Papst Leo XIV. bittet im September um Gebete für eine gerechte und nachhaltige Verwaltung des Wassers. Für Millionen Menschen ist Wasser ein knappes Gut, nicht sauber oder unzugänglich. Darauf macht das Video mit dem Gebetsanliegen des katholischen Kirchenoberhaupts für diesen Monat aufmerksam. Das Video wurde diesen Dienstagnachmittag (1.9.) mit Untertiteln in zahlreichen Sprachen veröffentlicht, darunter auch Deutsch.
Stefanie Stahlhofen und Silvia Kritzenberger – Vatikanstadt
Die ökumenische Schöpfungszeit ab 1. September, die auch die katholische Kirche begeht, steht dieses Jahr unter dem Motto: „Lebendiges Wasser“. Dazu passt auch das Gebestanliegen des Papstes für diesen Monat. Wasser sei „Quelle der Fruchtbarkeit, der Erfrischung und der Hoffnung „, betont das katholische Kirchenoberhaupt im aktuellen Gebets-Video.
Wasser für alle
Über das Weltweite Gebetsnetzwerk des Papstes – im Rahmen der Kampagne „Bete mit dem Papst“ – lädt Leo XIV. Gläubige und alle Menschen guten Willens dazu ein, dafür zu beten, dass die Menschheit lernt, Wasser dankbar und sparsam zu nutzen, sowie gerecht und verantwortungsvoll und es als „ein Recht ohne Grenzen, das allen“ zusteht, anzuerkennen.
Eingangs werden alle eingeladen, sich in Stille vorzubereiten. Dann folgt, begleitet von leiser Musik, das Gebet von Papst Leo XIV. auf Englisch, das wir hier auf Deutsch dokumentieren:
Das Gebet im Wortlaut auf Deutsch
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Herr des Lebens, du hast uns das Wasser geschenkt,
Quelle der Fruchtbarkeit, der Erfrischung und der Hoffnung.
Es stillt den Durst, macht die Erde fruchtbar und heilt die Wunden.
Wir danken dir, denn das Wasser ist auch ein Sinnbild für deine Gnade und deine Liebe,
die uns durch die Taufe erneuern.
Heute bitten wir dich: lehre uns, es mit Dankbarkeit, Gerechtigkeit und Verantwortung zu hüten.
Vergib uns, dass wir es zu einer Ware gemacht haben
– vergessend, dass es ein universelles Geschenk ist,
ein Recht ohne Grenzen, das allen deinen Kindern zusteht.
Mit Schmerz blicken wir auf die vielen Brüder und Schwestern,
die kein Trinkwasser haben,
die kilometerweit laufen müssen, um welches zu finden,
und die wegen des Mangels an Wasser krank werden.
Gib, dass uns dein Geist zu Pilgern des Wesentlichen macht;
fähig, genügsam zu leben, Verschwendung und Umweltverschmutzung anzuprangern
und das Recht eines jeden Menschen zu verteidigen,
ohne Angst und ohne Ungleichheit trinken zu können.
Möge unser Umgang mit dem Wasser
ein Zeichen sein für die Liebe zum Schöpfer
und unseren Einsatz für das Leben der Ärmsten,
indem wir die kommenden Generationen dazu erziehen,
die Ressourcen der Erde zu schätzen und zu schützen. Amen.
Mehr als 2 Milliarden Menschen ohne Trinkwasserzugang
Laut einem Bericht vom August 2025 des Gemeinsamen Überwachungsprogramms (JMP) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (UNICEF) haben 2,1 Milliarden Menschen noch immer keinen sicheren Zugang zu Trinkwasser – beispielsweise aufgrund eines unregelmäßigen, unzureichenden, zu teuren oder sehr weit entfernten Zugangs – und 106 Millionen sind direkt auf Flüsse, Seen oder andere nicht behandelte Gewässer angewiesen. Obwohl die weltweite Versorgung mit sicherem Trinkwasser zwischen 2015 und 2024 von 68 Prozent auf 74 Prozent gestiegen ist, warnt derselbe Bericht, dass Länder mit niedrigem Einkommen siebenm al schneller vorankommen müssten als derzeit, um bis 2030 einen universellen Zugang zu erreichen.
Hintergrund
Das Video mit den Gebetsanliegen ist ein Projekt des „Weltweiten Gebetsnetzwerks des Papstes“. In kurzen Videos geht das katholische Kirchenoberhaupt jeden Monat auf eine der Herausforderungen ein, vor denen die Menschheit und die Kirche aktuell stehen. Das Weltweite Gebetsnetzwerk des Papstes ist in mehr als 92 Ländern vertreten und bildet eine geistliche Gemeinschaft von mehr als 22 Millionen Menschen, die jeden Tag in Bereitschaft für die Mission Gottes leben wollen. Im Dezember 2020 gründete Papst Franziskus das Päpstliche Werk als Vatikanische Stiftung und genehmigte dessen endgültige Statuten im Juli 2024.
Quelle: www.vaticannews.va/de







