Die Stiftung MEDICI’S und die West-Universität Temeswar (UVT) organisierten am Donnerstag, dem 4. Dezember 2025, um 18:00 Uhr in der Aula Magna der Universität die Konferenz mit dem Titel: „Werte des Banats – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Zehn Jahrhunderte Geschichte, Innovation, Spiritualität und kulturelle Identität“. Im Anschluss an die Konferenz fand die Buchvorstellung des ersten Bandes der „Encyclopædia Bannatica. Werte des Banats – Von den Ursprüngen bis zum Österreichischen Kaiserreich“ statt, der das Leben und Wirken von 110 herausragenden Persönlichkeiten dieser Region präsentiert. An der Veranstaltung nahm auch S.E. Josef Csaba Pál, Diözesanbischof, teil.
Wie im Vorwort dieses Bandes zu lesen ist – und wie es der Autor selbst, Dr. Adrian Bădescu, Gründer, Teilhaber und Manager der Medici’s Kliniken Temeswar, während der Veranstaltung betonte:
„Das Banat ist nicht nur eine historische Region – es ist ein Geisteszustand. Eine Welt zwischen Welten. Ein Ort, an dem Grenzen nicht trennen, sondern verbinden. Wo Geschichte nicht belastet, sondern inspiriert. Wo Menschen nicht nur Bewohner sind, sondern Brücken zwischen Kulturen. (…) Das Banat lässt sich schwer in einem einzigen Satz erfassen. Ja, nicht einmal in einem einzigen Band – deshalb ist dieses Werk als Trilogie gedacht. Es ist eine historische Provinz, die nicht nur an der Kreuzung von Flüssen und Bergen liegt, sondern auch an der Konfluenz von Schicksalen, Kulturen und Traditionen. Zwischen Donau und Marosch, zwischen Theiß und Karpaten war das Banat zugleich Tor und Mauer. Es war Kriegsschauplatz, Labor der Innovation, Brücke zwischen Westen und Osten, vor allem aber Wiege einer einzigartigen multikulturellen Zivilisation in diesem Teil Europas. Wer das Banat mit aufmerksamen Augen betrachtet, entdeckt einen Raum, der nicht nur geografisch, sondern zutiefst spirituell ist. Eine Region mit einer zusammengesetzten, aber kohärenten Identität. Ein Ort, an dem Rumänen, Deutsche, Serben, Ungarn, Juden, Kroaten und Tschechen nicht nur nebeneinander, sondern miteinander lebten. Daraus erwächst die Komplexität – und der Zauber – dieser Enzyklopädie: kein Schicksal ist einfach, keine Persönlichkeit lässt sich leicht in eine einzige Definition fassen.“
Die Porträts der 300 Persönlichkeiten, die in den drei Bänden der Enzyklopädie erscheinen, wurden von Herrn Sorin Bijan, Mitglied des Verbands Bildender Künstler Rumäniens, Sektion Temeswar, geschaffen. Zum Redaktionsteam gehören: Adriana Babeți, Literaturkritikerin, Romanautorin und Essayistin; Ioan Hațegan, Historiker und Hauptforscher an der Rumänischen Akademie; sowie Robert Șerban, Schriftsteller, Journalist und Herausgeber. Die Moderatoren der Veranstaltung waren Robert Șerban und Tania Stavilă-Țunaș. Die Konferenz begann mit einem musikalischen Moment, danach stellten die geladenen Redner einige Persönlichkeiten aus dem ersten Band der „Encyclopaedia Bannatica“ vor.
Prof. univ. Dr. Marilen Pirtea, Rektor der UVT, sprach über den Seligen Pelbartus de Themeswar, einen Franziskanerpriester (15.–16. Jahrhundert), Autor mehrerer Predigtbände, durch die der Name der Stadt Temeswar in der kulturellen Welt Westeuropas bekannt wurde. Erzbischof Ioan Selejan, Metropolit des Banats, entschied sich, das Leben und die Bedeutung des Heiligen Josef des Neuen von Partoș vorzustellen. S.E. Josef Csaba Pál, Diözesanbischof, machte den Anwesenden das Leben und Wirken zweier seiner Vorgänger bekannt: des Heiligen Gerhard, des ersten Bischofs und Märtyrers der Diözese (977–1046), sowie des Bischofa Josef Lonovics von Krivina (1793–1867), der später zum Erzbischof von Erlau (Eger) und Kalocsa ernannt wurde, jedoch keines der beiden Bischofssitze übernahm, und der die erste Universität in Temeswar gründete.
Akademiemitglied Dan Dubină, Vorsitzender der Temeswarer Filiale der Rumänischen Akademie, sprach über Andrei Mocioni und Vincențiu Babeș. Prof. univ. Dr. Octavian Crețu, Rektor der Medizinischen- und Pharmazeutischen Universität „Victor Babeș“, stellte das Leben des berühmten Bakteriologen Victor Babeș vor. Dominic Fritz, Bürgermeister der Stadt Temeswar, präsentierte das Leben und Wirken von János Török, ehemaliger Bürgermeister der Stadt an der Bega. Prof. univ. Dr. Otilia Hedeșan sprach über Emilia Lungu-Puhallo, Journalistin und Lehrerin, geboren in Groß-Sankt-Nikolaus. Zum Abschluss stellte Frau Cornelia Micicoi, Präfektin des Kreises Temesch, das Leben und die Tätigkeit von George Dobrin, dem ersten rumänischen Präfekten des Kreises Karasch-Severin, vor.
Im Rahmen der Buchvorstellung würdigten Frau Adriana Babeți, Herr Ioan Hațegan und Herr Robert Șerban die sorgfältige, gewissenhafte und umfassende Arbeit der Autoren und hoben den Wert dieses Werkes für die Banater Gemeinschaften hervor. Im ersten Band der „Encyclopaedia Bannatica“ finden sich unter den 110 Persönlichkeiten – neben dem Heiligen Gerhard, dem Seligen Pelbartus de Themeswar und Bischof Josef Lonovics von Krivina – auch weitere bedeutende Persönlichkeiten unserer Diözese: Bischof Adalbert von Falkenstein, der im Jahr 1736 den Grundstein des Hohen Doms zum hl. Georg, der römisch-katholischen Kathedrale von Temeswar, legte; P. Miklós Révai, Philologe und Piarist, geboren in Groß-Sankt-Nikolaus; der Dichter Nikolaus Lenau; der Historiker Frigyes Pesty; Kardinal Lőrinc Schlauch, Bischof von Großwardein, geboren in Neu-Arad; sowie Franz Blaskovics, Generalvikar und Dompropst in der Diözese Temeswar.
Pressestelle der Diözese Temeswar











