In diesem Jahr feierten die Mitglieder der römisch-katholischen Pfarrgemeinde Temeswar II – Fabrikstadt anlässlich des Hochfestes der „Gottesmutter Maria, Schutzfrau Ungarns“ zwei Jubiläen: 300 Jahre seit der Entstehung der ersten Gemeinschaft der modernen Zeit, die mehrere Jahre lang von Franziskanerpatres seelsorglich betreut wurde, sowie seit dem ersten Eintrag einer Taufe im Jahr 1726, und 125 Jahre seit der Weihe der heutigen, der Gottesmutter geweihten Kirche, im Jahr 1901.
Anlässlich dieser doppelten Jubiläumsfeier wurden auf Einladung von Pfarrer Daniel Dumitru, dem Seelsorger der Gemeinde, die Heiligen Messen um 10.00 Uhr in rumänischer Sprache und um 11.30 Uhr in ungarischer Sprache von Dr. István András, Domherr und Regens des römisch-katholischen Priesterseminars „Seminarium Incarnatæ Sapientiæ“ in Alba Iulia/ Karlsburg, zelebriert. Die musikalische Gestaltung der Gottesdienste übernahm Kantor Emil Dumitresc gemeinsam mit dem Kirchenchor.
Zu Beginn beider Heiligen Messen wurde Dr. István András jeweils von einem Vertreter der Gemeinde begrüßt. Dieser hob hervor: „Ihre Anwesenheit in unserer Mitte macht diesen historischen Augenblick zu einem wahren Fest der Gemeinschaft. Wir feiern nicht nur das Patrozinium unserer der Heiligen Jungfrau Maria geweihten Gemeinde, sondern auch ein bemerkenswertes Jubiläum: den 125. Jahrestag der Weihe dieser eindrucksvollen Kirche. Seit einem Jahrhundert und einem Viertel haben die Mauern dieser monumentalen Kirche die Gebete, Hoffnungen und Opfer vieler Generationen von Gläubigen beherbergt. Dieses Jubiläum ist ein Anlass zu tiefer Dankbarkeit gegenüber der Vergangenheit, zugleich aber auch ein Aufruf, unser geistliches Leben in der Gegenwart zu erneuern.“
An den Eucharistiefeiern an diesem Sonntag nahmen zahlreiche Gläubige aus der ganzen Stadt und der umliegenden Gegend teil.
In seiner Predigt stellte Dr. István András die Heilige Jungfrau Maria als Vorbild für das Vertrauen auf Gott und für die Bereitschaft dar, seinem Ruf zu folgen – auch dann, wenn die Zukunft ungewiss ist. Er betonte die Bedeutung der inneren Ruhe, die uns hilft, die Stimme Gottes zu hören und ihm Raum in unserem Leben zu geben. Zugleich lenkte er die Aufmerksamkeit auf die zahlreichen Wünsche des modernen Menschen, der materiellen Dingen und immer wieder neuen Angeboten nachjagt, ohne dabei stets die Erfüllung der Seele zu finden. Die Gläubigen wurden dazu ermutigt, sich täglich einige Augenblicke der Stille zu gönnen und darüber nachzudenken, was sie sich wirklich wünschen.
„Wir müssen nicht auf alle Fragen eine Antwort haben. Wir müssen nicht den ganzen Weg im Voraus kennen. Wir müssen nicht in jedem Augenblick stark sein. Aber in uns soll ein Ort sein, an dem Gott eintreten kann, und in uns soll ein wenig Stille herrschen, in der er zu uns sprechen kann“, betonte der Regens in seiner Predigt.
In den Fürbitten wurde in Dankbarkeit jener Generationen gedacht, die im Laufe von 300 Jahren den Glauben bewahrt und weitergegeben haben, ebenso wie der Gläubigen, die sich heute für das Leben der Gemeinde einsetzen. Die Gebete galten außerdem den jungen Menschen, den älteren Mitbürgern, den Kranken sowie all jenen, die zwar in der Ferne leben, sich dieser Pfarrei aber weiterhin im Herzen verbunden fühlen.
Am Ende der Heiligen Messe dankte Pfarrer Daniel Dumitru in erster Linie Gott für diesen festlichen Tag sowie Dr. István András für seine geistlichen Impulse. Darüber hinaus sprach der Ortspfarrer seinen Mitbrüdern im priesterlichen Dienst seinen Dank aus: Pfarrer János Kapor, aus Kischineu a.d. Kreisch und Schimonidorf, sowie Kaplan Csaba Váncsa. Sein Dank galt ebenso Diakon Francisc Craia, dem Kirchenchor, den Ministranten und allen, die durch ihre ehrenamtliche Arbeit zur Organisation dieses besonderen Festes beigetragen hatten.
Pressebüro der Diözese Temeswar









