Mit dem Beginn des Advents werden in den römisch-katholischen Kirchen der Diözese Temeswar die Rorate-Messen gefeiert – votive Eucharistiefeiern zu Ehren der Gottesmutter Maria. Zu Beginn jeder Messe erklingt der gregorianische Hymnus Rorate coeli, der diesen Feiern auch den Namen gegeben hat.
In dieser Zeit des Wartens werden die Rorate-Messen in den frühen Morgenstunden oder bei Tagesanbruch gefeiert, wenn draußen noch die Dunkelheit herrscht und die Kirche nur von Kerzen und Lampen erleuchtet ist. Ihre Atmosphäre ist von tiefer Sammlung, Erwartung und Hoffnung geprägt, in der sich die Gemeinde versammelt, um die Ankunft des Erlösers zu erflehen.
Für die Jugendlichen werden diese Feiern zu einer Gelegenheit, dem Geheimnis des Glaubens zu begegnen, Gott näherzukommen und den Advent auf eine authentische, traditionelle Weise zu erleben. In diesem Jahr haben die Mitarbeiter des Diözesanjugendzentrums drei solcher Gelegenheiten in den pastoralen Plan aufgenommen: zwei Rorate-Messen und eine Adventsmesse.
Die erste Jugend-Rorate-Messe wurde am 3. Dezember d.J. von Msgr. Johann Dirschl, Generalvikar, in der Kirche zum Hl. Josef in Temeswar-Fratelia gefeiert. Daran nahmen Schüler des Römisch-Katholischen Theologischen Lyzeums „Gerhardinum“ sowie Gläubige dieser Gemeinde teil. Konzelebriert haben Domherr Adalbert Jäger, Dechant und Pfarrer dieser Gemeinde, Daniel Dumitru, Pfarrer zu Temeswar II. Fabrikstadt und Diözesanjugendseelsorger, Msgr. Gheorghe Augustinov, Pfarrer der Bulgarischen Personalpfarrei in Temeswar, Piry Radulov, Pfarrer von Winga und Orzydorf, Péter Szabó, emeritierter Domherr, sowie Branko Duma, Kaplan der Pfarrei Temeswar IV. Josefstadt. Die musikalische Gestaltung der Messe übernahmen Frau Kantorin Alberta Claudia Kovács und Herr Leonard Agigheoleanu (Violine).
In seinem Grußwort betonte Pfarrer Adalbert Jäger: „In dieser Kirche findet heuer zum ersten Mal eine Rorate-Messe für Jugendliche statt. Ich möchte der Gemeinde für ihr Engagement bei der Organisation und Vorbereitung dieses Augenblicks danken.“ Im Anschluss an die erste Lesung intonierte der Pfarrer das Adventslied Veni, veni Emmanuel!
Das Evangelium dieses Tages wurde von Kaplan Branko Duma verkündet.
In seiner Predigt sprach Pfarrer Daniel Dumitru über die Tatsache, dass die Rorate-Messen eigentlich Messen des Wartens und der geistlichen Vorbereitung sind. Er gebrauchte das Bild einer Landebahn, deren Lichter in Erwartung des Flugzeugs ausgeschaltet sind: „Der Advent ist die Zeit, in der Gott uns einlädt, zum ‚Kontrollpult‘ unserer Seele zu gehen und die Lichter der Landebahn einzuschalten. Es genügt nicht, einen Gott zu haben, der kommt, wir müssen auch eine Seele mit eingeschalteten Lichtern haben, die Ihn erwartet. Christus kommt in inspirierenden Gedanken, in Menschen, die genau im richtigen Moment erscheinen, in Impulsen. Und was bedeutet eingeschaltetes Licht? Es bedeutet eine Minute aufrichtigen Gebets, ein rechtzeitig gesprochenes ‚Vergib mir‘, eine Geste der Güte“, so der Prediger.
Am Ende der hl. Messe dankte Pfarrer Daniel Dumitru Msgr. Johann Dirschl, Generalvikar, für die Feier der Eucharistie und Pfarrer Adalbert Jäger für die Gastfreundschaft.
Gemäß dem Programm des Diözesanjugendzentrums findet am 6. Dezember die Anzündung der zweiten Kerze am Adventskranz mit den Jugendlichen des Erzdekanats an der Marosch in Chișineu-Criș statt. Am 10. Dezember wird die Rorate-Messe um 6.00 Uhr in der Pfarrkirche St. Rochus in Temeswar VII. Freidorf gefeiert, und am Samstag, den 13. Dezember, wird im Rahmen der hl. Messe in der Pfarrkirche von Temeswar III. Elisabethstadt die dritte Kerze des Adventskranzes mit den Jugendlichen des Erzdekanats an der Temesch angezündet.

Pressestelle der Diözese Temeswar