„Die Kirche lebt aus der Eucharistie (Ecclesia de Eucharistia vivit). Diese Wahrheit drückt nicht nur eine tägliche Glaubenserfahrung aus, sondern fasst den Kern des Geheimnisses der Kirche zusammen. Mit Freude erlebt sie auf vielfältige Weise die fortwährende Erfüllung der Verheißung: «Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt» (Mt 28,20). „Doch in der Heiligen Eucharistie, durch die Verwandlung von Brot und Wein in den Leib und das Blut des Herrn, erfreut sie sich dieser Gegenwart mit einzigartiger Intensität“ – so heißt es im einleitenden Teil der Enzyklika Ecclesia de Eucharistia von Papst Johannes Paul II. über die Eucharistie und ihr Verhältnis zur Kirche.
In dieser Enzyklika bekräftigt der Heilige Papst in Punkt 10: „Die fromme Teilnahme der Gläubigen an den Prozessionen mit dem Allerheiligsten Sakrament während des Festes des Leibes und Blutes Christi ist eine Gnade des Herrn, die jedes Jahr diejenigen mit Freude erfüllt, die daran teilnehmen.“
Auch in diesem Jahr nahmen in der Domkirche zum Hl. Georg, der römisch-katholischen Kathedrale von Temeswar, zahlreiche Gläubige aus allen Pfarreien der Stadt und der Umgebung an dieser Prozession teil, die anlässlich des Hochfestes des Heiligsten Leibes und Blutes des Herrn am Donnerstag, dem 4. Juni, organisiert wurde. Das Pontifikalamt wurde um 18.00 Uhr von Seiner Exzellenz Josef Csaba Pál, Diözesanbischof, zelebriert. Konzelebriert haben Pfarrer und Kapläne der Pfarreien Temeswars. Für die musikalische Gestaltung sorgte der Chor „Exultate“ der Kathedrale unter der Leitung des Organisten Róbert Bajkai-Fábián zusammen mit Kantoren aus anderen Stadtpfarreien. „Heute feiern wir Jesus Christus, den Mittelpunkt unseres Lebens, der, wie es im fünften Jahrzehnt der Lichtgeheimnisse des Rosenkranzes heißt, uns in der Eucharistie geschenkt wurde“, sagte der Diözesanbischof zu Beginn der Heiligen Messe und betonte die Bedeutung dieses Hochfestes.
Die Worte des Evangeliums nach dem Heiligen Johannes, aus dem sechsten Kapitel, wurden von Msgr. Dr. Zoltán Toman, Diözesanpriester im Dienst des Heiligen Stuhls in Rom, verkündet.
In seiner Predigt, die er in deutscher, ungarischer und rumänischer Sprache hielt, sagte Domherr Adalbert Jäger, Dechant und Pfarrer von Temeswar VI Fratelia: „Die Kirche feiert an jedem Tag des Jahres das Geheimnis der Eucharistie; sie bringt sie Gott als Lobopfer dar, sie gibt sie den Gläubigen als Nahrung und bewahrt sie im Tabernakel als Zentrum unserer Spiritualität in jedem Augenblick. Aus diesen Gründen ist das heutige Hochfest nicht so sehr die Erinnerung an ihre Einsetzung als Sakrament, sondern vor allem die Feier eines lebendigen und gegenwärtigen Geheimnisses. Die Heilige Eucharistie bleibt ein himmlisches Geschenk: Sie gibt uns die Gewissheit des Sieges über den Tod. Wenn am Ende der Heiligen Messe der Bischof feierlich zusammen mit uns Priestern das Heilige Sakrament zu den vier Altären trägt, die von euch zuvor vorbereitet und geschmückt wurden, lasst uns aus tiefstem Herzen das folgende Gebet sprechen:
«Herr Jesus Christus, Mensch und Gott, verborgen im Heiligen Sakrament des Altars, hilf uns, dass wir, wann immer wir die Kommunion empfangen oder an den liturgischen Gebeten der Kirche teilnehmen, selbst zur Nahrung werden: für die einen als Glaube, für die anderen als Hoffnung, für alle aber als Liebe, die das Fest ausmacht; den Armen wollen wir eine Hilfe sein, den Kranken eine Heilung, den Alten eine Stütze, den Sterbenden eine Wegzehrung.»“
Anschließend fand die Prozession mit der Allerheiligsten Eucharistie zu den vier besonders geschmückten Seitenaltären der Kathedrale statt, wobei die Gläubigen und die Erstkommunionkinder Seine Exzellenz Josef Csaba Pál, Diözesanbischof, und die anwesenden Priester mit Gebeten und Gesängen begleiteten. An diesen Altären wurden Fragmente aus dem Heiligen Evangelium in rumänischer, ungarischer und deutscher Sprache von Pfr Simon Ciubotaru, Temeswar VII. Freidorf, Kaplan Csaba Váncsa, Temeswar II Fabric, Domherr Zoltán Kocsik, Rektor der Kirche des Piaristenordens, und Pfr. Ionuc Hojda, aus Moldova Nouă verkündet. Die Erstkommunikanten der Pfarrei Temeswar I. Innere Stadt, die vorigen Sonntag zum ersten Mal die hl. Eucharistie in der Temeswarer Katharinnenkirche, vorbereitet von ihrer Religionslehrerin Gabriele Burman, empfangen haben, haben mit Rosenblüttenblätter den Weg des Allerheiligsten Sakraments durch die Domkirche begleitet.
Die Heilige Messe endete mit dem feierlichen eucharistischen Segen.
Pressestelle der Diözese Temeswar
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