Das Jubiläumsjahr 2025 war auch für das Leben der Diözese Temeswar eine ereignisreiche Zeit. Neben zahlreichen Wallfahrten und Veranstaltungen wurden bereits Pläne für das Jahr 2026 ausgearbeitet – teils zur Fortführung traditioneller oder bereits begonnener Programme, teils zur Organisation neuer Ereignisse. Über die im vergangenen Jahr erreichten Ergebnisse sowie über die Programme des laufenden Jahres sprachen wir mit S.E. Josef Csaba Pál, Diözesanbischof.
– Hochwürdigster Herr Bischof, wie beurteilen Sie das vergangene Jahr 2025?
– Zuallererst erfüllt Dankbarkeit mein Herz gegenüber dem lieben Gott für alles, was Er in unserem Leben und in der Diözese gewirkt hat. Das Erste, wofür ich danke, ist das Jubiläumsjahr mit seinen vielen Gnaden. Es war ein Jahr der Hoffnung, und viele von uns wurden in dieser Hoffnung gestärkt. Krieg und Konflikte sind auch im vergangenen Jahr nicht verschwunden, doch etwas ist geschehen: Wir haben gelernt – oder zumindest einen Schritt dahin gemacht –, dem Bösen um uns herum mit geschwisterlicher Liebe zu antworten. Das ist unsere christliche Berufung im Alltag. Das lernen wir von unserem Herrn. Zu Weihnachten hat Er selbst uns darin erneut bestärkt: Er antwortete auf die Bosheit der Menschheit mit unendlicher Liebe, kam zu uns, brachte uns seinen Frieden und seine Liebe und öffnete den Weg des Heils. Wenn Er unsere Herzen mit seiner Liebe erfüllt, kann auch unsere Antwort keine andere sein. Die Heiligen Pforten des Jubiläums schließen sich, doch Gott bleibt mitten unter uns. Die Hoffnung richtet sich auf das, was noch nicht sichtbar ist, stärkt uns aber in der Überzeugung, dass Gott alles zum Guten führen wird: „Wir wissen, dass Gott bei denen, die ihn lieben, alles zum Guten führt.“ (Röm 8,28)
Das Jahr 2025 brachte viele Gnadenmomente. Einer davon war die Eröffnung des Jubiläumsjahres, als wir, das Kreuz voran, von der Katharinnenkirche zur Domkirche zogen. Zu Beginn des Jahres hielt Vize-Rektor Florian Mross, der in Rom tätig ist, beim Treffen der Priester und Ordensleute einen sehr schönen Vortrag über die Hoffnung. Im Mai folgte das Jugendfestival, das wir gemeinsam mit den griechisch-katholischen Jugendlichen im Rosenpark von Temeswar organisierten. Ebenfalls im vergangenen Jahr feierte der ökumenische Jugendchor Harmonia Christi sein fünfjähriges Bestehen; seine Mitglieder singen nicht nur, sondern bauen eine lebendige Gemeinschaft auf. All dies sind Gnadenaugenblicke, die den jungen Menschen geholfen haben, ihre Beziehung zu Jesus, der Quelle der Hoffnung, zu stärken. Gnadenerfüllte Tage waren auch die Romwallfahrten. Anlässlich des Jubiläums der Bischöfe, Priester und Seminaristen war es bewegend, den Spuren des Glaubens unserer christlichen Vorfahren in den Katakomben, in den großen Basiliken und an vielen anderen heiligen Orten zu folgen. Bei unserer Begegnung mit der Gemeinschaft Sant’Egidio erhielt unsere Hoffnung neuen Schwung, als wir den lebendigen Glauben einer Gruppe heutiger Christen sahen und ihre konkrete Liebe zu den Armen und Menschen mit Behinderungen. Ein bleibendes Erlebnis war die heilige Messe mit dem Heiligen Vater, der Priester aus allen Teilen der Welt weihte. Gemeinsam mit Familien und einigen Mitarbeitern des Bischöflichen Ordinariats nahmen wir an der Familienwallfahrt nach Rom teil, wo wir uns in die gemeinsame Gebetswache einreihten. Lehrreich war es, tiefgehende Themen und die Erfahrungen vieler Familien zu hören sowie an der Audienz des Heiligen Vaters auf dem Petersplatz teilzunehmen. Die Mitglieder unserer geistlichen Bewegungen waren zu Pfingsten beim Jubiläumspilgerweg vertreten und dankten dem lieben Gott für die empfangenen Charismen. Auch beim internationalen Jugendtreffen im römischen Tor Vergata nahm eine große Gruppe aus unserer Diözese teil. All dies hat uns geholfen, Schritt für Schritt in der Hoffnung und im täglichen Leben unseres Glaubens zu wachsen. Im Herbst konnten auch unsere Katecheten an der Romwallfahrt teilnehmen, was ihnen half, im Glauben gestärkt zu werden. Sie brauchten diese Unterstützung, denn es ist heute nicht leicht, Pädagoge zu sein. Im Oktober nahmen wir am Jubiläumstreffen der synodalen Koordinationsgruppen teil, bei dem der Heilige Vater zwei Stunden mit uns verbrachte, einige Berichte anhörte und unsere Fragen beantwortete. Dies war für uns eine große Ermutigung und bestärkte uns in der Überzeugung, dass die Synodalität jener Stil ist, den der Heilige Geist im 21. Jahrhundert von der Kirche erwartet. Auch in unserer Diözese gab es in diesem Jahr viele gnadenreiche, jubilarische Anlässe, wie etwa die Wallfahrten nach Maria-Radna und Maria-Tschiklowa. An dieser Stelle möchte ich den Priestern des Erzdekanats Banater Bergland danken, die im vergangenen Jahr in Maria-Tschiklowa/ Maria-Fels Jubiläumsmessen gefeiert, Beichte gehört und die Gläubigen gesegnet und gestärkt haben. Es gab zahlreiche Gelegenheiten, sowohl an ausländischen als auch an diözesanen Wallfahrtsorten sowie in den dafür bestimmten Kirchen, für all jene zu beten, die vor uns in das ewige Leben heimgegangen sind. Letztlich ist das ewige Leben auch unsere eigene Hoffnung. Wir danken dem lieben Gott für diese Gnaden und denken dankbar an alle, die uns geholfen haben, in der Hoffnung und in der Gemeinschaft zu wachsen. Im vergangenen Jahr fiel das Osterfest der östlichen und westlichen Christen zusammen. Hier in Temeswar feierten wir die Ostervigil gemeinsam mit dem Metropoliten und Erzbischof der Serbisch-Orthodoxen Kirche, mit seinen Priestern und Gläubigen, in einer gemeinsamen Prozession auf dem Domplatz. Am Ostermontag nahmen mehrere Priester und Gläubige verschiedener Konfessionen an der ökumenischen Auferstehungsprozession teil. Im Februar des vergangenen Jahres begann ein neuer Fortbildungskurs für die Gläubigen, in dessen Rahmen sich rund sechzig Personen darauf vorbereiten, in ihrer Pfarrei oder in anderen Gemeinschaften als Lektoren, Vorbeter, Akolythen oder in anderen Bereichen einen Dienst zu übernehmen.
Im September, am Samstag vor dem Fest des heiligen Gerhard, fand in der Pfarrei Tschanad das Treffen der Jugendlichen aus den drei Nachfolgediözesen des alten Bistums Tschanad statt: Szeged-Tschanad, Großbetschkerek und Temeswar. Die Veranstaltung mit mehreren hundert Teilnehmern war Teil der geistlichen Vorbereitung auf das tausendjährige Jubiläum der Gründung des alten Bistums Tschanad. Ein weiteres Ereignis, diesmal auf diözesaner Ebene, war das Familienfestival in Maria-Radna. Fortgesetzt wurde auch die Ausbildung der Familienanimatoren: auf Rumänisch im Gemeinschaftshaus der Schönstätter Marienschwestern in Temeswar, auf Ungarisch im pastoralen Zentrum in Arad-Gai. Ebenfalls im vergangenen Jahr fanden jene Treffen statt, die in verschiedenen Pfarren der Diözese mit den Leitern der pastoralen Gruppen organisiert wurden, die in den Gemeinden tätig sind; zudem entstanden mehrere synodale Gruppen in der Diözese. Abschließend möchte ich auch über Leiden und Krankheiten sprechen. Für die Gesundheit und zur Überwindung der Krankheit müssen wir alles tun, was wir können. Und wir versuchen auch alles zu tun, wenn auch nicht immer mit Erfolg. Doch die Weise, wie manche Priester ihre Krankheit tragen — ohne zu verbittern, sondern sich an Gott und seine Liebe haltend — ist vorbildlich. Auch das ist Gottes Gnade, die Frucht der Zusammenarbeit mit Ihm.
– In der Diözese Temeswar ist das zentrale Thema des pastoralen Jahres 2025–2026 die Gemeinschaft, die in der Gemeinschaft gelebte Einheit. Zudem geht die Umsetzungsphase der Bischofssynode 2025–2028 weiter. Welche Veranstaltungen und Ereignisse bedeutet dies im Jahr 2026 für die Diözese?
– Die Gemeinschaft ist sehr wichtig. Einer der tiefen Wünsche des Menschen ist es, irgendwo dazuzugehören. Natürlich gehören wir zur Menschheit, zu einem Kontinent, zu einem Volk, zu einer Kirche, vielleicht zu einer Pfarrei… – aber das genügt nicht. Wir sehnen uns nach einer Gemeinschaft, in der man uns mit Namen kennt, annimmt, wertschätzt, in der wir nützlich sein können und in der Gegenseitigkeit herrscht. Das kann am ehesten in kleinen Gemeinschaften verwirklicht werden. Unser Ziel ist es, dass möglichst viele solcher kleinen Gemeinschaften entstehen und die bereits bestehenden erneuert und belebt werden, damit in unserer Diözese der Gemeinschaftsgeist gestärkt wird. Große Gemeinschaften können nur dann wirksam sein, wenn sie aus kleinen Gemeinschaften bestehen – so wie auch der lebendige Körper aus Organen besteht und die Organe aus Molekülen. Ein Christ, der mit Glauben und Führungsgaben beschenkt ist, kann sehr viel für diese kleinen Gemeinschaften tun.
Wir haben mehrere Beispiele gesehen in jenen Dörfern mit nur wenigen Gläubigen, wohin der Priester nicht regelmäßig gelangen kann, sondern nur ein- bis zweimal im Monat: an den übrigen Sonntagen wird die Kirche dennoch geöffnet, ein oder zwei begeisterte Gläubige versammeln die anderen, sie beten und singen gemeinsam, und mancherorts halten sie eine Wortgottesfeier oder Andachten entsprechend dem Kirchenjahr.
Wenn der Priester dann kommt, um die heilige Messe zu feiern, empfängt ihn eine lebendige Gemeinschaft. Im vergangenen Jahr haben wir die ganze Diözese bereist und alle getroffen, die eine Gruppe oder eine kleinere oder größere Gemeinschaft leiten. Wir haben mehr als vierhundert Personen getroffen. Jeder von ihnen hat uns erzählt, welches Profil ihre Gemeinschaft hat und was sie für deren Mitglieder tun. Es waren sehr schöne Zeugnisse. Mit den meisten stehen wir per E‑Mail oder WhatsApp in Verbindung. Viele von ihnen haben sich zur Erwachsenenbildung oder zum Familienanimatorenkurs angemeldet, wo sie auch Unterstützung für die Leitung ihrer Gemeinschaft erhalten. Was die Umsetzungsphase des synodalen Prozesses betrifft, so wurde die diözesane synodale Koordinierungsgruppe gebildet, ebenso teilweise die Koordinierungsgruppen auf Dekanatsebene. Mit ihrer Hilfe führen wir in der ganzen Diözese synodale Gespräche, in denen wir lernen, einander mit Respekt zuzuhören und gemeinsam auf den Heiligen Geist zu achten, denn Er führt die Kirche, wenn wir auf Ihn hören. Wir besprechen wichtige Themen; das Ziel, das wir erreichen möchten, ist wichtig, aber ebenso wichtig ist die Art und Weise, wie diese Gespräche geführt werden. Das muss man lernen und erfahren. Im Herbst haben wir an einem Online-Kurs teilgenommen, der uns dabei geholfen hat, das Abschlussdokument der römischen Synode angemessen in die Praxis umzusetzen. Der Kurs beginnt am 12. Januar erneut. Wir werden uns wieder anschließen. Am 27. und 28. Juni wird Andrew Spiteri, synodaler Facilitator (Vermittler), aus Rom zu uns kommen und in Temeswar einen praktischen Kurs halten. Wir rechnen mit etwa 50 Teilnehmenden. Unser Schriftwort aus dem vergangenen Dezember hat uns geholfen, mit Hoffnung in die Zukunft zu blicken: „Alle Enden der Erde sehen Gottes Heil.“ (Jes 52,10). Dieses Wort hilft uns auch, auf das nicht endende Böse in der Welt mit geschwisterlicher Liebe zu antworten. Das Jubiläum hat uns bewusst gemacht, dass dies unsere Berufung ist, die tägliche Berufung des Christen: auf das Böse mit der Antwort geschwisterlicher Liebe zu reagieren. Das lernen wir von unserem Herrn.
– Im vergangenen Jahr begann die geistliche Vorbereitung auf das 1000‑jährige Jubiläum der Gründung des alten Bistums Tschanad, dessen Nachfolger auch die Diözese Temeswar ist. Welche Programme stehen diesbezüglich in diesem Jahr im Terminkalender?
– Die Vorbereitung besteht im Wesentlichen darin, aufmerksamer auf den Heiligen Geist und seine Weisungen zu hören. Es ist eine gute Gelegenheit für viele, Jesus kennenzulernen und eine lebendige, persönliche Beziehung zu Ihm und zur christlichen Gemeinschaft aufzubauen. Vom 16. bis 18. Mai organisieren wir auch in diesem Jahr ein großes Jugendtreffen in Temeswar. Vom 13. bis 16. April veranstalten wir für die Priester und weltlichen Mitarbeiter der Diözese eine Wallfahrt nach Venedig, dem Geburtsort des heiligen Gerhard, der ab 1030 der erste Bischof unserer Diözese war. Bei dieser Gelegenheit besuchen wir auch Padua, die Stadt des heiligen Antonius, sowie Loppiano, das kleine Städtchen der Fokolar-Bewegung. Vom 16. bis 19. Juli organisieren wir in Temeswar ein landesweites Treffen für kirchliche Jugendchöre, zu dem wir auch einen Gast aus Rom erwarten. Am 26. September feiern wir das Familienfestival in Maria Radna. Gemeinsam mit den drei Nachfolgediözesen des alten Bistums Tschanad — Großbetschkerek (Serbien), Szeged-Tschanad (Ungarn) und Temeswar (Rumänien) — werden wir ebenfalls gemeinsame Programme haben. Am 23. April findet im Gerhardinum-Lyzeum in Temeswar ein Treffen mit den Priestern der drei Diözesen statt, und am Nachmittag nehmen wir gemeinsam an der Festmesse in unserer Domkirche teil. Am 19. September veranstalten wir in Szeged ein Treffen für die Jugendlichen der drei Diözesen. Darüber hinaus wird es kleinere Vorbereitungstreffen geben, die Gelegenheit bieten, einander besser kennenzulernen und die brüderlichen Beziehungen zu vertiefen.
– Wir danken Ihnen für das Gespräch und die umfassenden Informationen.
Pressestelle der römisch-katholischen Diözese Temeswar







