Die bescheidene Kapelle im Wald von Adea erinnert an ein tragisches Ereignis: Ein junger Mann verlor bei einem Jagdunfall sein Leben. Die Familie bat Gott um Kraft, den Verlust zu ertragen — ein Anliegen, das auch in der Inschrift über dem Eingang der Kapelle zum Ausdruck kommt: „Fiat voluntas tua, sicut in coelo, et in terra – MDCCCXCV II IX“, also die Worte des Vaterunsers: „Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden“, und das Datum: 2. September 1895. An diesem Tag ereignete sich das Unglück: Erzherzog Ladislaus von Habsburg–Lothringen, Angehöriger des ungarischen Zweigs des Herrscherhauses, der Palatine, wurde bei einer Jagd im Wald von Adea durch seine eigene, versehentlich ausgelöste Waffe verletzt. Wenige Tage später verstarb der zwanzigjährige Erzherzog an einer Blutvergiftung. Am Ort des Unfalls wurde zum ersten Todestag des jungen Mannes eine ihm gewidmete Kapelle errichtet, die vom damaligen Dompropst Paul Oltványi geweiht wurde.
Am vergangenen Samstag, dem 13. September 2025, versammelten sich an der Ladislaus-Kapelle in Adea all jene, die des Erzherzogs Ladislaus von Habsburg gedachten — anlässlich seines 150. Geburtstags und des 130. Todestages. Die feierliche Heilige Messe wurde von Generalvikar der Diözese Temeswar, Msgr. Johann Dirschl zelebriert, in Konzelebration mit Pfarrer János Kapor aus Kischineu a.d. Kreisch und Schimonydorf, der auch die kleine katholische Gemeinde in Adea betreut, mit Pfr. Mihai Blăjuț OFMConv von der griechisch-katholischen Pfarrei in Kischineu a.d. Kreisch sowie mit dem griechisch-katholischen Pfarrer Tiberiu Iosif Szabo aus Sintea Mare. An der Hl. Messe nahmen auch Bürgermeister Ciprian Ban aus Sintea Mare teil sowie Vertreter der Ungarischen Wissenschaftlichen Gesellschaft für Familien- und Frauenschutz (MCSNTT): Frau Szabó Istvánné Nagy Magdolna, Generalsekretärin und Mentorenpädagogin, Dr. Zsolt Szabolcs Szokolyai, Mitglied des Beratungsgremiums der Jugendorganisation für Familienschutz innerhalb der MCSNTT, Herr Endre Scholtz, Lehrer und bildender Künstler, und Frau Márta Erdős, Direktorin der Allgemeinen Schule „Olosz Lajos“ in Adea.
In seiner Begrüßung hieß Pfarrer János Kapor alle Anwesenden herzlich willkommen — die geladenen Gäste sowie die Gläubigen aus dem Ort und den umliegenden Gemeinden: Kischineu a.d. Kreisch, Vânători, Vărșand, Socodor, Sintea Mare, Schimonydorf. Wie der Pfarrer betonte, „fühlten sie sich dazu berufen, zu einer großen Familie zusammenzuwachsen“.
In seiner Predigt überbrachte Generalvikar Msgr. Johann Dirschl den Anwesenden die Grüße des Diözesanbischofs Josef Csaba Pál und betonte: – „Heute, am Vorabend des Kreuzerhöhungs-Festes, denken sicherlich viele von uns daran, welch großen Schmerz, welch schwere Last der Verlust des jungen Erzherzogs für seine Familie bedeutete. Doch das Kreuz Jesu ist für uns das Zeichen der Erlösung — es weist uns den Weg zum Heil.“
Nach der Heiligen Messe brachte Frau Szabó Istvánné Nagy Magdolna, Generalsekretärin, ihre Gedanken zum Ausdruck: – „Heute feiern wir nicht die Trauer, sondern die Hoffnung, den Glauben und den Aufbau der Gemeinschaft. Diese Kapelle bezeugt, dass das menschliche Leben vergänglich ist, doch der Glaube an Gott, die nationale Gemeinschaft, unser Gedenken und unsere Ehrfurcht sind ewig. Lasst uns gemeinsam beten, dass diese Kapelle ein heiliger Ort des Friedens, des gemeinsamen Glaubensbekenntnisses und der nationalen Zusammengehörigkeit sei. Möge sie die Flamme der Erinnerung in uns bewahren, unseren Glauben stärken und uns Gewissheit geben, dass unser Volk eine lebendige Gemeinschaft ist, die sich stets auf Gott verlässt.“
Im Rahmen der Feier überreichte der bildende Künstler Endre Scholtz eines seiner Werke als Geschenk an Pfarrer János Kapor.
In seiner Ansprache betonte der Bürgermeister von Sintea Mare, Ciprian Ban, mit wie viel Liebe die Bewohner — sowohl Ungarn als auch Rumänen — den verstorbenen Erzherzog Ladislaus damals umgaben und wie sehr sie sein Tod erschütterte: „Gottes Segen sei über dieser Kapelle und über allen, die hier beten. Ich danke allen, die sich an der Organisation dieser Gedenkfeier beteiligt haben.“
Wie Pfarrer János Kapor während der Feier hervorhob, gebührt dem Bürgermeister von Sintea Mare besonderer Dank und Anerkennung, da er sich um die Entfernung des Unkrauts rund um die Kapelle, um die Innenmalerei und um die Reinigung des Gebäudes kümmerte. Es war viel Arbeit und Mühe nötig, bis das Innere und die Umgebung der Kapelle wieder sauber waren — lobte Pfarrer Kapor das engagierte und tatkräftige Wirken des Bürgermeisters.
Anschließend trat Dr. Zsolt Szabolcs Szokolyai ans Mikrofon und sagte: „Diese Kapelle spricht vor allem von Treue: von der Treue der Eltern zu ihrem verstorbenen Sohn und von ihrer Treue zu Gott, der auch im größten Schmerz ihre Quelle der Hoffnung blieb.“
Zum Abschluss erinnerte der Hauptorganisator der Gedenkfeier, Hunor Szabó, Sekretär der Jugendorganisation für Familienschutz der MCSNTT, an die Vergangenheit und an die Gestalt von Erzherzog Ladislaus von Habsburg–Lothringen. Er sagte: – „Die Stürme der Geschichte haben die Familie Habsburg nicht verschont. Dieser Ort erinnert uns daran, dass der christliche Glaube nicht nur Theorie ist, sondern Handlung. Der Glaube baut auf Liebe und nährt sich aus Hoffnung“ – schloss Hunor Szabó seine Rede.
Die Gedenkfeier wurde von einem liebevoll gestalteten Gemeinschaftsessen begleitet, bei dem das Ehepaar Attila und Éva Székely für das Kesselgericht sorgte.
Die Gemeinschaft, die sich um die Ladislaus-Kapelle in Adea versammelt hat, bezeugte, dass Erinnerung nicht nur Rückblick ist, sondern eine lebendige Verbindung — mit Gott, miteinander und mit jenen, deren Vermächtnis auch heute noch Menschen prägt.

Pressestelle der Diözese Temeswar