Am Samstagnachmittag, dem 6. September dieses Jahres, um 17:00 Uhr, war die Pfarrkirche zu Temeswar IV. Josefstadt Gastgeberin eines freudigen und herzlichen Moments: Die Pfarrgemeinde empfing eine Gruppe von Gläubigen aus der Pfarrei Oberhaching–Deisenhofen in Bayern/Deutschland. Es war das erste persönliche Treffen zwischen den beiden Gemeinschaften, das die Grundlage für eine zukünftige Partnerschaft bildet. Die Begegnung war geprägt von Dialog und gegenseitigem Kennenlernen und stärkte den Wunsch beider Seiten, eine dauerhafte geistliche und gemeinschaftliche Verbindung zwischen den beiden Pfarreien aufzubauen.
Im Rahmen des Treffens stellten die Vertreter der beiden Gemeinden – sowohl die Pfarrer, Pfr. Emmeran Hilger von der Pfarrei Oberhaching–Deisenhofen (Deutschland) und Pfr. Zsolt Szilvágyi, Pastoralvikar und Pfarrer der Pfarrei Temeswar IV. Josefstadt, als auch die anwesenden Gemeindemitglieder – die Aktivitäten ihrer jeweiligen Pfarrei vor.
Wie Pfr. Zsolt Szilvágyi in seiner Einleitung betonte, hatte die bayerische Pfarrei bereits vor fast zwei Jahren den Wunsch geäußert, eine Partnerschaft mit Pfarreien in Mittel- und Osteuropa aufzubauen. Zu diesem Zweck wandten sie sich an Renovabis – eine Hilfsorganisation der katholischen Kirche in Deutschland für Osteuropa —, das daraufhin Kontakt zu mehreren Diözesen aufnahm, darunter auch zur Römisch-Katholischen Diözese Temeswar. So kamen die beiden Gemeinden miteinander in Verbindung. Der Austausch begann zunächst ausschließlich online, doch in diesem Jahr, vom 5. bis 7. September, machte sich eine Gruppe aus der Pfarrei Oberhaching–Deisenhofen — bestehend aus dem Pfarrer, drei erwachsenen Gemeindemitgliedern und drei Jugendlichen — auf den Weg, stiegen ins Flugzeug und kamen nach Temeswar.
Am Samstag, als Erstes, stellten sich die Gäste vor. Die Pfarrei Oberhaching–Deisenhofen verfügt über zwei Kirchen im Ort — St. Bartholomäus und St. Stephan — sowie drei Filialkirchen: Kreuzpullach mit der Kirche „Kreuz-Erhöhung“, Oberbiberg mit der Kirche „Mariä Geburt“ und die Kirche St. Rita, die sich im Altenheim der Caritas befindet.
Neben dem Pfarrgemeinderäte verfügt die Pfarrei über eine große Gruppe von Ministranten, ein Kirchenverwaltungsteam, zwei Kirchenchöre für Erwachsene und einen Kinderchor. Zu den aktiven Gemeinschaften zählen die Kolping-Familie, die Bruderschaft St. Sebastiani, Seniorenkreise sowie eine sehr große Gemeinschaft katholischer Frauen.
In der Pfarrei finden regelmäßig Katechesen für Kinder statt. Jährlich gibt es durchschnittlich etwa 70 Taufen, 70 Kinder bereiten sich auf die Erste Heilige Kommunion vor, und 40 Jugendliche empfangen das Sakrament der Firmung.
Was die Tätigkeit des Zentrums für Familienpastoral betrifft, so werden die Kleinen in drei Altersgruppen eingeteilt. Den Familien werden sowohl Verantstaltungen, Kurse und Vorträge angeboten als auch Unterstützung und Beratung, ebenso wie gemeinsame Veranstaltungen und Spielgruppen für Kinder und Eltern.
Die römisch-katholische Gemeinde Oberhaching–Deisenhofen pflegt eine schöne Beziehung zu den evangelischen Gläubigen und organisiert zahlreiche gemeinsame Veranstaltungen: Ökumenischer Segnungsgottendienst für die frisch getrauten Ehepaare, das Erntedankfest und sogar Ökumenischer Gebete zu Christi Himmelfahrt. Außerdem gibt es einen gemischten Chor mit Mitgliedern beider Gemeinden. Auch gemeinsame Aktivitäten für Kinder beider Konfessionen fehlen nicht: Ferienlager, Andacht, Kinderkirchenkino und Ökumenischer Kinderbibeltag.
Nach der Vorstellung der Gäste folgte die Präsentation der Gruppen und Aktivitäten der gastgebenden Pfarrei. Pfarrer Zsolt Szilvágyi erwähnte, dass hier die verschiedenen Gruppenaktivitäten in drei Sprachen stattfinden: Rumänisch, Ungarisch und Deutsch. Dementsprechend erfolgte auch die Vorstellung in diesen drei Sprachen.
Für Kinder gibt es verschiedene Vorbereitungsgruppen: für die Erste Heilige Kommunion und die Firmung, zwei Kinderchöre – einer auf Rumänisch und einer auf Ungarisch – sowie Ministrantenkurse. Darüber hinaus gibt es eine Jugendgruppe und mehrere Familiengruppen. In der Pfarrei sind auch folgende Gruppen aktiv: „Wort des Lebens“, der Neokatechumenale Weg, die Frauengruppe, die Gebetsgruppe der Pfarrei und die Schönstatt-Gebetsgruppe.
Im Rahmen des Treffens sang der ungarischsprachige Kinderchor unter der Leitung von Schwester Renáta Miklós SND, Familie Ninács und Maskulik sowie der Chor Laudate Domino, geleitet vom Organisten Cristian Roșoagă. Das Tagesprogramm endete im Hof der Josefstädter Pfarrei mit einer Agape. Im Rahmen dieser Begegnung stellte das Pressebüro der Diözese dem Pfarrer Emmeran Hilger aus Oberhaching–Deisenhofen einige Fragen.
– Welche Zukunftspläne haben Sie im Rahmen dieser Partnerschaft?
– Im Moment stehen wir noch am Anfang dieser Partnerschaft, aber in diesen Tagen werden wir konkreter darüber sprechen, was wir uns für die Zukunft wünschen. Natürlich würden wir uns freuen, wenn auch Mitglieder der Pfarrgemeinde aus Temeswar Josefstadt uns besuchen würden. Hier wurden wir mit großer Gastfreundschaft empfangen, und es wäre uns eine Freude, ebenfalls Gastgeber zu sein. Wir würden gerne auch unsere Türen öffnen, denn wir haben gesehen, dass sie hier weit geöffnet waren.
– Wie haben Sie die Multikulturalität und Mehrsprachigkeit erlebt, die für die Pfarrei und die Stadt charakteristisch sind?
– Bei uns gibt es so etwas nicht, wir sind mit dieser Realität nicht vertraut, aber wir finden es wunderbar, dass die Menschen hier mehrere Sprachen verstehen und sprechen: Ungarisch, Rumänisch und Deutsch. Für uns ist es ein großer Vorteil, dass wir hier auf Deutsch kommunizieren können, ohne einen Übersetzer zu benötigen. Das ist ein echter Luxus. Ursprünglich hatten wir unsere Präsentation ins Englische übersetzt, weil wir dachten, dass wir auf Englisch sprechen müssten. Doch wir waren angenehm überrascht, dass viele Deutsch sprechen — das hat uns ein Gefühl von Sicherheit und Willkommen vermittelt. Bisher hatten wir keine engeren Verbindungen zu Rumänien oder Temeswar und wussten nichts von der Dreisprachigkeit hier; davon haben wir erst während unserer Reise erfahren.
– Soweit wir wissen, haben Sie auch das Stadtzentrum von Temeswar besucht. Was hat Sie am meisten beeindruckt?
– Für unsere Jugendlichen war es das erste Mal, dass sie zum Beispiel eine orthodoxe Kirche mit Ikonostase gesehen haben. Ich denke, für sie war die Orthodoxe Kathedrale eine völlig neue Erfahrung, auch was ihre Atmosphäre betrifft. Auch bei uns gibt es orthodoxe Kirchen, aber die Jugendlichen waren bisher noch nie in einer solchen Kirche. In Deutschland gibt es nur wenige, und wenn man nicht gerade Urlaub in Osteuropa macht, hat man kaum Gelegenheit, große orthodoxe Kirchen zu sehen. Die Geschichte der Ikonostase, aber auch die Architektur, das religiöse Leben und die Frömmigkeit sind völlig anders als das, was wir kennen. Ein weiteres schönes Erlebnis war der Besuch der reformierten Kirche am Marienplatz / Piața Maria, die uns durch ihre Schlichtheit beeindruckt hat. Auch dort wurden wir mit großer Herzlichkeit empfangen.
– Wir danken Ihnen herzlich für Ihre Zeit.















