Anlässlich des Welttages des geweihten Lebens – der 1997 vom hl. Papst Johannes Paul II. eingeführt wurde – fand am Sonntag, dem 1. Februar dieses Jahres, in der griechisch-katholischen Kirche „Geburt der Gottesmutter“ in Temeswar-Fabrikstadt das Treffen der Ordensmänner und Ordensfrauen der griechisch-katholischen Eparchie Lugosch und der römisch-katholischen Diözese Temeswar statt. An der um 17.00 Uhr gefeierten Vesper nahmen S. E. Ioan Călin Bot, griechisch-katholischer Bischof von Lugosch, S. E. Josef Csaba Pál, römisch-katholischer Bischof von Temeswar, mehrere Priester der griechisch-katholischen Kirche sowie zahlreiche Gläubige teil.
Während der Vesper sprachen die Priester und die Ordensleute die Ektenien (Große Ektenie, Kleine Ektenie und Bitt-Ektenie – d.h. Fürbitten, im byz. Ritus): „Damit wir von aller Not, allem Zorn, aller Gefahr und Bedrängnis erlöst werden, lasst uns zum Herrn beten. Beschütze, rette, erbarme Dich unser und bewahre uns, o Gott, durch Deine Gnade. Gewähre uns, Herr, Erbarmen und Vergebung unserer Sünden und Verfehlungen, all dessen, was unserer Seele nützlich ist, und schenke der Welt Frieden.“
Die Predigt der Vesper hielt P. Hyeromönch Atanasie (Davide Giuseppe Muntoni), der Oberer des Klosters zur „Allerheiligsten Dreifaltigkeit“ in Girok. „Die Mutter Kirche widmet uns in ihrer Weisheit dieses Fest der Darstellung Jesu im Tempel. Es ist kein machtvolles, erschütterndes Eintreten Gottes, sondern vielmehr der Allmächtige, der in sein eigenes Haus, in das Haus seines Vaters eintritt und darum bittet, von Josef und Maria in die Arme genommen zu werden. Hier finden wir ein vollkommenes Bild, das das Charisma des geweihten Lebens widerspiegelt: die kraftvolle Gegenwart der Gnade, bewahrt in den irdenen Gefäßen jener, die die Ordensgelübde leben – Gefäße, die von der Kirche getragen werden. Dieses Fest offenbart uns etwas sehr Wichtiges: Mit dem Eintritt Jesu in den Tempel haben wir die Gewissheit, dass der heilige Name Gottes vor Ihm ausgesprochen wird. Yeshua, der Name Jesu, wird im Tempel, im Haus des Vaters, ausgesprochen.“
S. E. Josef Csaba Pál, Bischof von Temeswar, wandte sich an die Anwesenden und sagte, dass er sehr viel von den geweihten Personen lerne: „Zum Beispiel habe ich von einer Schwester aus Temeswar gelernt, jeden Abend aufzuschreiben, wo ich Jesus im Laufe des Tages am Werk gesehen habe. Eine andere Schwester pflegt zu sagen: »Wisst ihr, wenn ihr betet und nicht liebevoller werdet, dann bedeutet das, dass ihr nicht gut gebetet habt.« In meiner Kindheit habe ich von einem Franziskanerpater die Einfachheit gelernt und dass er immer Freude im Herzen hatte und stets Zeit für uns Kinder und Jugendlichen.“
S. E. Ioan Călin Bot, Bischof von Lugosch, richtete folgende Worte an die Versammelten: „Ich freue mich über die Anwesenheit, die Verbundenheit und die Gemeinschaft der geweihten Frauen und Männer beider Riten an diesem Abend des Gebets – des östlichen wie des westlichen. Wir feiern den dreißigsten Welttag des geweihten Lebens, einen Tag, der den Ordensfrauen und Ordensmännern in der ganzen Welt gewidmet ist. Wir preisen den Herrn für euch, für euer Leben, eure Berufungen und eure Missionen. Ich möchte dem Herrn danken für den Ruf zum geweihten Leben, dem ihr gefolgt seid.“
Zum Abschluss stellte P. Atanasie, Verantwortlicher für das geweihte Leben in der Eparchie Lugosch, die anwesenden Ordensgemeinschaften und Kongregationen vor; jede von ihnen sprach ein Gebet:
Die Schwestern des Ordens des hl. Basilius des Großen (Basilianerinnen) sind die geistlichen Töchter des hl. Basilius des Großen und der hl. Makrina. Es handelt sich um eine internationale Kongregation; im Banat haben die Schwestern eine Gemeinschaft in Lugosch. Ihr Charisma ist das Leben des Evangeliums in der Gemeinschaft.
Kongregation der Töchter des hl. Franziskus von Assisi: eine internationale Kongregation, gegründet 1894 in Budapest. Ihr Charisma: Christus in den armen, kranken und verlassenen Schwestern und Brüdern zu dienen. Sie wirken im karitativ-apostolischen Dienst in Krankenhäusern sowie in verschiedenen Gesundheits- und Sozialeinrichtungen. In Temeswar leisten die Schwestern medizinische und geistliche Betreuung für die Patienten des Palliativzentrums Hospice.
Der Orden der Franziskaner-Konventualen (Minoriten): gegründet von hl. Franziskus von Assisi. Seine Mitglieder bilden eine einzige Familie, die am Leben und an den Aktivitäten der Gemeinschaft teilnimmt. Der hl. Franziskus wünschte, dass das Gewand der Minderbrüder die Form eines Kreuzes habe, um den Träger daran zu erinnern, dass er „der Welt gekreuzigt“ ist, und dass es die Farbe der Erde trage – braun, grau oder schwarz – als Zeichen der Demut.
Die Schwestern der Congregatio Jesu haben im Banat eine Gemeinschaft in Temeswar. Es ist eine internationale Kongregation. Ihr Charisma: schulische Bildung und die Begleitung junger Mütter sowie die Pflege von Kranken und älteren Menschen, pastorale und evangelisierende Tätigkeiten.
Die Franziskanerinnen, Töchter der Heiligsten Herzen Jesu und Mariens: die Kongregation wurde 1860 in Deutschland gegründet. Die Schwestern möchten ihre Berufung leben, indem sie allen Menschen und der gesamten Schöpfung nahe sind. Ihr Charisma ist die harmonische Verbindung von Kontemplation und Tätigkeit, sodass ihr Leben zu einer Quelle des Segens wird. Im Banat haben sie Gemeinschaften in Karansebesch und Temeswar.
Die Barmherzigen Schwestern der hl. Johanna Antida Thouret folgen dem Evangelium und gehen auf den Straßen der Städte der Welt den Spuren Jesu Christi nach, indem sie die Sendung der Kirche leben. Die Schwestern weihen ihr Leben dem Herrn durch vier Gelübde: Armut, Keuschheit, Gehorsam und Dienst an den Armen.
Die Kongregation der Armen Schulschwestern von „Notre Dame“: gegründet 1833 von der Seligen Maria Theresia Gerhardinger. Die Berufung dieses Ordens ist die Erziehung. Die Selige Maria Theresia Gerhardinger gründete die Kongregation in der Eucharistie, verankerte sie in der Armut und weihte sie der Seligen Jungfrau Maria. Die heutigen Schwestern erziehen in der Überzeugung, dass die Welt durch Bildung verwandelt werden kann. Sie sind im Banat seit 1858 tätig und erfreuen sich eines großen Ruhms in der Bildung der Jugend.
Die Monastische Gemeinschaft „Allerheiligste Dreifaltigkeit“: ein griechisch-katholisches Kloster diözesanen Rechts, gegründet 2012 von S. E. Bischof Alexandru Mesian mit dem Segen S. Eminenz Lucian Kardinal Mureșan – seligen Andenkens. Es befindet sich in der Nähe der Gemeinde Girok. Das Charisma des Klosters ist das kontemplative Leben nach der alten Tradition des östlichen Mönchtums, unter Wahrung der spezifischen Spiritualität der mit Rom unierten griechisch-katholischen Kirche Rumäniens.
Pressebüro der Diözese Temeswar















