Die Osternacht ist die symbolreichste Liturgie des gesamten Ostertriduums. Beim Betreten der Kirche begegnen die Gläubigen zunächst Stille und Dunkelheit. In diesem zurückhaltenden, aber erwartungsvollen Raum wird die Flamme der Osterkerze entzündet: das Licht des auferstandenen Herrn Jesus Christus, das nicht nur die Kirche erhellt, sondern auch die Hoffnung, die wir in uns tragen.
Dieses Licht, das Erbe des christlichen Glaubens, wurde von Generation zu Generation bewahrt und weitergegeben. An diesem Abend gehören auch wir zu dieser gemeinsamen Feier, in der Gebet und Gesang der Gläubigen gemeinsam verkünden: Christus ist auferstanden, damit – um die Worte der Heiligen Schrift zu zitieren – „jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat“.
In der Domkirche zum hl. Georg, der römisch-katholischen Kathedrale von Temeswar, feierte S. E. Josef Csaba Pál, Diözesanbischof, die Ostervigil um 21.00 Uhr in Anwesenheit einer großen Zahl von Gläubigen. Konzelebranten waren Msgr. Johann Dirschl, Generalvikar, und Domherr Nikola Lauš, Direktor der Bischöflichen Kanzlei, der die Predigt in rumänischer, ungarischer und deutscher Sprache hielt. Die musikalische Gestaltung der Osternacht übernahmen zwei Chöre: der Chor „Exultate“ unter der Leitung von Herrn Róbert Bajkai-Fábián, Domorganist, sowie der ökumenische Jugendchor „Harmonia Christi“ unter der Leitung von Herrn Iustin Călin.
Der erste Teil der Osternacht war die Lichtfeier, das sogenannte Lucernarium, das auf dem Domplatz vor der Domkirche zum hl. Georg stattfand. Während dieser Feier segnete der Diözesanbischof das Feuer, an dem die Osterkerze entzündet wurde – das Zeichen für Christus. „Jesus Christus gestern und heute, Anfang und Ende, Alpha und Omega. Sein sind die Zeiten und die Ewigkeit, sein ist die Herrlichkeit und die Macht in alle Ewigkeit“, betete der Hirte der Diözese. Anschließend zogen die Gläubigen in Prozession hinter der vom Bischof getragenen Osterkerze in die Kathedrale ein.
Das Osterlob, das Exsultet, wurde von Iustin Călin vorgetragen. Die Lesungen aus dem Alten und Neuen Testament, die die Heilsgeschichte vergegenwärtigten, wurden abwechselnd in rumänischer, ungarischer und deutscher Sprache vorgetragen. Die Antwortpsalmen wurden von Iustin Călin, Róbert Bajkai-Fábián und dem Studenten Fabian Pelics gesungen.
In seiner Predigt sagte Domherr Nikola Lauš: „In dieser heiligen Nacht kommt die göttliche Barmherzigkeit auf jeden von uns herab, sodass wir keinen Grund mehr zur Traurigkeit hätten: Keine Sünde ist zu groß, als dass wir nicht mit dem Vater versöhnt werden könnten; die Vergangenheit bleibt zurück, wird vergessen und erlöst, und das neue Leben im Geist wird in dieser Nacht angekündigt. Die Auferstehung des Herrn zeigt der ganzen Schöpfung, dass Tod, Teufel und Sünde nicht allmächtig sind – sondern allein Gott! Reduzieren wir dieses wesentliche Ereignis jedoch nicht auf eine übliche Tradition oder ein jährliches Fest, sondern gehen wir Tag für Tag mit österlicher Freude und Hoffnung weiter: Integrieren wir die Auferstehung Jesu in unser Leben, sodass Er konkret derjenige ist, der uns führt; dass Er der Erlöser eines jeden von uns ist, der von nun an in unseren Familien, in unserer Arbeit, in jeder Tätigkeit, in jeder Freude und in jedem Leid gegenwärtig ist. Er, Alpha und Omega, Anfang und Ende, der war, ist und bleiben wird – für immer.“
Es folgte die Tauffeier, in deren Rahmen S.E. Josef Csaba Pál, Bischof von Temeswar, das Wasser segnete und die Gläubigen damit besprengte.
Nach der Heiligen Kommunion fand die Prozession mit dem Allerheiligsten statt, getragen vom Diözesanbischof. Die Gläubigen und die liturgische Assistenz umschritten unter dem Klang der Glocken der Domkirche zum hl. Georg den Domplatz und verkündeten der Welt die frohe Botschaft der Auferstehung Jesu Christi.
Am Ende der Osternacht, nachdem die Gläubigen in die Kathedrale zurückgekehrt waren, wurde die Antiphon „Regina coeli laetare“ – „Freu dich und frohlocke, Jungfrau Maria. Halleluja. Denn der Herr ist wahrhaft auferstanden,
Halleluja.“ gesungen.
Zum Abschluss erteilte der Diözesanbischof den Segen mit dem Allerheiligsten Sakrament.

Pressestelle der Diözese Temeswar