{"id":88915,"date":"2026-08-26T19:37:21","date_gmt":"2026-08-26T16:37:21","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=88915"},"modified":"2026-08-26T19:37:21","modified_gmt":"2026-08-26T16:37:21","slug":"papst-leo-xiv-taetige-teilnahme-an-liturgie-fuehrt-zu-tieferer-beziehung-zu-gott","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/papst-leo-xiv-taetige-teilnahme-an-liturgie-fuehrt-zu-tieferer-beziehung-zu-gott\/","title":{"rendered":"Papst Leo XIV.: T\u00e4tige Teilnahme an Liturgie f\u00fchrt zu tieferer Beziehung zu Gott"},"content":{"rendered":"<p>Leo XIV. hat die Gl\u00e4ubigen zur aktiven Beteiligung an der Liturgie ermuntert. Man d\u00fcrfe der Liturgie nicht \u201ewie Au\u00dfenstehende oder stumme Zuschauer beiwohnen\u201c, sondern solle \u201ebewusst, fromm und t\u00e4tig mitfeiern\u201c, betonte der Papst bei der Generalaudienz im Petersdom, mit der er seine Katechesenreihe zur Liturgiekonstitution &#8222;Sacrosanctum Concilium&#8220; abschloss.<\/p>\n<p><b><i>Silvia Kritzenberger \u2013 Vatikanstadt<\/i><\/b><\/p>\n<p>In seiner abschlie\u00dfenden Katechese zur Liturgiekonstitution <i>Sacrosanctum Concilium\u00a0<\/i>hat Leo XIV. die Gr\u00fcnde f\u00fcr die vom Zweiten Vatikanischen Konzil in den 1960er Jahren angesto\u00dfene Liturgiereform in den Blick genommen. Dabei stellte er vor allem einen Gedanken in den Mittelpunkt: Die Gl\u00e4ubigen sollen die Liturgie nicht als blo\u00dfe Zuschauer erleben, sondern bewusst und aktiv am Gottesdienst teilnehmen.<br \/>\nLiturgie: Kein rein \u00e4u\u00dferliches Geschehen, sondern lebendige Beziehung mit Gott<br \/>\nDen Gedanken, dass die Liturgie nicht nur ein \u00e4u\u00dferliches Geschehen, sondern eine lebendige Begegnung mit Gott ist, habe schon der sp\u00e4tere heilige Papst Paul VI. betont.<br \/>\n\u201eDie Liturgie ist Sprache. Sie ist einerseits ein Mittel der g\u00f6ttlichen Unterweisung, und andererseits die Stimme des Gespr\u00e4chs mit Gott,\u201c zitierte Papst Leo seinen Vorg\u00e4nger, der das Zweite Vatikanische Konzil am 8. Dezember 1965 abgeschlossen hat. \u201eEs ist klar, dass sie auf ihre lehrende Funktion nicht verzichten kann \u2013 und sie muss dem Glauben und der Fr\u00f6mmigkeit auch die M\u00f6glichkeit geben, sich in einer unmittelbar verst\u00e4ndlichen Weise auszudr\u00fccken. Die Gl\u00e4ubigen k\u00f6nnen und d\u00fcrfen nicht l\u00e4nger stumm und passiv bleiben.\u201c<\/p>\n<p><strong>Nicht Au\u00dfenstehende und stumme Zuschauer sein<\/strong><br \/>\nDieser Gedanke findet sich sp\u00e4ter auch in <i>Sacrosanctum Concilium<\/i>. Die Konzilskonstitution fordere, dass Christen dem Gottesdienst nicht \u201ewie Au\u00dfenstehende und stumme Zuschauer\u201c beiwohnen. Vielmehr sollen sie durch die Riten und Gebete den Glauben immer tiefer verstehen und die liturgische Feier bewusst, fromm und t\u00e4tig mitvollziehen.<br \/>\n\u201eDurch die rituellen Handlungen der Kirche, mit denen das Heilswerk vergegenw\u00e4rtigt wird, er\u00f6ffnet sich die M\u00f6glichkeit, eine wahre Beziehung zu Gott zu leben und mit dem Heilsgeschehen in Beziehung zu treten. Da die Gesten und Worte der heiligen Liturgie f\u00fcr diese Erfahrung von entscheidender Bedeutung sind, kann die Teilnahme der Gl\u00e4ubigen nicht passiv sein,\u201c f\u00fchrte der Papst weiter aus.<br \/>\nDamit habe das Konzil das Herzst\u00fcck des kirchlichen Lebens neu ins Bewusstsein r\u00fccken wollen: die Liturgie als zentrale Quelle der Gemeinschaft mit Gott. Und daraus sei auch der Wunsch entstanden, den Gl\u00e4ubigen den Reichtum der Heiligen Schrift und der liturgischen Gebete leichter zug\u00e4nglich zu machen und die Ordnung der Gottesdienste \u00fcbersichtlicher zu gestalten.<\/p>\n<p><strong>Kein Bruch mit der kirchlichen Tradition<\/strong><br \/>\nPapst Leo betonte, dass die Liturgiereform keineswegs einen Bruch mit der kirchlichen Tradition darstellen sollte. Die Liturgie sei eine lebendige Wirklichkeit und habe sich deshalb im Laufe der Jahrhunderte immer wieder weiterentwickelt.<br \/>\n\u201eBei dieser Erneuerung sollen Texte und Riten so geordnet werden, dass sie das Heilige, dem sie als Zeichen dienen, deutlicher zum Ausdruck bringen, und so, dass das christliche Volk sie m\u00f6glichst leicht erfassen und in voller, t\u00e4tiger und gemeinschaftlicher Teilnahme mitfeiern kann,\u201c brachte Papst Leo den Grund f\u00fcr die Liturgiereform auf den Punkt.<br \/>\nMit Verweis auf die Neuordnung der Riten der Karwoche durch Pius XII. und die Vereinfachung der Rubriken des Breviers und des Messbuchs durch Johannes XXIII., der das Vatikanische Konzil 1962 er\u00f6ffnet hat, betonte das Kirchenoberhaupt, dass \u201edie vorangetriebene Liturgiereform in Kontinuit\u00e4t mit der lebendigen Tradition der Kirche\u201c steht und ein \u201erechtes Verst\u00e4ndnis dieser Reform\u201c auch Fehlentwicklungen vermeiden k\u00f6nne, die aus einem Missverst\u00e4ndnis der Konzilsreform entstanden sind.<br \/>\nIn diesem Zusammenhang erinnerte der Papst abschlie\u00dfend noch daran, dass die liturgischen Handlungen \u201enicht privater Natur, sondern Feiern der Kirche sind, die das &#8222;Sakrament der Einheit&#8220; ist: \u201eSie ist n\u00e4mlich das heilige Volk, geeint und geordnet unter den Bisch\u00f6fen. Daher gehen diese Feiern den ganzen mystischen Leib der Kirche an, machen ihn sichtbar und wirken auf ihn ein.\u201c<\/p>\n<p><strong>Jahrestag: Die Gel\u00fcbde der polnischen Nation in Tschenstochau<\/strong><br \/>\nIn seinem Grusswort an die polnischen Pilger erinnerte der Papst an die von Kardinal Stefan Wyszy\u0144ski verfassten <i>Gel\u00fcbde der polnischen Nation<\/i>, die am 26. August 1956 erstmals im Marienwallfahrtsort Tschenstochau (Jasna G\u00f3ra) von einer halben Million Katholiken gebetet wurden.<\/p>\n<p><strong>W\u00f6rtlich sagte der Pontifex:<\/strong><br \/>\n\u201eIm Geiste schlie\u00dfe ich mich all jenen an, die sich in Tschenstochau versammelt haben, wo heute, 70 Jahre sp\u00e4ter, die <i>Gel\u00fcbde der polnischen Nation<\/i>\u00a0erneuert werden, die Kardinal Stefan Wyszy\u0144ski w\u00e4hrend seiner Gefangenschaft verfasst hatte. Das darin enthaltene Programm zur moralischen Erneuerung der Gesellschaft \u2013 durch den Schutz des menschlichen Lebens, die F\u00f6rderung von Ehe und Familie sowie die Erziehung von Kindern und Jugendlichen \u2013 m\u00f6ge auch weiter euren Einsatz f\u00fcr Gerechtigkeit und Geschwisterlichkeit beseelen. Euch allen meinen Segen!\u201d<br \/>\nDer selige Stefan Wyszy\u0144ski verfasste die <i>Gel\u00fcbde der polnischen Nation<\/i>\u00a0am 16. Mai 1956; damals war der polnische Primas und ernannte Kardinal schon seit drei Jahren in Haft. Der Text zielt auf eine Erneuerung des Glaubens und der Kirche angesichts des atheistischen kommunistischen Regimes. Am 26. August 1956 wurden die Gel\u00fcbde vor dem Gnadenbild der Muttergottes von Tschenstochau feierlich proklamiert &#8211; in Abwesenheit des Autors, an den nur ein leerer Sessel erinnerte. Erst im Oktober kam\u00a0Wyszy\u0144ski frei, und im Jahr darauf wurde er offiziell ins Kardinalskollegium aufgenommen.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/papst\/news\/2026-08\/papst-leo-xiv-generalaudienz-liturgie-beteiligung.html\">www.vaticannews.va\/de<\/a><\/p>\n<p>Foto: Archiv, Jubil\u00e4um der Kathecheten, Rom, 2025<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Leo XIV. hat die Gl\u00e4ubigen zur aktiven Beteiligung an der Liturgie ermuntert. Man d\u00fcrfe der Liturgie nicht \u201ewie Au\u00dfenstehende oder stumme Zuschauer beiwohnen\u201c, sondern solle \u201ebewusst, fromm und t\u00e4tig mitfeiern\u201c, betonte der Papst bei der Generalaudienz im Petersdom, mit der er seine Katechesenreihe zur Liturgiekonstitution &#8222;Sacrosanctum Concilium&#8220; abschloss. Silvia Kritzenberger \u2013 Vatikanstadt In seiner abschlie\u00dfenden Katechese [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":88910,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[66],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/88915"}],"collection":[{"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=88915"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/88915\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":88916,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/88915\/revisions\/88916"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/88910"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=88915"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=88915"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=88915"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}