Der Grundstein der Pfarrkirche „St. Josef“ in Temeswar‑Fratelia wurde am 13. Juni 1926 von Msgr. Stefan Fiedler, Generalvikar der Apostolischen Administratur Temeswar (uns späterer Bischof von Großwardein und Sathmar), gelegt. Das Gotteshaus wurde nach den Plänen des Temeswarer Architekten Elemér Makay errichtet. Vier Jahre später, am 6. Juli 1930, wurde die Kirche von Bischof Dr. h.c. Augustin Pacha feierlich gesegnet und unter den Schutz des hl. Josef, des Patrons der Universalkirche, gestellt.
Anlässlich des Patroziniums, das am Donnerstag, dem 19. März d.J., im Rahmen des feierlichen Hochamtes um 17.00 Uhr begangen wurde, erinnerte Domherr und Pfarrer Adalbert Jäger in seinem einführenden Wort nicht nur an diese historischen Daten, sondern auch an den Salvatorianerpater Angelicus Bugiel. Laut der Gedenktafel neben dem Kircheneingang war er „der Gründer und Wohltäter dieser Kirche, der durch seine Liebe zu den Armen und seine hingebungsvolle Verehrung des hl. Josef erstrahlte“ und der hier, im Beichtstuhl, verstorben ist.
Auf Einladung von Pfr. Adalbert Jäger war der Hauptzelebrant des Hochamtes Pfr. Constantin Rudolf Cocriș, Pfarradministrator in Gataja. Konzelebranten waren Msgr. Johann Dirschl, Generalvikar, Pfarrer Zsolt Szilvágyi, Pastoralvikar, sowie Msgr. Gheorghe Augustinov, Pfarrer der Bulgarischen Personalpfarrei in Temeswar. Am Altar diente der ständige Diakon Mihai Kiss, Verweser der Pfarrei Perjamosch. Zahlreiche Gläubige aus den Filialen und aus mehreren Stadtpfarreien nahmen an der Feier teil.
In seiner zweisprachigen Predigt (rumänisch und ungarisch) sprach Pfr. Cocriș über die Berufung und Sendung der Christen sowie über das leuchtende Beispiel des hl. Josef: „Im geistlichen Sinne bedeutet Berufung, die von Gott empfangenen Gaben zum Wohl der anderen fruchtbar zu machen und so zum Aufbau einer besseren Welt beizutragen. Die Talente, die uns Gott schenkt – die ‚Taler‘, wie das Evangelium sagt –, sind uns gegeben, um sie weiterzugeben. Wenn Gott schenkt, sollen wir empfangen, und wenn wir empfangen, sollen wir sie fruchtbar machen. In diesem Sinne schreibt der hl. Apostel Petrus in seinem ersten Brief: «Wie der, der euch berufen hat, heilig ist, so sollt auch ihr heilig sein in all eurem Tun.» Berufung ist immer mit Dienst verbunden. Obwohl die Berufung jedes Einzelnen einzigartig ist, gibt es dennoch eine allgemeine Berufung für alle Getauften: die Berufung zur Heiligkeit. Berufung erfordert Gehorsam und eine Antwort unsererseits. Der Heilige, den wir heute feiern, ein Mann von edler Gesinnung, hat mit einem entschiedenen JA auf Gottes Ruf geantwortet, an seinem Heilsplan mitzuwirken. Nur jene, die wie der hl. Josef mit einem entschlossenen und bewussten JA antworten, werden das Himmelreich erreichen. Der hl. Josef lehrt uns auch, dass wir uns auf dem Weg der Nachfolge Jesu vor nichts fürchten sollen.“
Am Ende des Hochamtes dankte Pfarrer Jäger Pfarrer Cocriș für die Eucharistiefeier, den anwesenden Priestern für ihre Teilnahme, Herrn Leonard Agigheoleanu für die musikalischen Begleitung mit der Violine, dem von Kantorin Alberta Claudia Kovács geleiteten Chor für die musikalische Gestaltung sowie den Mitgliedern des Kirchenkomitees und allen Gläubigen, die sich an der Organisation und Durchführung des Patroziniums beteiligt haben. Die gemeinsame Agape für alle Anwesenden fand im Anschluss an das Hochamt im Pfarrhof statt.
Pressestelle der Diözese Temeswar














