Das 1000-jährige Jubiläum der Gründung der Diözese Csanád/Tschanad im Jahr 1030 wird 2030 gemeinsam von den drei Nachfolge- bzw. Schwesterdiözesen gefeiert: der Diözese Szeged-Csanád in Ungarn, der Diözese Groß-Betschkerek / Zrenjanin in Serbien und der Diözese Temeswar auf dem Gebiet Rumäniens. Im Rahmen der geistlichen Vorbereitung auf dieses Jubiläum hat das Bischöfliche Ordinariat auf Initiative und unter der Koordination S.E. Martin Roos, emeritierter Bischof von Temeswar, im vergangenen Jahr die Ausstellung MILLENNIUM CSANADIENSE MXXX – MMXXX realisiert, deren erster Teil 2025 in der Domkirche zum Hl. Georg, der römisch-katholischen Kathedrale von Temeswar gezeigt wurde, und wiederspiegelt die ersten 500 Jahre der Diözese Tschanad, von der Gründung bis zum Fall der Stadt Temeswar und des gesamten Gebiets unter osmanische Herrschaft am 27. Juli 1552. Derzeit ist im Hohen Dom zu Temeswar der zweite Teil der Ausstellung zu sehen, der die fast zwei Jahrhunderte türkischer Herrschaft zwischen 1552 und 1718 beleuchtet.
Da die Ausstellung als Wanderausstellung konzipiert war (in all ihren jährlichen Etappen), wurden die Tafeln im vergangenen Herbst nach Szeged in die Kathedrale der Heiligen Jungfrau Maria, der Schutzpatronin Ungarns, transferiert und gezeigt. In diesem Jahr kehrten die Exponate in die Diözese Temeswar zurück und machten Halt in Groß-Sanktnikolaus, in der Pfarrkirche Hl. Teresa von Ávila, um später in die Pfarrkirche zum Hl. Gerard in Tschanad überführt zu werden.
Die Vernissage fand in Groß-Sanktnikolaus am Sonntag, dem 7. Juni dieses Jahres, im Anschluss an die Heilige Messe, um 10.00 Uhr statt, die von S.E. Martin Roos, emeritierter Bischof von Temeswar, zelebriert wurde.
Die Lesung aus dem Evangelium wurde von Pfarrer Attila Andó, dem örtlichen Pfarrer, vorgetragen, der in seiner Predigt die beiden Hauptgedanken der Lesungen und des Evangeliums dieses Sonntags hervor: den Glauben und die Berufung.
„Nicht jede Generation hat die Gelegenheit, das tausendjährige Bestehen einer/seiner Diözese zu feiern“, erklärte zu Beginn seiner Ausführungen S.E. Martin Roos, emeritierter Bischof, und sprach anschließend über die Organisation einer Ausstellungsreihe, die bis zum Jubiläumsjahr 2030 jedes Jahr eine Etappe aus der Geschichte unserer Ortskirche bzw. der Geschichte der Diözesen Temeswar, Szeged-Csanád und Groß-Betschkerek/Zrenjanin präsentieren wird. In seinem Vortrag stellte der emeritierte Bischof auch einige bedeutende Persönlichkeiten der Diözese vor, wie den heiligen Gerard, den ersten Bischof und Märtyrer, den Schutzpatron unserer Diözese und Verfasser des Werkes „Deliberatio“, oder den seligen Pelbartus von Themeswar, einen Franziskanermönch aus dem 15. Jahrhundert, der mehrere Predigtsammlungen verfasste und herausgab und so den Namen Temeswar in weiten Teilen Europas bekannt machte.
An der Heiligen Messe und der Ausstellungseröffnung nahmen Herr Dănuț Groza, Bürgermeister von Groß-Sanktnikolaus, Herr Marius Hiticaș, Kreisratmitglied, sowie Mitglieder des Gemeinderats teil. Zu ihnen gesellte sich auch Pfr. Sergiu Soica, der örtliche griechisch-katholische Pfarrer, zusammen mit seiner Ehefrau. Ebenfalls anwesend waren die Initiatoren der Ausstellung in Groß-Sanktnikolaus: Frau Dietlinde Huhn, Vorsitzende des örtlichen Demokratischen Forums der Deutschen, zusammen mit ihrem Ehemann, sowie Herr Werner Kremm, Journalist der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien, zusammen mit seiner Frau.
Den Besuchern wurden Broschüren und Informationsblätter in rumänischer, ungarischer, deutscher und serbokroatischer Sprache zur Verfügung gestellt. Die Ausstellung kann täglich in der Pfarrkirche von Groß-Sanktnikolaus besichtigt werden, wobei jedoch der liturgische Zeitplan zu beachten ist (während der Heiligen Messe ist der Besuch der Ausstellung nicht gestattet). Die Veranstaltung wurde in Zusammenarbeit mit der römisch-katholischen Pfarrei Groß-Sanktnikolaus und dem örtlichen Demokratischen Forum der Deutschen organisiert. Am Ende, nach der Agape, überreichte Bischof Roos den anwesenden Offizialitäten, die Jubiläumsmedaille des Diözesanmilleniums. Auf Initiative der Pressestelle des Bistums und des Diözesanarchivs wurden die Heilige Messe und die anschließende Veranstaltung live auf Facebook übertragen. (Live: Claudiu Călin / Foto: Ioan Ciocan)

Pressestelle der Diözese Temeswar