{"id":89700,"date":"2026-09-18T21:19:45","date_gmt":"2026-09-18T18:19:45","guid":{"rendered":"https:\/\/gerhardus.ro\/?p=89700"},"modified":"2026-09-21T17:00:25","modified_gmt":"2026-09-21T14:00:25","slug":"vater-unser-ein-bekanntes-gebet-neu-entdecken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gerhardus.ro\/de\/vater-unser-ein-bekanntes-gebet-neu-entdecken\/","title":{"rendered":"\u201eVater unser\u201c \u2013 ein bekanntes Gebet neu entdecken"},"content":{"rendered":"<p>Der von der R\u00f6misch-Katholischen Di\u00f6zese Temeswar \u00fcber das Di\u00f6zesanb\u00fcro f\u00fcr Erwachsenenpastoral organisierte Bildungskurs f\u00fcr Erwachsene wurde mit dem Treffen am 18. September 2026 um 18.00 Uhr auf der Plattform Zoom fortgesetzt. Zu Beginn begr\u00fc\u00dfte Domherr Zsolt Szilv\u00e1gyi, Pastoralvikar, die Teilnehmer.<br \/>\nDen Vortrag hielt Pfr. Daniel Pozsonyi, Pfarrer von Hatzfeld und Karpinisch. Im Mittelpunkt stand das Gebet \u201eVater unser\u201c, das Gebet, das Jesus Christus selbst die Apostel gelehrt hat und das von Christen so h\u00e4ufig gebetet wird. Pfr. Daniel Pozsonyi lud die Teilnehmer dazu ein, dieses seit Kindheit bekannte Gebet neu zu entdecken und zu erfahren, wie sich sein Verst\u00e4ndnis ver\u00e4ndern und vertiefen kann, wenn der Mensch auf seinem Weg geistlicher Reifung voranschreitet.<br \/>\nAusgehend vom Wesen des Gebets betonte der Referent, dass es nicht selbstverst\u00e4ndlich ist, dass wir uns an Gott wenden und mit Ihm in Dialog treten k\u00f6nnen, sondern ein Geschenk. Durch das Gebet wird unsere Beziehung zu Gott gen\u00e4hrt und gest\u00e4rkt; zugleich f\u00fchrt uns das Gebet in eine Dynamik ein, die uns verwandelt und uns dabei hilft, unseren Willen immer mehr dem Willen Gottes anzun\u00e4hern. In diesem Zusammenhang wurde auch der Ausdruck \u201eLex orandi, lex credendi\u201c erw\u00e4hnt \u2013 die Art und Weise, wie wir beten, steht in Verbindung mit der Art und Weise, wie wir glauben, und folglich auch damit, wie wir leben.<br \/>\nBesondere Aufmerksamkeit galt den beiden in der Heiligen Schrift \u00fcberlieferten Fassungen des Gebets \u201eVater unser\u201c, in den Evangelien nach dem heiligen Matth\u00e4us und nach dem heiligen Lukas. Das Gebet umfasst sieben Bitten: Die ersten drei richten sich an Gott \u2013 die Heiligung Seines Namens, das Kommen Seines Reiches und die Erf\u00fcllung Seines Willens \u2013, w\u00e4hrend sich die \u00fcbrigen vier auf die Bed\u00fcrfnisse des Menschen beziehen: das t\u00e4gliche Brot, die Vergebung, die Versuchung und die Erl\u00f6sung vom B\u00f6sen.<br \/>\nBei der Erkl\u00e4rung der ersten Worte des Gebets, \u201eVater unser im Himmel\u201c, hob Pfr. Daniel Pozsonyi die Dimension der Gotteskindschaft und der Familie hervor. Wenn Gott unser Vater ist, dann sind wir Seine S\u00f6hne und T\u00f6chter und zugleich Br\u00fcder und Schwestern f\u00fcreinander. Das Bild der Pilgerschaft und des Exils unterstrich, dass der Mensch noch nicht \u201ezu Hause\u201c ist, sondern sich auf dem Weg zum Haus des Vaters befindet.<br \/>\nDie Bitte \u201eGeheiligt werde dein Name\u201c wurde mit der Heiligkeit Gottes und mit der Art und Weise in Verbindung gebracht, wie unser Leben und unsere Taten Zeugnis f\u00fcr diese Heiligkeit geben k\u00f6nnen. \u201eDein Reich komme\u201c er\u00f6ffnet wiederum die Perspektive auf das Kommen Christi: in der Vergangenheit durch die Menschwerdung, in der Gegenwart durch Seine Gegenwart in der Heiligen Messe und in der Eucharistie und in der Zukunft durch die Erwartung der Wiederkunft des Herrn.<br \/>\nEin weiterer wichtiger Gedanke des Treffens war die Verbindung zwischen Gebet und Eucharistie. Das Gebet ist nicht nur eine Aneinanderreihung von Bitten, mit denen wir versuchen, etwas von Gott zu erhalten, sondern es formt unsere W\u00fcnsche und richtet uns auf das aus, was Gott f\u00fcr uns will. In diesem Sinne wird das \u201eVater unser\u201c auch zu einem Gebet, durch das wir lernen, unseren Willen mit dem Willen Gottes zu vereinen.<br \/>\nIm zweiten Teil des Gebets richten sich die Bitten auf die konkreten Bed\u00fcrfnisse des Menschen: das t\u00e4gliche Brot, die Vergebung der S\u00fcnden, Hilfe in den Pr\u00fcfungen und die Erl\u00f6sung vom B\u00f6sen. So verbindet das Gebet das Vertrauen auf Gott mit der Wirklichkeit des t\u00e4glichen Lebens. In diesem Teil des Gebets zeigt sich eine unmittelbare Verbindung zwischen der Vergebung, um die wir Gott bitten, und der Vergebung, die wir anderen schenken: Wir bitten darum, dass uns vergeben wird, wie auch wir denen vergeben, die an uns schuldig geworden sind. Dies fordert uns dazu heraus, ernsthaft dar\u00fcber nachzudenken, nach welchem Ma\u00dfstab wir anderen Vergebung gew\u00e4hren.<br \/>\nBesondere Aufmerksamkeit wurde auch der Bitte um das t\u00e4gliche Brot gewidmet. Bei der Auslegung des griechischen Wortes \u201eepiousios\u201c lenkte der Referent die Aufmerksamkeit auf die Eucharistie, auf Christus als die wahre Nahrung unseres Lebens. So erinnert uns das \u201eVater unser\u201c nicht nur an unsere leiblichen Bed\u00fcrfnisse, sondern auch daran, dass wir Christus erbitten und erwarten und Ihn in die Mitte unseres Lebens stellen.<br \/>\nAuch der Platz des Gebets in der Ordnung der Heiligen Messe ist nicht zuf\u00e4llig: Es wird unmittelbar nach der Anamnese des Eucharistischen Hochgebets und vor der Heiligen Kommunion gesprochen.<br \/>\nDie Teilnehmer wurden auch zu einer pers\u00f6nlichen Reflexion eingeladen: Welcher der beiden Teile des Gebets \u201eVater unser\u201c nimmt im eigenen Gebetsleben einen wichtigeren Platz ein? Wie sehr beten wir um das Reich und den Willen Gottes und wie sehr konzentrieren wir uns auf unsere eigenen Bed\u00fcrfnisse, Schw\u00e4chen und Pr\u00fcfungen?<br \/>\nSo bot das Treffen nicht nur eine Vertiefung des Textes des Gebets \u201eVater unser\u201c, sondern auch eine R\u00fcckbesinnung auf das eigene Gebetsleben. Ein Gebet, das wir seit unserer Kindheit kennen, kann mit der Reifung unseres Glaubens eine neue Tiefe gewinnen und uns dabei helfen, neu zu entdecken, wer wir vor Gott und in unserer Beziehung zu den anderen sind.<br \/>\nDas Treffen endete mit dem Zeugnis der Familie Costea, Alin und C\u0103t\u0103lina, die dar\u00fcber berichteten, wie das Gebet f\u00fcr ihre Familie in Zeiten der Pr\u00fcfung zur wichtigsten St\u00fctze geworden ist \u2013 sei es, dass sie gemeinsam beten oder in Stille. Die Offenheit und Verletzlichkeit im Gebet bringt sie Christus und einander n\u00e4her und hilft ihnen, Spannungen, M\u00fcdigkeit und die Herausforderungen des Familienlebens zu bew\u00e4ltigen. Selbst im t\u00e4glichen Chaos bleibt das Gebet \u2013 auch wenn es gemeinsam mit ihrem kleinen Kind gesprochen wird \u2013 das Fundament, das ihnen Frieden, Verst\u00e4ndnis und die Kraft schenkt, weiterzugehen.<br \/>\nZum Abschluss stellten die Organisatoren das Programm der Wallfahrt und des Treffens der Priester, Ordensleute sowie der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter der Pfarreien und der Di\u00f6zese in Maria Radna vor. Die Veranstaltung findet am Samstag, dem 3. Oktober 2026, von 9.00 bis 16.00 Uhr statt und umfasst die Heilige Messe in der Basilika, einen Vortrag, Gespr\u00e4che in Kleingruppen, Workshops und eucharistische Anbetung.<\/p>\n<p><strong>Presseb\u00fcro der Di\u00f6zese Temeswar<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der von der R\u00f6misch-Katholischen Di\u00f6zese Temeswar \u00fcber das Di\u00f6zesanb\u00fcro f\u00fcr Erwachsenenpastoral organisierte Bildungskurs f\u00fcr Erwachsene wurde mit dem Treffen am 18. September 2026 um 18.00 Uhr auf der Plattform Zoom fortgesetzt. Zu Beginn begr\u00fc\u00dfte Domherr Zsolt Szilv\u00e1gyi, Pastoralvikar, die Teilnehmer. Den Vortrag hielt Pfr. Daniel Pozsonyi, Pfarrer von Hatzfeld und Karpinisch. 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