Die Fastenzeit und der Kreuzweg bedeuten nicht Schmerz, Verzweiflung oder Traurigkeit. Leiden bedeutet nicht die Abwesenheit Gottes. Auch wenn ich Schwierigkeiten, Probleme oder Prüfungen durchmache, lässt Gott mich nicht allein. Ich habe einen Vater, der an meiner Seite geht; einen Erlöser, der mich aus allem aufrichtet, was mich niederdrückt; und einen Tröster, der mich stärkt und mich wieder auf den rechten Weg führt. Außerdem habe ich eine liebevolle Mutter, die Heilige Jungfrau Maria, die für mich sorgt und mich daran erinnert, meine Augen auf ihren Sohn Jesus zu richten. Kein Leid ist sinnlos oder ohne Frucht für den, der an Christus glaubt. Der Kreuzweg ist letztlich ein Weg der Hoffnung, denn Gott siegt.

Jesus lehrt uns, dass in der Liebe, die von Gott kommt, kein Egoismus Platz hat und auch kein Funken von Stolz Raum findet. Natürlich fällt es uns schwer, zu lieben, zu vergeben und uns im Alltag so zu verhalten, wie unser Vater es uns gegenüber tut, seinen Kindern. Es ist eine Herausforderung und zugleich ein täglicher Kampf für uns, so zu lieben. Denn nicht alle Menschen in unserer Umgebung wecken in uns die besten Gefühle. Nicht alle Situationen führen zu Reaktionen, die des Namens „Christ“ würdig wären. Doch im Wesentlichen geht es nicht um uns, nicht um unsere Anstrengungen oder persönlichen Bemühungen. Es geht darum, den Herrn unsere Herzen nach seinem Willen formen zu lassen, auch wenn dieser Prozess manchmal schmerzt. Es bedeutet, zuzulassen, dass seine Wahrheit unseren Geist erleuchtet, auch wenn wir uns oft an unsere eigenen Theorien, Ideen und Denkweisen klammern. Doch sein Licht verändert alles in uns. (Domherr Nikola Lauš, Direktor der Bischöflichen Kanzlei, Fastenpredigt 2026, Millenniumskirche, Temeswar II. Fabrikstadt)