„Liebe und diene“ – Dieser Aufruf Jesu, den er oft sowohl an seine Jünger als auch an uns, seine heutigen Jünger, richtete, wurde auch den Ministranten der Diözese Temeswar anlässlich ihrer Wallfahrt und ihres Treffens übermittelt, das am Samstag, dem 6. Juni dieses Jahres, in Maria Radna stattfand. Die Altardiener kamen in Begleitung ihrer Pfarrer, Katecheten, Eltern und Großeltern an, sodass die Pilgerfahrt der Ministranten auch zu einem Fest für die Familien und Gemeinden wurde. Das Programm der Veranstaltung bot auch in diesem Jahr sowohl spirituelle Momente als auch verschiedene lehrreiche und unterhaltsame Spiele für die Teilnehmer.
Unmittelbar nach ihrer Ankunft nahmen die Anwesenden um 10.00 Uhr an einer Heiligen Messe teil, die in der Basilika Maria Radna von Zalán Árpád Miklós, Pfarrer von Zagyvaszántó (Diözese Vác/Waitzen, Ungarn) und Sekretär der Kommission für Berufungspastoral der Ungarischen Bischofskonferenz, zelebriert wurde. Konzelebriert wurde die Messe von Emil Alin Irimiciuc, Pfarrer von Bocșa, Diözesanbeauftragter für die Seelsorge der Ministranten und Vizepräsident der Internationalen Föderation der Ministranten / Coetus Internationalis Ministrantium (CIM), sowie einer großen Gruppe von Priestern, die zusammen mit den Ministrantengruppen aus mehreren Pfarreien der Diözese angereist waren. Für die musikalische Umrahmung sorgte der Kinderchor Angelis der römisch-katholischen Pfarrei Dumbrăvița/Neusentesch. Dank der Live-Übertragung durch die Mitarbeiter der Pfarrei Radna konnten viele Gläubige auch online an der Heiligen Messe teilnehmen.
„Mit großer Freude sind wir heute zum Wallfahrtsort Maria Radna gekommen, um dem lieben Gott für die Berufung zum Dienst am Altar zu danken und durch die Fürsprache der Heiligen Jungfrau Maria weiterhin um die Gnaden zu bitten, die für die Aufgabe notwendig sind, zu der ihr ganz besonders berufen seid: dem Priester bei der Heiligen Messe beizustehen und darüber hinaus. Das Thema der diesjährigen Wallfahrt stammt aus dem ersten Buch Samuel, Kapitel 3: „Rede, Herr, denn dein Diener hört!“ – so wandte sich Pfr. Emil Alin Irimiciuc in seiner Einführungsrede an die fast 200 Teilnehmer.
Die Lesung aus dem Evangelium wurde von Constantin Rudolf Cocriș, Pfarrverweser in Gătaia/Gataja, vorgetragen.
In seiner Predigt, die er auf Ungarisch und Rumänisch hielt, sagte Pfr. Zalán Árpád Miklós: „Wir sind als Pilger hierher in die Basilika von Maria Radna gekommen. Wir Pilger sind nicht nur Touristen, denn wir wechseln nicht nur den Ort, sondern auch unser Herz legt einen Weg zurück. Wir suchen Gott und möchten seine Stimme besser hören. Denn Gott spricht auch heute zu uns. Viele glauben, dass Gott nur in biblischen Zeiten zum Volk gesprochen hat. Aber er spricht auch heute zu uns. Die Frage ist also nicht, ob Gott heute spricht, sondern vielmehr, ob wir sein Wort hören. Die Welt von heute ist voller Lärm, viele Stimmen sprechen gleichzeitig zu uns. Die Stimme Gottes ist nicht aufdringlich, Er schreit nicht. Wir müssen lernen, Ihn zu hören. Der Dienst als Ministrant hilft uns dabei, denn ein guter Ministrant lernt, aufmerksam zu sein. Und wer am Altar aufmerksam ist, kann die Stimme Gottes auch in der Welt leichter hören. Daraus kann eine Mission entstehen. Der Ministrant ist kein Zuschauer bei der Heiligen Messe, sondern jemand, der einen Dienst erfüllt. Und Jesus lehrt uns, dass wahre Größe nicht in der Macht liegt, sondern im Dienen. Die Welt sagt: Sei stark, sei erfolgreich, kümmere dich nur um dich selbst. Und Jesus sagt: Liebe und diene. Erkenne Gott in der Person neben dir. Das ist der Weg des Christen, das ist der Weg des Ministranten.“ In seiner Predigt erwähnte Pfarrer Zalán Árpád Miklós auch, dass er zum ersten Mal in der Basilika Maria Radna sei, obwohl er eine kleine Verbindung zur Diözese Temeswar habe: Vor 40 Jahren wurde er in der Kirche von Petschka getauft.
Am Ende der Heiligen Messe stellte Domherr Zoltán Kocsik, Direktor des römisch-katholischen Theologischen Gymnasiums Gerhardinum, das Jubiläums-Wanderkreuz vor, das auch bei dieser Veranstaltung von den Ministranten getragen wurde. Das Kreuz wurde im vergangenen Jahr anlässlich des interdiözesanen Jugendtreffens in Tschanad angefertigt, an dem Jugendliche aus den römisch-katholischen Diözesen Temeswar, Szeged-Csanád und Großbetschkerek / Zrenjanin teilnahmen – den drei Nachfolgediözesen der alten Diözese Tschanad, die sich auf dem Gebiet Rumäniens, Ungarns und Serbiens befinden. Diese wurde im Jahr 1030 von dem heiligen Stephan, König von Ungarn, gegründet, und das 1000-jährige Jubiläum wird im Jahr 2030 gefeiert. Zu diesem Anlass wurden die Ministranten zu dem diesjährigen interdiözesanen Treffen in Szeged, Ungarn, eingeladen. Ein weiteres Programm, eine groß angelegte Wallfahrt der Ministranten aus den Diözesen der Länder im Karpatenbecken, wird im Jahr 2027 zum berühmten Marienheiligtum in Mátraverebély-Szentkút in Ungarn stattfinden, zu der auch die Ministranten aus der Diözese Temeswar eingeladen wurden. Eine dritte Einladung richtete Pfr. Zalán Árpád Miklós an die Mitglieder des Kinderchors Angelis aus Neusentesch: zur Teilnahme am nächsten Welttreffen der Ministranten in Rom und zur musikalischen Gestaltung der in ungarischer Sprache gefeierten Heiligen Messe.
Das Programm des Treffens wurde im Info-Zentrum mit einem Mittagessen fortgesetzt. Anschließend hatten die Ministranten und Betreuer aus Slatina a.d. Temesch unter der Leitung von Pfarrer Sergiu Ștefan Ursache, verschiedene Spiele und gemeinsame Tänze vorbereitet. Zum Abschluss erhielten alle Anwesenden als Andenken ein Armband und ein kleines Kreuz.
Die Pilgerfahrt der Ministranten endete mit einem Gebet.

Pressestelle der Diözese Temeswar
Foto: Andreea Bodroghi