Die aus den Pfarreien der Dekanate Temeswar, Tschanad und Detta angereisten Priester nahmen am Dienstag, dem 10. März d.J., an einer Dekanatssitzung in der Pfarrei Temeswar VI. Fratelia teil, organisiert vom örtlichen Pfarrer, Domherr Adalbert Jäger.
Das Treffen begann mit einer Heiligen Messe, zelebriert von Pfarrer Szilárd Vodila, Seelsorger von Bad Busiasch und Bakowa, gemeinsam mit den anwesenden Priestern der drei Dekanate. Zu Beginn der Heiligen Messe begrüßte Pfr. Adalbert Jäger, Domherr und Dekan von Tschanad, seine Mitbrüder im Priestertum und sagte: „Das heutige Treffen soll für uns, die anwesenden Priester und Gläubigen, eine geistliche Vorbereitung auf das Hochfest der Auferstehung des Herrn sein. Bei dieser Heiligen Messe beten wir besonders für die Gläubigen der Gemeinschaften, die wir betreuen.“
In Bezug auf das Evangelium dieses Tages, aus dem Matthäusevangelium 18, 21–35, sprach Pfr. Szilárd Vodila in seiner Predigt darüber, dass die Fastenzeit den gläubigen Menschen einlädt, vor Gott niederzuknien und neu zu entdecken, dass er aus seiner Barmherzigkeit lebt. „Das Drama unseres Lebens besteht nicht in erster Linie darin, dass wir sündigen. Unser Drama ist, dass wir die Erinnerung an die Gnade verlieren. Wenn wir vergessen, wie viel wir empfangen haben, werden wir anspruchsvoll bis zur Grausamkeit. Wenn wir vergessen, wie viel uns vergeben wurde, werden wir unfähig zu vergeben. Leben wir wirklich aus dieser Barmherzigkeit Gottes? Jesus sagt: «Wenn ihr nicht jedem seinem Bruder von Herzen vergebt.» Er sagt nicht: seinem Feind, sondern seinem Bruder. Es muss eine grundlegende Brüderlichkeit geben. Wir alle sind sündige Menschen und alle erlöst durch dasselbe Blut Christi“, sagte Pfr. Szilárd Vodila.
Nach der Heiligen Messe hielt Pfr. Zoltán Kocsik, Direktor des Römisch-Katholischen Theologischen Lyzeums „Gerhardinum“, einen Vortrag über die Bedeutung der christlichen Erziehung in der Familie, in den Pfarreien und in der Schule. „Die christliche Erziehung ist eine ganzheitliche Formung der Person: intellektuell, geistlich, moralisch und sozial. Grundlage dieser Erziehung ist das Dokument Gravissimum educationis des Zweiten Vatikanischen Konzils. Was die Erziehung in der Familie betrifft, ist das authentische Beispiel der Eltern und Großeltern von größter Bedeutung. Zu Beginn der Vorbereitung auf die Erste Heilige Kommunion oder bei den Katechesen in Pfarrei und Schule stoßen wir als Priester oder Religionslehrer auf die erste Schwierigkeit: die fehlende Unterstützung der Familie. Obwohl die Eltern einverstanden sind, dass die Kinder zur Vorbereitung kommen, bringen sie sie dennoch nicht, weil sie zu viele andere Programme haben und keine Zeit für Gott finden.“
Weiter sprach Pfr. Zoltán Kocsik über die Bedeutung der Ausdauer in der christlichen Erziehung, auch wenn die Bemühungen der Priester anfangs keine sofortigen Früchte tragen, sowie über die Bedeutung der Beteiligung von Priestern und Religionslehrern an der Erziehung in nichtkonfessionellen Schulen und über die gute Zusammenarbeit mit deren Leitung und sogar mit der Gemeindeverwaltung. „In diesen Schulen begegnen wir auch jenen Kindern, die nicht zur Kirche kommen, und sie behalten nur das, was sie im Religionsunterricht lernen. In letzter Zeit gibt es viele Fälle, in denen Kinder den Religionsunterricht abwählen; dies ist sogar zu einem Trend geworden. Obwohl der Religionsunterricht Teil des Lehrplans ist, erfolgt die Teilnahme aufgrund eines schriftlichen Antrags – daher können sich die Schüler auch abmelden.“
Was das konfessionelle Schulwesen betrifft, so gibt es in der Diözese Temeswar den katholischen Kindergarten „Hl. Ursula“, vollständig unterstützt von der Stiftung „Kongregation der Franziskanerschwestern“ aus Karansebesch, den Kindergarten „Notre Dame“ in Temeswar mit verlängertem Programm, der im Rahmen des Vereins für Vorschulerziehung „Notre Dame“ tätig ist, sowie das „Gerhardinum“-Lyzeum in Temeswar mit Kindergarten, Vorschule, Grundschule, Gymnasium und Lyzeum. „Das Gerhardinum-Lyzeum ist eine staatliche Bildungseinrichtung unter dem Schutz der Diözese Temeswar. Erwähnenswert ist auch, dass die lokale Verwaltung für jeden Schüler im Internat die Kosten für Unterkunft und Mensa übernimmt. Dies ist eine große Hilfe für viele Familien und Schüler. Ich habe eine kleine Umfrage unter den Eltern gemacht und viele gefragt, was sie motiviert hat, ihre Kinder an dieser Schule anzumelden. Die meisten antworteten: die Sicherheit des Kindes. Körperliche, intellektuelle und geistliche Sicherheit. In dieser Schule ist die christliche Erziehung nicht nur ein Unterrichtsfach, sondern ein umfassendes pädagogisches System, das Glaube, Kultur und Leben miteinander verbindet. Wenn wir das Gerhardinum-Lyzeum heute charakterisieren möchten, können wir Folgendes über dieses Bildungszentrum sagen: Obwohl die christlichen Werte in Gefahr sind, findet die Schule neue Wege der Evangelisierung in einer religiös gleichgültigen und mitunter kirchenfeindlichen Gesellschaft. So wird sie zu einem Begegnungsort für verschiedene Konfessionen und nationale Minderheiten sowie zu einer katholischen Schule zur Bewahrung und Förderung der konfessionellen Identität in der katholischen Diaspora“, betonte Pfr. Kocsik.
An dem Treffen nahm auch ein Schüler dieser Schule teil, der über seine eigenen Erfahrungen und die im Gerhardinum erworbenen Kenntnisse sprach.
Zum Abschluss des Vortrags fanden weitere pastorale und administrative Gespräche statt sowie Informationen über zukünftige Programme mit Jugendlichen.

Pressestelle der Diözese Temeswar