war, entdeckte ich immer wieder ein Buch aus dieser Kiste.<br \/>\nAber wie bereits erw\u00e4hnt, war ich nach der vierten Klasse nicht mehr allzu oft zu Hause. Die Klassen 5 bis 7 besuchte ich in S\u0103b\u0103oani. Die erste Klasse des Gymnasiums habe ich in Roman abgeschlossen; zwischen 1955 und 1956 besuchte ich das zweite Jahr an der Kantorschule in Alba Iulia\/Karlsburg, und zwischen 1956 und 1958 das dritte und vierte Jahr an der Kantorschule in Ia\u0219i\/Jassy. Die Abiturpr\u00fcfung habe ich im Juni 1958 abgelegt. Ebenfalls im Juni 1958 wurde ich am r\u00f6misch-katholischen Theologischen Institut in Ia\u0219i, das den Status einer Hochschule hatte, zugelassen, das ich 1964 abschloss. Damals waren die Leute im Dorf der Meinung, dass diejenigen, die ihre Kinder nach Abschluss der vier Grundschulklassen zur weiteren Ausbildung an andere Schulen schickten, gewisserma\u00dfen Anh\u00e4nger des Kommunismus seien. Sie schauten uns etwas schief an: \u201eWas wollen die denn?\u201c Die Macht der Kommunisten und der von Petru Groza gef\u00fchrten Regierung hatte sich 1947 nach der Abschaffung der Monarchie gefestigt. Ich sehe die Fahnen aus jener Zeit noch heute vor mir. Aber mein Vater war fest entschlossen, dass ich meine Ausbildung fortsetzen sollte. So verlie\u00df ich mein Heimatdorf. Auch die Ferien verbrachte ich nicht allzu oft zu Hause, da mich einige Priester, die mich gern hatten, einluden, ein paar Tage in ihren Pfarreien zu verbringen.<\/p>\n<p><strong><em>\u2013 Ihre Berufung zum Priester hat also ihre Wurzeln in Ihrer Kindheit?<\/em><\/strong><br \/>\n\u2013 In gewisser Weise, ja. Zu Hause in Adjudeni hatten die Franziskaner eine enge Verbindung zu uns Gl\u00e4ubigen. Und als der Staat die katholischen Priesterseminare schloss, suchten sehr viele Sch\u00fcler der Franziskanerschulen, sogar Theologiestudenten, Zuflucht in Adjudeni. Dort gab es ein zweist\u00f6ckiges Haus mit vielen Zimmern; im Dachgeschoss waren die Schlafr\u00e4ume eingerichtet. Einige von ihnen trugen bereits die Ordenskleidung. Da sie jung waren, spielten sie oft Volleyball im Kirchhof, k\u00fcmmerten sich aber auch um uns, um die Kinder aus dem Dorf. Und die Dorfbewohner waren bereit, ihnen zu helfen.<br \/>\nZum Beispiel wurde der Priester bei der Haussegnung nach Neujahr nicht nur von Ministranten begleitet, sondern auch von Mitgliedern des Kirchenrats, die dort \u201eKirchenjungen\u201c genannt wurden. Die Gruppe wurde zudem von einem Karren begleitet, in dem die Spenden der Gl\u00e4ubigen gesammelt wurden. Damals galt dies als Beitrag an die Kirche. Was von den Menschen gesammelt wurde \u2013 Weizen, Mais, Bohnen, Kartoffeln, Eier usw. \u2013 wurde in einen \u201eStamboal\u201c gegeben, ein etwa 20 Liter fassendes Gef\u00e4\u00df, das zum Abmessen von Getreide verwendet wurde. Ich wei\u00df nicht, ob dieses Wort im Banat bekannt ist. Als sie bei uns ankamen, fragte mich der Priester, der das Haus geweiht hatte, was ich sp\u00e4ter einmal werden wolle. Ich antwortete ihm, dass ich Priester werden wolle. Ich war damals erst 3\u20134 Jahre alt. Sp\u00e4ter in der Schule lernte ich recht gut. Im Sommer ging ich oft zur Arbeit, zusammen mit meiner Mutter oder Verwandten, mit der Hacke auf der Schulter, zu Fu\u00df. Mein Vater war Beamter und arbeitete bei verschiedenen Rath\u00e4usern.<br \/>\nIch wurde vom M\u00e4rtyrerbischof Anton Durcovici gefirmt.<br \/>\nIn S\u0103b\u0103oani befand sich das Geb\u00e4ude der Franziskaner neben der Kirche und hatte einen sehr gro\u00dfen Hof, so gro\u00df wie ein Fu\u00dfballfeld, vielleicht sogar noch gr\u00f6\u00dfer. Auf der einen Seite befand sich der Schlafsaal der Jungen, auf der anderen der der M\u00e4dchen, und wir a\u00dfen im Internat zu Abend. Wir blieben die ganze Woche dort; nur am Samstagnachmittag kehrte ich nach Hause zur\u00fcck. Es war zwar bereits eine staatliche Schule, doch wir Sch\u00fcler beteten vor und nach dem Mittagessen im Stehen, so wie wir es zu Hause gelernt hatten, und die Lehrer haben uns nie daran gehindert.<br \/>\nBei einer Klausur \u00fcber den Ursprung des Menschen schrieb ich alles auf, was ich \u00fcber Darwins Evolutionstheorie gelernt hatte, aber am Ende, ganz unten auf der Seite, notierte ich auf Russisch: \u201eNichts davon ist wahr.\u201c Acht Jahre lang habe ich Russisch gelernt und habe es bis heute nicht vergessen. Ich erinnere mich auch an ein Lied: \u0428\u0438\u0440\u043e\u043a\u0430 \u0441\u0442\u0440\u0430\u043d\u0430 \u043c\u043e\u044f \u0440\u043e\u0434\u043d\u0430\u044f, \/ \u041c\u043d\u043e\u0433\u043e \u0432 \u043d\u0435\u0439 \u043b\u0435\u0441\u043e\u0432, \u043f\u043e\u043b\u0435\u0439 \u0438 \u0440\u0435\u043a! \/ \u042f \u0434\u0440\u0443\u0433\u043e\u0439 \u0442\u0430\u043a\u043e\u0439 \u0441\u0442\u0440\u0430\u043d\u044b \u043d\u0435 \u0437\u043d\u0430\u044e, \/ \u0413\u0434\u0435 \u0442\u0430\u043a \u0432\u043e\u043b\u044c\u043d\u043e \u0434\u044b\u0448\u0438\u0442 \u0447\u0435\u043b\u043e\u0432\u0435\u043a. \u201eWeit ist mein Heimatland, viele W\u00e4lder, Felder und Fl\u00fcsse hat es. Ich kenne kein anderes Land wie dieses, in dem der Mensch so frei atmet.\u201c<br \/>\nIn Wirklichkeit mussten die Menschen jedoch ihre Abgaben (\u201ecotele\u201c) abgeben. In den 1950er Jahren schrieb der kommunistische rum\u00e4nische Staat die obligatorische Abgabe von Quoten der landwirtschaftlichen Produktion (Fleisch, Getreide, Milch, Wolle) vor, die einen bedeutenden Teil des Haushalts jeder Familie ausmachten, und deren Nichtablieferung als schwerwiegender Sabotageakt galt. Die Bauern waren gezwungen, einen gro\u00dfen Teil ihrer Ernte abzugeben, und manchmal \u00fcberstiegen die geforderten Mengen sogar die tats\u00e4chliche Ernte, sodass ihnen keine Nahrung mehr blieb. Ein Verwandter von mir musste zum Beispiel die Fleischquote \u2013 ein Schwein \u2013 abgeben, besa\u00df aber nicht einmal ein Ferkel. Er war gezwungen, ein Schwein von anderen zu kaufen, um nicht bestraft zu werden.<br \/>\nAuf den Kirchhof fuhr ein Lastwagen vor, auf den die gesammelten Lebensmittel verladen wurden, und w\u00e4hrenddessen mussten die Anwesenden singen: \u201eEhre sei Stalin, Ehre singen wir. Auf seinem Weg schreiten wir mutig voran\u2026\u201c<br \/>\nIn S\u0103b\u0103oani sprachen die gebildeteren Sch\u00fcler offen \u00fcber diese Dinge. In dem langen Schlafsaal mit \u00fcber zehn Betten waren auch drei Mitglieder des Kommunistischen Jugendverbands (UTC) bei uns. Sp\u00e4ter wurden sie Mitglieder des Arbeiterjugendverbands (UTM). Fast jede Nacht f\u00fchrten wir Diskussionen: Sie verteidigten die Kollektivierung, wir sprachen uns gegen den Kommunismus aus. Sie sagten, sie wollten Kolchosen gr\u00fcnden, und wir antworteten ihnen, dass wir w\u00fcssten, was in Bessarabien geschehen sei, wo die Russen den Kolchos eingef\u00fchrt hatten und die Menschen nicht einmal die Mittel hatten, ihre Toten zu begraben. Sie hatten kein Geld, um S\u00e4rge zu kaufen; der Verstorbene wurde in ein Tuch gewickelt und so ins Grab gesenkt. Damals kursierte sogar ein Lied: \u201eDu wolltest die Kollektivierung, jetzt liegst du zusammengekr\u00fcmmt im Sack.\u201c Irgendwann haben uns die UTC-Leute wohl verpetzt. Eines Tages wurden etwa 10\u201315 Jungen, darunter auch ich, vor die F\u00fchrung gerufen und aufgefordert, aufzuschreiben, womit wir gegen die Ordnung und das kommunistische System versto\u00dfen hatten. Als Strafe wurden wir f\u00fcr zwei Monate von der Schule verwiesen.<\/p>\n<div id=\"attachment_88541\" style=\"width: 360px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/plesca1.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-88541\" decoding=\"async\" class=\"lazyload  wp-image-88541\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/plesca1-711x1024.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/plesca1-711x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"504\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27350%27%20height%3D%27504%27%20viewBox%3D%270%200%20350%20504%27%3E%3Crect%20width%3D%27350%27%20height%3D%27504%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/plesca1-200x288.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/plesca1-208x300.jpg 208w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/plesca1-400x576.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/plesca1-600x865.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/plesca1-711x1024.jpg 711w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/plesca1-768x1107.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/plesca1-800x1153.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/plesca1.jpg 1045w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-88541\" class=\"wp-caption-text\">Bischof Petru Ple\u0219ca<\/p><\/div>\n<p><strong><em>\u2013 Haben Sie es geschafft, die sieben Klassen abzuschlie\u00dfen?<\/em><\/strong><br \/>\n\u2013 Ja. Sp\u00e4ter habe ich erfahren, dass ich doch Gl\u00fcck hatte, denn die Vertreter der kommunistischen Machthaber wollten uns endg\u00fcltig von der Schule verweisen, ohne dass wir jemals wieder unsere Ausbildung fortsetzen k\u00f6nnten. Da sich die Aufnahmepr\u00fcfungen an der Kantorschule in Alba Iulia stark verz\u00f6gert hatten, habe ich mich, um das Schuljahr nicht zu verlieren, am Gymnasium in Roman beworben. Erst nach Abschluss dieses Schuljahres gelang es mir, mich an der Kantorschule in Alba Iulia einzuschreiben, wo ich ein Jahr lang lernte. Von dort aus ging ich nach Ia\u0219i, wo ich mein Studium acht Jahre lang fortsetzte.<\/p>\n<p><strong><em>\u2013 Warum haben Sie sich nicht direkt in Ia\u0219i eingeschrieben?<\/em><\/strong><br \/>\n\u2013 Weil das Priesterseminar in Ia\u0219i noch nicht er\u00f6ffnet war. Die kommunistische Regierung hatte 1948 alle katholischen Schulen geschlossen, darunter auch das Katholische Priesterseminar in Ia\u0219i, und die r\u00f6misch-katholischen Bist\u00fcmer von Bukarest, Satu Mare\/Sathmar, Oradea\/Gro\u00dfwardein und Timi\u0219oara\/Temeswar aufgel\u00f6st. F\u00fcr die Ausbildung der Priester blieb nur noch das Priesterseminar in Alba Iulia \u00fcbrig, doch Bischof \u00c1ron M\u00e1rton befand sich ebenfalls im Gef\u00e4ngnis. Der Unterricht in Ia\u0219i wurde erst am 25. Oktober 1956 \u2013 diesen Tag werde ich nie vergessen \u2013 im Geb\u00e4ude auf dem Copoului-H\u00fcgel, dank Msgr. Petru Ple\u0219ca, Pfarrer von Groze\u0219ti\/Oituz und damals Ordinarius Substitutus, wieder aufgenommen. Das Geb\u00e4ude war verw\u00fcstet. In Alba Iulia waren wir einige Sch\u00fcler und Studenten aus der Moldau, aus der Bukowina, aus der Erzdi\u00f6zese Bukarest, aber auch aus dem Banat, die kein Ungarisch sprachen: Bulgaren, Deutsche (Schwaben), Kroaten, Rum\u00e4nen usw. Im Fr\u00fchjahr kam Pfr. Ple\u0219ca nach Alba Iulia, versammelte alle von uns, die kein Ungarisch sprachen, und sprach mit jedem einzelnen von uns. Im Herbst wurde uns mitgeteilt, dass wir unser Studium in Ia\u0219i fortsetzen k\u00f6nnten. Das Seminar von Ia\u0219i funktionierte unter dem Namen \u201eRum\u00e4nische Abteilung des r\u00f6misch-katholischen Theologischen Instituts (mit Universit\u00e4tsrang) in Alba Iulia\u201c.<\/p>\n<p><strong><em>\u2013 Wer hat Sie zum Priester geweiht?<\/em><\/strong><br \/>\n\u2013 Bischof \u00c1ron M\u00e1rton, am 1. Mai 1966 in Alba Iulia. Pfr. Alajos G\u00e1l, mein Klassenkamerad und sehr guter Freund, war zu einer Zeit auch Chorleiter. Er bereitete die S\u00e4nger sowohl in rum\u00e4nischer als auch in lateinischer Sprache auf die Heilige Messe meiner Priesterweihe vor. In der Kantorschule teilte ich mir eines Nachts das Bett mit ihm, da sich M\u00e4use in seinem Bett eingenistet hatten.<\/p>\n<p><strong><em>\u2013 Welche war die erste Pfarrei, in der Sie im Bistum Temeswar t\u00e4tig waren?<\/em><\/strong><br \/>\n\u2013 Nach der Priesterweihe und der Primiz \u2013 also der ersten Heiligen Messe, die ich in meinem Heimatdorf zelebrierte \u2013 war ich von Oktober 1966 bis M\u00e4rz 1968 Kaplan in der Pfarrei Jahrmarkt mit den Filialen \u00dcberland und Cerneteaz. Von April 1968 bis November 1979 war ich Pfarrer in Slatina an der Temesch, zu der auch Alt-Sadowa und Teregova geh\u00f6rten, und von Dezember 1979 bis Dezember 1986 war ich in Herkulesbad t\u00e4tig, mit den Filialen Mehadia, Topletz und Schumitza. Danach kehrte ich von Dezember 1986 bis April 1988 nach Jahrmarkt zur\u00fcck. Die n\u00e4chste Pfarrei war Lovrin, und ab 1988 wurde ich nach Billed berufen, mit den Filialen Alexanderhausen, Neubeschenowa, Kleinbetschkerek und Ujhel. Ich habe mich f\u00fcr die Di\u00f6zese Temeswar entschieden, weil ich in der Kantorschule in Alba Iulia viele Studenten aus dem Banat kennengelernt hatte, darunter Pfr. Nikola Nakov aus Altbeschenowa und Pfr. Mihai Babeu aus Slatina an der Temesch. In Jahrmarkt war zu der Zeit, als ich dort Kaplan war, der sp\u00e4tere Bischof Sebastian Kr\u00e4uter Pfarrer. Den Religionsunterricht in der Pfarrei hielt ich auf Deutsch ab.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/33.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload size-large wp-image-88544 aligncenter\" src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/33-1024x683.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/33-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"683\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%271024%27%20height%3D%27683%27%20viewBox%3D%270%200%201024%20683%27%3E%3Crect%20width%3D%271024%27%20height%3D%27683%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/33-200x133.jpg 200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/33-300x200.jpg 300w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/33-400x267.jpg 400w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/33-600x400.jpg 600w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/33-768x512.jpg 768w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/33-800x533.jpg 800w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/33-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/33-1200x800.jpg 1200w, https:\/\/gerhardus.ro\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/33-1536x1024.jpg 1536w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><strong><em><br \/>\n\u2013 Wo haben Sie Deutsch gelernt?<\/em><\/strong><br \/>\n\u2013 In der Schule, aber auch in Jahrmarkt. Ich habe auch Griechisch gelernt, und Russisch habe ich acht Jahre lang studiert. Ich dachte mir, wenn Bessarabien eines Tages befreit w\u00fcrde, br\u00e4uchte man dort Priester, die Russisch beherrschen, und ich k\u00f6nnte dort meinen Dienst verrichten. Letztendlich sind mir meine Russischkenntnisse zugutekommen, denn in Herkulesbad, wo ich sieben Jahre lang gedient habe, kamen Touristen und Patienten aus ganz Europa und sogar aus S\u00fcdamerika. Die Gl\u00e4ubigen nahmen auch an der Heiligen Messe teil. Wenn eine gr\u00f6\u00dfere Gruppe aus Siebenb\u00fcrgen da war, beteten wir auch auf Ungarisch. Aus Polen kamen manchmal sogar bis zu 90 Personen auf einmal. Da ich auch die tschechische Gemeinde in Schumitza betreute, lernte ich nach und nach auch ihre Sprache. Zun\u00e4chst kaufte ich mir B\u00fccher und lernte die Gebete auf Tschechisch. Ich habe viele Freundschaften mit Menschen geschlossen, die Herkulesbad besuchten und auch an den Gottesdiensten teilnahmen. 20 Jahre lang bin ich in meinen Urlaubsjahren gereist, um Priester aus Deutschland, \u00d6sterreich, der Schweiz und sogar aus Frankreich in deutschsprachigen Pfarreien zu vertreten. Bevor ich nach Herkulesbad kam, war Pater Mih\u00e1ly God\u00f3 SJ, ein aus Doroban\u021bi (Arad) stammender Jesuit, dort Pfarrer. Er verbrachte zehn Jahre im Gef\u00e4ngnis, weil er sich den Versuchen der kommunistischen Beh\u00f6rden widersetzte, die Verbindungen der r\u00f6misch-katholischen Kirche zum Heiligen Stuhl zu unterbrechen. Die Gl\u00e4ubigen erz\u00e4hlten mir sp\u00e4ter, dass er trotz der schweren Jahre, die er in den kommunistischen Gef\u00e4ngnissen \u2013 in Jilava, Pite\u0219ti oder R\u00e2mnicu S\u0103rat \u2013 verbracht hatte, den Mut besa\u00df, das Regime weiterhin zu kritisieren. 1979 wurde er erneut verhaftet.<br \/>\nSolange ich Pfarrer in Slatina an der Temesch war, waren wir r\u00e4umlich gesehen \u201eNachbarn\u201c. Deshalb bat mich das Ordinariat in Temeswar nach seiner Verhaftung, nach Herkulesbad zu fahren, um dort anstelle des Pfarrers die Heilige Messe zu feiern. Er wurde in Karansebesch und in Reschitza vor Gericht gestellt; manchmal nahm auch ich zusammen mit einigen Gl\u00e4ubigen an den Gerichtsverhandlungen teil. Er wurde des illegalen Handels beschuldigt, da er Kultgegenst\u00e4nde \u2013 kleine Statuen des Heiligen Antonius und Rosenkr\u00e4nze \u2013 verkaufte und sich in seinen Predigten gegen den Atheismus ausgesprochen hatte. Er wurde verurteilt und ins Gef\u00e4ngnis nach Bukarest gebracht. Solange ich in Herkulesbad seine Vertretung wahrnahm, hatte ich nur die Schl\u00fcssel zur Kirche, da das Pfarrhaus von der Miliz verschlossen und versiegelt worden war. Erst nach einigen Monaten durfte ich das kleine Zimmer betreten, in dem Pfarrer God\u00f3 gewohnt hatte. In Slatina an der Temesch, wohin mich Msgr. Konrad Kernweisz, <em>Ordinarius substitutus<\/em>, entsandt hatte, gab es mehrere junge M\u00e4nner, die sich f\u00fcr die Priesterberufung entschieden hatten: die Br\u00fcder Dirschl \u2013 Johann, heute Generalvikar, und Mates, Pfarrer von Neuarad \u2013 sowie Petru Mu\u021biu und Martin Neagu, die leider bereits zum Herrn heimgegangen sind. In Alt-Sadowa gab es damals etwa 600 Gl\u00e4ubige, von denen 200 jeden Sonntag in die Kirche kamen. Sie sprachen einen deutschen Dialekt, der sich vom schw\u00e4bischen unterscheidet. Heute finden die Menschen alle m\u00f6glichen Ausreden, um nicht mehr in die Kirche zu kommen.<\/p>\n<p><strong><em>\u2013 Anl\u00e4sslich Ihres 60-j\u00e4hrigen Priesterjubil\u00e4ums: Welchen Gedanken m\u00f6chten Sie jungen Menschen mit auf den Weg geben, die sich f\u00fcr die Priesterberufung entscheiden?<\/em><\/strong><br \/>\n\u2013 Ja, am Sonntag, dem 3. Mai 2026, habe ich in der Pfarrkirche von Billed die Dankesmesse anl\u00e4sslich meines diamantenen Jubil\u00e4ums, also meines 60-j\u00e4hrigen Priesterjubil\u00e4ums, gefeiert. Seit 38 Jahren bin ich in dieser Pfarrei t\u00e4tig. Den jungen Menschen m\u00f6chte ich ans Herz legen, gr\u00fcndlich nachzudenken und niemals die Worte Jesu zu vergessen: \u201eNicht ihr habt mich erw\u00e4hlt, sondern ich habe euch erw\u00e4hlt.\u201c<\/p>\n<p><strong><em>\u2013 Vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch.<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Pressestelle der Di\u00f6zese Temeswar<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eMagnificat anima mea Dominum\u201c \u2013 mit diesen Worten der Freude und des Lobes der Heiligen Jungfrau Maria hat Pfr. Bonaventura Dumea seine sechs Jahrzehnte im Priesterdienst begleitet. Anl\u00e4sslich seines diamantenen Jubil\u00e4ums erklingt dasselbe Dankeslied im Zeugnis eines Lebens voller unersch\u00fctterlichen Glaubens und dem\u00fctiger Hingabe im Dienst an Gott und den Menschen. 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