Auf Initiative und unter der Leitung von Dr. Franz Metz, dem aus dem Banat stammenden, bekannten Organisten und Musikwissenschaftler sowie Kirchenmusiker an den Münchner Kirchen St. Pius und Maria Ramersdorf, wurde die traditionsreiche Reihe kirchenmusikalischer Konzerte „Banater Konzertsommer“ auch in diesem Jahr fortgesetzt.
Am 31. Juli sowie am 1. und 2. August wurde Dr. Franz Metz von den Künstlerinnen und Künstlern Iulia Vasilache (Sopran), Iulia Szabo (Alt), Wilfried Michl (Bariton), Cristian Ardelean (Bass), Sara Busuioc (Violine) und Krisztián Kelemen (Orgel) begleitet. Im Rahmen der Konzerte hatten die Liebhaber sakraler Musik Gelegenheit, Werke von Johann Michael Haydn, Giuseppe Verdi, Charles Gounod, Charles-Marie Widor, Georg Friedrich Händel, Luigi Bordese und Nicolae Bretan sowie Kompositionen banatschwäbischer Komponisten wie Anton Leopold Herrmann (Neuarad), Anton Horner (Pantschowa/Pančevo, Serbien), Guido Pogatschnigg (Temeswar) und Wenzel Josef Heller (Temeswar) zu hören.
Beim Konzert in der römisch-katholischen Kirche von Lenauheim am 31. Juli – deren Orgel im Jahr 2024 restauriert worden war – stellte Dr. Franz Metz dem Publikum die Banater Komponisten vor, deren Werke bei dieser Ausgabe aufgeführt wurden.
„Guido Pogatschnigg wurde in Broos (Orăștie) geboren. Wenzel Josef Heller, ein aus Böhmen stammender Kapellmeister, kam um das Jahr 1840 nach Hermannstadt (Sibiu) und ließ sich später in Temeswar nieder, wo er sich zu einem hochgeschätzten Komponisten entwickelte. Fachleute aus Wien und Budapest reisten eigens nach Temeswar, um ihn kennenzulernen. Anton Horner, ebenfalls aus Böhmen stammend, wirkte als Lehrer in Pantschowa (Pančevo, Serbien) im heutigen serbischen Banat. Das Ave Maria, das von der Geigerin Sara Busuioc mit Orgelbegleitung aufgeführt wurde, komponierte er im Vernichtungslager Rudolfsgnad (Knićanin, Serbien), wo er nach 1945 ums Leben kam. Die Partitur wurde von einer unbekannt gebliebenen Person gerettet und vor einigen Jahren von mir wiederentdeckt“, erklärte Dr. Franz Metz.
Am Samstag, dem 1. August 2026, um 19.30 Uhr konzertierten Dr. Franz Metz und seine Gäste im Hohen Dom St. Georg, der römisch-katholischen Kathedrale von Temeswar. Am Sonntag, dem 2. August, gestalteten sie um 11.00 Uhr die Heilige Messe in der Basilika Maria Radna musikalisch mit. Anlass war die Wallfahrt der deutschsprachigen Gläubigen zum berühmten Marienwallfahrtsort der Diözese Temeswar.
Mit Blick auf diese musikalische Tradition bemerkte Dr. Franz Metz: „Den Banater Konzertsommer gibt es seit der Einführung der deutschen Wallfahrt nach Maria Radna, im Jahre 2011 (?). Der Grund: unseren Landsleuten, welche für den 2. August nach Maria Radna kommen, am Vorabend eine Kostprobe der Banater Kirchenmusik zu geben. Im Mittelpunkt dieser Konzerte standen immer Werke Banater Komponisten, hauptsächlich deutsche Komponisten, deren Werke in den Jahren vor der Wende von 1998 nicht aufgeführt werden konnte und durften.
Eigentlich habe ich bereits seit 1990 jährlich in den Sommerferien solche Kirchenkonzerte in Banater Kirchen gegeben, um den Blick auf die Situation unserer Kirchen und Orgeln zu lenken. Seit 1976 waren dies mehr als 500 Kirchen- und Orgelkonzerte z.B. in: Temeswar (in fast allen Stadtteilen), Arad, Neuarad, Lugosch, Großsanktnikolaus, Billed, Guttenbrunn, Lippa, Maria Radna, Vinga, Sanktanna, Lenauheim, Hatzfeld, Tschakowa, Orawitza, Reschitza, Weidenthal, Karansebesch. Es wurden über 100 Werke Banater Komponisten aufgeführt, darunter auch Uraufführungen, z.B. von Martin Lichtfuss und Richard W. Oschanitzky. Zu den Aufführungsstätten gehörten außer katholischen und evangelischen Kirchen auch Synagogen (Karansebesch, Lugosch, Temeswar) und städtische Theater (Orawitza, Lugosch, Arad). Mitgewirkt haben Solisten aus Rumänien und Deutschland wie z.B.: Wilfried Michl (Bariton), Alexandra Gutu (Cello), Nicoleta Colceiar (Sopran), Aura Twarowska (Alto), Marius Manyow, Cristian Ardelean (Bass), Nina Laubenthal, Simona Negru (Sopran), Hans Fernbach (Violine), Herbert Christoph (Viola), Maria Negru-Popan, Sara Busuioc (Violine), Corneliu Meici, Franz Tröster (Trompete).
Es war eine schöne Zeit, auf die ich zurückblicken kann. Es kostete zwar viel Mühe die Organisierung und Finanzierung dieser Konzerte, aber für unsere Banater Kirchenmusik ist mir nichts zu viel.“
Mit dieser neuen Ausgabe hat der Banater Konzertsommer einmal mehr seine Rolle als Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen dem musikalischen Erbe des Banats und den heutigen Generationen bewiesen. Die Konzerte boten sowohl die Gelegenheit zur Wiederentdeckung wertvoller Werke als auch ein lebendiges Zeugnis des Glaubens, der Kultur und der spirituellen Identität, die die Geschichte und das Leben der Gemeinden im Banat geprägt haben.
Die Konzerte in Lenauheim und Temeswar sowie die Heilige Messe in Maria Radna wurden live vom Presse- und Medienbüro der Diözese Temeswar bzw. von der römisch-katholischen Pfarrei Radna übertragen.

Pressestelle der Diözese Temeswar